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Israelitische Wochenschrift · 1893-08-11 · 33 (11.8.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
33 (11.8.1893)
Date
1893-08-11
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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tfirjH* *•* bn Stnatsanwaltschaft *riaffoie fktontt• »achung. noda M« Bernehmunq M bittftmi Franz Jos. Waltet an* Aachen all 8*äfl« in biefd VngriiAtnbdt 01• dringend «rf«»d.<Iich bezeichnet «nd ersncht wird, nach de« Aufenthalt deffelden zu forjchen und in Ermstjelungsiall« sofort Nachricht zn geben. MköAr»tz. Als Ahlwardt von de» mit leiciüerMüh« zusammenf«schnorrten Groschen derer, dir nicht ave werl-en, sich mit seiner iamtti« zu einem Kuraufenthalt in Mt »droh einmitte״ wollte, wurde ihm überall von den Vermieter» «!klärt, man wolle mir einem derartigen Menschen nichts zu ihun haben. Ahlwardt fiedelte daraus, als er in Misdrov an allen Thüren abgewiesen worden war, nach Warnemünde über. I. Auguft. Unter großer Betheiliguug wurde gestern hierselbst «in Ehrenmann im besten Sinne bis Wo,««. Stodirat Di. Larlau, begraben. Der verstorben« gehSrte Jahrzehnte lang de« Kreistage an, ct saß in Ansfichtsrat« des Vberfchlefischen Kredit- Vereins, war seit einem Bierteljohrhundert Stad» at und vierzig Jahr« lang Mitglied der Bertrrtungskdrperschasren der jüdischen Gemeind«. Di« Lauterkeit seines Charakters und die Liebenswürdigkeit seines Wesens erwarben ihm Hobe Achtung in allen Kreisen und Stünden. An der Beisetzung betheiligren sich der Magistrat, Die Ztadtoerordnrten- Versammlung und Mitglieder des Kreistages. V»rs«e» in W. 2. August (Or Cor.) Eine ich»»« und erhebend« Feier sand heute anläßlich des üvjührioen gubiiüums der hiesigen o-nuv חנות statt Rach dem Minchah-Bottcsdieils«, bei uelchem das Ehewrah-Mitglied, Herr LehrerL.C »Henaus Ree«, die Frnred« hielt und der SchSlerchor unter Leitung des Heir« Lehrers Abt die Besänge vortrug, ve>einigte «in Festessen di« zahlreich erschienenen Büste von nah und fern im hiesigen Schünenzeltc. Ernst« und launige Bortrage würzten da» Mahl und begeisterten die Theilnehmer derart, daß fflr di« Versteigerung de» .Benschen׳ NS Mt. zu wohithütigen Zwecken erzielt wurdin. Lheatraliich« Vorstellungen und eiu Fesiball bildeten den Schluß der fchünen Feier. MKmtHe«. Herr Dr. Leo Brütz, Lohn des verslorbenen Proseffors Brütz, ist zum außerordentlichen Proseflvr au dir philojophijchen Facultürder hiesigen Universität, bei der er bisher als Privaidocent hadUItieit war, ernannt worden. Gieße». Der zum Rektor ernannte Professor Dr. Moriz Pasch ist ein geborener Breslauer, der schon bsler« vom Broßberzog von Hessen ausgezeichnet wurde. 9r«nfft1rt «. >K.» s. August. Heut« Boimittag wurde das Lbjührig« Amtsjubilüu« de« Herrn Direktors au! Philanthrcpin Dr. Baerwald in. erhebender Weise gefeiert. Zn der festlich mit Pflanzen geschmückten Lui «Halle der Realschule der israelitischen Gemeinde hatte sich eine kroß« Anzahl von siüheren und jetzigen Zöglingen, die Lehrer der Schule, Rektoren und Direktoren anderer diesiger Schulen, 1• ügltedrr der Bemeinde- und ftüdtischen Behürden um den Jubilar und seine Familie geschaart. Um li> Uhr wurde di« Feier durch Besang eröffnet. Hieraus -richtet« Namens de« Schulrat« Herr vr. waä. Blumenthal eine Ansprache an den Jubilar, die mit den herzlichsten Blückwünschen schloß: «in« Ehrengabe, bestehend au» Tafelsilbcr, war schon vorher überreicht worden. Herr vr. waci. Marcus als Bertretrr de« Vorstandes und Ausschüsse» der Bemeinde Ichildert«, wie kiüstig der Jubilar di« Ideale seiner Schul«: Nächstenliebe, Boterlandslied«, Wiffenschasi und Kultur, gepflegt, wie er stet» für die Allgemeinheit gewirkt und «i« dazu deigeirogen, daß in Frankfurt, was di« Stadt als ihien Stolz ansehe, kein Unterschied zwische» den Anhängern der verlchtedenen Konfessionen besteh«. Redner sprach den Wunsch au«, den Jubilar noch lange an der Spch« der Schule zu sehen. Herr Prof. Dr. Epstein, als Vertreter des Lehrkolleaiuns, überreichte nach »ine» herzlichen Ansprache eine Ehrentafel. Herr Lürektor Dr. Baerwald dankt« in längerer Red« und gedachl« schließlich »er in de» 2L Jahren .seiner Wirksamkrit verstvrbenen Kollege». Hie auf gratuliert« 'Herr Dr. Eis eleu Namen« der Direktoren»«!rinigung die ein Bild Ranke'» spendet«. Herr Heinrich Schnapper überreichte Namens der siüheren Schüler und e chulerinne» einen silbernen Pokal mst goldenem Inhalt, Herr Bymnasialdirektor Dr. Reinhardt gratulier t« Namens der :üdischchristlichen Brühl'schev, Boldschmidtsche«, Köatgsriart'schrn und Odrellscheu Stiftungen, Herr Seminardirekt»! Dr. S tein Xament des isr. Seminars in Kassel «vd der isr Lehrer-Konsennz Heflen», Herr Dr. Burghold sür die Hbchbrrg'sch« Siistung, Herr Rektor Liermann für di« Bolksbibliothek» Herr Rektor lkhuu sür den Verein zur verbrestung von Bollsbildnng, Herr Dr. Ernst Auerbach sür die Freimaurerloge .zu» ausgehende» Morg«>rA«״, Namen» der «strrn'sche» Waisenstis. tung die Herr»» Beorg Speyer nnd Justiz, at Ur. Fuld; ferner Herr Dr. Edinger für bi« Riefler-Stistung, Herr ttehrer Ries sür den Lehrer-Verein. Allen diesen «1 widert« Herr Dr. Baerwald einzeln. Schließlich teilt« Herr Dr. Vlumeuthal noch »st, daß seUen« des Prodiuzialschulkollegiunts «in Blüswnuschschreibeu beim Schulrat ein» E'eu sei, »nd üderbracht« di» Bratulatione» de» Israelitischen »verein». — Nachmittags um 4 Uhr fand » der Lnrutzalle ein« « Schulfeier stut«. Dmelbe wurde durch Besang der Zöglinge asttgelrstet. Es folgt« di« Aufführung eines ven Herrn Dr. Mannheim er »erfaßten Festspiels durch ein« Anzahl von Schüler» »nd Schülertuur». Hiewiach hielt «in Prima«r eine Ansprach« an de» Jubilar, ans welche dieser erwidert«.׳ Nochwall ertönt« Gesang »nd mst einem dreifache» Hoch ar^Hirest«: Dr. Baerwald schloß bi« Reche der Ovationen. (Wie »irr dörr», ist noch eine -illgemrine Feier in Aut'ftcht genommen, kamst auch weiter« Kreise ibr« Verehrung für de» Jubilar Ausdruck «eben können.) UtMtstart. .Di« Juden findtn dem Kampf« derBeifternicht auf berSeite z» fluden, wohlu fl« eigentlich gehören, nümlich auf Geste» der Sozialdemokratie. Di« ,aterdrückte, «ntervt« Arbeiterklasseond die «1 olle» Mitteln in di« Ausnahmestellung, «uf di« Partaituse wieder herabgrdrück» «erben sollenden Juden gehören in de« Kampfe des Ltchste-l gegen die Finsternis, des FoitschrÜle» gegen bie Reaktion zusammen. ..Das sollte« doch di« Juden endlich »insrhe«, deß nur der So-' ziaUomu« ke>nen Unterschied der Rafl« und de» Biaubeu». daß er uur gute oder schlecht« Menschen kennt, das ader all« übrigeu Parteien eine «ehr oder «!»der groß« Anzahl vou Antisemiten in ihrer Mitte bergen Di« Emanzipation der Juden ist vielen unserer deutsche» Freiheit-Helden ein Dorn i>n Aua«. Weh« den Juden, wenn st« nicht nach und nach begrrtsrn, wobin sie gehören, wen» st» nicht riusehea, daß der völkerbesreiend« Sozialismus auch chnen di« Kreiheit bringen wird. Nur der Sozialismus besitzt den A i l l r « und dir K r a f t, dem Antisemitismus euigegenzutceien.- — Dieser Lock- und Drohrus« eines hier erscheinenden sozialdeinokratischen Blattes ungeachtet, «tflo« d>« Juden wohl, wohin st, gehören: auf Besten derjenigen, di« mit -efetzllchen Mitteln lür gleiches Recht tümvse». Sie werden sich durch nichts vou der Bahn des Besetze» und der Saterlandsilebe abdringen laflen. Vien, 8. August. Da» .Bolksdiali" signalisirt dir bevoistehende behördlich« Auflötung des deutschnational-anlise- «»tischen Bermanendunde« mitsammi dessen hundert Ortsve rbündrn. In Vstslau starb am 24. Juli der Journalist und Schriftsteller Pau! d'Abreft 48 Jahre alt. Er war Eoriespondent de» Pariser .Temp,״ und der .Jndnpendancc Belge". In Prag geboren, taia er als Knabe nach Pari», wo «r erzogen wurde und später d,e fronzvsische Gtaallbürgerschall erwarb Nb-eft war ei» Lchrriegersohn des vtrnorbtnen Obercaniors Profeffoi s Sulzer. Ein eigentümliches Zu» sammentreffen ist es, daß am selben Tag« ei» zweier Schwiegersohn Sulzers, Herr S. B. F i s ü, e l, ein«- plötzliche» Todes starb. Das Leichenbegängnis des ersten fand am 28. Juli unter zahlreicher Betrsttgung von Beruisgenoffen aus der israelitische» Abteilung des Eentral-Kiiedhoset statt. Herr Oberrabbiner Dr. Büdrmann hielt dem verblichenen einen warmen Nachruf. Am offenen Grade sprach dann im Namen des Berbande« der auswärtigen Press« Herr Negierungsraih Hajek Rnmör.ien. Aus der oberen Moldau lausen Klagen über das barbarische Vorgehen rin, dessen sich di« untergeordneten Exekutivor, gane bei Austreibung der Juden aus den Landgemeinden schuldig machen. So erzählt di« sonst durchaus nicht judeafreundiiche .Bocca Boloschanilor", daß im Dorf« Jbaneschtt bei Dorohatu zwei Judensamilirn wie Beh aus der Gemeinde getrieben wurden, nachdem deren Habe von de» Lcuten des Primär» aus den Häusem geschafft und auf bas freie Feld geworfen worden war. Wie ball erwähnte Blatt bemerkt, brgreife es .t-ohl den Bestand eine« Besetz««, welche» fremden, beschäftigungslosen Vagabunden den Aufenthalt in den Därfern verbiete!: aber die Alt und Weise, wie diele» Belitz jetzt vollzogen werde, lichte sich nur gegen die ihren Lebentunierhalt mit harter Arbeit verdienenden einheimische» Juden. li»Hd»». Hier weilt gegenwärtig der junge jüdisch« Belehrt« Dr. Kaminka, der sich nächsten« von hier nach Berit» begebe-, wird, um an der Lehranstalt für jüdische Wiflrnschast als Nachfolger David Cassels den Lehrstuhl einzunehmen. Jer«s»le«, im Juli. Nachdem im franzäsifch:n Botschaftshotel elektrische Beleuchtung angelegt worden, wurde im hiesigen Magistrat der Antrag geuellt, bi: Straßen Jerusalems auch durch Bogenlicht zu beleuchten. Unser Blaubensgenofl«, der verdienstoolle Techniker Buck s» mann, hat dem Magistrat einrn diesbezüglichen Eniwurf unterbreite». Die Anlagekosten dürften sich auf 860» Lire belaufen. Bucksmann schlägt vor, ein« Anleihe vou 1500 Lire zu bew:rkstelligen, welch« später durch die Einnahmen sür elektrische Beleuchtung sicher gedeckt würden: er gesenkt, lalls t׳ie Annahme der Borlag, erfolg», dt« Anlagen bis spätestens Januar 1394 fertig zu stellen. Mmttitt* Mehrer« junge Leut« »n der Akademie graduiiten van Rot« Dame in Dahlon-Ohio. ■ Die Einzige von ollen, di« wft Ehren von der Akademie ausgezeichnet wurde, war «ine Jüdin. Fräulein Emma Holz. Herr Max Wertheimer, Slabdiner der Be- »rinde, wurde eingrlade«, di« Ehren zu ertheilen and die obligate Red« zu halte». Der Capian des Institutes» Pat.1 Marti» Neville schloß di« Ereeeitien. Er sagt« unter ande«m: Es zeige von großer Toleranz drs religiöse» Denken«, daß es ihm und de» Akademie heut» »ergänni sei, die höchsten Würden, die da» Institut zu vergeben »at, an eine .Jüdin" veritehrn zu sehen und die Genug huung zu haben, daß rin Rabbiner denBrad der akademtschenWürde an rin« Schülerin von Not« Dam« rrreilt. — Der Erzbischof Henri> von Cincinnati sandte ihr seine herzlichen Bltckwünsch« durch di» krchwester ». Julia vr. Not« Dam«:״Ich habe nur Zeit dr» Empfang Jh«r Einladung zu bestätige», und »eine» herzlichen Segen au alb Jh« Schwestern »nd Schüler» intvesonde« an Fräulein Holz zu sende». Möge sie Leucht« und Stärk« had«, Botr zu dteure in diesem Leben und th» drfitzr» im ftinftigen Leben. Bet«! sür wich. William Henry, Erzbischof, Cincinnati

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