Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 35 (25.8.1893)
- Date
- 1893-08-25
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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i-. ist. XI• bk erste XxCftibt feint» ״Talnml'jnden" erschien, wnßtr er noch nicht, daß der lsialmud an« zwölf Folio-BLnden besteht. Xau» dürfte fich noch eia Zweiter finde», der Unwiffen» feil nab Frechheit so in stch vereinigt. Sr Hut kabbaliMche Stellen, dir für den Rftualmord Zeosnis ablegen solle», mit einer beispiellosen Ignoranz übersetzt. Dieser Meineidlustigeistnoch immer Vrosestor an der Präger Unuxwfität und wurde vom Kardinal Schbuborn »um Xanoaitn» errannt- Rußland, gesegnet dur!h Autokratie, Bestechlichkeit, Unter» drückung jeder freie« Regung. Sibirien und beisoielloser Grausamkril, ist unveränderlich tu der antisemitischen Neeierungskunst. E» schont weder Säuglinge noch Greis«, es zerriißt mit seinen Tatzen den letzten Rest der Menschlichkeit gegen t ie Zuden, es ist die Geißel der Völker, die durch dasselbe g-nötilit werden, fast unerschwingliche Milttärlasten!tu tragen. Rumänien ist der Senior der Antisemiten. Bevor noch der Lnttsemitismu• sich zu erbeben begann, ist e» mit unerhörter Grausamkeit und mit boshaftein Raffinement gegen die Juden vorgegangen. Die Rumänen sind die Nachkomrien jener Ler» brrcherschaarrn. die von Rom zur Kolonisation nach Rumänien geschickt wurden. Ihre edle Abstammung zeigt sich noch gegen» wärst g. •1 Wir ferste« »esfeostigt sturch •febt, durch »chSnerer «Hb dwrck» »ch«etster. Der ehemalige Hofvrediger Adolf Stöcker if der ehrwürdige Vater des Anstsemistsmu», der das Evangelium oer Liebe in der Hand, den Racenho st predigte. Was Rohling in der katholischen, ist Stöcker in der protestantischen Xirche. Wie Kronos von seinem eigenen Sohne Zeus entthront wurde, so wurde euch Stöcker von seinem eigenen Sohne Ahlwardt der Herrschaft b raubt. Georg Schönerer, einst Ritter, jetzt blos Gutsherr, ver» räth das österreichische Xaiseihau» und verfolgt die Juden in den von ihm herausgegrbenen ״Unverfälschten deutschen Worten". Et ist wirklich ein unvtrfälschter Deutscher im Geiste der anttfemittschen Berliner ״Sreuzzeivmg." Ernst Schneider! Sein Name ist ein ganzes Programm! Er fälscht, verleumdet, verfolgt und ist der anttse nitische Bulldog des Fürsten Alois Liechtenstein. Fürst Lichtrustiin und Mechauikcr Schneider Arm in Arm fordern die Juden i» die Schranken. Ein herrliches Paar, eine wahre Zierde des bösarstgen Snstse» tismus. T. CNr s«»sti«1e» st«rch TmmMN nab dmrch A'reitschke GrasLadislaus Taruowski, der Präfident der Akademie der Wistenschaften in Krakau, ist «in eifriger Xathol k, verhorrescirt als solcher den Anstsemistsmu», was ihn aber nich: hindert, seinen Landsleuten im antisemitisch«» Geiste zu raten, Last fie keine ge» schäftlichen Verbindungen mit Juden ringehen sollten, da er beffechtet, daß die galizischen Jut»en, durch ihre hohe europäisch« Bildung de» Xatholizismu» gefährlich werden. Professor Treitschke in Berlin hört nicht gut und kann nicht, wie Moses, leicht reden, hört aber alle«, was gegen die Inden vorgebracht wird und ist unermüdlich in seinen Reden gegen die Juden. Trösten wft uns! Proftssor!treitschke ist in seinen Geschtchtswerken ein schmähsüchstger Gegner Oesterreichs, das aber fortbrsteht. Auch die 3uben werden diesem Sachsen zum Trotz« nicht untergehen. VMU -«• T — * D» pPCH MwtzWWMVMT MTfe w CT) pM* vergant ist der Herausgeber des ״Deutsche» Lolksblattes" in Wien, eines der gemeinsten anttsrmittschen Journale. Oesterreich rechnet jetzt astt Kronen, Vergani «ft Schweiggeldern. Sr ist stumm wie ein Fisch wen» lbtsenbahnen und Finanzinstitute ihm Schweiggelder geben, und lärmend wie ei« Tnmkenbold, wenn es fich um Jude« handelt. Seine Mitarbeiter ur d Gönnner find!-Fürst Alois Liechtenstein und Mechaniker Schneixr. W. ISt* tza»e» geftfefegg »«rch Mag»«, n»» Htzie». Vrosestor Adolf Wagner « Berlin ist et» hervorragender Rattonalötonom und rühmt sdh ein Freund Estöckers zu sei». ^LtatürNH ist er auch Antisemtt und bekennt fih öffentllch als solche«.. Lien! Was ist m«S dieser gemütlick»e» Stadt geworden? Wie man einst de, Bourbonen z«t«s: (ia'»r«^roa, wft ä« I» Tnaeel so möchte maü zu de« Antisemiten bedauernd sprechen: Was habt Ihr aus Wien gemacht - Diese autisemttischen Maul- Helden, die den Skandal züchte« und grojgfiehen, gönne« BerÜu nicht seine antisemitischen Lorbeeren und suchen dasselbe zu Überbitten. X. «ir haben «esünbigk »wach Ein Settenstück zu Tisza-Eßlar Nxtren die Verhandlungen üben den Ritualmord in der Stadt Lantrn.wo berettS 109k die Juden durch die Xreuzzüge viel zu leiden hatten. Me in Ungar», so wurden auf deutschem Boden falsche Zeugen vorgeführt, die Verteidiger terrorisiert, die Richter eingeschitchtert. Auch dort zeigte rS fich, daß dir Führer der Antstemften wohl wissen, daß die Beschuldigung bezüglich des Rftualmord,.׳» unbegründet ist; fie mißbrauchen aber den Aberglauben der Muffen, um gegen die Juden zu Hetzen. Der angeblich« Ritualmord ist ein bloßes Agitationsmittel. Z. fStr habe« Oege« Ml XnnfaNfw. Die Reaktion ist iu der Gegenwart auf gewerblichem Gebiet« thätig. Man will daS erstorbene Mittelalter neu beleben, die Handwerke gegen einander abgrenzen, Befähigungszeugniffe und Meisterstücke einführen, die Entwickelung der Fabriken, der Groß» induftrie und de» Maschinenwesens beschränken. Die Antisemiten find dieHaaptanwälte für Zunft undZwang in den Gewerben und i« Handel, well fie glauben, vadurch die Jude» zu schädigen, welche als Fabrikanten und Großindustrielle in hervorragender Weise arbeiten. Nicht dem kleinen Manne wollen fie helfen, sondern den Jude» womöglich zu Grunde richten. Wft find mit dem Alphabet zu Ende, aber nicht mft den anllsemitischen Namen, mit der antisemitischen Torruption u»d Agitatton. Unser Alphabet wftd aber genügen, um zu zeigen wer auf dem Schauplätze de» Antisemitismus fich hervorthut und wie verderblich und corrumpirend er auf Stenten und Völker 'einwftft. Baden b. Wien, 30. August 1993. Dr. Ad. Jellinek. Berichte und Eorresponvtuzen. Deutschim,». Mnsdetzurg, 21. August. In der Schweiz fand am gestrigen Sonntag die Volksabstimmung über da« Schichtverbot statt Obwohl, die Majorität nach heutiger telegraphischer Meldung mft ca. 190000 gegen 117 3S5 Stimmen fich für das Verbot entschieden hat — 8&& 274 Bürger hatten fich der Abstimmung enthalten — find doch die Ausführungen, welche bon der »Nordd. Ä11 fl. 31 u.“ in einem Leitartikel der Frage gewidmet werden, so bemerkenswert, daß wft fie hier zu« Abdruck bringen. An der Spitze der ״Bewegung“ hoben sich dir khierschntzdereir,« gestellt: die Begründungen des Anttaaes in »er V»!ffe, in Ankufen und Denkschriften erweisen ab« hinlänglich, daß es antise» »itisch« Instinkte sind, »elche den «tgentlühen Impuls gt» geben haben, «n der Hauptfrage, ob bas!Schächten wirklich eb« «Ü den in nnsereu Kultnrstaaten vorhandenen oder zu pflegend,» Anfichten von Hmnanität unvereinbare Art des (Schlachten» darstellt oder nicht, wird leichte» Schrittes »vrstb«, gegangen. um in di« endlos« Litanei der sattsn« bekannten »lagen und Borwürfe gegen di« Inden hineinzngemten. Di« Bejahnng jener Frage wird einsach »orweggenemmen «nb bau «ine »erfa ssun r smässia r Remebnr »erlangt zur Beseitigung «ftr« anaeblchen N echrsnn gleichh«tt, tabe« da« Liergnäfti^ welches den Christen verbeten sei, nicht den Juden eilaott sein dürfe. Der jetzt einer allgemeinen BockSaSstimmnna zu nntrr breitende Jnittu tivanrrag, detreffeud das Schüchtverbo», fet «in« länger« Borgsschichte, welch« für ftener Stehend« wesentlich dadmah »on Interesse ist. d«ch fie tu Rngeniälligstrr Weift tllustrttt, »ft ohnmächtig all« öffentlichen Erüetrrnnae». Parlamentsdebatten n. s. 10. stch erweis«,^ «n ein« »gitaiorisch errrat« Meng« znrEinsichtzn dringen in die einem instinkdnißig «faßten Begeh!.« «toa anhaftenden logischen Widersprüche und Begrtffsoermrngnngen. W» liogt ad« auf »er Hand, daß, wo das Recht de» Staate« ans Logik als »rund, logt der Gesetzgebung verneint »ktz. der st!«griff fewä geordnekn »emeinmeftns Prinz iptrü onfgehode« ist. .