Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 29 (14.7.1893)
- Date
- 1893-07-14
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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*‘‘®r. •ronfM'aKR und Dr. Le»i«»ky und de« de« D. I. S. 8. Herr» 9te4t«anwalt Dr. Be« fetz- «refttm Beifall angenommene Aasvrabe de« lt»- . e darin, daß die Lehrer namentlich berufen Antisemit,»«»» zu bekämpfen. Sowie man 1886 habe, der preußische Schulmet-rr bade die Schlacht bei ritz gewonnen, so m-§e man dereinst sagen können, der Lehrer habe den AattsemttGmu» tolaeschaaen. Dazu ««weg« erforderlich, daß der Lehrer die antisemitischen fammlungen besuch« und thatsöchlich in den Kanvs ein trete, d nachhaltiges, gewissenhafte« Wirken im Amte werde er . sein Ziel erreichen, wie ja auch nicht «meint sei, daß der ische Schulmeister in der Schlacht bei König, >rätz »ugegen «sch *M»g Der Bor!fenS > ebner fordene die Lehrer auf. ihre Gemeinden zum Beitritt «m D. I. G. B. thunlichst zu veranlassen. ind:m er durch Zahlen oachwie«. wie derselbe aerad« für Schulen und Lehrer «roße Aufwendungen mache. Schließlich bemerkte derselbe noch, baß ׳der Semeiadebund einem ״allgemeinen jüdi chen LehrerhtWe", dessen Gründung man anscheinend im Au,,e Hab«, smn-!sch gegrnüberstehr. Ein solcher'Bund könne auf Unter- und Förderung seitens de« Gemeindebunde l rechnen,!ruhende ging nunmehr zum ersten Äeienftand der irsorvnung, zur Berichterstattung, über. Er widmete zunächst l am 25: September 1892 verstorbenen Ehrenmiigliede Herrn ldrabbiner Dr. Buchholz-Emden einen ehrerden Nachruf, verewigte sei ein warmer Freund und Berate: der Lehrer en und habe sich die Pflege und Förderung des Schul- «nd de»-Lehrerverein» stet» sehr angelegen sein lassen, ch sein menschenfreundliche» Wesen, durch seine Gelehrsam- und Veredlsamkrit Hab« er aller Herzen gewonnen und fegen»- gewirkt. Ebenso gedenkt er de» nach langem Leiden verneu Lehrer« Kaufmann -Einbeck, der tte!» mit Fleiß in Pflichttreu« seine» Amtes gewaltet habe. Die Versammlung ehrte das Andenken der Lrrstorbenen h Erheben von den Sitzen. Sodann derichtet der Lorsttzende über die Schritte, die er Gemäßheit de» Beschlüsse» der vorjährigen iSersammlung in. um einen Anschluß de« Verein» an den allgemeinen ßischen Lehrerverein herbeizuführrn. Das Resultat war ein ittve«, indem letzterer der Anssassung war. daß die Organin de» LandeSlehlerverein». nne dcrartiae sei. daß kleinrre lud« nicht in den Rahmen desselben paffen, uni! gab anheim״ einen Anschluß an den Lehrerverein der Provinz Hannover zuführen und dann vielleicht eine besonder!! Sektton zu in der die spezifisch jüdischen Interessen gepflegt werden >ten. find Schritte aethan behufs Bereinigung der sänimt- Lehrerverein« Deutschland» zu einem Lehrerbunde. ״ steht noch au» und bleibt dem Vorstände die AufkMbe. die Angelegenheit weiter zn verfolgen. ■ Erfreulich war der Bericht de« Borfitzenden üt«r die Neu- : regelung.derDienstalterrzulagen für die jüdischen Lehrer in der -Wrovtnz Hannover. Darnach find nunmehr die jüdischen Lehrer ihren christlichen ' Kollegen völlig gleichgestellt und erhalten die volle Alter»- Se au» Staatsmitteln und nicht mehr, wie bi»b«r. zum au« Mitteln des Proviuzialfond». Dieser günstige Reschreibt der Vorfitzende dem energischen knntteten der Herren Landrabbiner zu. Die Versammlung brivgt denselben itzreu Dank dafür durch Erheben von den Sitzen zum Ausdruck. Der Borfitzende begrüßt «amen» de« Verein« den neuen Landrabbiner de» Landrabbinat» HildeSheim Herrn Dr. L e - l»in»fQ und drückt seine Freude au», daß derselbe der L«r> ^emmlung beiwodne. Herr Dr. Lewinsky dontte für die ^freundlicH Begrüßung und betonte lein wärmste» Interesse und keine vollste Sympathie für die jüdischen Schulen und deren Lehrer. Im weiteren berichtet der Borfitzend«, daß der deutsch-israelittfche Gemeindrbünd auch diesmal eine Beihilfe zr den Kosten ״ Eonferenz im Bettage von ISO Mk. bewillig! bade. Die sammlung anerkannte mit Freude da» Wohlwc llen und die sorge de» Semeindebundr» für die Schulen und den Lehrerd und bringt ihre DankdarkeUdurch Erheben vun den Sitzen AuNtruck. Die Lerlagsbandlung W. Jacobson L Eo. in Bre»lau der Versammlung mehrere in ihrem Berlage erschienene ten zugesandt, darunter: ״Die Geschichte de, Juden upd Literatur' von Dr. B r a u u und Komik en über die ' der Bäter" von Dr. M e i s e l. e Bücher wurden von de« Herren Dr. k r o n e r und e'wiu«ly sehr günstig beurtheitt: namenttich empfiehlt roner die Sefcmctze der Juden von Dr. Brauu auf» wärm i Waren erfolgte sammt de« Schriftführern wurde durch Acclamation wiedergewählt. ׳ Dr. aukalten für jüditchr Lehrer in Deutschland ind ihre Aufgaben. Der Herr Referent führt au»: Meine geehrten Herren I LH« l<b über «et» Thema selbst spreche, empfiehlt ti sich, die Veranlassung zu meine« Vortrag« näher zu bezeichnen. Li« bestand zunächst darin, daß an Stelle de» Herr» Lr. David, der für di« dietjilittg« versammlung eine» Vortrag zugesagt Haiti, oder in Folge seiner lleberfiedelung »ach Düffeldorf nicht hatten könnt,, ein anderer S ebner elatreten mußt«. Dazu kam, daß Herr Blumeeseld-Adelnbsea mich ersuchte, gegen den im ^Solschen Famllienblattt, der Brtlaz« der vom Rnbbiner Herrn Dr. Ra dmer herau«gegebenen L-raelittsch!»Machen, schriftt verbffentlichien Vonrag de« Herrn Lehrer« Reus-Reustadt- Lbden«, welcher di« jüdficheu LebrerbildungSanstalten heftig «»griff. Stellung zu nehmen. Ich sagte iojort zu und bat um Uetersen»ua, der mir bi» dahin unbekannt gebliebenen Ansführungen t e» Herrn Reuß.'s — Ich fand den La« de» Vortrag» erreg« «ad bitter and nah« als gewiß an, daß er die Ha» n»der sch« Anstatt aiätt gekannt Zunächst fragt« ich bei Herrn Reuß an, «u» welchen Ouelen er ge» schöpft, and bat ihn dringend, der Versammlung betznwohrrn. Herr Renß sagte zu und nannte als sein« Quellen einzelne Lck -ler der verschiedenen «ostattea, di, jetzt na Ratte stehen. Run «andie ich mich an d«e Ltreftionen aller b»st«h«»drn Anstatten um authentishe« Ma» terial. von Berlin, Cassel and Mürzbura erhielt ich in dankeadwerter Zuvorkommenheit teil» Lehr-,!eil» Stundenpläne, Lbrbericht« 'und LehrmUtelverzeichniffr, von Mürz bürg ans besonder« «»frag«» auch noch besonder« Mitteilungen. — T», «ein« Herren, bin ich in der Lage, über bi« genannten vier Anstalten auf Gran» attermäßigen Maiettal» zu referiren. Ganz Genaue» kann ich leider « ur über unsere hiesige Anstalt «tttelltn. Rein« Aufgabe zrrfältt in zwei Telle, ersten« rein sachlicher vrttcht (— ohne jede persönlich« Bearerkung —) über die au«wärtigen Anstalten an der Hand der attenmäßigen Belege, ferner Bericht über da» Han n aver'sch« Seminar a, der Hand sttae« Stundenplan», au« dem erfichtlich ist, nwtewett Herr Reuß Recht hat oder nicht, und zweiten» Autführnnze» über dt« Anfgabea der jüdischen Lehrerbildunalanstalte». — Redner giebt einen geschichtlichen Rückblick über da» jüdisch« Schulwesen sett 1781 un allgemeinen und di« Seminatten im desonderrn. Dabtt zetzt er, daß di« letzteren noch heute in der Latwickelung begttffen seien nid diese» Stadin« »och »ich« adaeschloffea wäre. Daraus folgt an der s^and de« vorhanden«» Material« eine Darstellung der Einrichtung der verschie׳ denen Anstalten, aamenllich in Rücksicht auf den gesammtrn Seligton», unrerttcht und dt« Mittel, welch« die Lehrer zur gedeihlichen L> hrthüttg. tett in diese« Unterricht« heranhllde« sollen! »ingehead selbstoerftänd. lichnnr von der Hannoverschen Anstatt. —Insbesondere wie» Redner darauf hi», daß soirohl in Berlin, al« auch in Laffel, ll-ürzdurg und Hannover prattische Anleitung zur Erteilung he» Reltgionlunierricht» in dr» bestehende« Uebung». rrsp. Bolkssaulen gegeben 1»«rd«. — Daran schloß Redner ttae Dattegnag seiner Gedanken über »te Ziele einer BtlduugSanstalt für jüdische Lehrer, di« er in folgende» Leitsätzen Eine BUdungsanstalt für jüdische Lehrer hat im allgemeinen di« Aufgabe, in getreuer Erfüllung aller durch Landesges!:tze und Berordnungen für Lehreroilduuasanstalten vorgeschriebtiirn Bestimmunaen ihre Schüler zu BolkSschullehrern heraMbilbeu. welche mit richtigem Verständnis und hiogebendrm Pflichteifer die ihnen anverttaute Jugend belehren und erziehen und selbst ein Vorbild echt jüdischer Denk- und Lebensweise, insbesonbere aufichttger Vaterland»- und allgemeiner Menschenliebe find. Im einzelnen hat eine solche Anstalt die Ausgabe: D dafür zu sorgen, daß ihre Schüler vollkommen iesähigt werden, den gesamten Unterricht an rinn jüdischen einklasfiaen oder mehrklasfigen Volksschule, insb, sondere den sudischen Relimon»unterricht in allen zu ihm gehörenden Gegenständen gedeihlich zu erteilen. 2) Im Hinblicke auf die Bedürfnisse, besonder» der kleinen . Gemeinden, hat eine solche Anstalt aber auch die Aufgäbe, ihre Schüler in allen den Gegenständen zu unterrichten und zu üdeu, deren ftchere Kenntnis -r r Au»- Übung de« Borbettramte», sowie zum Halter synagogaler Lehrvorttäge unerläßlich ist. 3) Au« demselben Grunde bat sie ihren Schüler« die Beäbißung zur Ausübung de» rituellen Schächter» zu veren. *) van de» interrffaaten Vortrag«, in welchem Herr Lehvr Reuß — wie Wenige — den Math hatte, di« MängelundMtßfläoi«t»den jüdischen Lehrerbildung »anstatt«! mtt scharfe» Worte» berechtigt« Entrüst, ung zn geißeln «d den Letter« der Ankatte» «»acht (auch dttter.) Mahrheit«, zu sage» ist erst die kleiner« Hülste in unserem Blatte «rschieneu, di» grtzßerr Schttchhütft, felg? «ech; zu den 7 Dttear«,!» denen »an de» Meise» imet, gehört aber — da«soSte dechdeeHemLe. Krener nttffe» —: ^r ist nicht »»retttg t» Erwider» und sättt dm» Redner nicht ia» Mo«, senden, »artet bi» er׳ «»»,rredet hm.- IRedatt.) י״־ י ־י ־י - ^׳י־י .