Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 30 (21.7.1893)
- Date
- 1893-07-21
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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fich Don der Lehr« ob« ein eingehende« Bild entwerfe«, oder ihr m seiner Schvle folgen kann, der »ersteht mehr, al» Mische» den Zeilen lesen. Nur immer mehr solche Lehrpraben, nnr solche Berichte, dann wird unser Echnlwagen schon weiter komme»! Znm Schluffe noch die Mtttheiumg vom HSrensemrn, hast in einer zweite» Prüffmg ein jnager Lehrer »die Gesthichtr Adr» Harns behandeln sollte, daß er aber wegen schlechter - Leistung Lünhstel!-«nddierhatsache.daffweimsich rüdische Lehrer iiber die Methode irgend einejüdische» Facher streuen, immer eine Methode mehr zum Lorschein kommt» al» Köpfe da sind. Und dennoch, dennoch aiebt» keine jüdische Methodik! Ja» da» ist t§ eben, warum ich schreibeי« בי חי*ר בעיניי יעי»ה :׳«. »Jeder macht fich feine Methode nach Belieben". — da» ist so recht dir »jüdische Methode." Rrnß, Lehrer. iLesterreich»U«-«r». Lu» flwlIM wird der »Oefterr. Wochenschnst" geschrieben: In den Schaulädrn Karlsbads findet man überall Teller, Taffen. Schüsseln u. s. w. mit Carrikaturen polnischer Juden häßlichster und empörendster Art. ffiit beschämend, rurücksetzend und »erletzend die« für die jüdischen KnraLjte im Allgemeinen and für die volnisch-jüdischen insbesondere ist. braucht wohl nicht erst geschildert pi verdm. Freilich, wenn durch den Buchdruck in den antisemitischen Blättern die tägliche Judeubetzr frank und frei <F:bt werden darf, dann »st e» wohl nicht befremdend, daß man die Juden auch -plastisch" auf Porzellan o. Majolika ungestraft insulnrt. Karlsbad ist aber ein Weltkurort, mindesten» macht e» Snjpruch auf diese» Prädikat, und da sollte man doch meinen, daß schon die einfachste RüKcht der Cortoifie und Manier e» erforderlich erscheinen laste, Kurgäste, welche von weiter Ferne kommen und die Karlsbader bereichern, gegen eine derartige em- Verende, die Gaffftenndschaft verhöhnend« Unsitte, wie sie kaum bei den Barbaren anzutteffrn sein dürfte, in Schutz zu nehmen. —Hera es geschieht in dieser Richtung hier von keiner Sette etwa». Der Stadttath, m welchem auch eimg« Juden Sitz und Sttmm« haben, scheint entweder für dir conttnuttliche Beschimpfung einer ärsßen Zahl der Kurgäste kein Berständui» zu besitzen, oder er Leibet dieselben nach grrßen Mustern. Dir biestge israelitische " illutgemeinde dagegen befolgt dre Bogel-Sttauß-Polttik, welche eigentlich den Anttsemittsmu» großgezogen und dir e» verschuldet t::, daß derselbe ein Machtfaftor geworden, der fteilich jetzt unbr^uem ist. Schließlich muß dem Skandale denn doch ein Ende bereitet werden, und die Karlsbader Juden ebenso wie die nach Karlsbad zur Kur kommenden auswärtigen Juden find keine ffere Behandlung wenh, wenn fie nicht gegen die ihnen derriteren Insulten mit aller Energie remonstneren. London, 16. Juli. Die ,.Anglo-Jewish Association“ hielt vorige Woche in der Central Svnagogur Chamber» unter dem Jorfitze Sir Julian Goldsmid's ihre zweiundzwanzigste Jahres- «ersammlung ab. Der Zweck des Verein» ist die Beschützung verfolgter Juden und ihre Hebung in den östlichen Ländern mittel» elementaren und gewerblichen Unterrichts. J.v dem Jahres- -richt heißt e», daß fich im vergangenen Jahre rin Wachsen de» Antisemitismus in Mittel-Europa geltend machte, welcher das Loo» der Juden in Lesterreich und Deutschland verbitterte und ihrenForttchritt hinderte. Was Rußland anbettifft, so «eist nicht» irauf hin, da» die dortige Verfolgung aufgegedrn wird. »Zum Unglück lehrt die Erfahrung, daß äußere Einmischung nicht» oder enig nützt beim Zaren und seinen Rathgebern, und die grfittete Wett kann nur hoffen, daß fie von selbst eine humaner« Politik beginnen. Rur für diejenigen, welche fich der rusfischen Berfolgung entziehen, ist Hoffnung und Hilfe vorhanden, und dieser Aufgäbe haben sich Baron Hirsch, da» rusfisch-lstdischr Eomitee in Island und andere ähnliche Vereine im AuSlandr unterzogen." Sir Julian beklagte, daß in Rumänien die Sinder der jüdischen Bewohner nicht mehr in den Schulen Aufnahme finden sollen, ttotzdem das betreffende Gesetz ganz unverfaffung»mäßig ist. ,im anderes rumänisches Gesetz verbietet die Anstellung der Juden in. HoSpttälern und gestattet ihnen nicht Apotheker zu sein. Thatsächlich werden keine jüdischen Kranken in die Hospttäler aufgenommen. Nicht ohne Besorgnis kann man auf die Entwicklung in Griechenland schauen. Dagegen zeigen fich der türkische Suttan und der Schah von Persien tolerant. Auch der Sultan von. Marokko hat einen Beamten, welcher fich Grausamkeiten gegen Juden zu Schulden kommen ließ, energisch zur Strafe gezogen Der Verein erkannte danwar die fegenrreichr Verwendung de» britischen auswärtigen Amte» an- »lluter alle« ominösen Zeichen de» Wohlwollen» gegen die Jude» am Ende de» neunzehr Jahrhundert» giebt e» eia Departement, deffen Arbett da» de st? Kegen mittel gegen den Antiscmttismu» liefert —die Erziehung der jüdischen Sinder." Nachdem der Ober-Nabbiuer dem anwesenden Baron Hirsch für seinen beispiellosen Opfermut ge» dankt hatte, erklärte dieser, er wisse sehr wohl, daß e» unmögllch sei, 5—6 Millionen Menschen au» einem Lande zu führen. Aber er wolle Kolonien von etwa zehntausend russischen Flüchtlinge» gründen, um zu zeigen, daß die Inden sehr wohl tüchtige Acker» bürger sei» könnten. — Lauter Beifall begleitete die Red« de» großen Philanthropen. Ctecvif«. Ci»«i»11«ii. Die ״Deborah"fchreibt: In deuTageSblättern wird jetzt vielfach die Frage behandeü, wa» schlimmer sü. die BerfolgmlA. der Juden in Rußland oder der Chinese« in Amerika. Uu» scheint die Frage müßig, denn jede Verfolgung ist und bleibt et» Unrecht. Wenn man ruhmrednerisch Tausende auSgirbt, um i» ftemden Ländern Missionäre zu erhallen, so ist e» sehr di« Frage», ob man nicht besser thäte, den in der LivUffation zurückgeblieben«» Rattonen durch Einwanderung in cioiltfirtrre Länder zu bessere». Lrben»anschauungen zu verhelfen. Nur insofern muß der Ber»- gleich zu Gunsten der rusfischen Juden aurfallen. al« diese de» gierig sind, fich in jeder Bezithuug zu nationalifiren, sich i»; Sprache und Lebensführung dem rusfischen Volke aiyuschlirßen^ wenn man fie gewähren ließe. Die Behandlung, die man ihae» zu Theil werden läßt, ist auch insoferne grausamer, al» fie, ungleich den Chinesen, keine Heimath baden, in welch« ihre Rechte-» nicht bestritte« w«den können. So od« s» zeigt e» sich, d«A uns«e Bibel, die lehrt: »Auch d« Fremdling und Beisaffe soll.-' neben dir leben können," noch nicht al» moralisch« Maß»/ stab überholt ist. Neueste und vermischte Nuchrichteu. Magdtvnrg 19. Juli. Di« Born -Kleinen Journal" verdresi Seasattouönachffcht, daß «in Afseflor L. (Leipziger?) vo« Minis dlo« deshol» nicht zum Amtöffchter ernannt morden sei, mell er JndS^ ist, wird in der hrntigen ministeriellen »Rordd. Allgem. Ztg." osfizietkt - al» unwahr bezeichnet. Vertt«. 17. Juli, »ns Anlaß der KunstauDstellnng hat de^t Kaiser mittelst Allerhöchsten lkrlaffe» vo« 5. d. Mt», di« sroge s»s»5 den« Medaille für Kunst u. A. auch dem Bildhauer M. Antokolöktz in Pari» verliehen. (A. ist ein aut Ruhlaud stammender Jude.) -- Be«u». 19. Juli. Di« konservative »Post" legt in ihrer heutigawi »pslttischeu Digeöüberfichl" da» folgend« rrumüthig« Bekenntnchsö»».! »lk» lieg: nahe, za uurersochen, woher die aMisemitffch« Bw»^ iveguug ihre derzeitig« Stöcke gewonnen hat. Die giiünd« llegen sogen- ■ scheinlich zum Zbtil auf demselben Sebiel«, aus dem die Ursache» deöx. Anwachsen» der «ozialdemolratie zu suchen find. Nicht »um weuh' aber bar der Nafienantisemititmu» Boden gewonnen durch di« sozialistisch angehauchten Bestrebungen der »Christlich-Sozialen״ . ״ die schaffe Bekämpfung de» Judenihum» dnrch di« Etöcker'schtzg Richtung, beide» verbunden' mit einer Agitation»»«!!«, welch« »e vz^-. Atzend und demagogisl^ ist. Der Anttsemttitmu» Her.» StöckerGx^ Thäffachen sprechen jetzt wohl auch f taut genug." (Die Einsicht kommt »er»«, 1». Juli. In «i fchl-M* Tendenzen, «ffch« eine der Hänpttriebfedern de» Autisenrititmu» Ber di« Ding« za sehen gewöhnt iS, wie sie wirklich sind, konme 1 di« Bickuag, welche nach differ Richtung dir Beseitigung der in konservativen Programm^nlwnff aegrn den Aatffrmiti»«»» qezoge Schranke haben mutzte, von Anfang an nickt im Zweifel sei». .I auch siir bi« Lhetlnehmrr jene» Bffchl kommt etwa» spät.) Zn einem hiesige» anttsemi« tischen Blatte liest man: Der antisemitisch« Reichtta,»' und Berleidiger .von Ahlwardt und Paasch, der Rechsttanwalt Hertwiz in Lharlottenbürg, ist »mn Kffegögencht in seiner EI< schaff al» Rfferveofsilirr w«ra Bertvriaernna de» Gehorsam» einer dreimonatliche» Fest» ugtstras« vernrtellt worb, Anlählich seiner Reichtagöknndtdntnr im Kreffe Li«»itz-Hahnau > Herr Hertwig vom königliche» Bezickd-Kommando Lelto» snsgff» über veffchüdeue sein« Prffa» betreffende'Meldungen, tat ta durch die gesannnte Presse ginge», Bericht z» erstatten. - Ans Suffortannng hi» h«te Herr Heckwig nur kurz ertltrt, -datz - Gerüchte ,ffcht» weiter al« v«ü dt» TsgMtn in di»! begckindet« WahtmoaSoer seien. Mehrere «oeffere de» Bezickltammemd«'», eine» ,evansm»B«icht b»