Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 35 (25.8.1893)
- Date
- 1893-08-25
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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äeraMficber da JmrnalS ,La libre Parole" und mißbraucht das »frei« Wort" zur Hetz« gegm di« 3ubea. lledrige»» hat t«t» anttsemtttsche» Handwerk ihm eia hübsches Held eingedracht. Dühring ist. der Antichrist de» »utisemittSuw» und will da» Christentum abschaffen weil e» au» dem Judentum hervorge- Sangen ist. An Stelle der Kirche soll eine neue Religion geschaffen werde», ihr Papst wird Dühring heiße». In seinem blinden Judenhaffe verdunkelt er de» Rühmst«» deutschen Bolle», indem er den Dichter de» ,;«tathan der Weise" beschmutzt. Pfarrer Drckert ist einer ist einer der jüngsten Antisemiten, arbeitet in Ritualmord und ist Freund und Gönner von Paul Meyer, der sogar tun: einem tobten Rabbiner einen Christen schlachten läßt, um wahrscheinlich deffe» Blut im Himmel -u genießen. E. Mt Hab«« «rfftttM«* hmk EHnii«(. Dieser Herr ist östeneichischer ReichSrathSabgeordneter. wohnt 1» Linz, wo da» klerikcle »Linzer BolkSblatt" al» deffen jonrualiMche» Organ erscheint. Zn demselben waren zwölf Artikel: »Christeuschutz oder Ju!»mschutz" abgedruckt. Sie find ein Selbstgrstäudm» der Schwäche der Klerikalen, denn sie jammern über die fittlich« Lerlotterung der Böller durch die Juden und die Untergrabung der Kirche durch dieselbe«. Wir fragen: Sind denn die Millionen Christen so schwach, daß fie sich von einer verhält- «tßmäßig sehr geringer Anzrhl Juden verführen lassen? Vermag die Geistlichkeit nicht a st die Gläubigen zu wirken und fie von dem verderblichen Einfluß der Juden zu schützen? Hat da» Winzer LolkSblatt" n!e etwa» von Strauß, Feuerdach, Bruno Bauer. RÄrau, Burnouf gehört? — Die Juden werden von diesem klerikalen Blatte mit den Freimaurern in eine Reihe gestellt. Wir fragen wieder: Habe» diejenigen, welch« die Ketzer in Gefängniffe warfen, fottiwten, marterten und verbrammten, nicht mehr Schaden angerichtet und größere» Unheil augerichtet, al« die Freimaurer? F. Wir Hube« gesündigt durch Fritsch. Mau kennt diesen antisemitischen Buchmacher und Buchhändler in Lestqig, der sich setz: gut auf einträgliche Erwerbsquellen versteht. Die armen Juden haben ihn bereichert! Leider ist er von Konkurrenten selbst al» Jude oder al» JudenabkSmmling stigmatisiert. L«. «tr hudrn gesiindigt durch Sregurig, durch Setzum«» *a durch die «reuzp-teu. Sregorig. Semtiuderath in Men, und Riederüsterr.Landtagsabgeordneter, hat die frechste antisemitische Zunge, die Nie- «and schont. Er ist iSfaidler, kaust bei Judm, die ihn unterstützten, al» er in großer Verlegenheit war. seine Maaren, schreit aber au» vollem Halse: kaust nicht bei Juden! Seßmann ist österr. Reich»tag»-?lbgrordneter und Beamter der Wiener Univerfität»-Biblioch«k. Er hat die beste Meinung von sich mid so wenig er die Bücher liest, die er den Besuchern der Biblischer darreicht, ebensowenig »ersteht er da», worüber er im Parlamente redet. Die .Grruzboten", die von Dr. Kuranda gegründet wurden, zählen zu ihren Mitarbeitern den famosen Dr. Leopold Caro, der nach dem Linzer Volksblatt al» Autorität gill. Da» keuuzeichnet die Blätter, die jede Woche in einem grünen Umschlag in Leipzig «!scheinen. יי• «Bit Hude« «eft«digl durch Mollefchuu uu» Messe«. Die kleine mährische Stadt Holleschau ist erst in jüngster Zeit dmch ei« Blutieschuldigung Segeustand öffentlicher Besprechung gewesen. I, jüdischen Kreisen kannte «au fie bi»her al» Lehrstätte eine» d« scharfsinnigsten «abbiuer, de». R. Sabbatat Cohn, der 1888 vor bei Judenverfolgungen in Pole« sich geflüchtet hatte. Jetzt hat Holl« schau ei» Blatt in de» Annalen der Blutbeschuldtgungeu erworxn. Hessen ist ei« wahre Brutstätte de» AuüsemttiSmu», deren übler Geruch schädllch auf die Bewohner eiuwirkt. Zn Heffm ist auch der Tummelplatz de» Führer» der Reformportei, Bickel. L 1M» Hude» FfftnMK durch lriuud. Gladfto« verbeißt den Ire» freie Bewegung durch seine' Home-Rule-Bill. Hat er auch Garantien, daß der Fanatt»««»^ der Irländer sich nicht gegen die Inden kehre» »erde? Einige ' Anläufe dazu wurden bereit» im antffemttische» Geiste gemacht. K. «Bit hud«« gesüudigt durch Mutt«. Diese kleine böhmische Stadt ist durch die österreichisch-, preußischen Kriege bekannt und hat sich in neuerer Zeit dmch ei« Blutbeschuldiguug. die von Antisemiten iusceuiert wurde, wieder in Erinnerung gebracht. 1» «Bit Hude« gesündigt durch Liechtenstein, durch Lueger «u» »urch Leipzig. Aloi» Liechtenstein ttägt eine» stolzen Namen, entstammt einem Fürstengeschlechte, ist aber iu den Mittel», die er »m Be» kSmpfuug der Juden verwendet, nicht» weniger al» ein Kavalier, soudmr mehr Plebejer. Seine Animosität ist besonder» gegen Baron Albert Rothschild gerichtet. Er kann e» diesem Staunt nicht verzeihen, daß er dmch seine Wohlthätigkett alle Fürsten in Oesterreich beschämt. Karl Lueger, ein Talent aber kein Shmatter, hat be» reit» viele politffche und soziale Wandlungen durchgemacht. Er hat al» Führer der Christlich-Sozialen dm Judm sehr geschadet, e» ist aber nicht au-geschloffeu, daß er einst Buße thun und sich bestem wird. Leipzig und Dresden find die Hauptstädte, wie Sachse» überhaupt da« Königreich de» Anüfemitt»««». Die Leipziger ' Studenten stad Antisemitm in vollem Wich»; der Leipziger Buch» Handel beschmutzt dmch antisemitische Preßerzmgutsse. Durch seine Messen hat Leipzig den Juden viel zu danken. Wer ab«» erwartet Dankbarkeit von neidffchm und boshaften Antisemiten h Ja Leipzig, in Dresden, in Chemnitz, überhaupt in ganz Sachse« ist dm Judm da» rituelle Schlachtm verbotm worden. Bar«- Herzigkeit mit den Tieren und Grausamkeit mtt dm Judm l Wahr» scheiulich will mau dir Bekmner de» Judentum» körperlich schwäche», M. «Bit Hube» gesündigt »urch M«rs», ««» totrift Nutrj Marqui» Mort» in Pari» ist der französtsch« Aloi» Liech» tmsteiu mtt dem Unterschiede, daß der Marqui« ein Spieler, Berschwmder und Haudegen ist. Dieser noble Freund de» plebejische» Drummonl wmde von seinem Bater unter Kmatel gestellt. Möge Frankreich dem väterlichen Beispiele folgen. Wilhelm Marr, ein Snttsemtt Llterm Datum», hat viel gegen die Judm gesündigt, fich aber in der letztm Zeit vom anttsemttischm Markte zurückgezogen, mtt de« Versprechen, Svthüllungm üb« da» Getriebe der Anttsemitm zu liefern. Er ist der Sohn de» jüdischen Schauspieler» Marr, der im Leipziger The» ter mtt großem Bestall in dm 4ver Jahren spielte. Einmal trat er in Cumberlaad'S »Juden" ans und ich schrieb iu de« von mtt in Leipzig redigiertm ״Sabbath-Blatt" ei« lobende» Referat.. Hierauf besuchte er mich, um mtt zu danken. Er hätte e» für unmvglich gehallen, daß sein Sohn gegm die Juden auftretm werde! R. a. P. «gir »«dem gesündigt durch Uytregyd«»«, Om»! MNv PMMH Pm« Diese drei Namm gehören zusammm und eriuueru au dm Blutprozeß von TiSza-Eßlar. Dieser Prozeß enthüllte da»׳ schändliche und' verbrecherstche Treiben der Anttsemitm. Der Knabe Moritz Scharf wmde dresfiert, gegm sedteu Bater. dm Schächter Moritz Scharf, al« Zeuge auSzusagm. O » o dy terrori» fiate und bedrohte Me Verteidiger und der ungarische Justiz«i» Mer Pauler hiell Me Waag« der Justiz so» daß fie sich dem AntstemitiSmu» znneigte. I» Nyttegyhaza, wo der Prozeß ge», führt wmde, hat der Anttsemittlmu» in seiner ganzm Verruchthett und Berworsenhett sich manifestiert. Nicht genug danttt, habm Me Anttsemitm diese Schandthat dmch ein Bild verewigt, da» heute noch verbreitet wttd. B. WHt Huden gesündigt Professor Rohling in Prag ist da» kirchliche O der Antisemiten, für de ff« Bestrafung kein Fegefeuer