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Israelitische Wochenschrift · 1893-07-21 · 30 (21.7.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
30 (21.7.1893)
Date
1893-07-21
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Archt «auwalt Hertwig »■*«•niiMtttt •daffea. Hierin erblickt« Krieg«g«richt Uugehorsa» un» vrrnrteiltr ih» beöhalh zu M< ttltcher Festtmgsstraf«, welche der Beeurteilt«, »I« tt heizt dem- |M| ta fitaftfabttti lalttai n(\|. Bcdi»f 10. Aull. (Or^Cotr.) Ctnm schnellen Aufschwung hat her Gu»ag»gen.B««t» B«h Zijo» geuomme», Zer ervor 2>/, Jahren lebte Shaooog« in Zer Bruauenstr. 120 eingeweiht hat und jetzt sch»» sich »eiaalaßt sah, eia« neu« größere oottesdtmstlich« HeMtstätte auqusachea. Durch di« groß« Opferwilligkett der 22 Aitglieber unter liebretcher vethüse «udrrer edel« Gla»ben«ge»»ff«n konute <etzern di« »Ürdeooll« Synagoge (Brua»«ftraße 10) ihrer Brsti»»m>g übergebe» Weid««. Der fesaich geschmückte Raum vermocht« dt« geladenen »ad freiwillig teiluebmeave» Gäste kaum zu faste». Herr Rabbiner Wörter hielt die Weihered«, in welcher er »ater Zuamudeleguua der ^wchrtstworte: .Wie erhaben ist dieser Ort; es ist nicht« ander« 01« et» Gotte«hau«, »ad diese» ist die Pforte zu» Himmel" — aber di« Ertzabeahrtt de« Gotteshaus«» uad «brr den Einfluß, den e« auf da« Stbtn tot, ei»druck«oolle Worte sprach. Me»t»z. In der am 10. d. Mi» obgehaUenen Sitzung der «fthetischen Kommission kam dir Angelegenheit wegen de« Heine-Deak- »al« zur Beratung. Rach laug« Debatte «urve der Antrag de« Stadtverordneten Schäfer, di« Stadt Mainz «bg« dem Deakmal«ko»itee einen geeigneten «atz zur Aufstellung de« Hetne-Denkmal« überlasten, »At st gegen 3 Stimmen angenommen. Eia in der Sitzung nicht anwesende« Mitglied gab ebensall» schriftlich seine Zustimmung zu dem Anträge. tzMoäferrbstttel. 14- Juli. Boa hier wurde berichtet, daß der jüdische Viehhändler L. weg« Berletzuag der Eidrtpfiicht verhaftet »ordeu sei. Dt« Thatsache ist an sich richtig; jedoch -ft zu bemerken, dich die Ursache der Verhaftung verhälratßmäßig harmloser Ratur war. E» war nämlich s. Z. zwischen P. »ad dem biefigeu Hotel- »ttth F. ein seltsamer Kaufvertrag geschloffen worden, indem P. dem &für besten Portemonnaie mit unbestimmte» Ink>.lc eine» Ochsen, grade riner der P.'schen Dieustknecht« vorübertrteb, verkaufte. P., ׳de« der JnhaU de« Portemonnaie« bei der Rachzählung zu gering erschien, »ollte den Pact al« Scherz betrachtet totsten, wurde de«halb Von A. aus Vertrag«erfüllung verklagt und thatsächlich auch von den!Gerichten in Woiftndüttel uad Brannschweig verurtheüt. Da dir gab« de« Dhirre« dadurch von P. oerütrlt worden war, daß er H schleunigst verkauft batte, legte« ihm die Gerichte di« Verpflichtung «ms, *nitt Eid den erzielten Lausprei«. behuf« >u«zahlung destelben an Fischer, anzugebe».' Al« orthodoxer(?) J«raelit wvM« sich P. zur ^GtdeiNristung nicht verstehen; er da« seinen Lontrahenren flttzentltch, ih» davon zu entbinden, ja, er gelobte 500 Mk. au eine milde GÜHtuug zu zahlen. Alle« war vergeblich, der Hotelier bestand aus de» Eidesleistung uad erwirN«, da P. zu de« vom Gerichte äugerat Termin nicht erschien, dt« Verhaswng destelben. Rau leiste«« denn auch, um der Unannehmlichkeit, für sein« Steigerung Monat« hindurch hinter Schloß und Riegel zuzabrinoe», zu entgeh«, den HGHer hartnäckig verweigerten Eid und wurde sofort entlasten. G»A«»d. Herr Prosestor Asser ist zum Mitglied« de« Staat«- tatt« erstaunt, «in« bt«lang eine» Juden in Holland a»ch nicht zuerg»W»te Würde. Der Genannte war Rat i« au»«ärtigea Amt« und Wührend SO Jahr« Prosestor, an de» Universität Amsterdam, er ist al« ßew,«ragender scharsstaaiger Jurist bekannt. VstMFos. Der Redakteur der .deutschen Zeitung" in Wien, Herr Hermann Bahr, ist auch durch Brüffel gereist, um' Materialien str etn« enrvpäische UMersuchung in Bezug auf dc» Antisemitt»mu« V sammeln. Da« Resultat in Belgien war ein negative», da dieser ffdbst keinen Boden hat, da« Intereffanteste bei der Sach« ist, daß Herr Edmund Picürd,׳ unser hiesiger bekannt« Advokoü, der zur Zeit de» Antisemiti»mu« in Belgien flott machen wollte, dem Redakteur diese Mitteilung gemacht hat. Mstrtlü. Am 23. v. M. hat di« Akademie dex Inschriften über »lle zwei Jahr ui verleihende», von Rapoleon Dll. gegründete« '1 von 20000 Franken beraten.. Rack langer Beratung schritt zur Abstimmung. E« handelt« sich um zwei lkaudidaten, Jame« >rmst etter, Prosestor am Sollege de Franc« und Herrn de satzec, französische» Eonsul in Bagdad. Da von 42 Stimmen jeder der Landtvaten die gleich« Anzahl erhiett, wurde di« Angelegeuheit vertagt. lPatrid. Ja der Straße Sadet wird bi« zu de» kommende« feierraaen eine neue Synagoge «tuaeweiht und «war soll darin lotteädüuft i» ganz herkämumcher Form, »h»e Chor und Musik, Itea werden. Dt« »osten sollen durch freiwillig« Gaben gedeckt : Gchttiö« Der Prosestor BrrneuU von der «ebicinstchea Facultät '«»* Untersuchung veraastaltet, wttche bezweckt, ob nicht vielleicht Pmmß de« Schweinefleische« die Ursache d« Krebflkraukhev ist, ob >D»»kh«Ü b«t denftrrugglLibigen J«r»ellt«a»ch After» vorkommt? oGchpt». Der jmme rnWche Arz» De. Hasfki». ei» Jude. " '— —-י'‘“־״ ״ - ««schick, der französische» Nigienmg nach Indien geschickt wurde, » Pees»««» al» Schntz gege» dt« Cholera geimpft, fcrtaxfct ,t »ad dm» Fmum». De. Haffkt» Mir» wachrschttNlich «tt do« Po« Paste»» in Indien, >n «richtend«» gnstitttte« gm »00 Ltffnbn». Dir Juden i» der portugiesische» Hanptstadt, der«, ungefähr bg Familie» hier ansässig find lebe« znrllckflezooea nnd frittflich »utrr ihren, Mitbürger», Sir sind zmn grüßte« Theil «s de» nördlichen Afrika hier eingewaNderi. Obgleich sie infolge chrer tttridnng letcht vo» d« ander« Bwülkernna »»trrschiedeN werden könne«, fällt es doch Rtemandrn ein. ihnen 4J«r" »ach zu rasen. Die »eist«, der jüdische» Ansiedler stehen unter britische« Schatz. Sie dienen nicht in der Arme«, genießen dafür «der auch keine politischen Stecht« und küune» keinen Sioattposte» bekleiden. »•*»•«. Der famose ehemalig« Rabbiner Ltchteustein zu Tapio-Sztte predigt hier vvr einer großen Anzahl Inden den in Ich« erschienene» Mesfla«. Am 30. März beteiligte er sich an der vstrikommunion de« judenchriftlichen Gebetbund«« uad hielt hierbei ein« Ansprache über die in der Sühnung »»irrer Sünden sich offen, darende «kraft de« Blute« Christi. — Pastor Falttn in Kischinew taufte 1892 von 89 Jtraelitra, die «tt ihm in näher« Berührung kam«, 12. VtRorost. Der in Berlin steckbrieflich »erfolgte antisemtttsch« Hetzredner Schwrnnhagen befindet sich jeltt hier, wo er mtt der Gamm» lung von Material über di« Teilnahme Mtpuel» an der ehemaligen Stroutbergschen Eisrnbahagründnng beschäftigt zu sei» vorgie Wie nun der .N. Fr. Pr." von hier geschritten wird, scheint man tu den hiesigen Regierungtkretsen diese« Gaste« berett» überdrüssig ge« worden zu sein. Schw. hat monatlich «inen Brief an «ine aatisenmisch« Buchhandlung in Berlin gerichtet, den die Veriinrr .Germania" »er« östentlicht, worin er euählt«, daß er seiten» t«r rumänische» Regieruug da« größte Eittgegegeako»««» gefunden Hab«, und daß er mtt reiche» Jnformötlonen an»gerichttt, demnächst nach Nettin zurückzukrdre» «ad den Kampf gegen den Minister Miqnel eröffnen »erde. An dies« Brief aaknüpfend, werden nun i» hochoffizUise», sowohl «tt dem ru- »Snische» Mintster-Präfidm«, al« auch mtt de« Ministerium de« Aeußerm in steter Kühlung ftehmden Bukarester .Timpul" zunächst die angeblichen Verbindung« Schweiinhageii» in Bukarest für Lüg« erklärt, mtt de» Beifügen, daß er überhaupt l» dorttgen Regierung«- kreis« gar keine» Zutritt Hab«. Da» Borge!«« Schweanhagen« kenuzeichne sich al« einen grob« Schwindel. Da« offiziöse vukarester Llaft schließt sein« Au«sühruag« mit dem nicht «tßzuversteheudeu Wink«, Schweanhagen würde wenigpen» so lange, »I» er sich der Gastfreund« schaff Rumänien« erfreut, sehr gut thun, sich solcher Hetzerei«« zu «uthalten, da er sonst zu einem unfreiwillig« Berlaflen der rumänischen Ha«prstadt veranlcßt wird« könnte. Ltstiö. Der hieüae Polizei-Chef hat d«m Gouverneur ein« Liste überreicht, welche die Ram« von 111!üdtsüfen Famttien «thätt, die noch vor dem l. November aus de« Kaukasus <! »«gewiesen werden soll«. Jorttscklo«. Herr Josef Ravon, hier gebor« und erzogen, hat für seine Verdienste al« Begründer der erste» Eisenbahn in der asiatisch« Türkei vom Sultan den Medtdsche-Vrd« II. Klaff« uad de» Titel ,Vay" erhalt«. R«1k». Ein« Anzahl jüdischer Händlei: ha« sich in Suakim niedergttaffen, und «in großer Theil de» Handel« diese« Otteö ist in ihre Hände übergegangen. glliriiHWll Herr Hermann Marknortb schreibt in einer Sorrrspondenz au« Bremen an dm hiesig« ״volksfreund": ״Bei merner Ankunft in Bremen hatte ich «in« träurig« An« blick. Ein« russisch« Jüdin, die von der Evrigranten-Lommtfsion in Rew-Aork zumckgewies« worden war, «it eurem kleinem Kinde auf de« Arm«, lief laut schreiend «tt bittere« Thrüne» aas dem vahagrleis« aus und ub. St« sagte, sie Hab« ihr ganze« Geld »«rlorea, etwa SO Gulb«. Welche Zukunft stand nun diesen beiden bebaue««- werthen Wesen, Matter und Kind, bevor! Ein neben mir stehmdek Reisnamerad, et» Jude, rief: .«aff« Sir uu» Helfta: Ich gebe ein« Dollar." .Ich auch," rief ein Anderer, und in kurzer Zett war unter b« eb« gäanbtte» Paffagftrrn der verloren« Betrag gesammett und der Frau üb-rUcftrt worden. Die» beweist den uneigennützigen Wohlthängftttlsinn der Juden. Aber was soll nun an« den arm« Menschen »erb«, die da znrückgevieftn wurden »oa Amerika? Wohin sollen sie? Jeder vrrstößt sie! Selbst ihr« Glaabeasgmoff« schämen sich ihrer im Allgemein«!" Ei» schöne» Beispiel jnderfrmndlicher Gesinnung -ab die hiesige christlich« Bevölkerung, indem sie 3000 Dollar«, dgA Ergebnis einer Sammlung, für dm Bau edie« jüdisch« Hospital» spendete. Herr David Hyinan hat zu dem gftichea Zweck LdOO Dollar« geschenkt. An» (Südafrika) läßt sich dft .Staattbürger» zeitnaa" schreib«: ״Run hat selbst Aftiko schon sein« Börte, dt« getrost dm vergleich «tt jeder «ropätsch« und' amerikanisch« aus» nehnwn kan». Das Schüaflr dabei Hi, baß dir «eisten jüdisch« MttaliederbeutscheRam«rrogeu. Da« rwuesteMtgliederve^eichnt« liefert hierfür den nutrüglich« Beweis, da nach denselben an der dortig« Börse handeln: 3 Abraham, 2 Abrahams»!,, B Alba,' 2 Alexander 1 Aron, 1 Bach 2 Benjamin, 1 Bettrlhei», 1 Sohn, 4 Soden, 1 2 Kriedtändrr, 2 Ginsbeim, 1 Golbbev, 1 Gowriag, 1 Gundel- I Hanau, 1 Jsav^ 2 Io«, 1 Leu«,!», S Levi. 1 L«is»h», 3LÄ1LZV7L noch AfrPa,z»b«rPßl«>g«.

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