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Israelitische Wochenschrift · 1893-08-25 · 35 (25.8.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
35 (25.8.1893)
Date
1893-08-25
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Vekannüich ist ndi te deutsch«» N«ich»tag ta F»l>» »»» ««gerechte» Petitionen die Lchich »frage sch»» z»r Pp»ch« o ko«««. ««» z«ar in der Sitzung »om lS. »tat 1887- Die w sammlang ging über die Sach« zur Tnge»ordm1»> über» nochde» brr >bg. Wiadtb»rst i» rtchia klare» Sone» bara»f hingewtes« baue, das! ia alle» dies«Eingaom krinMoment klargestellt sei, wodurch ein« «eschrinknag der alle» Staat«, bürgern gewührleipeteu Freiheit g»tt«<die»st» licher Handlungen geboten oder gerechtfertigt »Lre. Di« Artikel 49 «nd L0 der eidaeuöfsifche» Bundetverfafiung, nxlche di« Klaube»«« uud Sewrffeuösrrihett garauttre», euthalten de» Satz: «Die frei« Äulübang gottesmmMich« Handlange» ist iuuerhald der Schranken der Kittllchkeit uud der öffentliche» Ord» »ung gewährleistet." lso lang« als» nicht der Xachtoei« geliefert ist, daß »M de« Schichte» dir Schranten der Stttlichkett über» schritte» »erde», cherakleristrt sich «in Verdat desselbe» durch Instanzen, »eiche sich in ihre» gesetzlich» »der administrative» Vor« schrifte» nach der Verfassung zu richten habet«, albet» »»berechtigter Eingriff i» die Lnltnt fretheit. Die« die vaMruxj dafür, mit «ine Angelegenheit, welch« — wen» es sich »»irklich nur in» Schutz M» Schlachmerea gege» uanilig« Krausamkrit handelte — der polizeiliche» Obsorge ,»heim-?alle» würde, zum Kegenstaa» «iues Antrag« auf Ergüazung der uadesverfaffunq werdea konut«. Vor die schwerzeri ch» Bmtdeüdehörd» trat di« Schllchtfrag« zum erste» Mal, als die lkantoa« Bern u»d Sarg«» Schächwerbote er« last« hatte», gegen wtlche d e ibraelitische» »ultutorreine Sielur» er» grisfen. Der Vundetrit erklärt« sich gege» dag Verbot und hielt sei»« Beschluß auch »ach den Einsprach« der ftaatmu aufrecht. Kegen den Entsckeid de« Änndedrat» erfolgte »o» Erst« der Ikautoutregieruug« Berufung an die Vuadetoersammlung. V«>d« Rät« derselben hielt« aber de» bundesrätlich« Beschluß auföechr Sehr richtig b> merkte die »Nordd. Allg. Ztg.', wmn das Jnittattvbegehrm eine Chance habe, am 20. August die Zustinunung einer Vollsmehrheit für sich zu bekommen, so wäre das eben nm der Gleichgiltigkeit der nichtanttsemitischen Kreise der!;aozeu Angelegenheit gegenüber zuzuschreibrn. UebrigenS bleibt, dainit ein VersasiungSgesetz die Sanktion er» halte, noch die Zustimmung deS StSnderat« rrfor» derlich. Hier ab« hat das SchLchtverbot keine Aussicht, da die katholischen und romanisch« Kantone zusammen die Ma» joritLt besitzen. Denn die Kathotilm habe» sich gegen jede Regelung oder Untersagung des SchLchtversahrenS durch dm Bund stets unbedingt ablehnend verhalten, um da» Prinzip der AultuSfrriheit dicht j,u gefährden. Die letzte Hoffnung, e» werde die Mehrheit der Cantone nicht zu Stande kommm, hat sich, leider nicht erfüllt: der Halbkanton Niederwald« gab nit geringer Majorität dm Ausschlag für da« Schächtverbot. da slnst 11 gegen 11 Lantone gestanden hätten. Nunmehr ist die Salix mtschiedm: in der schweizerischm Bundes» verfaffung toirb nun neben den herrlichm ArtikelnWer Gleichheit. GewisienSfreiheit. LolkSrechte der schmachvolle Artikel ptangm: ״Da» Schlachtm der Tiere ohue vorherige Betäubung vor dem Llutmtzug ist bei st der Schlachtart uud Biehgattung auSnahmS» lo» untersagt.'" Ein Schandfleck für die Bundesverfassung, ein Berbrechen an der llivilisation — wie e» Prof. Karl Bogt richtig bezeichnet. terarzte» die Proviu ttngolvh te heute cke» ein» kSnigl. .eusien.!terfrage. ׳utachtm M««dep«r» 1ö. Aug mit der verstanden preußischen Devarteiamt». datiert SSnigSberg, denk.März 1898, üb« di« Ich kann um so -her mtt voll« UebetAMguag dem _..... de» Herrn Dr. Nelirdorf in allm setum Teilm zustimmen, al» ich ebenso wie mein Kölle,» Professor R. Birchow und aridere Physiologe« von Ruf dieselbm Sätze, wmn auch in and«« Form, ausgestellt und vereidigt habe. Die jetzige Agitation für Aufstellung eine» Schächtenxrbotr» in d« AundeSversaffum» halte ich, wie die ganze »>on Deutschland a«S ia die Gidgmosimschast üoeraeleitete annsnrttische Agitation, für ein verbreche« au dn A1vMs«tt»«, und vxun di« Motion angmounum uxrdm sollte, würde ich tiefe Annahme al« einm LchaxAstleek de» trachte», dn niemals auszutilgm wäre." Da» angezogme Gut« acht» Birchow'». bestätirt in Bnlin am 7. Juli in folgmdm Satz«,: .!Lena alle Beststaanngm d vollständig «füllt ««den, wa» bei der Nadu ixr sich« zu awartm i i. so toirb der Zweck de» Schächten» (wmöttge Quälnei zu vermeidm und durch vollständige Entfern«»» de» 1» Blute« da« Fleisch für dm menschlich» »«brauch »esier »« mach in ungleich sichererer Wme erreicht, al» dräch irgend eiael andere Art d« Tötung. Meinet Meinung nach kann bah« mit stmmd einem Schein von Recht nicht behauptet werden. da» da« Schächten im Gegensatz zu anderen Art» de» Schlachtm» eine Timquälerei sei." 20. August. (ErinnerungenauBaruchAuerbach.) Vorige Woche war ein Jahrhundert verfloffen seit txr Geburt Baruch Auerbach'», dr» Stift«» txr bekannten Derliu« Waisenanstalt für Knabm, die jetzt SO Jahre besteht, und txr Waisenanstalt für Mädchen, die in diese» Jahre ihr SSjährige» Jubiläum feiert. Dem Gedächtnis diese» Waisrnfrmnde« find die nachfolgendm Zeilm gewidmet: -׳ Baruch Auerbach wnrde gleich nach seinem Abgang von txr B«lin« Uuivnsität i« Jahre 1819 Dtteftor de» Aron Naum'schm ErziehnngSinftitut» in B«lin, da» auf Grund ein« wohlthätigm Stiftung ia dm achzig« Jahrm de» vorigen 5 hundert« gegiMdet wurde: in diese Stellung war er vom OtxrlandeSradbin« Meier Simon Weil, o« dir Oberav üb« die Anstalt führte, berufen wordm- Al» Zun» die tion d« jüdischen Semeiudeschulr im Jahre ISA niederlegte. üb«» nahm Baruch Aixrbach die Leitung txr Anstalt, di« « hi» zum Jahre 1982 innuehattr. In dies« Stellung war e» vorzüglich die traurige Lage txr die Gemeindeschule besuchmdm armen Waisenkind«, die Au«bach'S Freud« au dem BlÜhm und Gedeih« d« Anstalt trübte. Zwar hatte « au» dem Erttage txr von ihm zum Dankfeste für die Befreiung Berlin» von txr ׳ gegebmen Psalm» eine Unterstütz vamaligr Art d» 1' verursochte dem mmf. . . da « die Uelxrzeugung gewonnm batte, daß, « schleunig geholfm w«d«, me Waismkind« leiblich uud . , , Grunde gehen. Su«bach berichtet selbst, daß ein« sein« Schüler von dm Leuten, bei den» « wohnte, nacht» fortgeschickt wurde, um Bi« für eine Eptelgesellschaft zu Holm und angehallm Word» sei, ihr Kartmspiel zu erlernen, um im Fall eia« Berlegeuhett dm viert» Mann l Jahr» 1 vice. rau»» ädgebm zu gar zu Betteleien abgerichtet, roch vorherig« Softage beim meinde gehörigmHimergebäudl kintxr untergebracht. Am 14. haste Gabe für »die neue Anstatt" bet dem muttam t txr bi« dahin seine eigenen de chränttm Mittel amgew! Sodann gewann « eine Anzahl txr geachtetstm Frau, können. Die Kind« wurden so» Sommtt 1832 hatte Aanbach meindevorstand in dem der Ge» »smstrake 12) vi» arme Watsm» ruar 1833 lies die erste Mangel» bei dem muttgm Mann ein, sendet hatte __ ״ . __ . __au« der Ge» meinde zu Ehrenmütter» für die verwaisten Kind«. ES warm die ehrwürdig« Frau Sara Lev» ged. Jtzig,^al» Vorsitzende Be«'», und mehr«« Antxre. Txr damalige RabbtnatSverwatt« I. I. Oetttnger und RobbinatSafleflor S. Rosrnsteiu ge» " '!'», dah der beUigr und «nd Geum txr _ _ «werben.' Jeder sollte in die Lage gesetzt »«den, daß in dem Waisenhaus« die Jahrzeit für dahinaeschiedme Angehörige durch Anzünden de» JahrzeitSlichte» und-Berrtchtuna de» Kadischgrbete» durch einm Waismknabm begaugm w«den könne. Die Mutter Metxr» b«r» bestimmte zunft ein» jährlich» Beitrag von 300 Thalern für dies« Zweck, d« bi» zu ihrem Tode etnguahll «ordm ist. Und al» me edleFrau starb (1884), hatte sie de« Waisenhaus« ein Legat von 1000 Thalern binterhssm, mtt d« au«drücklichm Au«bach nehmigtm Ansbach die materielle Grundlage deSWaistnhaufe» e^ig«masim gesichert hatte, wandte « sich an da» Unterrichtsministerium. Der Mmsterialdttestor Ntcoloviu» empfahl ihm, vornst die wichtigstm Waisenanstaltm Deutschland» an» eigen« Anschauung kmnm zu l«nm und stellte ihm folgmde» Schreib» au«: ,Boyeign diese». Herr Auerbach, ist Lorstehn einer, Schiüe WÜNsl uer? . _ ._ __,_versich«« sie tnttan aufrichtig« Danwarkeit.^ — Dies« Reise txrdaukte Baruch Auer» bach wichtige» Material für die Entwickelung de» von ihm de» gründet« Institut». Da» Wirk» Baruch Au«bach'» ist vielfach mtt dem Leb». der Berlin« Gemeind« verknüpft gewesen. Sah er auch Alle» vom Standpnuft de» Gedeih«» d« von ihm begründet» Watsew» ׳ anstatt an. die Gönn« in allm beflerm Kreis» Berlin» ' war « auch eia etwa» .einseitig« Pädagog«, so lesm wir

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