Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 29 (14.7.1893)
- Date
- 1893-07-14
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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4) Im Hinblick auf dir Förderung de» Sinne» für Handwerk nnd Landwirtschaft unter den Juden har sie ihre Schüler iuHandfertigketten und Gartenbau »u unterrichten. 5) Zur Förderung der allgemeine« Bildung hat sie ihren schillern, wenn irgend möglich, die Kenntnis einer le» benden fremden Svrache zu vermitteln. Im Auschluff« an diese Leits^e »rSrirrt« der Herr R eiere nl, wie diese Ausgabe au»zufühi«n sei und wie sie an der Haunaderiwen Sn» statt «u«geführt werde. — Zum Schluffe «acht« der Redner nach au»- drücklich darauf aufmersam, daß er sich ganz adfichtiich jede« Urteil« über dt« anderen jüdische» BkldunaT-nftalten Deutschland« enttzatten , -b«, da da» idm »u Gedot« geitrllt« Material, ein« «,»reichen»« llnterlage für «ine sachlich gerrchie Beurteilung nicht biete. Da» ein« aber glaub« er bewiese» zu haben, dah di« »an Herrn Reuh in seine« Eingang» erwähnten Vortrag« de« jüdischen - Anstalten gemachten Vorwürfe teil» ganz unbegründet, teil» übertrieben leie». Der Borfisend« spricht dem Herrn Referenten für seinen sehr intereffante» und feffelnden Bonraa den Dank der Versammlung an» und fteltt die Frage, ob eine Dtkknsfian beliebt werde. Dir Mehrheit verlangt eine solche. Zunächst erhält das Wort Renß-Nruftadt-GSdrnS. Derselbe giebt Aufschluß über die Entstehung seines Bornage« und führt bittere Klage darüber, daß dte A ustalt. die er besuchte, ihn zur Erteilung eines methodischen Religionsunterricht» nicht desäbigt habe. — Seine Information, namentlich darüber, ob throrrtische und praktische Methode gelehrt werde, habe er sich bei einergroßenAnzahlvonLehrerngeholt, die au» den bestehenden BildungSan statten in Deutschland hervorgegangen- In Würzburg und C öln sei er damit nochschlecht beuellt. Er neue sich, aus dem BorNage der Referenten entnommen zu haben, daß inzwischen vieles besser geworden sei. Tie dem Hebräischen gewidmete Stundenzahl sei in einigen Seminaren ganz ungenügend. Selig-Emden bemertt, das er den Bornades Herrn Reuh, den er im vorigen Jahre in einer Svrzialtonferenz im Landrabbrnatsbezirk Emden gehalten, als zu kraß schildernd beurteilt habe: (also im Grunde doch auf Wahrheit beruhend. Rrdakt.) Stern-Hildesheim erklärt, keine specisisch jüdische Didaktik und Methodik zu kennen, ebensowenig, wie eS-elnr specisisch chcistliche gebe. Wenn nur die Grundsätze und Regeln der allgemeinen Didaktik und Methodik auch bei dem Unterricht in den hebräischen Fächern zur Anwendung kämen, so sei dies völlig ausreichend. Redner betonte ferner, daß die erhobenen Borwürse das jüdische Lehrerseminar zu Kassel nicht treffen. Die Zahl der in der Hannoverschcn Ledrdildungsanstalt für das Schichtiach angesetztcn Stunden sinder er zu hoch, da er nicht begreife, wie zur Erlernung dieses Faches ein zweijähriger Kursus notwendig sei. Den Unterricht in einer ftemden Sprache wünscht er nicht hauprsächUch wegen des spätereii Erwerbes, sondern wegen der durch einen solchen Unterricht zu erreichenden formalen Bildung. Rabbiner Tr. Iakob-Göttingrn bemängelt die Beschränkung der Ausführungen auf die jüdischen Fächer, die dem Thema gar nickt entspreche. Gegenüber der bezugl. Forderung de« Herrn Reuß wünscht er eine Einschränkung des Rabbinischen. Die Anforderungen an den jüdischen Lehrer seien zu vielseitig, als daß er im RabLinischen ixi der gering bemessenen Zeit, die darauf verwendet werden könne. Nennenswertes zu leisten imstande sei. Er möchte im Inter:sie der Methodik Buch, und MUchaah ausgeschieden wissen, damit für elftere genügende Zeit gewonnen werde. Entgegen der Ansicht de« Herrn Stern betont er, daß diese Methodik nicht ohne weiteres der allgemeinen Methodik entspreche, und weift aus das Lesen und Uebersetzen hin. — Redner wünscht, daß in Zukunft die Thesen den Lereinsmitgliedern mit der Einladung zur Konferenz zugehen möchten, weil nur dann eine fruchtbare DtSkusfion sich entwickeln könne. Die vorliegenden Leitsätze seien zu deutlich aus dar Ha nno versche Se minar zugeschnitten. Heu Landrabbiner Di. LewtnSki weift ergänzen» daraus hi«, daß »ordem noch in <k « i unter Dr. Hochfttttrr eia« LrhrbilduagSanstalr existier» Hab«. — Im Gegensatz zu Dr. Jakod legt er gerade Hoden Wert aus da» Rabbinische, da» dem Lehrer in kleine» Gemeinden geradezu unentbehrlich sei (Aber «rft die B t b «l gründlich! D. Red.) tperr Landrabbiner Dr. Gronemann spricht sich in demselben Sinne au» und »eint, daß um nn e» an der Zeit fehle, die Mufti etwa» « e »i g r r gepflegt »erden tonn׳:. Dieser Ansicht tritt Herr Dr. Kronec unter Beifall vieler Lehrer entschiede» entgegen. Letzterer führt in Uebereinftimmung mü Hrn. Dr. Jakob au», daß e« wohl doch eine specisisch« Methodik für d,e jüdischen Fächer gebe. Bezüglich der ischächrflunden, di« der Herr Stern bemängelte, setzte Herr Dr. Eriner auseinander, daß gerade durch den frühen Beginn derselben da» Ä biiurientenjaht^ entlast et werde, daß der anfcheiuend so lange dauernd« TchächternMkiricht in Wirttichkett eine Erleichterung für die Lemüarifte» bilde. Mtt her Einführung einer fremden Sprach« »Sr« er. in erster Linie de» Er werk» (?) wegen, «inverstanden. Da» Rad» misch« dürfe nnter keiner Bedingung etugeschräakl weiden. Wenn ichon für jedra Israeli»«» üderhanpt di« Verpflichtung beständ«, Thor*, als« auch die mündlich« Lehr«, zu lrrneu, um »iairlmehr müsse diese Forderung an eiue» Lehrer geftelt werbe». Deuts Uetirrsetznuq» touute» da« Origtual »icht ersetze,. Da« Raddiuff bmuche durch«»» »icht zu Guufte« der besonderen Methobtk lür! jüdische» Fäctzer beschnttien »erden. Dies« sei »lau s, uudändig groß, um »icht ln wenigen Stunden im Wesentlichen permtttelt werde») zu tonne». 1 Gegen 8 Uhr wird hie Debatte und, uachde« di« LaaeäorduuuG, für den z»eiten Eoufeceuztag scftgcstellt war, di« erste Sitzung ga» schloffen. (Schluß solgt.) Vesterretcha«»-ar». Wie«. Das ״Sttn. Tagebl - schreibt: In der Bo kerrstraße Skr. 3 iu der Leopoldstadt wohnt der Schriftsteller: A. Kaplan, der seine freie Zeit schon seit Jahren der Er» findung eines lenkbaren Luftschiffe« widmet. Bor einigen' Wochen hat er die letzte Hand an sein Modell gelegt, da» nach seiner Anschauung ein wirklich lenkbare» Luftschiff vor» stellt. Die Form desselben ist die bekannte zigarrenförm'ge, aller neueren Luftschiff-Projekte; auch die Idee, welche da»׳ Erfindung zu Grunde liegt, ist keine neue — zwei mächli« Schaufelräder auf jeder Seite heS Luftschiffe«, durch die, jönachdem sie einzeln oder gleichzeitig in Bewegung gesetzt: werden, da« Luftschiff nach vorwärts oder nach recht« oder links gelenkt werden kann; aber in verschiedenen Detailunterscheidet sich die Erfindung des Herrn Kaplan wesentlich, von allen bisherigen. Bewunderungswürdig ist die AuSfst^ runa de» Modells. Herr Kaplan, der nie einschläqicit St»», dien gemacht ha», hat nur mit einem Federmeffer sämmtiiche- Theile seine« koinplizirten Modells auf eine so geschickte uuH vollkommene Weise verfertigt, daß ein gelernter Mechanikers et nicht besser zu Stande gebracht hätte. .Herr Kaplan ist/ wie erwähnt, überzeugt davon, daß durch seine Erfindungda» Problem delenkbaren Luftschiffes ׳nahezu - gelöst dürste: die äußerst kümmerlichen Verhältnisse, in denen alte Mann lebt, haben «S ihm freilich bisher nicht gestattet/ seine Erfindung in der Praxis zu erproben, er würde e« abtr j verdienen, daß sich jemand, der Verständnis und — <9 besitzt, für seine Idee inreressirt. (He,r A. Kaplan, tüchtiger Hebraist, hat auch eine ausgezeichnete Kochmasck erfunden. Mögen vermögende Glaubensgenossen ihm dagu verhelfen, daß er einen praktischen Nutzen aus seiner brauch--- bareu Erfindung ziehe.) — Wenn sein Luftschiff stch nur. nicht als Lustschloß entpuppt! Budapest. Im Jahre 1887 hat Professor Elia L at in Mailand zum Andenken an seinen verstorbenen Bru Rabbiner Dr. Mose LatteS» einen Preis von IVVO Lire I ein von der hiesigen Landes-Rabbinerschule zu stelle» Thema gestiftet. Das Profefforen-Collegium der LandrS»I Rabbinerschule nun hat die folgende Preisfrage auSgeschriebli»: , Kritisches BerzeichniS der iin Talmud und Midrasch kommenden griechischen und lateinischen Lehnwörter und forschung jener phonologischen und morphologischen Gesetz«/ welche bei ihrer Annahme maßgebend waren." Nach Ablauf J de« ersten Termins (Oktober 1889) hat sich das Profess1׳re»»j Eollegium, da keine Arbeit eingelaufen war, bemüßigt die Frage neuerdings auSzuschretben. Da« Resultat war mal ein günstige«. ES liefen zwei Arbeiten ein und zioar 1 au» Paris und eine au« Budapest. Die eingehende Prüft«» der Arbeiten ergab, daß die aus Paris eingeschickte Arb schon infolge ihrer verfehlten Anlage von der Werbung den Preis ausgeschlossen werden mußte. Die a«S Bodapes riugereichle Arbeit dagegen zeugt von erschöpfendem Sr der Quellen, Sorgfalt der Methode, Feinheit und Schar der Beobachtung. Die nach fruchtbaren uud selbststän Gesichtspunkten geführte Un'ersuckmug hat sich nicht die Aufhellung zahlreicher Dunkelheiten in dem S> der behandeltea Quellenschriften, sondern auch für da« gri« Wörterbuch durch den Nachweis unbekannter oder wenig , achterer Formen und Bedeutungen ergebnisreich erwiesen.. “ fass«» der -preisgekrönten Arbeit (b« Preis beläuft sich bereits auf ungefähr 1400 Lire) ist der Hör« au der oft Abthptluug der LandeS-Rabbinerschul», He« Dr. Samuel >