Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 38 (15.9.1893)
- Date
- 1893-09-15
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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der Kolonie ,PMueh Vkinfifür Deinbar sich zu eignen« denn die Probe einer bedenienden Auzahl WettiKöcke, vor 3 Zähren gevflaazt, wird bald ein günstige« Urteil gestatten. Wenn erst ein guter Anfang im jenseitigen Jordangebiete gemacht ist. dann werden gewiß taufende von Familien ihren Erwerb haben können. Borläufig ist jedoch die Einwanderuiig au« Rußland immer noch sehr erschwert, sie gelingt nur denjenigen, die recht tief In die Lasche greifen können, um durchzukommen. Ebenso hat ««noch Schwierigkeiten mit dem aufgehobenen Gesetz detteffz der Einttagungen von Grundstücken und Bauplätzen. S» herrscht eine Differenz zwischen den Konsulaten und dem hiesigen Gerichte. Die Konsuln« hatten die Berichte von den Botschaftern in Konftautinovel. daß ‘ da» Gesetz Iretreff Verkauf» von Grundstücken und Bauplätzen an Juden wieder so in Kraft gesetzt sei, wie vor dem Berbote: dagegen macht da» hiesigeGerichtSchwierigkeiten. und will die Klausel eiuschalten, nur für solche Juden, welche berest» S Jahre hier wohnen. Doch ist Hoffnung, daß in kurzer Jett auch diese Beschränkung schwinden wird. Neuefte und vermischte N«chrichte>. 5 «täte keine mtfu laan wie btt jüdische. Echo» mag sich btt Zahl btt itbtfi Einwohu« Jeiusalem« aus 50,000 tezfffan. Und sie sangen au, tu ihr« Ueterzahl zu suhle» uni» gebt» da« auch durch allerlrl egclusive Maßrueln zu terstehu. E» hat ter oberste Religionävorsteher ter Jude» PalLsnna'« «ter Ehachtm» Böscht) und ihm nach die sämtlichen -Eyna-ogenvorsteh«, die ihre Gläubige» in undedtugre« Gehorsam zu halt« missen, da« strug« Verbot (?) aulgehe» lassen, daß kein Jude kr» gend^tma« bei eine» mnhammt dänischu »ter christlichen Kaufmann kaufen dürfe, so lauge die betreffende Naarr noch bei eine» Juten M finden sei. Man sieht, e« oollzirhu sich in Zernsale« und Palästina eir 10=— 20 Jahren »erkmürdigr Wandlungen." ^Dies« Mitteilung ft gttadez» urmlaudlich und sollte vom Lhachham Baschl und teun jttnsalrmiicheu Borskha diretr >)e«a»»irt «erben.) * ׳ , Berit«. Der Konferenz, welche am 30. Aupift hi« in Sachen de« westpreusiischu Schächtterdoe« beriet. »ohntu folgende Rabbiner bei: »nb Berlin: Ungerleib«. Mahdanm, I. Hild räheim«, 8. Lohn; an« Frankfurt: Bru«, Hvrovttz, au« Westprenßen: S«ner- Danzig, Noseustein-Grauteuz. Rosen derg-Dhorn, fern« Vogelstein- Stern», Rattner-Magdeburg, Rftipna-Giogan, SaUer-vromber», Hirsch. Hamburg, Plato su.-Lbl», Map jnn.-Brantenbure, Auttdach-Halterstadt,Groacmasn>Ha1u>o».,Aeilch>»f«ld-Pos^Porge«.reipztg.<lahu-ALlda. Dtt Lag« darauf ilattgeholitrn Aabtenz ter «estprruß. Rabbiner Ä fich «ebr«e Rabbiner ugeschlosiu, doch wünschte ter He« t« unr Herr» Rabbiner Dr. R osesft etn^prardenz zu sprechen,brr wohlwollendst« weis» dahin bes>hieten wurde, sich nach Marttnmerd« zu begeben, woselbst a di« Anflieb»»» de« verbotet berest« vorfiüdrn «erbe; « möge die Gemeinten ,»wohl wie die betr. Kolleau ternhtaen. Die betr. Bei filgung de« R egttrnngtpräfitentei 1 in Mattenweiter au ten H. Rabb. Ir; Rosuftetn hat folgudu Wortlaut 7 ״ft. Wohlgeboru «bstn« ich auf dir Eingabe vom 24. b. Mt«, zugleich zur Mstteilung an die Mituninzeichaeien, baß di« von mir «jasfue Polizeiordnuug von 14. Juni h. I. betreffend da« D0tt» von Echlachtlktttn aus da« Schächten na» jüdsichür Rita« «inst, weilen keine Inwudung sirrtet. — Die PolizetdehOrden de« Beztrk« sind mit utiprechuter Anweisung verfrher worben." Berti«, lO. Sw«. Ein hiesig« praktisch« Erz« schreibt ter .VolkozeittMa": ״Während ich am Vormittag de« gestrig« Tage« «ft eine» befreundet« Kollegen vor teffu Hautthür in eine« Gespräch begriffen war, ging« zwei aus eine« Reuban beschäftigte Ban». Handwerk« au nn« vorüber. Llbwohl ter Bstrgersteig Platz genug für zehn Meuschu bietet »nd di« beiten un« also «h»r Müh« answeichen konnten, ries mk ter eine, welch« «in« großen Schraubrnschlüfftt in ter Ha»b trug, inte» « dies« drohend schwara, zu: ,Jute, geh' au« de» Weg« »ter ich schlaze Dich tobt." Diese« Zeichen «rischer Kultur glaube ich ter Oeffutli^eit nicht »oreutheltu zu soll«." — Eg wirb immer gemütlich« tu Berlin I Dwrtwtwwb, 8. Sept. Der Direktor de« bttsigo» Nealghmuasiu»«, Herr Dr. Meyer, -ist zu» Dtwktor de« Johannei», ein« gleich« Aust alt i» Danzig, gewählt Worten, « hat de« »iuse Folge geleistet. Herr Dr. Metzer ist ein tüchtiger Schulmann, doch wirb « gern p»n bi« gehen, «rft « mt» eftnm Teste te« Lehrt »llegtnm« nicht gnt stand. Mehrere Lehr« huldigen »u»gesprochener nahe» de» wettest» " ja «4 ist stnwttt getuonu, daß jütisch« st »or oersamweit« Klafft zu Gemstth» ge- » Etto» grob beleidigt »orte» find, stürz, und «nch »ohl anter« Borkommniffr Halter et» hi« »Nd «• verlnutet, daß «t» Diteiplftrarnnt«» testen Ant'srmmHmn«. arhuo« ^ühri, mi» stinter jüdisch« Etto» arob antif 10. Septemb«. Dr. Erwin Vrtwr ter Rrbaktur bet Hetzblatt«» .Rene Deutsch« Zeilmm", war »am hiesig« Laubgettckn »egen Beleidigung de« Gerichtshof«« und te« Erst« Smattanwafte« Dr. Baumqerdt in El«»« zu sech« «och« GefäugnG berurteitt «arte». 0« (fabelt sich um eine Serie »ou HetzartZkel» üter de» La»,«« Knatenmorb. Dr. Vau« hatte sich nun an ten Känig gewandt um Erlaß der Straf« im Gnadenwege ober doch um llmwaubluag ter G«fi«,»,«strafe in Eielbstraf«, ist ad« abschläglg beschieden »orten. Gelsenkirchttr. ö. Sept. Dt« hiesige autisemttisch« Pattei vettiett ihr« rührigsten Agitator. Der königlich« Vahuoieift« Otientmeyer Vorsitzender de« amtsemttischen Be re in« ist nach Aurichi» Oftsie«, land versetzt worden 7 « muß diese Stelle schon I Ocrod» autrtte». Dt« antisemitisch« Bewegung, di« m ter hiesig« Gegend überhaupt nicht diel Boten sanb, bürste mtt seine« Wegzüge wird« allgemach «inschlasu. EEwefalbe», (Heften) 7. Sept. Gestern wurde hi« bt« neu erbaut« Synagoge feierlichst eingeweiht. E« ist onzuettuuen, da? die nur au« 7 FamUien desteheude hiesige itraelitisch« Gemeinte durch groben Opfermut di« Errichtung eine« würdig!» Gotte«ha»se« herbeifghae- Der Bau ist, te» Verhältnisse» entsprechend, nicht groß, ater sehr schmuck und würdig auteestattet. Die Fei« ter Einweihung wurde durch Herr!» Rabbi»« Dr. Tel»er «»«Darmstabt vollzog«, welcher durch da« Weitegebet, sowie darauf folgend« Predigt mtt Getet für Kais«, Grobherzog und Vaterland die versammelte Ge» «einte in feierlichst« Stimmung »ersetzt«. H» ter Feier tetteiligte sich di« christsiche VevSUecung sehr stark, wobei tn«brs«ntere die Auueesenhrtt de« Bürgermeister« mit de« Ottävocftand, de« Baumeftter« und ter teidu evangrlitchea Lehr« erwähnt werden soll. D« evangelisch« Pfarr« gab tu einem Schreite» au den Vorstand seinem Bebauern Autdruck, dnrch bi« auf gestern anteraumt gewesen« Dekaumä-Koaferuz an d« Dhetluahme »«hinter׳: zu sei». Ei» «- treuliche» Bild lieferte dtt Einweihung von der Etntra: t, wulch« «nt» du Bekunttn ter verschiedenu Konfessionen herrsch!, nn Borkommulh, welche« in heuttaer Zett stet« hervorgehodu zu wrrde» terdient. Müwchew. AMLtzltch nun Eingabe te« Verein» te« .Deutsch» Raiwualu" in sttiermark, in welcher ter httfig« Magistrnt «sucht wttv, sich ter Opposition gegen bi« Errichtung eine« Hetue-Denkmal« in Mainz anzuschließu. erklärte Bürgermeister Brunner i» «in« Sitzung de« Magift>at»,bieLt»btMü»chukSnu« de»Wunsch« »ich, willfahren, weil die Eingabe Ding« «uthatte, welche te« teutschen Namen und der deutschu Ration nicht zur Ehr« gerrichtu. Di« Ein« gab« wird dem städtifchu Musu« al« kulmr-efchichttiche« Kuriosum rtuvrtteibt. MKwcha«. Biel belacht wirb hi» da« Lbemeu«, da« jüngst rinn» hetßbMige» AMisemtten begegnet«. Derselbe hatte einen Herr», bu er fälschlicher Weise für einu Juten hiev, ohne jede Bcranlaffug beleidigt. Bor de» Sühneamr verlangte ter Beleidigte bei Berm«. dnng terKlagrstelluna, daß ter Beleidiger ter hirfigen ttzraelitischu Rnliuägemeiade zur lUUerstützung arm« Juiu du Bestand von ÜL M. üdermeis«, «»zu sich ter Arütse mtt nach hart«« Srelukampse verstand. RKrwderg, iS Sepkemter. Dag Sckiwurgtticht verunheifte . du antisemitischu Keich<tng«kandidatu Redakteur Wev« in Aittth w:gu Stttlichkntäveuehu zu dreimvuallltch«« Gesäuguiß. &r*mtfmrt «. Mi, 4. September. Die Einweihung ter neu«., bauten Synagoge b« israelitische» Religtonäschitte, (.Weftenbsyn». goge'j, wurde gestern Rachmittü in Geguwan ein« groben Anzahl eingeladen« Gäste vokizogu. Rächte« btt Ke<« durch Gesang des Ehör« ter uuu Synagoge *nb Recttaiim te« Borbrler» eröffn« worden war, wurden dtt Dhorarollen an« de« B1>rterhan». da« dem Unttrricht«zwecke ter R«ligion»schnl« diui, zur Synagoge garage» und dorr mtt Ge.ang «mpsangu. tz«r Radd«« Dr. Horowitz sprach da« Wethegeber, da« Geber für ten Landeshcrra und hielt dann, al« unter Gesang die Dchorarollu in ter hetligu Late anfzestkllt waren, dtt Festpredigl. Mit atermatigem Ehorgetang rittet« dtt Fei«, ter ftch da» üvtiche Adudgete« anschlsß. Bstiett, e. September. Da Prozeß Paulul Meyer-Deckerr. i« «.lchem bekauutllch di« Ktäa« au« Oprowa i» kußland deu Schutz de« Gerichte« wegen ter erhobenen Beschntdtgung de« rirneäcu Morte» nngrrnsen ha ten, «rd nnttr de» Vorsitze de« tjante«gericht»rate« Dr. H a l t r r am öl. un» 1«. d. Mt», vor te« htestgu Schmnrgerttdt statlfindu. Kür du Angeklagtu Paulu» «:eher wurde nl« Bz oLjeio-B-rtridlg«(nach ter Reihenfolge i>«4 «lphober») Hof. und Gerichroadvvkat Dr. SamuelB» lla-t bestellt. Zn« V«1ei»,gung de« Psaaa« Deckett sllhtt Dr. P o r z er, dtt de« mstaugeklagtu veranewottlichu Redaktue« te« ״Battrlud" Dr. P a t t« i. Al« llogerifch«. Bettret« suugtttt, wie »k schon aenttltet, Dr. Jtisüh K o p p. 3״ Mw«»»» W ter Baroa Joseph Monteftor«. «tu Bett« te« baühmtu Phlmathropu «ose» Moniefiore, ,m Alt« »o» Sl, geAvrde». ׳ 0mr00mtt, k. September Hut« »erstarb bi« »ach kurzem Kraule^agrr ter gr-st« Rehavur ter hebr. Lagelzettuug ^ameÜtz" brr Atczonter Zeberbau». In ihm vertttabtt Paläftlna-Kolo-ts«. »ton einu ■bm «rnsttchreichstuFuffp»ch« und Förbemr. Er schwärm« für dtt jüdisch-uattonatt Idee und war «n Hrnproegnrr der Briron Htrsch^ch« Kolsnicherang Urgentinttn«.