Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift · 1893-08-11 · 33 (11.8.1893) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
33 (11.8.1893)
Date
1893-08-11
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/6492344-5935087-5962227--1681-5375761
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nun folate dir Eröffnungsrede de» Borfitzinden, der zunächst dem Lenker der Schicksale Dank brachte, da« ihm die Gnade »erliehen sei, auch die heutige 25. JahreSverfamnilung wieder leiten ui können. Einen Rückblick auf den nu» abgeschlossen hinter un» liegknden^ Abschnitt unseres Konferenzlebent werfend, gedenkt Redner der Mickämpfer, über die sich der Grabhügel wölbte, obne daß sie die Erfolge mitgeniesien koonrcn, die durch die Lhütigkeu der Konferenz in diesem Zeitraum errungen worden sind. Nach diesen wehmütigen Erinnerungen weist dir Eröffn nungSredr auf den segensreichen Einfluß hm. den die Wahres- Versammlungen auf die Hebung des israelitischen LehrerstandcS in Hrffen auSgeübt haben. Unsere Jahresversammlungen haben das Gefühl der Zusammengehörigkeit und das SkandeSbewutzt- «in wachgerufen und die beruflich« Fortbildung der israelitischen Lehrer gefördert. Dadurch haben ne erheblich zur Hebung des Ansehens derselben beigetragen, ,denn solange von ihnen das Banner des Idealismus hochgehalten wird, wie sich da» auf unser» Jahresversammlungen zeigt, kann den Lehrern der Vorwurf de« Egoismus nicht aemachc werden." Ebenso notwendig wie den Rückblick auf die Vergangenheit hält Redner einen Hinblick auf die Zukunft, in welcher auf dem Gebiete des Schulwrsens der Kamvf zwischen Konfessions- und Simultanjchule auszufechten sein würde. Von unserm Stanbvunktte aus föune für die Gegenwart, .mit ihrem Haffe und ihrer Liede" nur dem Fortbestände und der Weiterentwickelung der konfessionellen Schule das Wort geredet werden: die Entwicklung der Menschheit werde jedoch eine Zeit herbeiführen, in welcher die allgemeinen Volksschule möglich und notwendig sein werde. Zu den Lehrern hat Redner das Vertrauen, daß sie nicht von ihren Jdealen, nicht von der Sache Gottes lassen werden, und darum könne sich ihm der Blick in die Zukunft nicht trüben, wie er sich auch die Hoffnung nicht rauben lasse, daß auch ihre soziale und materielle Stellung sich immer mehr heben werde. Mit einem warmen Willkommengruh an die Erschienenen, herzlichen Danke׳- worren für da» ihm stet» entaegengebrachte Vertrauen und die der Konferenz von den Behörden zuteil gewordene Förderung schließend, klang die Eröffnungsrede aus in ein begeistert aufgrnommenes Hoch auf den LandeSoater, nach welchem die Versammlung die Nationalhymne sang. Hierauf folgte der Vortrag des Herrn Oppenheim-Barchfeld: »Warum soll die israelitische Schule in Heffen erhalten werden? Die Ausführungen des mit vielen Fleiß« ausgearbeiteten und von einem tiefen Einblick in die Sach« zeugenden und darum trefflich gelungenen Vortrags, für den dem Herrn Oppenheim reicher Beifall warb, sind am besten durch die Leitsätze wiederzugeben, die darum hier folgen. Leaiatz l. Die israeiüffche Elementarschule Heflen« soll erhalten w«r>»u, well sie trotz der geringen Berhillmsse, au» denen sie sich entwickelte, und der «chmierigteüen, gegen welch« sie zu kämpsen genSligi war, «ine segensreich« Vergangenheit hat uns bezüglich ihrer Leiuuugen in Erziehung und Unter, icht den übrigen Lchulen ebenbürtrg zur Seile fleht. Leusatz 2. So lange die Volksschule mir simultanen Charakter nicht «ingeführt und die «altellung israelitischer Lehrer an derselben nicht gewährterftct ist, soll au» idealen, sozialen und materiellen Grund«» die isr«eliti,che< Elementarschule erhalten werden. Leitsatz 3. tlirt allen zu Gebot« stehenden vrittelu ist dahin zu wirten, sie auch an solchen Orlen zu erhalten, wo die bestehenden ElrmeMarschulen au» titangel au MiNeln oder ״egen geringer Schüler- Zahl in Frag« gestellt sind, und daß an Ori«,׳, wo solche nicht destehen, neue errichtet werden Leitsatz ». Um auch serner ihrer Aufgabe gewachsen zu sein, ist es nbtig, bah die israelüischen Elementarschule-, mit den beste« Lehr- und Lernmotet aueaeflartel werben und daß die israelüisch« Lehrer eine entsprechend« Besoldung erhalten." Auch dem Korreferenten, Herrn Weingarten-Bebra, wurde von der Versammlung der verdiente Dank für seine zwar kurz gehauenen, aber doch gm angrbrackiten Bemerkungen zu eiuzelneil Punkten des Referates auSgrsprcchen. Der von Hern Gutkind» Caffel erstctte Kassenbericht war recht erfreulich. Dmch eine Subvention bei D. I. G. B. von 230 Mk und eine solch« des LorstchcraviteS der Israeliten zu Laffel von 100 Mk. war eS ermöglicht, die Jahresversammlung etwas festlicher al» sonst zu gestalten, wa» die Versammlung mit derzlichem Dank aufnahm. ES folgten sodann namens des AuSsämffeS durch den unterzeichneten Amram einige Mitteilungen. Den durch die vorige Jahresversammlung erhaltenen Auftrag ailSführend ist der Aus» schuh bei den vier Borftebämlern um besondere Honorierung de» »orsängerdienfte« vorstellig geworden, Dieielben haben teil« ablehnend, teils ermutigend geantwortet. Doch ist es notwendig Seworden, wegen der inzwischen begonnenm Neuregulirung de« )iensteinkommen» der Lehrer die Frage der besonderen Honorieruog de» Lorsänarrdienste« bi» auf a eitere» zmückzustellen. Besonder» erfreulich war die Mitteilung, die dann »sch durch jjtrni K atz-Lan^m^lbold ergänzt wurde, daß — entgegen den rchtuogen, die israeli ischea L«l»rer möchte» von der allgemeine« Gebalt-regulierung aufgeschlossen bleibe» — die Gehälter der israelitischen Lehrer im Kieisc Hanau bereit» erhöht worden seien. — Bezüglich de» im r origen Jahre ange» nommenrn Antrags, bei den Borsteherämtern um bessere Regelung de« Dienstverhältnisse», in welchen» die Lehrw al« Vorsänger zu den GemeiydeSltesten stehen, einznkommen, hätten vorlänsia münblich Unterhandlungen stMtgefunden, weshalb sich die Erledigung der Angelegenheit bis jetzt verzögert hat. Für die nächste in Marburg stattsindeiide Jabresverfamm» lung wurde ״die Vorbildung de» iSrarl. Lel rrrS" als Referat bestimmt. Der Unterzeichnete Amro m üben ahm das Referat, Herr Blach-Gudenberg das Korreferat. Nachdem die Versammlung mit dem Wunsch eines frohen WiedersindenS im nächsten Jahr«, geschloffen war, svrach Herr Älach den! Herrn Vorsitzenden für dre umsichtige Leitung der Verhandlungen den Dank der Versammlung aus. Die eigentliche Festesstimmung kam erst be. dem gemein/chaftlichen Mahle recht zur Geltung. Dasselbe brachte zwei Ueberraschungen. Herr Dr Stein batte nämlich «ine von ihm der 25. Jahresversammlung gewidmete ״Geschichte der israelitischen LehrerkoNferenz Hessens" als Festschrift vor Beginn de» Mahle» verteilen lassen Die zweite lleberraschung bestand darin, daß Herr Gutkrnd Herrn Dr. Stein als Angebinde der Bersamm» lung zu der Jubelfeier und als schwaches Zeichen ihres Danke» einen prächtigen Blumenstrauß überreichte und in einer kurzen Ansprache die Verdienste würdigte, die sich Herr Dr. Stein um die Konferenz erworben, denn er sei eL gewesen, der sie in« Leben gerufen, durch die 25 Jahre geleitet und sie aus ihre heutige Höhe gebracht habe. Erhebend war e«, wie Herr Dr. Stein mit fast erstickter Stimme Dank für die Aufmerksamkeit sagte und^elodtr, auch fernerhin dem Wöhle der hessischen Lehrer und ihrer -schulen seine ganze!kraft zu widmen. Bei dem Mahle herrschte die angeregteste Stimmung. Der erste Trinkspruch, auSgebracht von dem Vorsitzenden, gast selbstverständlich Sr. Majestät dem Kaiser. Ebenso selbstverständlich war Herr Doktor Stein Mittelpuntt aller Ovationen. Ihm wurden Trinksprüche gewidmet von den Herren Corn eliuS-Rotru» bürg, Lion »so. -Fnelendorf und Samuel-Bleicherode. Weitere Trintsprüch« brachten aus: Herr Gutkind auf den D. I. G. B. bezw. dessen Vertreter, Herr Gotthelft, der dann mit einem Toaste auf die Versammlung anrwortete, und der Unterzeichnete Amram aus die Gäste, in deren Namen die Herren Dr. Rosenberg und Dr. Munk erwiderten. In gehobener Stimmung ttennte man sich in dem Bewußtsein, wieder einen schönen Tag verlebt zu haben. Möge das Band, das die Jahresversammlungen um die isr. Lehrerschaft Hessens geschlungen hoben, auch im zweften Viertelhundert sich immer mehr befesttgenl Tie Schriftführer: Ovvenheiui- Treysa. Amram-Borken. vefterrei ch-U»- am. Wien, 28. Juli. Segen die Ausschmückung der Särge mit Blumenkränzen svrach sich Je llinek wiederholt energisch au», er appelliert neuerdings an da» ästhetische Gefühl und an den praktischen ÄohlthätigkettSfinn. Seine auch über die Grmeinde Wien hinaus zu beherzigende Worte lauten: ״Es macht einen eigentümlichen Eindruck, den Tod und das frische Leben verbunden zu sehen: hier den Sarg mit dem verwesenden Leichnam, über ihm und neben ihm duftende und farbige Blumen. Wir begreifen eS. daß man bei lustigen und frölichen Gelagen Blumen auf die reich gedeckte Tafel seht: nicht aber dort, wo da» schwarze Bahrtuch fick ausbreitet. Um nun vollends, wenn man Augenzeuge ist, wie diese Spenden von _ ihr inn.gste» Beileid au dem Hmicheiden einer theuern Person durch ein sichtbare» Zeichen auSdrücken, daS geschehe aber mcht durch welkende Blumen, sondern durch helfende Haben. Die meisten Vereine klagen über geringe Einnahmen und ungenügend« Zuflüsse. Bielen derselben würde r» zur Erreichung ihrer Zwecke zu statten kommen, wenn man ihnen die Bettäge, welche die Todenkränze veranlassen, zuweudrte. Dir schlagen besonder» zwei Vereine zu diesem Berufe vor: den Waisen-Berein und die Lhewra Kodifcha. Die Waisenvereine sorgen für verlaffene Kinder, denen der Vater oder die Mutter durch den Tod entriffen wurde, und e» ist gewiß empfehlenswert, solchen Bereiaen da» Geld zu widmen, welcke» Kranzspenden kosten. Die Lhewra Kadischa nimmt sich der Kranken und der RekoovaleScenteu on, leistet ihnen Beistand in den schweren Stunden de» Scheiden» und sorgt für ein würdige» Leichenbe» gräbntb. Solche Vereine verdienen, daß sie reichlich bedacht werden, damit sie leben können, solange sie nicht arbeitskräftig find. Dt: Blume der Wohlrhängkeit wem nicht, rrguim die Seel« der Bekümmerte». Möge sie den Sieg davon tragen über verwelkend« und sterbende Blumen in Todenkräazial

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.