Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 38 (15.9.1893)
- Date
- 1893-09-15
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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F ante! Me Leute geht und ihre liftfinnnug« erkoidet, der wird K’ bald erfahren, wie man gegen unigestaut ist. St« Autisemttit- ן ist noch nicht am Ende, er »ieht noch immer vettere Kreise «ad k wird un» noch harte Arbeit gebe«. Ehe wir ab« diese beginnen, t muß «st da» thörtchte Gerede von, Sude der Bewegung aufhSrea, müff« wir «nt Aar machen: st,: streiten und riufen sich »war die feindlichen Brüder, ab« sie studundbleibend»-—Brüder. ■!««*<****. Die ganze Manier, wie Bus,hoff, d« vielge» i plagte Mann, wted« in die Leffentlichkett ge,en wird, qregt \ Aufsehen. Die zu«ft in d« »llöln. Bolktztg." veröffenttichte - Nachricht, die Staatsanwaltschaft in Eleve habe auf die Srgretfung de» Schlücht«» Buschoff eine Belohnung von 600 Mk. gesetztv. sei seit einig« Zeit au» Köln verschwunden: auf Grund f neuen Material», da» man in Alstaden (einem Dorfe bei Köln)? gesammelt habe, sei die Wiederaufnahme d« llittersuchung üb« d«!antner Mord beschloff«—hat fich alt böSwilltje Erfindung her- [■ gestellt. — Aus eine Anfrage Intt die Staatsanwaltschaft in f Eleve die Auskunft erteilt, daß dort üb« die Angelegenheft nicht» bekannt sei. Fern« wird au» Köln gemeldet, daß r Buschoff sich nach wie vor in sein« Wohnung in Köln vollständig unbehelligt anfhält. — Die Art, wie die obige Nachricht, [ welche den für jedermann erfichtliihen Eharaft« t« Verleumdung? trägt, von den antisemitischen Organen wett« getragen wftd. , zeigt deutlich, daß diese Presse auch vor den schlimmsten Bubenstücken nicht zurückscheut, wenn ste glaubt ihre unsauberea Bef strebungen fördern zu können. (H chestehts die Abficht an die Staatsanwaltschaft da» Ersuchen-« richten, gegen da» Wolffche Telegraphmbureau und alle die.Zeitungen, »eldie das Wolftsche Telegramm wett« verbreitet Hobe, wegen verl! umdertscher Bek leidigung vorzugeben. — Wie die .Köln. Ztg." »erichtet, hat d« nach Lauten gesandte bttltn« strimminalkomi sar Rautenbng! die Aufgabe, an der Hand neu hervorgetretenn Momente B«- höre und Nachforschungen anzu stellen, die zur ENdeckung de» Kuadenmördn» führen könnten. Die WefteMhrung der Unt«» fuchnng richtet sich ab« nicht gegen Buschoff- Bevtt«. ״Ueb« da» Taufen der Juden läßt fich da» Organ der Fürsterzdischvstichen Kanzlei de» Sardnal» von Prag, d« ,Ezech", au». Es klagt, daß so viele Juden nach Wien komwen, «eil ste wissen, daß e» dort an leichtesten aft dn Aufnahme in Me Kftche genommen werde. Nach kurz« Borr«eitung würden ste getauft. Ab« Me Gründe der Konverfion seien meist äuß«- licher Art, um Karriere Ml mach,«, im Herzen bleiben ste Juden. Noch interessanter ab« al» diese Auslassung ist, daß die »Allg. Leitung de» Judentums״ für die Judentaufen «iutrüt und den . .Lzech" tadeln zu müssen glaulit. Diese Weitherzigkeft dürfte alle» bi»h« von dem jüdisch«! Neformertum geleistete üb«- treffen," - so schreibt die dies. ״«. Ev^L. Kftch-Ztg," und Me «Kreuz-Zeitung" schreibt es in d« Noschhaschono-Woche nach. Zn w e l ch e r Nr. Me Moffe'sche״Sllg. Zeitung Mt Judenthums." für Me Judentaufen einftttt, ist leid« nicht angegeben, wft können uns nicht denken, daß d« Nedacteur derselben ein« solchen selbstmörderischen Aofitst in seinem Hatte Raum ge» geben hätte. Unt« PHUtppsoa't Redaktion hätte man eine solche Verdächtigung doch nicht lewagtl r. Vwwtzla«, 8. Septembe!: (Or^Eorr.);m uns«« Nach» bargemeinde Hayna« fand am ü. Sept. die Einweihung d« neuerbantm Synagoge statt. Die dortige Gemeinde, sowie auswärtige, ehemalige Gemeinden!ftglied« haben la» monumentale Gottethau» herrlich antgestattet. u »d bleibt deren Os fastnn rühmeus» wert. Zu da Fei« waren außer den Herren Rechhar-RabMnau und Eantoren viele Honorattore» au» Stadt und Umgegend erschienen, auch mehrere Synagogen-Borsteha. Um S Uhr begann Me Fei«, llnt« Leitung des Har Lantor Lübeci-Lieguttz stimmte da Kuabeusyuagogenchor da» öLetown nftt -arnioniumbegleitung an, vorauf Me ewige Lamve «gezündet würde. Sltdann hielt da Lultutbeamte Herr Haller eine hebräische öiürrgte ab, wo» raus Herr Rabb.Dr.P eri tz au» Ltegnitz ein zu Herzen gehende» Wethgebet sprach, dem fich d« Gel ang de» Psalm :Manfthtoß, Die Toearolle« wurden «nt« den üblichen Response o eingeholt, und nach einem Umzuge, wobei wÄtz gekleidete Mädchen Blume« streureu. in da» Allahettigste gesetzt. Die Festrede de» Rabbiner» Dr. Perttz, tu welch« « al» die wahre Religion Me Gotte»- furcht, Nächstenliebe und Feindesliebe, Me Wahrheit und Gerechttgkett bezeichnete, machte auf alle Zuhör« den besten Eindruck. Nun bettar bei He« Rabbin« Dr. Rippner au» Slogau Me Kanzel, um da» Seb« für Kais« und Reich zu svrechen. Seine meisterhafte. schwungvolle Diktton «griff mächtig Me zahlreiche Lasammluug. Unvergeßlich w«den Allen die Worte seiner Rede bleiben, die wft hier in Kürze wiedageben: .1» giebt einen salomonischen Spruch: »Vena «I de« Gerechte« di» Herrschaft in ihrer Hand hafte», di» am Steuer de» Staates stehen. Kann fich denn der Einzeln«, kann fich «ine enger« Gemeinschaft ihres Dasetu» fteuen, menn »icht dir Gerechtigkeit im Lande waltet, und giebt es sür «ine Keine Stadt, für et»«» keinen verbend ein Gedeihen, wen» der Staat nicht gedeiht und diejenigen, die ihn letten. Gesetzt, es weilt« Einer in rinem Land«, tu welche« die Willkür «ine» Lyran»«», di« Laune eines Mächtigen das »berste Gesetz ist, und hätte er all« dir Güter, die ei» Mensch begeh«, er ledte dennoch in stetem Bange» und Zagen, daß »icht wie ein Blitz au» hetien» Himmel di« Laune de» Gewalttat» niederfdhrt und ihn zu vod«, wirf!. Es fehlt de« persdnltchea Wohlstand und Wohlergehen das Fundament, wenn di« Gerrchiigleit sehft, die jede» Bürger, die jede» Bund vor Unbill schlltzt. Und rief wahr ist das Sott des Propdeteu, daß nur in de« Wohl des Staates da» Wohl des Einzelnen geborgen ist. Wir bauen, wir weihea ein Haus unjrrm Goft«, wer schütz: das Haus? Di« Gemeinbe, die es mit schwere» Opfer» aufgedrachi hui, ist dazu »ft Freuden bereit. Ab« kan»ein«Gemeinde schützen, wen« der Staat ohnmächtig ist, wen» d« Feind di« heimatlichen Gaue« überflutet«. Nur wen« es und weil es de» Gerechten, dt« da« Regiment im Laude haben, gut geht, tau» di« Stadt fich sreue», kann dies« Gemein»« «1s voll« Seele jubeln an diese« Tage, da ste dieses Haus der religiöse» Erbauung wÜnne». Darum weitet sich unsere Seele, darum «hebt sich d« Jubelion zu Helle» ltlauge, so wir in dies« weihesluao« de« Laterlaudes gedenke», das »ns gsraelfte» wie alle» anderen Lohnen diese» große« Reiche» am Herzen liegt, so «k des Fürsten gedenle», d« beglückt «ud groß ist und dies herrliche Land wft Weisheft und Gerechtigkeft verwalte!. Innig« »och al» so viele ander« Bürger schaue« wir Israeliten hinans zum Thron de» Fürste», zu diesem Fel» des Rechws, zu diese» Hort der Treue. Wft Jsraelven stud «ne Keine Minderheit tu dieser» »eite» Retch«: wir stud schwach und gering, ab« wft w,d Part in de» Bewußtsein, daß dieses deutsft« Land da« Land der Treue ist, daß der «dl« Hoheuzollernkaif« es als sein« höchst« Aufgabe betrachtet, das Strikt zu wahren, es an den Lag za bringe», wen» es verdnakeft »Kd. Nenn aaswltts hie »ud da Bose« gegen Israel und sein« uralte Satzung geplant wft», so spreche» wft und hbreu wft »st «ft Stolz das Sott: So etwas kan« in Preußen nicht onkmmtn. den» hier i» Duldung, innige» Etaveruetime» der religiöse» Bekenntnisse, AchMng d« Bürg« »ud zumal der fftehLrde» vor jd*r religiöse» llebeizeuzung gleichsam Siaatstradftro». Sir all« eriuncr» uus mit hoh« Beftiedtgung der Wort«, mit welchen das Oberhaupt dies« Stadt den Grundstein »«legt hat zu diese« Bau: dies« Red« hat wefthin eine» wieverhall gesunde», den« solche itzedauken find d« Grundstein der Gesittung uud des soziale» Wohl». Es fron sich uns«« Gemeinschaft, daß t* den Gerechte« gur acht uud wft bete» zu Dft. » Gott de» Rechte», segne unser» Guts« Wilhelm II: m»ge unt« sei»« Wallung die Balm« des Friede»« herrlich «eporbtüheu; segne sei» treues Mühe«, da» Recht zu pfleg«», daß dft Gute« frohlocken uud di« Bosen zage», daß ftiue« Kriärnswott überall «ud jede-mlt fb| Hc MBei bcjtßcB ». f. Mt dem Ado n-Olam-Se s a n g e schloß Me erhebende Feier. Die Rtchtttraeltteu sprachen sich einstimmig dahin aut, daß Me Predigten nur von dem Geiste der Liede durchdrungen warm unddat Resuttat ergabm: »Wft gftmbe» Alle au ei n e n Gott!" Um 5 Uhr begann dat Festmahl im Hotel Schmidt. Während der Tafel konzertftte Me vorzüglche Stadtkapelle. Die Reihe der Toaste eröffnet« Herr Dr. Rtppnei auf unfern «haben« Kaiser und König Wilhelm n. Mit Begeisterung wurde dat Hoch autgebracht und die Natioualhymme gesungen. Herr Dr- Freund aut Görlitz toastete hierauf auf die Feftgemetnde. Die Herr« Vorsteher Heinrich Kohu, Krämer und Story , toastet« auf Me Ehrengäste, Gemeindevertretung« und Vau- ' »eister. Herr Bürgerweifter M üller dankte in redegewandter An» spräche für hft «hattme Einladung pun Feste «ud erklärte, haß Me Red« der Herr« Prediger ihm Mit der Seele gesprach« waren. Er vermag der Gemeinde keinen schöne« Festetgrüß darzudrtngenalt: ״Scfatlaa AUeben"! Friede sei mit Euch!" Halt« wft daran fest, daß wft alle Ktuder einet Gottes