Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 32 (4.8.1893)
- Date
- 1893-08-04
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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- L49 — «rüßte die Versammlung, besonder« die werten Gäste und gab zuerst dem Schmerze Ausdruck über da» Ableben der Kvuigtn Olga, die dem Verein jede» Jahr eine huldvolle Gabe zuwendete. Der Verein erfreut sich der fortwährenden Teilnahme der i»raelttischen Gemeinde« de» Lande», besonder» der Gemeinde Stattgart, die durch die Bemühungen de» Herrn Bankier S o n t - beim er fast die Hälfte aller Beiträge und Spenden leistet. Auch Ihre Majestäten der König und die Königin bewahren dem Vereine fortlaufend ihr Interesse. Da» Anden! en de» verstordenen Kirchenrat« Dr. v. Wassermann, der dem Unterstützungsverein stet» ein warme» Interesse entgegenbrachte und jede» Jahr die Versammlung besuchte, sowie das der Vereins- Mitglieder Stern- Sontheim, E l fß 61r«Crailsheim, der viele Jahre VereinSsekretär war, sowie Eichberg hier wurde durch Erheben von den Sitzen geehrt. — VereinSkafstrer Metzger- Cannstatt erstattete Bericht über den Stand der Unterstützung«- verein». Da» Vermögen hat stch auf 43882 M erhöht, und e» konnten wieder gegen 1600 M. in Gaben von 23—200 Mk. an Wittwcn und dürftige BereinSmitglieder oerwill gt «erden. Auch . der seit einer Reihe von Jahren regelmäßig gegebene Beitrag an den allgemeinen Unterstützungsverein wurde wieder genehmigt. — Iu der nun folgenden ftriwilligen Konferinz reserirte der BereinSvorstand über die Thätigkeit de» BereinSauSschusse» seit der vorjährigen Versammlung, betreffend die schon oben erwähnte. Denkschrift vorerst an die K. JSr. Oberkirchenb« Hörde. Nachdem nach kurzer Debatte über die Tagesordnung biee nach dem Borschlag dr» VereinSvorstand» angenommen war. wurden die einzelnen Punkte der Denkschrift ausführlich, aber sachlich und friedlich, beraten. Der wichtigste Punft betraf die nicht mit einem Schuldienst verbundenen Vorsänger- (ReligionSlehrer-s Stellen. Diese find in mehreren größeren Gemeinden nicht definitiv besetzt, sondern bloß durch Amtsverweser, wozu anstatt durch die Oberkirchenbe- Hörde, wie e» gesetzlich ist. durch die Gemeinden oft nicht geprüfte ausländische Kandidaten berufen werden, so daß württembelgische Kandidaten in ihrem Fortkommen beriuttächtigt werden. Die Denkschrift bittet deshalb dringend um Aihilfe, besonder» daß bei vorübergehender Erledigung einer B »rsängerstclle die Besetzung nicht durch da» Kirchenvorsteheramt, andern durch die Oberkrchenbchörd« erfolgen, und zwar bei Vorhandensein inländischer geprüfter Kandidaten unmittelbar, bei Mangel von solchen durch öffentliches AuSschreibcn an für den Lehrer- und Lorsängerberuf ausgebildete und befähigte Ziemer der. Gegen «inen Anttag, auch die Wahlen der d efinittven Vorsänger nicht mehr durch die Gemeinden, sondern nach den gesetzlichen Vorschriften durch die Oberkirchenbehörte vornehmen zu lasten, wurde vom Vorstande eingewendet. daß dadurch ein Gesetzesparagraph geändert werden, die Bitte deshall vor den Landtag gebracht werden müßte, dieser Wunsch daher schwerer erfüllt werden und dem Stande mancherlei Schädigung bringen könnte. Nachdem Spatz-Affalttach, Heß-Rexingen für den Antrags der Vorstand und Haymann - Laupheim dagegen gesprochen hatten, auch der Aittragsteller erklärt hatte, daß der Anttag nächste» Jahr wieder zur Verhandlung komme, wird vo r der Aufnahme desselben in die Denkschrift Abstand genommen. Der zweite Punft der Denkschrift, die Bihörde wolle ihre ernsteste Fürsorge auf die Erhaltung und Förderung i»r. KonfessionS- und ReligionSschulen richten, wurde länger debattiert. Der Vorstand sühne aus, daß dadurch die Lehrer leichter vonücken können, daß den Gemeinden verschiedene Borteile geboten werden, ohne daß sie einen größeren Aufwand haben, daß e» ferner den au« dem Seminar ttetenden Zöglingen ermöglicht werde, fich im Elementarschulwesen tüchttg auSzubilden. Forchheimer hält die Erhaltung und Errichtung der tSr. Schulen für unwahrscheiulich und hätt Kommunalschulen für den einzigen Anker, der den t»r. Lehrern geboten ist, um Anstellung , zu erhalte». Dr: Stößel spricht fich gegen Simultanschalen den KonfrsfionSschlllen aber auch wmig ArMcht. -a unsere Israeliten tu de: Stadt »war nicht gegen Konsesston»- schulen, sondern gegen deren Lharafter al» Volksschulen gesinnt find, die ihnen zu gering für ihre Kinder scheinen. «» sprechen noch Neckars ul me r»8uttenbausea und Preßburger-Creglingen, worauf der Wortlaut der Denkschrift gutgeheißen wird. Der dritte Punft der Denkschrift beanttagt: Dem Lehrer- Vorsänger soll für seine vorsängeramtttchen Dienstleistungen eine erheblich höhere Belohnung ol» seither (80 Mark) gegeben werden und zwar um so mehr, al» diese Leistungen viel Mühe und Zeit neben dem Schulamt in Anspruch nehmen; auch um eine angemestene Neuordnung der Gebühren für Kasualien wird gebeten, sowie um Verwilltgung der Belohnung für unständige Vorsänger-Lehrer; der Wortlaut der Denkschrift, sowie die wiederholte Normierung der Ferien in den Schulen werden angenommen. Metzger-Cannstatt giebt seine Erfahrungen kund über .Iugendgotte»dienst", seine Schwierigkeiten (zu große Belastung der Lehrer» Aufsicht der Schüler), Zweck dieser Einrichtung, Zeit derselben (Freitag Abend, weil anziehender und bestere Frequenz) und empfiehll hierzu: »LewandowSky'S »Freitagabend". An der Debatte hierüber beteiligen fich der BereinSvorstand, Dr. Stößel, der seine Erfahrungen darüber mttteilt, Dreifuß- Heilbronn. Der Anttag S patz-Affalttach zur Gründung eines iSr. Lehreroerein» (unser Verein hat den Namen »Unterstützung»- verein") fand keine Unterstützung: dagegen stellte sich die Versammlung der Vereinigung aller iSr. Lehrervereine Deutschland» sympathisch gegenüber. Die Verhandlungen, die erst spät geschloffen werden konnten, waren recht ftuchtbare und beftiedigt schauen die Teilnehmer auf dieselben zurück. B»de«f«lde. 30. Juli (Orig.-Corr.) Nicht in meiner Eigenschap al» Schriftführer auf der diesjährigen Versammlung der südischen Lehrer in Hannover^ sondern privatim, da ich doch hin und wieder ״in Publizistik pfusche", möchte ich die^Ausführungen des Herrn Reußm seinen »Nachbemerkungen^ (in Nr. SO dieses Blattes) nicht unwidersprochen lassen. Zunächst kann ich Herrn Neuß die Versicherung geben, daß i ch das Protokoll, soweit eS mir oblag, rechtzeitig vor dem Verstreichen der vier Wochen fertiggesteltt habe. Ferner: ich habe weder vor noch nach der Konferenz, weder mündlich noch schriftlich mir Herrn Dr- Kroner bezüglich seine» Referats ein Wort gewechselt. ES ist allgemein gebräuchlich, daß die Schriftführer, die wohl selten Stenographen find, sich m der Konferenz Nottzen machen, die sie dann nachträglich verarbeiten. Auch ist e» gebräuchlich, daß die Referenten ihr Referat schriftlich einreichen. Man kann doch nicht alle« und jede» im Gedächtnis behalten. So ist es auch diesmal geschehen. Bei der Ausarbeitung in der Reinschrift kommt e» nun darauf an, daß das Wesentliche beibehalten, UnwesentlicheS ausgeschieden werde. ES ist nur schon mehrmals widerfahren, dag Bemerkungen, die ich in der Konferenz gethan, ungedruckt blieben: wallt« ich fie gedruckt sehen, so mußte ich zur Feder greifen. So habe ich mich für die Nichtbeachtung schadlos gehalten. Wer hindert nun Herrn Reuß, ein Gleiches zu thun? Bezüglich de« Protokolls über Herrn Selig's Borttag und die daran fich anknüpfende Debatte klagt Herr Reuß in aller Form über unzulängliche Berichterstattung. In aller Form- Da« dürfte wohl nicht der Fall sein, denn dann hätte Herr R. stch beim Vorsitzenden beschweren müssen. Doch sprechen wtt zuerst vom «rouer'schen Borttag: »Die jüdischen Seminare und chre Ausgabe". Nun ist da» Wort »Aufgabe* schon an und für fich uubestimmt. Ist es die Ausgabe, die sich die Seminare thatsächlich setzen, oder die Aufgabe, die fie stch vom allgemein pädagogischen Slandpuntte aus setzen sollen? Mcn könnte meinen, da» wäre wohl ein und dasselbe. Aber eS macht doch einen Unterschied, ob eine Konferenz dazu berufen ist» da» Thatsächliche aufzufaffen. oder Beschluß zu faffen über die Gestaltung der Seminare. Bon vornherein kann man also in dieser Beziehung gar nichts über Sinn und Bedeutung der Ueberschriit Voraussagen, man muß da» Referat abwarten. — Der Vorsitzende war in einer Art hat uns tm Stiche gelassen, «leueicht yane man die,. uuae lieber ganz unacSgefüllt lasten sollen, »och da» find Ansichten. Herr Blumenfeld bat de« Herrn Dtteftor Dr. Kroner, ein Referat zu übernehmen und machte den Vorschlag den Konferenzvorttag de» Herrn R. al» AuSgaogSvuntt zu benutzen. Herr Dr. 5k. sagte sofort zul Ja, sollte er warten, bi» der üorttag gedruckt war? Gehalte» war er jedenfalls, außerdem warten wtt. Gegnern gegenüber, bi« diese fertig find? Dan» Wirft» wtt auch nichts gegen dir Anttsemtteu «utternehmea, die sind noch lange nicht fertig. Stell»«» nehme» «egen etwa«, bedentti auch nicht, diese» schosi ver-