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Israelitische Wochenschrift · 1893-08-18 · 34 (18.8.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
34 (18.8.1893)
Date
1893-08-18
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Her?« getragen und wie tief ihn der Sturz Jerusalems, den er »orausgesthen. bekümmert bade. Noch bis wr Kurzem sei in protestantischen Kirchen die Zerstörung Jerusalems dadurch ge- :feiert worden, daß alljihrlich an eine» bestimmten Sonntag die Kapitel des Josephns, welche diese Zerstörung schildern, sorge- Fesen mürben. Warum ist nun Jerusalem zerstört Werdens Hatte es keine Religion? Es gab kein Volk und kein Zeitalter, wo ׳Meligiou so -sehr Angelegenheit des Volk» gewesen ist. Hatte es keine Sittlichkeit? Das Sesetz Mose war in all: Herzen ein- -gegraben, war in alle Häuser gedrungen: die Israeliten waren damals ein durchaus sittliche» Volk: Jerusalem ist zerstört worden, well damals die Jsraeüten die Religion zu einer Politik, zu einem Geschäfte gemacht haben. Da» Hau» Sötte» soll ein Bet- Hau» sein und nicht« Wetter: wer diesen Charakter ihm erhält, Her sorgt auch für da» Vaterland. — Haruack redete auch u. A. von einer politischen Partei, die alle ehrenwerten Bürger tief erschreckt habe wegen der Ungerechtigkeit ihre« Sebahreu«: er sprach besorgt davon, dgß dadurch 'das allgemeine Niveau der -Gerechtigkeit im öffentlichen Leben noch ttefer weide. E« liegt uns fern, in diesen Blättern einen Auszug einer christlichen Predigt zu geben. Nur wollten wir nicht versäumen, hier zu Berichten, wie der edle Gelehrte, von dem Mommser-, als Haruack iu die Akademie ausgenommen wurde, gesagt hat, daß ihm ein so nulfaffeude« Wissen bei einem so jungen Gelehrten noch nicht vorgekommen sei, in seiner großartigen Predigt mit ttefer Sym- -athte vom Judenthum gesprochen hat. ünl Höftrtteml*rg, 10. Aug. (Or^Lorr.) Die »Schächtfrage' scheint nun auch in unserem Lande zur Svraöje zu kommen. ״Der thierärztliche Landesveretu tagte am 24, Juli in Stuttgart. Auf der Tagesordnung stand u. a. ein Antrag, bei der Kgl. Regierung ein verbot de» rituellen Schächten» zu erwirken. Das Thema muhte indes »der allzu vorgerückten Zett wegen' der nächfttährigen Hauptversammlung zugaoiesen werden, welche in Gmünd üattfindet. Es ist also Gefahr vorhanden, daß -auch uns da» Schicksal unsererGlenbensgenoffen tti Sachsen bevorsteht. Da derzeit die Stelle eine« theologischen Mitgliedes - bei der Kgl. Jsr. Oberkirchenbehörde noch unbesetzt ist, so ist es wohl angezeigt, dah die Rabbiner die uöthigen Schritte zur Abwehr dieser Gefahr rechtzeitig thun. Bon gün ttgem Erfolge dürfte es wohl sein, wenn dieselben die Jsr. Oberkttchenbehörde veranlassen, den 142 Mttgliedern des thierärztlich en Verein» die ' Schriften der Dr. Sayserung. Engelbert und Shrmann zu senden, : und auch in der Presse gegen diese Agitation austrrten, überhaupt diese Angelegenheit mtt dem Eiftr behandeln, den sie verdient, ehe es zu spät ist. Bayeee». Der geschäftsfühlende AuSschuh der freien Eonfeien* bayerischer Rabbiner richtet.׳ an da» Kgl. Sttegsminifterium :die Bitte, bei den bevorstehenden Herbstmanövern die jüdischen Soldaten an ר׳ח ו*״כ und «tl. auch סיבית für die Festtage selbst so zrittg am Rüsttage tti Urlaub zu schicken, dah die Beurlaubten noch vor Feste »einging sich in benachbarte israel. Kulturgemeinden begeben könnten. Hierauf wurden durch Kriegs- »tnisteriatteskript vom 5- August 1808, Nr. 14575, »die unterhabenden Seneralkommaudo's. ettsprechend der gestellten Bitte, für thuulichste Berückfichttgung derselben mit Weisung versehen.' Au» «untttnKief (Baden) schreibt uns mtt Bezug auf die vorwöchenttiche Lorrespondeuz aus Rees am Rhein Herr Stud. Frank folaeuoe» ״in eigner Sache": Mein 7:&ema (,Beden- LessingS für seine 3eir) behandelte ich noch marxistischen ttalistischen) Grundsätzen. — Ich betrachtete also Lesfiug sächlich als ztelbewuhteu Vorkämpfer de» dritten ldes- Der wissenschaftliche Teil des Lorttags, der von de« Lehrern geprüft wurde, fand deren vollständige Billtlang. — am Schluffe meiner Rede improvisierte.ich einige Forte an meine Kommilitonen etv« de« Jechalt«, Lesstug'scher rhetts» und Gerechtigkeitsdraug solle ihr Banner sein der Wahlkatt des Leben». Die» benutzten einige Stöcker'sche siüche als Vorwand, um btt« Direktorin« >u interpelliere« wahren Grund ihre» Grimme» hat Ihr Herr Korrefpon- ׳ au» See«, dessen Gruß ich bestens erwttvere. richtig er» et.) — Daraufhin ward mir «vor der.Schillerprtt»' aaSge» digt, hingegen da» RttfegsWÜs zmückbehalttn. — LetztenSanrkag aber erhiekttch das Z«MiH leebst eine« fteuudl. Briefe «eines bisherigen Direktors. — auf die Verläumduugen der reakkouären Btesse näher etnzugeheu oder gar ihre Lügen richtig «l stellen, muh ich mir versagen: »wer Pech aufahr, desudelt sich'. — Hingegen muh ich den Herren Konservativen danken: ich habe iu den letzttn Wochen statt der »fliegenden Blätter' die anttsemittschen Mehergüffe gelesen und wieder ttnmal so recht von Herzen gelacht. Za« pnrpmroteu Socialdemotraten und blutgierigen Umstürzler haben mich die Herren gemacht: ich erschrecke über «ich selbst. Ludwig Frank, »tuä. iar. (A u f r u f de« verttns für jüdische Kranden lttrt-n Monaten ist in den iüdtschen n gesprochen worden, dost es an geschulten jüdischen Krankenpflegerinnen fe&Ie, dah es Pflicht sei Bildung«, stätteu zu sinden. in welchen die Gelegenhttt zur Erlernung de« hohen und bedeutungsvollen Pflegermnenberuss auch jüdischen Mädchen geboten werde. — Nun, aber besteht in Frankfurt a. Ä. sttt 4 Jahren eine Schule für jüdische Schwestern; fünf Pflegerinnen sind ausgebildet und walten eifrig ihre« Amtes: 3 Schülerinnen geben Hoffnung auf baldige Vergrößerung der klttner Schaar. Wenn au« Frankfurt heute auf den Inhalt jener Besprechungen ttngegangen wird, so geschieht das, um von den Fortschritten zu berichten, welche die beregte Angelegenheit in der letzen Zett gemacht hat. Bisher war die Ausbildung jüdischer Krankenpflegerinnen ttn §' Gemeinde in unserer Stadt. Jede ausgebildtte Schwester wurde selbständig, hatte für ihr Forttommen allein zu sorgen, wenn sie nicht in einem Hospital eine feite Anstellung fand. In den interesstrten Kreisen wurde dann der Wunsch rege, ttne feste Oraaniiation zu gründen und ttne Oberltttung zu schaffen, welche nch mtt den Angelegenheiten der Schülettuuen und Schwestern bttasse. Heute besteht der ״Bereinfür jüdische Krankenpflegerinnen", dessen Mttalieder durch ttnen beliebigen Jahresbttttag die Wohlfahrt der Schwestern fördern helfen. Neun Herren (darunter 4 Aerzre' bilden den Borstand de» Lerttn», welchen die akttven Schwestern and die Schülerinnen sich unterstellt haben. Der Zweck de» Lerttn» besteht darin: 1) jüdische׳ Mädchen zu Krankenpflegettnnen heranzubilden, die allen au tüchtige Kranknpflrgerinnen zu stellenden Anforde- «ingen Genüge leisten. 2) unter Leitung de« Berttn» auSgehildete, beziehungsweise geprüfte jüdische Krankenosiegerinnen (Schwestern) gegen festzustellender Honorar, auf Erfordern!» auch unentgeltlich als Armen-Kranken-ffegerinnen dem Publttum ohne Unterschied der Soufttsion zur Verfü^n^ zu stellen. Um mm einem wetteren um Einblick in die verhält- Me der Pflegerinnen zu aewäyren, soll hier da» Wesentliche au» dem Reglement für Swulettnuen und Schwestern veröffentlicht werden: 1. Beding»»»»» für die Anfnatzme von «chstlett»»»». 8 I. Zu Krankenpflegerinnen könueu Mädchen jüdischer Konfesfion herangebildet werden, welche »1 zwischen dem 2l. und 36- Lebensjahre stehen (unter besonderen Verhältnissen sind Sutaahmen gestattet): d) sich eine» tadellosen Rufei erfreuen; ej vollständig gesund nnd unnaterbrochen irbeitSfihig sind (in»- besondere oSrsrn Störungen des Rerveusyliem« nicht vorliege»); ä) Mindesten» tüchtige Elemrntattenatniff« besitzen; «)Uebung in deu gewöhnlichen häutbchea Verrichtungen haben. 8 L. Jedem Lusnahmegesuch sind beizalegen: ») eia von der Bewerberin» selbst verfaßter LebeUSlauf, mit genaner Angabe der Gründe, ,reiche dieselbe zur Krankenpflege führe»; b) ttn Geburtsschein; e) eia Leumundszeugnis und genügende Referenzen; a) Schulzeugnisse. v Rach *imliefenuig der erwähnte» Papiere wttd e». der Bewerberin et» Fragebogen zugesaudt, welcher autgesüllt zurüchzuichicken ist. 8 3. Persönliche Vorstellung beim Vorstands »der an einer von demselben zn dezeichrenden Stelle außerhalb Franlsurtl ist dringend erwünscht. ll. Voefchrtfte» für »1t Lehrzeit. 8 l. Die Schülerinnen werden zum Zwicke der LnSbildung in der Regel einem jüdischen Hospital üben»lesen 8 S. Die Schülerinnen haben sich streng an die Hausordnung des Mir Hospitals zu halten, sowie de» Anordnungen ihrer Borgs, setzte» »ndedtagt Folge zu leiste» 8 ». Die Dauer der Lehrzett soll in der Regel et» Jahr «ähren. Janerhatb de« erste» VterteijahwS (Prodezest) kann oft Stetertnneu aus Antrag der anSbttdende-1 Ae»zte «egen Untmmlichkett znr Kranteapstege ä»S dem Verein entlnffe» werbe«, später soll die Lmwffung nur stattsinden, wen» grobe Psiichtoerietzang vorstn^. Der Vchülmin sieht eg

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