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Israelitische Wochenschrift · 1893-08-18 · 34 (18.8.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
34 (18.8.1893)
Date
1893-08-18
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Gch»«t». £tt|«t«1, im August. Dt« Eorrefpoudenz au•; tti letzten Rnunuer (ann ich au• eigener Keautui• dir MDinge vollauf bestätige». Ich bin i« ix» letzten Woche» ^-iu den meiste» Kantonen ixr Schweiz gruxfen uud hob« Heine Gelegenheit versäumt, um «ich über die Lage der Sache " And Stimmung der Bevölkerung »u unterrichten. Zwar Hau» auch heute noch niemand sagen, ob da• Schächterverbot «»•gesprochen werden wird, obgleich ich e• für w ahrschr inlichrr :hatte 01• da• Gegenteil, dem die Lolköstimmung ist in weiten Kreisen für das Verbot. In manchen Kantonen hat da• Volk kleine Ahnung, daß die Sach« mit dem Judentum zusammenhängt *' mb einen schweren Eingriff in dasselbe bedeute Da• einfache Merlangen aber, daß kein Tier ohne vorherige Betäubung geschlachtet werden solle» klingt dem thierfreundlichen Schweizer hurchau• lobengwert. Dazu kommt, daß die wenigste« von ihnen smnals rin Tier habe» schächten sehe« oder auch mr darüber »/belehrt worden find. Daher «erden Tausende ahaung»lo• Urne schreiten und unbedenklich für da• verbot Kimmen, »teile habe« wir alle massgebenden — aber leider nicht scheidenden — Kreise und di« gesamte katholische Bevölkerung *<40*/•) für um diese wird von den üieistliche« ausgeklärt, daß et stch hier um einen Kulturkampf gegen die Juden handelt, und ««• ein solcher bedeutet, baden ste an eigenem Leibe erfahren. -6• zweifelhaft also steht die Sache. Hatte ich also nicht recht, wenn ich zu einem schweizerischen ^*Pfarrer äußerte: Dieser Fall lehre mich, wir wenig auf di« . Form einer Lerfaffuug zu gebe» ist, wenn in dem Land«, welch«• sich der freiheitlichsten Verfassung rühmt, die höchste Freiheit, di e -Gewtssentzfreihejt, schlechter aufgehoben ist, als in dem ab- .solutesteu Staat. R. I. Reueste und vermischte R«chrichte«. •Upttw». Der Revers der aMisenritischen Wahlerfolge scheint -eine nicht unbedeutend« Schuldenlast zu sei«, tu deren Lilgsng die ,»Stoatsd Ztg.^ dringend um Bettriig« der Parteigenossen dttttt. Littet«». Der von der Staatsanwaltschaft in Ileo« »ffenttlch ge- Hanfiree Jot Walter ans Aachen hat fich in Geldern de» rde» gestellt und ansgesagt, da! er ein« Recht bet de« Bildhauer׳!ich Wesendrup geschlafen nud Vieser sich idm als der Löter des nta Hegema»« bezeichnet Hab«. (Gegen Wesendrup war seiner Zeit ^.Mornntersuchuua wegen der Thiterschast riugttettet, aber Mangels Be- ^Westes wieder erngeiieD worden.) Vertt«. Der antisewllis»« hiarteilag skr Rorddeutschlaud soll /Rnsaug September stattsiude». x ««rttre» 14. Ananst. Der Barnch Anerbach-Beretu, eine vrr- »eiuiguug ehemaliger Zö^ing« der Varnch-Anerdach'sche» Watsen-Lr- HMntgnng «hemal^er AiMtnge der Barnch-Anerdach'sche» Waisen.«»- ^Hiehnngsanstalleu. wie sie seit sechzehn Jahren besteh«, beging gestern L» der Hall«' des alte» Gemeindefrirdhoses ein« Gedöchtrnöfeier zum :׳ Hnndertsteu Geburtstages Mn Barnch Auerbach, «in« zahlreich« Aest. :Versammlung' hatte sich auf de» Kriedhos« ringesuuden. Di« Feier ward eröffne« mit de» Gesaua eines Doppttanartett» von Bttamr• KamoL Dan» entrollte der Vorsitzende des Vereins, I. ftiffcl ein Bild der Perssn tchteU des nm di« Waisenpsleg« tu unserer Stadt so -vervienten Manne«. Lr gedacht« euch der Gattin, Kran st»«« Ru«, grb. Heller, di« bis an ihr Lebensende de, verwaisten eine t Statt er gewrsr» »ad deren ikztehnng in jeder Weise gefördert Rach de» Bortrag einer Motette schildert« einer der Erzieher ^.M» Anerbachschen «aiserchmtse ans eine« allgemeinere» Gestchtsyunlte!. Hie Lttstnugen nnd da» Wirke» des Stifter«. Rlsdan» sprach einer '- der ülteren gegenwärtige» ZSgUngt de» Dank im Namen der Waise» de» edlen Wohühäter «ns. Mt Gebet und Gssang schloh di« «der die deqettige» vorieher der Anerbachsch« Waisttm». emmerzienrat Zatod Israel «nd Herr Loni» Gradenwitz. s» sasie Herr Moritz Israel nur er «»deren Gönnern der Stiftungen l|d|iMIS MtQl WeE». Die in »or. Nr. en »ähnle BRichröder^tiftn«, ist keine M»e Spende bez». tetzrwillig« Zmoendnng, es handell sich »ter »tel- -Mehr »» dt« Mr etwa drei Iahe«» begründete Sttstnnz in Höh« von »Miner Million Mart, die Herr znr Körderung des Heilverfahrens ^tzAtth Profeffor Kmh'fches «ch^aitn spendet«. > >,8. Nngnst. Saattätsrat D«. Nnserer Stadt, feiett« aw M. Juli d. I. fcfctM siebzigsten Gebattstag. I» bescheidener Weise hat stch de» dochgtch»» Greis », diese« Tag«, de» ihm in döedst zahlreicher Sets« zagedschte» Beglückwünschnnoe» durch sein« Ansenchalr in Me» entzogen. Jedoch llesten es sich »nsew Mttbärger nicht nehmen, dem jmuMlttfcai; Jutitar ihre Hoch- «chttrng dnrch Ovationen zn bezeuge». Gestern Mittags erschiene» »ei dem Jnbilar drei Depütattone». Zunächst beglückwünscht der Borstand der Snuagogeu-Gemeind«. oettieten ditrch die Herr«, Dr. Renman» Mell eine *»spracht an de» Jnbilar mrd überreichte «in« Pracht- Mste Aderff«. Der Redner macht» aaßerda« dun Jnbilar noch di« Mitteilung, bah «an sich «ntjchloffrn ta(« «in«!Zrrnnd-Ltiftnng zu Ans jeder Ge^-tntx seien Betttägr »«gegangen und so ine Summe in Höst« von H000 M. anges-rmmel^ aber welch« jnbilar »ach Gntdnnkeu bestimme» 1»Sge. Als Bettreter de« Repräsentanten-Rolleginms waren die Here«» Huldschirnee. Aufrecht »nd Kränkl erschiene»; ferner war «io« Teputttion des Anöschuße« des Oberschlesischen Regiernngsd-zirt» Opvela teftehend an» den Herren Rechtsanwalt Verger-nöniglhüte, Grünfelb-Beuthen nnd SauitSisrat Löblnger-KaUowitz anwesrnd. Rechtsanwalt B.rgrr übeireichte im Namen dieser lkorpativn eia V'ld des Rlsänster Waiseahanses. um wrlches sich der Jnbilar in hervorragender Bleis« verbtent gemacht hat, und ein« künstlerisch «usgeftattet« Adresse. Et» grmetnsamrs Diner schloß sich an dt« Keierlichkeiten. «erettze«. a.1B 8. Aognft. Das Begräbnis des Betttebs-llontrolenr« Kränk«! fand unter außergewöhnlich starker VtteUigung statt. De» Leidtragenden folgten außer be« Oberbürgermeister Dr. Brüning zadlretch« Bettrtter »er sttdtsche» Behsrdi», unter Führung de« Geueraibenällmächtigte» Sklaret fömmtliche Beamte» der Prings» heim'sche» Brrwairuug. Rabbiner Dr. Kopfstein hielt die Grabrede. Bor dem Same schritten ungefähr 150 velmustet« der Schmalspurbahn, nebr» de« Sarge 12 Beamt« in Uniform mir Palmeuwedelu uud GützdevtschloM. Als der Kandidat, der di« meisten Aussichten für di« Stell« W Kirchenrath« tu Stuttgart hat, wird Seminardirrktor De. Krouer in Hannover genannt. r •mS*», 10. Angnst. (Orig.-Korr.) Unter Vorsitz de« Herr« Oberbürgermeister» Kür bringe« fand heut« die Wahl eines Land- »ddiners für »en durch de» Tod des Rabbiners Dr. Buchholz vakant gewordenen Landmbbtnarsbezirk gmden (Reg. Bezirk Aurtch un« vsaabttttk) statt. Herr Rabdtner Dr. Loeb ans Rawttsch, früher tu Samter, der schon »,eher von brr hiesigen Gemeind« grwählt war. «rhiett auch di« Stimmen dec erschienene» Bettrtter der zum genau»,«» Bezitte gehöriae, Gemeinde«. Gneneerich, 12. August. An der holländischen Brücke von s'Hrrrrnderg ist rin Gensdarnrertepvsten ausgestellt, der verhüten soll, daß russisch« Jaden die Grenze üderschreiten. Rorvernen. <Oe.-ikorr.s flin sünsiehnte» Male hat Herr Dr. Rost» an»Breslau «m dirsiüh^«SnbimwRmh'm, in der hiesige» Synagoge eine religiöse Red« gehalten. Der «tnstündig« Bartrag war ein« moderne Derascha über tdott de» Hirte» nnd Israel di« Heerde, den Brr» Jes. 40, l i ansdentend. Das AotteshaM war dicht gestillt. — Der Gottesdienst ist hier streng konservativ »nd rin russischpolnischer Badegast wird auch nicht dnrch dt« geringste »»weichang vom all-polnischen Rittr» beleidigt. Zu tzNoreet» (Sachs«) h« voria« Woche eine antisemitisch« versanmrbttm stattqesturdeu, l» welcher der Reichslngsabgeord««« Dr. Förster als Rrbner auftrat, und der anch brr konsemativ« Reichstags» Abgrordnet« des Wahlkeetses Plauen-Leisnitz, Herr Rmrsharrptmano Mn Polrnz, als Gast beiwobte. In der Debatte ergriff anch dieser da« Won «nd «rllürt«, daß er für die Aushebung der Gleichberechtigung der Inden nicht etutr«!«« werde, da dies bersaffangswidrig sei. Er steh« aber aus de« Srandpnuktr, daß ans de« Berwaltunzsweg« di« Inden von alle« öffottltchr» Aemtem ausgeschlossen (Der Abg. Mn Pole« «in ksuigl. sächsischer Beamter, eine Uumehnng der Bersaffung l l) Wett,» 6. August. (Oc.-lk»rc.> Heut« war»« hier di« Gattin unsere« früheren »nvemeßttchen Oberredbtners R. Moses R «f ch 61, di« denselben um >d Iahe« überlebte, unter groß« Teilnahme der Gemnnde und de» isr. Kraurnvereius, besten Ehreuutllglieb dt« Beerwigtr war, zu emigrr Rnh« bestattet. Bei der ergreifenden Grabrede des H«r« Nabbmers Dr. Adler blieb kein Auge chränenleer. Sie war die Locht« des Oberrabdinrrt S t« a n b l »«» Lipto St. Millos »nb Enkelin des als talmnoische Antorstät in Ungar» berühmten R. Sinai und de« Obrrradbiners N. Sa«. K » h » hi Bariz-Batvaey, der ans seinem Gute ein« Jeschibah unterhielt. (Wir sprechen de« Sohne der frommen verklärte», nuferem geschätzte» Ntllarbetter, »mf. De. «. Raschöe» edemali^u ^. Beüeid «d des schmerzlichen Bett» . freilich eine | khn», hierher z« komme» als in Rrrßland zu tieiüe». Bemettenswerr ist, daß derEiuwanderungskornmlffar Senner jetzt sehr menig ,^»nerwünschte- Elemente findtt und selbst ans de» trreguttrrn Dampfer ,^«ä 8mu Mt Jude» keigegebe» hat. (Deborrch glanbt, dnrch che» Enthüllungen z» dieser Sturmsünderung bttgrtrngrn z» haben.) »ls werben sollteu. «amter, empfiehlt also , u Rabbiner in Verltn, unser tnmgsteS des schmrmlichrn Bettustrs ans. Red.) rlk«. Die-Debora h" schreibt: DirÄage ueieeer Einwcnderrr tst e sehr trnnrtgr, trotzdem meinen wir noch immer, daß ft« bester

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