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Israelitische Wochenschrift · 1893-08-11 · 33 (11.8.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
33 (11.8.1893)
Date
1893-08-11
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Schweiz Aus Beim» 3. August ttriri der »Berl. VolkSzeit." «eschrieben: ..Am 20. August wird des Schtveizervolk zum ersten Mal von der vor zwei Jahren neu eir geführten LolkSiuitiattve an die Urne gerufen. Es soll rutsche׳ den. ob in Zukunft auf Schweizerboden geschüchtet, also durch Bk tentzug ohne vorherige Betäubung ge« schlachtet werden dürfe oder nicht. Der schweizerische Tierschutz« verein hat das Jnitiativl'tgehren in Scene gesetzt und dabei das üderraschende Ergebnis zu Tage gefvrdert» daß statt der notwendigen 50000 Unterschriften stimmberechtigter Schweizerbürger über 87 000 innerhalb kurzer Zeit zusommenkameu. Trotzdem imvonirte dieses Hunderttausend Unterschriften, welches gegenüber den WO 000 schweizer Stimmenberechttgten und den 300000, welche in der Regel zur Urne gchen. ein überaus starke» Kontingent ist, der Bundesversammlung nicht, sie wie» das Begehren rundweg ab und empfahl im AbweisungSbeschlufse die Berwerfung des InitiativbegehrenS mit!ehr großer Mehrheit. Damit ist aber dar letzte Wort nicht gesprochen, und e» ist nun am Souverän, ganz unabhängig von d:n voraufgegangenen Beschlüffen seine Entscheidung zu fällen wie er will, die dann ohne Rücksicht auf den Beschluß der Bundesversammlung rechtskräftig wird. Beschlüsse des Varlamet» find bei der jetzigen VerfaffungStnittottve nur mehr private Meinungäußerungen, welche keine verbindlichen Folgen und Konseauenzen best gen, Presse und Parteien haben zur Volksabstimmung erst schüchtern Stellung genommen, doch ist augenscheinlich, daß so ziemlich alle Parteien offiziell die Berwerfung de« Begehrens enipfehlen, hingegen die Angelegenheit zu keiner pc littschen und V ertrauensfrage gestempelt wiffcn wollen, was so viel heißt, daß ste ,war nicht unzufrieden wären, wenn da» Bege rrcn angenommen würde, nur dürfe die« nicht offiziell irgend einer Partei aufs Kerbholz geschrieben werden. Die Lolkssttmmung ist im Allgemeinen fürdaS Schächter verbot, weil fie der Meinung ist. dc-ß in Bezug auf da» Schlachten für Konfessionen keine AuSnihmnechte gewährt werden sollen, man titt ei, trotz aller Widerlegungen doch immer noch für eine graufame Tierauälerei. De Freunde des Schächten« fassen kiese TötungSart al» einen religiösen Aft auf, der einem konfesfioncllen Glaubenssatz entsprungen sei und deshalb laut BundeSverfaffung tolerirt werden müffe. ES ist keine Frage, die lorwürfige Stteitaffaire lat ihre Licht und Schattenseiten und die Anwälte beider Bekenntnisse haben begründete Motive, ihre Stellungnahme ins hellst! Lichr zu setzen." (Für jeden Unbefan« genen und die jüdische Schichtweise nicht bloS von Hörensagen Kennenden kann es gar seine Frage sein, daß vom Standpnukt ser Gerechtigkeit und Religionöfteiheit das Schächten keinem Ber« bote unterliegen darf. DaS Schweizervolk würde sich in das eigene Fleisch schneiden und zeigen, daß eS der Freiheit unwürdig ist, wenn eS dieselbe zu dem beabsichtigten Zwangsverbot mißbrauchen würde-)* Vmerifa. Cituitmati im 3u:L Tie Prüfungen, welche kürzlich an der rabbiniscken Hochschule (kedi-ev Voten College) hierselbst abgeholten wurden, wiesen rin glänzende» Resultat auf. Würdig pellt sich diese Anstalt, — heißt es in einen! Berichte in der »Devorab , der wohl au» dir Feder de» Herrn Dr. G. D e u t s ch hrrrührt, eine« ehemalig:n Zöglings de« Breslauer Seminar», der jetzt Lector au den College ist — wa» wissenschaftliche Leiß'-mgen betrifft, ihren europäischen Schwestern an die Sette und, was Methode betrifft, ist fie ihnen ü b e r l e a e u. Während die europäischen Seminare immer noch mit der Jllusion arbeiten, daß die «intretenden Studenten da« rabbinnche Fach beherrschen und nur der wissenschaftlichen Politur bedürfen, wa» selbst in Deutjchlant nicht mehr der Fall ist, geht unsere Anstatt von dem Principe au», ein tüchtiges methodische» Fundament zu legen, auf welchem das Fachwissen jederzeit erweitert werden kann. Da« zeigt, die Prüfung bei den Fortschritten in der Grammatik, in welcher da» Judentum so lange hinter den christlichen Gelehrten zuru lgedlieben war. Da» willkürliche Lehr- «da^dr der Biuristrnschulr, da« auf den überlebten, und noch dazu mißverstandenen Grundsätzen David Stmich'r «richtet war, ist abgegeben. die Sartevhäus« ans dem lustigen Regel- und AuS:-ahmewerk BensewS und sein« jüngeren. Beorbnt« find» u-! £c: :afcn und an idre Stelle ist wissenschaftlich« Methode getick״. So ist eS >«nv gekommen, baß uns«« rabdiuischen ngn wohl dem seligen Ezechiel Landau die Siweriorttät, irr g auf den Suppenlöffel, d« sich in den Milchtopf. verirrt itt liegt in d« talmudischen Methode, die an Stelle der ^ethodenlofigkett getreten ist. Das, wa» früh« dem Zufall überlassen blieb, wa» d« Student nur gelegentlich, oft auch gar nie erfahren hat, obwohl e» die Grundlage de» Wissen» bildet, erfährt « jetzt in regelrecht« Ordnung. Endlich ist auch die Wissenschaft de» Judentum« an» ihrer Jsolirung hervoraettetea. da unser Programm auch die Geschichte der Anfänge de« Christentum«, auf soliden Quellenforschungen bastrt, umfaßt und vie Re« ligionSgeschtchte, sowie die ReligionSphilosovhie unabhängig von ihr« consrsfionellen Beschränkung lehrt. So darf da» amenkanische Judentum stolz sein auf da», wa« e» in dies« »«hält« niSmäßig kurzen Zeit geschaffen hat. Ä ,, Gleich der Prüfung hat die öffentlich« Feier d« Ordination den Fortschritt d« Zttt bewiesen. Bor Allem ist ste demokra« tisch, indem fie da» Publikum zu Teilnehmern macht, während die frühere Zett da» in aller Stille abmachte, indem ein Rabbiner einem Canoidaten ganz formlos ein Diplom einhändigte. Dann ehtte die auf d« Zummmung d« Gemeinden ruhende »utoriatton. D« alle Rabbiner bezeugte, daß nach seine« Dafür» »alten ein Caudidat die nöttge rabbinische Bildung besitze: da» ׳ kollege bezeugt, daß nach den von den amerika«ischea Gäneinden geschaffenen Statuten d« Caudidat den an ihn getzellten Anfor» derungen genügt habe. So ist die vom College «teilte Ordi« Nation der palästmischen ,Semichah" gleichzustellen. Gleich dem Nässt ist der Prästdent de» College BerttauenSmann d« Repriisentanten Israel». DiB« Gedanke war d« Leitfaden d« Weiherede de» Präfi» denten Dr. I. M. Wise. während die fittlichen Amtspflichten de» Radbin«» den Gegenstand d« Rede Dr. Gustav Gott» heil'« bildeten. Die drei graduirten Rabbiner, welche die Bersammlung anredeten, führten sich als vielversprechende Tandtbaten bei dem Publikum ein. Die geschäftsmäßig kurzen, aber verständnisvollen Interesse, welche da» gebildete Laienpublikum an dies« den Fortschritten jüdisch« Wissenschaft gewidmeten Anstatt mmmt, die in den 18 Jahren ihre» Bestehn» b«eit» 38 Rabbin« auSgebildet hat. Neueste und vermischte Nachrichten. Mckgpednrg Der Steuersenat de« Oberorrwaltunglgericht« hat unlängst folgend« Entscheidung gefälltt Di« von dem Steuerpflichtigen von seinem Einkommen in Abzug gebrachte Ausgabe »an di« Armenist keine dauernd« abzugsfähige Lau im Sinne de» 8 v l 3 de« Sinkommenstruergesetze» vom 24 Juni 1891. Selbst wenn dal jüdische Religionsgesetz (S. Tuch Mose«, Kap. 18) bestimmt« Stiftungen an die Armen vorschreibt, so wird hierdurch doch keine«w«g» eine erzwing» dar« Berslichiung bestündet, nnd kann daher auch von einer dauernden Last im sinn« de» Sleuergesetze« nicht dt« Rede sein. Cppeln, 6. August. Sehr geehrter Herr Resakteurl Li« brachten in jüngster Nummer Ihrer gesch. »Wochenschriest-, Emin Pascha detreffend, noch ein« Nachbemerkung von Gerhard Rohlf» Damit nicht durch eine, sei «» durch Diuckjehler oder sonstige Flüchtigkeit eingeschlichene llngenauigkeit an der strengen Richtigkeit meiner Darstellung der geringste Zweifel obwalte, bstte ich folgend« Eorrektar vornehmen zu wollen. Statt 5840 soll e« selbstverständlich heißen 5000 (תר) » m stait: alias Ldb — alias flaut«. Die Differenz ,wischen den beiden Daten 98. und 2V Mäiz rüdn daher, daß hier, wie auch sonst in der jüdisa.rn Zeitrechnung übtiä». mit dem einbrechenden Abend schon der solgend« morgend« Dag gezählt wird. Di« zwei Buchstaben R. 0. vor. L. Schnitzer sind znm Teil verdruckt und sollen heißen: Nr. ü., e» find nämlich vor Isaak (Eduard) SMuitzer 5 frühere Gebu'te.i verzeichnet Hochachtungsvoll Dr. Wiener, Rabbiner. Scriia,8.August. Der G«heim«Medtz»nalratProsessor Dr. Hermann Senator stiert heute da« 25 jIhrige Jubiläum al« Lehrer der Berliner Universität, det welcher er zwei Tage später al» d« jetzige Peoleffer Nothnagel ein» trat. Er steht im SU. Lebensjahr. Seine Heimat ist G n «s« n. Al» Berliner Student (1853 87) war « ein Schüler von Johanne« Müller, dem er drei Semester hindurch als Famulus ,ur Hand ging, sowie von 8 ch ö n l«t n nnd Trau d e. Arzt ist « seit l858. Sein« Ernennung zum anßerordentlich«» Proseffor erfolgte 1878. Berit» Der hnnderste Geburtstag de« Stifter« der jüdischen Waisen» anftalten sür «naben nnd Mädchen, Baruch Auerbach», wird am l3August, 11 Vormittag» durch eine Gedenkfeier auf dem Friedhof« (Schdnhagjer Alle«) begangen werden. Eleve« 29. Juli. Au» de» ErmittelungSverfahreu, betreffend di« Ermordung de« Knaben goh. Hegemon», dringt, nur ad nnd zn ein schwacher Schimm« an d>« Oeffenllichkett. Da« «der di« matte« Rachsvrsch«» ״och d«» THLer nicht -«chMWVu

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