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Israelitische Wochenschrift · 1893-08-18 · 34 (18.8.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
34 (18.8.1893)
Date
1893-08-18
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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jtbenttt fwi, »ach 14:&1k(T Mabigaa• M ihre» Virßesrtztr» ihr BertyflltWt♦ fBtttA |U w|tX. 8 L. Dir VchiUrri» kt M$aa» ihrer Lehmeit freie kuni»» ^kvtz, Heiz», «cd «Sich«), fkNlkr er» Tascheazeld von 30 Wert vierteijädellch AuS diesem Reglement geht deutlich der Geist hervor, in welchem dir Angele incheiteu oer Schwester» von jetzt ab durch den B«eiu»oorstant geführt »erden solle», der Geist der äußerst» Toleranz und der Menschlichkeit. Für die materielle Wohlfahrt der Schwestern ist nicht mt Mir Zeit ihrer Arbeitsfähigkeit, sondern auch bei Krankheit, Alter, Invalidität auSgiebig durch die Möglichkeit der Penstonirung gesorgt. Schon heute bietet der Verein den Schwestern rin gemeinsameS »Heim", in dem sie Erholung und geistige Anregung finden werden. Als ׳weite SittungSstätte für Schülerinnen ist da» »Jüdische Asyl" in Köln gewonnen worden. So steht denn der Vereins- Vorstand schon heute aus eine erfolgreiche Thätigkrtt zurück. Und nun ist die Zeit gekommen, daß wir junge Mädchem die zum Beruf der Krankenpslege die rechte Neigung in fich fühlen, au fforde rn. fich bei uuS zu melde» und stch unserer Führung anzuvertreuen. Mögen recht viele, recht tüchtige kommen, um vereint mit unseren bisher bewährten Schwestern an dem edlen LiebeSwercke mitzuarbeiten! Anirogen und Meldungen find zu richten an den Schriftführ« des B«eiuS für jüdische Lrankenpüegerinneu. Herrn Dr. Schlesinger. KönigSwarterstr. 3 Frankfurt a. M. Hesse«-Nassau, im August. Die »Preußische Lehra-Zeitg.- enthält folgenden!bericht eine» christlichen L«hr«S üb« die 8«hältniffe sein« jüdischen Kollrgm unser« Provinz: E« dürste viele Lcsn diese» Blatte» int«eskre«, auch einmal etwas über die Verhältnisse d« jüdischen Lehr« Hessen» zu oanehmeo, gilt doch g«ade da« ehemalige Kurfürstentum Heff» al» dar wahre Paradies, wohin zu gelaugen, das Streb« 1 so viel« unlr« jüdischen Kollegen ist. Was diese veranlaft, stch um eine hi« stei uxrdendr Stelle zu bewerben, ist stch« die SuSfichr auf feste Anstellung, da ja dekanmlich die meisten hiestaeuSchulen öffentliche Elementarschulen find» und demzufolge auch die Lehr« fest aogHtellt ««den. Wer ab« die Lnhaltniffr genau« kennt, wird stch« unsre jüdischen Kollegen nicht beneiden, da d«en Stellung d« unseru nur scheinbar gleich ist. Man konnte die Wahrbest letzt«« Behauptung erst in Mast« Zeit wird« «kennen, da die Gehält« der christlichen Lehr« in einigen Kreisen uustte« RegierungSbezirtS aufzebeffert wurdem die jüdischen Kollrgm ad« natürlich wieder lea auSgingeu. Bedeutt man. dah da» AnfangSgehalt 720 M bettägt, so sollte man e» nicht sur möglich halten, daß ein Monn mit Familie — und auch die meisten Familim unfr« jüdischen Kollrgm sollm gleich dm unsern nicht klein sein — danrt ouSkommen könnte. Welche Forderungm ab« w«dm «st an die jüdischm Lehr« gestellt? Selbstverständtjch müffeu fie in ihrm Schulm in allm Fächern dieselben Ziele ««eichen, wie auch wir. danebm ab« habm fie noch den hebräisch» Unterricht, d«, mit unser« Religionsunterricht oaglichen, doch noch eine bedmtend« Mehraufwendung von Kraft und Mühen «fordert. Sb« diese Arbeit thun unsre Kollrgm ttotz d« geringen »-rzahlung, soweit wst eS beurtellm könnm, mit Lust und Liebe und «reich» auch schöne Erfolge. Ab« eine GratiSoeigabe ist dies» arme» Mensche» noch beschert in Gestatt de« Amtes eines B orbet«S. W«, wie wir, schou oft Gelegenheit aedabt hat, dem jidisckm GotteSdimst beizuwohnm, d« must fich sagm, e» ist wrhrlich eine Riesmarbeit, die unser« jüdischm kollrgm aufgebürlxt ist. Wenn für un», sowest wst kein» Küstndienst haben, d« Sonntag heraubricht, freu» wir un» und rühm au» vor dm Bejchw«dm d« Woche, während unsre jüdisch» Kollrgm. wenn fie auch währmd d« Woche stch noch so sehr abgearbettri haben, am SamStag erst da« schwerste Stück Arbat zu «ledigen haben. E» wstd nicht unr bei dm hiefigm Juden, die, wmn läe Lehr«stellr ftei ist. dm Lord«« zur Probe berufm, sondern ar ch bei dm unser» jüdischmSolleam Vorgesetzten Behördm da» Borb««amt als Hauptsache bestachtet; liegt uu« doch die Lerfüguug eines Lorsteheramt» vor, in der e» heißt: ,Ein Lehr«, d« nicht zugleich Borbet« ist, ist für eine Gemeinde von genngem Wirte. Also da« Rebmann, da» von einem Manne von gering nn Werst verschm wstd, wstd dezahtt. währmd d« Mann für sein Hauptamt nicht» «hält. Man entgegne mir hi« nur mal wst christliche Lehr« hätstn auch keine Bezahlung für unfern Kstchm^neust. Zu« mindestm wstd doch von nasr« tzchlichmBehörde ixbaupt«, uns« «ehatt stamme au» kirchlich» Mitteln, und e» wstd damtt anerkannt, daß un» für diese Mühewaltung «ine Bezahlung «,stände. Ab« die au uu« bei uuserm Kstchmdimst gestellt» Anforderutwm reich« lauge nicht an dir Haan. bst <* unsre Kolleg» bei ihrem Gotterdimst gestellt w«deu. Tie r» ginge alle» noch und e» würde auch istwiß ihre Arbeit M» nuseru fieUegta noch gern eeliDet, wenn .ja.!. flr fich« wärm, o»ch nur irgend eine — ich mag nicht , «rkennnag — ad« döchrnhi« Stunde dabei zu «halten, durch hie Leitung de» Gottesdienste» komm« die jüdisch»! . mtt ihrm Sememdemitaliedem in nahe Berührung, wodurch wöhnlich für «fiere die grötztm Uuauuebmlichkeum entsteh W« uus«ehesstfchmJ«dm kmnt. d« weiß, daß »umTeita Bildung bei ihnen zu finden ist, «ud w« diese» nicht weiß, achst nur auf da» Gespräch, wenn einige Judm »nsan tzWnne». Wmn ste gar nicht» z» treib» wiffeu. dann scl fie auf deu Lehr«. (Jude also wie Ban«!! Red. d. » Lehrn-Ztg.1 Dem «um stugt d« Lehr« nicht schön , dem ander» schreit « zu viel: währmd « dem drtttm viel nme Melodien bringt, hat « vielleicht dem vierten. st Mund nicht wett genug aufaemacht, ob« auch vielleicht fich sov stgmd einmal bewegt. Me un» glaubhaft vrrfichstt »ntb soll ein Gemeiudrmitalied fich darüber beschwert Hab«, daß, d« Lehr« in Ausübung seine« Amtes nicht anständig, stehe. Und da» kam dah«, daß. weU der besteffrode Lehr« kurzsichtig ist, « fich bück» muhte, um in seinem Buch« leim »1 können. Daß « am trotzdem «ne» Lerwei» «hielt, ist Thal jache. Wmn man überhaupt glaubt, die Borsteherämt« — vomesetzte Behörde unsrer Kollrgm — schützt« die ihum uns stemm Lehr«, dann ist man, wie Brrfügnngen von ihn» z«' auf dem Holzwege. Währmd von uns jemand, wmn « . währmd des Gottesdienste« ein Vagehen zu schuld» komme», läßt, wed« von dem Büraermeift« noch von dem Geistlich» selbst, bestraft werden kann, wird unser jüdisch« Kollege, d« da» Amt. - eine» Geistlichen uutverschen muß, von seinem Gemeiude-Settr t» bestraft. W« ab« find diese Gemeinde-Aetteften? Auf un er» Dörfern meist»» Birhhändl« re, die an Bildung doch un ern Kolleg» stch« da» Waff« nicht reich». Diese Leute also man zu Richte» üb« Lehr«! Ist e» da ein Wund«, daß du^ Beschw«de — w»o ste auch von dem schmutzigft» Gemeind^ mttalied auSgeht — Erfolg hat, sofe» fie nm gegm deu Lehr« gaschtet ist, währmd e» noch niemals dagewesm ist, daß baw Lehr« von dem Borsteh«amt einmal beigestanden ward» uht.' W«ll man auch annehmeo, die Lehr« — fie find und wall»! gleich ande» Mmichen keine Engel sein — hätten oft unrecht.l dann wftd un« ob« doch niemand bestreit» wollen, dah fie doch» wohl in einig» Fäll» vielleicht recht Hab» möchten. Durch diese j Art der Bestrafung werden die jüdischen Lehr« zu Leuten »weil Grade« degradiert. Mtt Staun» sah» wir eine Bersü, einer Borpcheramte«, worin dm Gemeinde-Aelteft» der Bor-, gemacht wird, fie macht» dem Lehr« grgenüb« zu wenH Grbra von dem 8 15. Dies« Paragraph »ttzammt der Verordn»»-! vom 80. Dezember 1823, betreffend die gemeinbeitltchen Verhält-j niste d« JSraelttr», und mtterstrllt den Gememde-Aettrst» die! Borsänger und Synagogmdienn, nach unsan Begriff» die Kami tor» und Kirchmlehr«. Ob ab« ttotz fichtlichm Wohlgefallens und Ermunterung eine» BorsteheramtrS dies« Paragraph axfj Lehr« bezogen w«d» kann, denen da« Amt eine» Borbettrtzi vom Borfteheramt al» Gratisbeilage aufgrbürdet ist, währmd s al» Lehr« gleich un» staatlich bestellt Md, ift doch mehr all zweifelhaft. Eine solche Ungleichheit zwisch» Lehre» und Lebrei will d« Sefttzged« fich« nicht, am wenigst» ad« will « La zu Richte» üb« Lehr« setzen, die an Bildung so viel tie stehen als d«, den fie oerurteileu sollen. UebngenS ist die Paragraph gar nicht so übel und »ft Jugenderinuerunaen in uu» wach. Früh« mietet» fich die jüdisch» Gemeinden für 50 biss 60 Thal« nn» sogmcumt» Lehr« und nahmen ihm — bi« dar Jahr herum »ar — diese» Gehalt durch Strnfrnl wieder ab. <Jst köstlich! Red.) Mt Hilfe de» angeführt« Paragraphen ist diese» auch heutt noch möglich und soll sogar! verschiedevtlich auSgeführt Word» sein. W« braucht fich woh' da zu beklag», daß die gute alte Zeit vorüba sei? Zum Schlüs. voll» wir noch ein Beispiel dafür anfü-rm, wie fein eine j solche Vorgesetzte Behörde verfährt. Ein Lehr« und Borbeter - leidet an Katarrh de» Kehlkopfe» und steht drShalb in ärztlich«3 ׳ Behandlung. Auf dringend» Rat de» Arzte« reicht « dem vo^ stehaamt die ärztliche Bescheinigung ein und ditt«, einige Woch» ׳ von dem Borbettramt dispenfttt zu werden. Anstatt dem er» ׳ kranftm Lehr« diffe billige Bitte zu «Men. schreibt da« detteffachgj Borstehaamt: »Auf Jv Gesuch vom .... könnm wft Fhuats nm anheimgeben, fich wegen Ihr« vemlanbnng und verttetuna mit dm Herr» Gemeinde-Sette ttm zu v« Daß diese Berftäadignng nicht möglich, ja sogar entwt "ehr« versah gt ans d« Hand. Der Leo au» falschem Pstki lieg! . . ,.. ... da» Borbettramt ttotz sein« Krankheu weit«, bi» « eine». nach bemdigtem GotteSdimst groß« Blutverlust hatte, d« Uederanstrmgung mstandm war. D« Man» liegt mm föttrj krank darnieder, und seine Fra« und die klein» Würmchm n steh» jammernd da» Loa« ihre» Ernähr«». Wer ab« ift diese» Unheil lmautwortlich? Die Frage za bmnnoortm wo vtt dm Lese» diese» Blatte» üd«lasten. Un» log wa daran, diese Thatfach» einmal lxr Oeffentlichkeit zu übtxatbtn und ' dmch die öffentlich« Ausmerksamkrtt ans Dinge w richten, dt» am End« de» IS. Jahrhundert» m nnmüglich halttn J1 ij,-.

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