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Israelitische Wochenschrift · 1893-09-01 · 36 (1.9.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
36 (1.9.1893)
Date
1893-09-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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dem de» Rohling oder dem eine« anderen Eeligmacher»? llrber die »weit« Xfatfadk beruhigi viele unserer jüdischen Spree-Athener die Meinung, daß Me Zöglinge der Hilde»hei«er'schm Schule Rinder polnischer und russischer Eltern seien, die der äußerst« Orthodoxie oagehörm. Geiaach, ihr Herren, ich kann Euch ver» sichern, das, sogenannte auftrflärte deutsche Juden der gedachte« Schule ein recht erhebliche» Kontingent stellen. Doch getrost! I» Westen wird wohl b<td die Sonne de»Heil» für tont Berlin aufgehm. Dort wird wohl bald die geplante Religioa»schul« errichtet sein, dann wird da für sie in Aussicht genommene Dirigent, der zweifello» als ehemaliger Hülstlehrer der Hilde»- heimer'scheu Schule die Ursache der großen Freauen, derselben kennt, bald eine «och größer: für seine eigen« Schule herbeiführen. Welch einen Hellen und weiten pädagogischen Bläk soll er schon bei der Werbung der Lehrst äste zu bekunden angesaugen haben! Schon dieser Anfang, de» mir ein westfälischer Jugendfreund mitgrteill, ist patentwürdig, ist wert, mit dem ״Berliner Oberrabbinertitel" belohnt zu werden. Derselbe Freund erzähl:« mir einige Curiosa über hiesige sogenannte ReligioaSlehrstLste die geeignet find, unsere großftädttch« «rie»grame eia wenig beste: zu stimmen, wa« so eia Kleinstädter gern mag. Eine Rrlegion» ehren«, die nicht hebräisch lesen kann, wagt sich gleichwohl auf da» Gebiet der hebräischen Wortforschung und erklärt ihren höher» Dichtern, daß.Hebräer" von.Hebron" herkomme, da Abraham, der erste Hebräer, bei Hebro» wohnte. Wie gefällt Ihne» da»? Der höhe« Töchtern soll c» ,himmlisch" gefallen haben, und mehr ist ja nicht nötig. reine andere Religion«lehrerin stritt lang« m:t einer höher» Tochter, die da» jübische Wocheufest hebräisch richttg Schowuau» nannte, während jene das bemängelte und als Mein richttg ״Sch'wuau»" bezeichnete. In Bezug auf ״Sch'wu au»" hätte sie vielleicht Schwüre geleistet. — Ein ReligiouSlehrer weiß seinen Jungen zu erzählen, daß die Tochter Pharao'» dm Sohn de» Amram und der Jochebed an» dem Moose gezogen rmd ihn daher Mose» genannt Hab«. Ein anderer Religion»! ehrer bringt seinen Gymnasiast« die hochnotwmdige Kunst der jüdischen Kurrentschrift am — Sonnabend nachmittag bei. ״S uSgerecheut am Schabbos!" lärmten manche Eller», doch — vergeben». Ein dritter Religion;!«)!«, vielbeschäftigt. vielbegehrt ttotz oder gerade wegen seiner er:ormen Unwiffeoheit. bemerste dieser Tage stolzbescheiden meineni Jugendfreunde: ,Lch muß viel arbetten, selbst bei'solcher Hitze, oder wie die hestige Thauroh in Wajesto sagt: k’dura■ tajaom; wa» ich erreiche, ist aber auch de» Schweiß«» der Edel« viert." Ich ,'ünnte und werde noch ganz andere Dinge mitteilen, die ich selbst von hstfigeu ReligiouSlehrern, Schuliospettoreu und Predigern oder wie diese lstber böreu: Sanzellednern vernommen. Für heute nur einige Kleinigkeiten: In Nr. 27 Ihrer geschitztm ״Wochenschrift" wstd au» Han» nover über die Lauheit unt׳ Protzenhafttgkeit gegenüber der vor« trefflichen Erziehungsaustal: zu Halem bitter gellagt-Wa» wollen die Hannoveraner! Sie sollten einmal hören, wie Berlin auf manchen Kanzeln al» ,chie tz««einde der Mmschmliabe" gepriesen wstd, dann werden sie — mäu-cheustill sein. O. ״Liabe und lieb«», LebmnSbund und l:ban", dazu frommer Sugenaufschlag nach Art gewiffer Pastoren: welch' süße, selige Wonne großstädttschem Aug und Ohr bi» he!:ab zur predigtbrittfiereuden Küchenfee! M» ich den Bericht in Nr. §4 der ״Wochenschrift" über Harnack» Predigtweis« la» und dabei an die histrionenhafte Unnatm ge» wtfser Kauzelredner dachte, erfaßte mich so etwa» wie Ekel — ei« Dooeis dafür, wir wenig v>st Kleinstädter da» Schön« zu würdigru vermögen... Gmiui. nttr wstd nachgerade so eigen um'» Herz b'edao» dnjmun. Ihr Kleinstädter. Berichte an» LorrefP»rU»e*ze«. De»tschl««A. i» Sache» de» Lomie^Es^ sich die anstoMsch«^ 1 Zeit zv Zeit zu rdnigtn, geniest« sie »ach de« Gesetz ie oanz ■iaimaU Dose» bei ftmben BUtt», da» sie sich zisisch wirken»«» Retahest durch Ktöderinord »«schaffen. ׳ die »den. . die olgmdm eine» jüdische« Ritualaorde» absurdesten Hypothesen auf' und e» al» .wissenschaftlich -Staat-bürgerzeitung" den llnstnu nach: .Kal» «an iib«rho»pt da» jahnaaseride alte Rttsel tn ifli . . ®Itttiorl* ausdeck«» will, ist dar»» festzahalte«, daß r» et» medi- »tatsch.-« »«setz giedt, »ach welche« der «lutbedarf der Jude« zu erklär«» ist. Begehe» sie Nitual-Morde, s« begehe» sie di« Mord« nicht au» Faa-tt«»»«. »ich« aw* Irrst»», sauber» ■ut de« klarsten Bemüht, sei» und de« köiteste» Naffloewent. Da» orrdizinisch« Grs«» »ach welche« die Jude» Ritvalmorde verüben, ist da» Gesetz der Isapaihi«.' Die» Gesetz destiwm». daß, wen» «au sich va» eine» KraxkheitSftvff i»fi»irn sühll, «au vv» drwselben Blaff et» ga»z ultutalale» zu sich nehme. u« d»rch dies« subtil« A«izdofi» de» Olganiswu» zu eiuer Gesamt-Aeattion gegen di« schon früher ausgespeichette» Krautheitüftoffe zu provoziere». Di« Jude» habe» nun den feste» Glauben (?), daß durch da« Blut derjenige» Böller. unter de»«» sie da»«rab lebe», ihr Blut, «ud zwar allein schon durch de» blohea Bettehr, vrrunreiaigt werde. U« sich »uu da» Zeit zu Zeit zu reinigen, der Isopathi« - - - i» seiner spezif. , _ . - .... -- Blut, da» durch Aderlaß gewoune« wird, hat bet weite« »ich« di« > and. ׳lisch« Potenz desjeuige» Blute», da» uuter höchster keeleuaugst «me« Gevrordete» «utflieht. > Macht »a» na» auf Gruud dieser Hypothese Rückschlüsse aus de«' V ord in Lauten, so ergiedt sich, daß «gehe» der richterliche» Au- »ah»« «in Ritualword sehr Modi don Vorliebe» kau». Dir richtettirde Aoaahme, daß der Ritnaünerd völlig auögeschlvffm erschein«, deruht aus der überri»stiu»«e»de« Aussage der ürztlichen Eachverstäudlgea, daß de« Knabe» Hege»au»-Bl»t t» wesentlich,! Meug« »jcht entzogen sei» könne Wenn «a» ober, gestützt durch di« Isopathi«, daran festhhlt, daß de» Juden -echtes״ llhrtsteublnr schoa i« Uwsaag einer Rust. eiuer Bohlte, «ine» Liu eukorue« für einen riuzelne» Gedruuchsfall genügt, so ist die «ulsage der «erzte» daß da» v»rgrfu»d«»« Blut sür di« Lebr«»-Funttio«e»l «me» Rinde» -hiureicheud" sei, sür di« rudgtlkige iantscheiduug'der Hitutlaurbfrugt günzlrch bedeutuogtlol Dian nehme an, daß Busch off von den -Oberen" (?) «ge« gange» worden sei, -irisches" niederrheiuische» Blut zu schaff«, daß er selbst aber, al« «» de« Verdacht »»» »ornheret» schwer ausgesetzlrr ..~ h er ater, der (alten- _ Erfahrungen hatten z» der Thal «,»ersehen' habe, so ist es drntdar, daß dieser, noch »ngrschickt und nicht kaltblütig «uug, btt« ersten Heranösprudel» de» Blntr» de» «»rper de» Knabe» i» Haft »ud Ausrrguug in der Scheune falle» ließ, aber dennoch so viel Blut a»sgesa»aea vabeu konnte, daß der rituelle Zweck de» w>orde» vollständig erfüllt war." tznock «r»t ckemouetruncku»! > Und solch«! an Wahnwitz grenzenden ll« antismttttsche Blätter nicht, ihre» Lesern al» zuttschm and Mm Ernste« füc Wahr betrogenen Betrüger!?.N anSzugebcn. O. Ihr A. Z. Au« KömigSberg i. Pr. wird berichtet: Wer von Rußland nach Amerika oder andern überseeischm Ländern auswandern will, muß in erster Reihe einm vorschriftSmäßtgm An»- landrpaß, sowie eine SchiffSkarte L Kajüte besitzen. Ebenso muß er sich vorher mit dem nvttgm Reisegeld versehen: dann kan» er über Vremm oder Rotterdam reisen (nicht mehr über Hamburg) und zwar Wirft v,n Tilsit, Memel, Eydtkuhnm oder Prostkm nach eiuer der obm bezeichnetm Hafmstädte ohne Unterbrechung, aber auch ohne stgendwie belästigt zu werde«. Rach dem gegenwärttgm Stand, der Dinge ist e» ratsam, daß di« Auswanderer von dm Agenten SchiffSkartm nm bi» «ntwerpm lös«. Wenn sie dann ihr Geld in der Tasche haben, find sie viel unabhängiger, könnm sich frei bewege«, woham und speisen, wo sie wollm und leb« viel Miger und bester, al» tm Answandererhan» und — wa» die Hauptsache : sie werdm nicht in dm Kasemm mst dem gesamt« Pöbel eiugesperrt und hoben nicht nötig, wie Sefaugme oder gar Devortirte sich behandeln zu lasten. — An» Mm dieSbeMgl. Zeitungsbericht» und Lekaantmachimgm geht hervor, daß jeder Auswanderer, der du Besitz von miudestm» ISO ML ist. nachdem er da» preußische Gebiet verlast», ohne wettere»«ach«merila über Bremen reif«kann. Sehr wünschen»- wert ist freilich^ daß ihm'eine nach größere Summe, etwa Av ML zur BerfügMlg damit ihm auch , bet»

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