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Israelitische Wochenschrift · 1893-08-04 · 32 (4.8.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
32 (4.8.1893)
Date
1893-08-04
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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sagt er in der Einleitung, daß die jüdische Frage nicht bloß eine Krankheit der Juden, sondern der ganzen galizischen Gesellschaft sei, und wir gehen noch einen Schritt wetter und erlauben uns. das Wort ״aalizisch" zu «liminirr». Nach einer Rück- und Umschau der galizischen Zustände im Allgemeinen führt er, den Thatsachen folgend, die ur» sprünglich ruff. Antt^LmancipattonSbewegung auf die Juden- Verfolgungen iw Jahre 1880 in Rußland zurück, als deren Erbin die Wiener ״Selbst-Emanzipation" mit ihrer >m letzten Jahre in Galizien entstandenen polii. Kollegin zu betrachten ist. In dem Merkchen werden die Wiliersprüchr in den Programmpunkten der galizischen Zionisten nachgewiesen und die ganze Bewegung stteng objektiv und ir sehr seriöser Weise geschildert. Man sieht, daß eS den, Autor nur um die Sache und nicht um Personen zu thun ist, das Programm wird bekämpft, nicht aber deren Träger. Zum Schluffe wird der polnischen Preffe aller Parteischattterungen in Galizien ein Sündenregister vorgezählt und wir können den polnischen Lesern dieses Blattes die angeführte Schrift aufs wärmste empfehlen. Berichte und Eorresponveuze«. Dentschland. Mngdeburg, 30. Juli. Wie der Hatz blind macht und jede noch so heilsame Einrichtung verunglimpft, ihre ollgemeinnützige Ten« denz ins gerade Gegentheil verkehrt, ersieht man recht klar wieder ml( einem Artikel in Nr. 344 der .StaatSbürgerzeitung" (vom 25. Juli. Abendausgabe), in welchem sie über den bekannten Berttag. den der D.-J. Gen eindebund mit der Lebensversicherung»- gesellschaft »Viktoria" zu Gunsten der jüdischen Kultusbeamten abgeschlossen, herfällt un) nach Vorgang der .Kreuzzeitung" als eine spezifisch jüdische Organisation zm Ausbeutung der christlichen Bevölkerung drnunzirt. Sie schreibt unter der Spitzmarke: »Jüdische Organisation" wie folgt: Zu den charnkteristischsten Kunstgriffen jüdischer Politik gehört das Bestreben, alle öffentlichen Einrichtungen thunlichst konfemonS- I0S zu gestalten, fich aber gleichzeitig möglichst kräftige konfessionelle Organisationen zu schaf-en, um fich noch nebenher alle Sondervorteile zu sichern. Schon vor einiger Zeit berichteten wir von dem Bestehen einer spezifisch jüdischen Lebensversicherung. Heute können wir darüber noch weiteres Mitteilen, und zwar auf Grund eines zu unserer KennttiiS gelangten Rundschreibens des Deutsch- Israelitischen tzlemeindebunoes. Derselbe hat mit der Allgemeinen «erficherungsakttengesel schast »Vittoria" in Berlin ein Abkommen 11, woncch alle im Deutschen Reiche getroffen, woncch alle im Deutschen Reiche wohnhaften Juden bei Eingang der Versicherung besondere Vergünstigungen genietzen, während auheriiem der Gemeindebund einen Gewinnanteil von den abgeschlossen ToioeSfallversicherungen dieser Person erhält. In dem genanisten Rundschreiben heitzt eS wörtlich: »Der Ausschuß de» Deutsch-iSraelitische» Gcmeindebunde« ist der Ueberzeugung, durch Abs chluß diese« Vertrage» mit der ״Bictoria" ei» Werk vollbracht zu habe», welche« nach mehr al» einer Richtung hin der deutschen Judrnhest zugute kommen wird. . . . Die Abschlüsse, welche allem i» de» zu unserem Bund« gehörige» Gemeinden ftatigefuudeu haben, etzten dir. Gesellschaft iu den Stnnd, dem Gemein de- Kunde iu den lktzien nein Jahre» die Summ« von 144177 Mk. SPs. an Provisionen zu zahl«», welch« fast vollständig der »Friedrich-Wil- Helm-Victoria-Snstung- (für jüdisch« Gemeindebeamte) zugewtesen worden find. . . Jeder deutsche Jude ohne Ausnahme, welcher bei der ,Victoriaeine Berstcheruug auf den Todesfall abfchließt, genießt sorran dir oben bezrühneten Vergünstigungen, und Hot »eben dem Votteil der eigenen Ersparnis auch noch da« unseren Glaubensgenosse» gewiß wohlwollend« Gesühl, eia gute» Werk gefördert zu haben. Dean von jeder solche» Bersichmung erhält der Gemeiadebuad einen Gewinnaateil, der, wem auch im Etuzelfalle gering, doch durch die Vielheft bedemend wird, und uns in den Stand scht, für unser« armen Beamte» zu so»«, sowie alle die Aufgaben zu erfülle», die im Interesse der soziale» Hebung der deutschen Judenheit de» verbundene» silbischen Gemeinden gestellt find . . . Die jüdischen Gemeinde» d«S ganze» deutschen Bäte -laude«!oerden durch die vestimmung de« neuen Bernage« zu «ine» wichtigen Liebe»werke veretrt, und jede« jüdssche» Bürger wird e« ounab möglich werde», durch Versicheruugtuahme bei der »Victoriazu« siiedeche» de« Bunde» und seiner Stiftung»» deizntrage».- So sucht sich dar Judentum nach alle» Richtmige» hi» zu orgaMren. Welcher laute Geschrei würde» aber die nämli' im erhebet, weu» eine chris worden wäre! In Zukunft wird solche» Geschrei keine Wirkung ) hoffen mehr üben und hoffentlich nirgend» die christliche Bevölkerung abhalten, sich wirtschaftlich ebenfalls zusammenzuschlietzen und׳ zunächst christliche Versicherungen aller Art in« Leben zu rufen, ^n dem ganzen Vorgehen liegt aber auch ein neuer Beweis für Ke Unwahrheit der von jüdischer Seite ausgestellten Behänd» tung, daß die Juden nur eine ReligionSsekte feien. Sie sondern fich m jeder Beziehung von un» Deutschen ab und suchen nament» lich wirtschaftliche Vorteile auf jede mögliche Art sich »o verschaffen. Sie sind eben ein Volt im Volke, bilden einen Staat im Staat« und deshalb ist die volle Gleichstellung diese» Gaftvolke», da» sich selbst von un» scheidet und nur oestreot ist, die volittsche Gleichberechtigung dazu auSzunntzen, um die Herrschaft auf vo«!irischem Gebiete an sich zu reitzen, wie e» da» auf wirtschaftlichem längst aethan hat, ein Unrecht gegen das deutsche Volk, da» unter allen Umständen wieder gut gemacht werden mutz. Man weiß nicht, soll man mehr die Dummheit oder die Ge» hässigkcit dieses Geschwätzes anstaunen. Mt solchen fadenscheinigen Gründen (?) kann man alle Sterbekaffen der ver» schiedensten Genossenschaften, die Versicherungsgesellschaften der Beamtenvereint, Berttäge mit den Postbeamte« und anderen Be« rufSkategorien, als Souderbestrebungen und der Gesammthett schädlich hinsttllen. Bisher aber hat der Staat alle diese Be» strrbungen als gemeinnützige gefördert und wird die» ttotz der anttsemittschen Hetzereien wohl auch ferner thun. Lerki«. Di« von dem H. Abrahamschen Ehepaar« in» Leben ge» rusene und gelestete israelitische Volksküche (Klosterstr. SV,) vrrab» folgte im ersten Halbjahr« diese» Jahre» 1436 ganze Portionen a 25 Pfg und 29 2A1 halbe Portionen a 15 Psg. (Suppe, Gemiije und Fleisch), 78 859 halb« Portionen a 10 Psg. (Gemüse und ikartoffeln), 4l 361 Portionen a 5 Pfg. (Bouillon und Fleisch), 43 401 Portionen Nasse«. ä S Pfg, 38 860 Abrubsuppen a 5 Psg, 21 502 Abend» Pottionea a 10 Psg. (Kartoffeln und Hering). An» Mitteln de» WohllhäligkettSfondS find umsonst verabreicht worden an Schulkinder 17 655, an Erwachsen« (Mittag«) 15 950, au Erwachsen« (AdendS 5959 Portionen. Der Andrang zur Fresspeiüng ist ein so gewaltiger, daß die Verwaltung bittet, sich an Ott und Stelle »on der dott ohne Unterschied der Konsesfion geübte« Mildtättqkeit zu überzeugen und durch Uoterstüpung de» Wohltätigkeitfonds daz» betzuiragea, daß «ach wie vor Hungernd« gesättigt werben können. F. Berit», 29. Juli. Test einiger Zeit trieb hier ein Schwindler, »elcher fich .Rabbiner Jacob Landau" nannte, sein Unwesen. Er gab sich für einen Sohn de» Petersburger Großrabbiner» und einen Enkel de« westbekanntr» Prager vbrrrabdtnrr» Ezechiel Landau au«. Zu» gleich behauptet« er, Schwiegersohn de» bekannte» Großhändler S. Günzberg in Riga zu sei». Er beschwindeste hier einen Getre!behändler W. um 50 Mk. indem er angad, vo» Rabbiner Anerdach an ihn empfohlen zu sein, auch halte er auf einem Empfehlungsschreiben di« llaterschrist de« Groß-Rabdiner« Landau in Petersburg gefälscht. Er wurde verhaftet und de» Betrüge» anaeklaat. Ja dem vorgestern stattaehabten Termin wurde der famose Rabbiner de» Betrug» unter Vorspiegelung falscher Thatsachen überführt und vom Gerichtshof, de« über den Antrag de« Staatsanwalt« (2 Wochen Geftngni») weit hinan«» ging, zu 6 Wochen Grfäugai» und LandeSverwessung veruneilt. 25. Juli. (Or^Corr.) Heule fand im Hotel Degginger hier dl« jährliche Verfammluug der iSraelittscheu Lehrer Württembergs statt. Am Vorabend beriet der Verein»» auSfchutz mehrere Stunden über die zu verwilligenden Unter», stützungen sowie über die der Versammlung zur Beschlutzfaffung vorzulegende Denkschrift an die K. Israel. Oberkirchenbehörd«, die Lage der iSraelittscheu Lehrer betteffend. ES handelte sich dabei um zwei Punkte, worüber bei den AuSlchutzmitgliederu Meinungsverschiedenheiten herrsche, um den «nttag von Forchheimer-ErnSberg, betteffend Kommunalschulen, und der von Stratzdurger-Buchau, betteffend die Wahl der Borsänger-ReligionSlehrer durch die Gemeinden. Erst nach langer Debatte wurde eine Einigung erzielt. An der beuttgen Hauvttersammlung beteiligte fich etwa die- Hälfte der Bereindmitglieder: auch die Herren Rabbiner Kahn- Laupheim und Dr. StützeI-hier, der Vorstand der iSraeli» ttfchen Waisenanstalt, Herr M H. Soldschmidt hier, sowie der greise 88jährige Ehrenvorstand Herr Oberlehrer a. D. Liebmanu hier, erfteuten die Bersammlunge» durch ihren Besuch und ihre Teilnahme au den Debatte«. Rabbiner Dr.Elufteiu»^ Laupheim eutschuldigtt brieflich sein Ausbleiben,Lehrer Ascher, begrützte die Bersaumtloug ttlegraphisch: auch der Gemetudebuudlirtz seiur Teilnahme bezeignr. Lstklurvarstaad, Oberlehrer Stern-l i 5 i Der

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