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Israelitische Wochenschrift · 1893-07-07 · 28 (7.7.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
28 (7.7.1893)
Date
1893-07-07
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Verrchtigkit annehmen den Sonrite«9Htglkbct ertheilen fie .,״JPd►« gar feine Antwort oder, aas noch schlimmer, sie ^.OMMortev kurz anochunden in sich Überhebendei Weise: ..Die ^mischen hätten Ihne» nichts zu sagen, sie in Amsterdam ־ «arten mit dem deutschen Seide, machen, wie es ihnen gefällt!" ׳ In diesem Sinne ist dem ehrwürdigen Rabbiner Lamberger in -Würzburg eine Antwort zugegangen. Dabei ist zu bemecfen, hast In der Gesamtsumme der winzige Beitrag Hollands ca 10°^, »abrend das deutsche Geld SV"/« beträgt! und nun ein Beispiel au» der Berwältungspraxi» jener Herren: Bor 3 Jahren war es, daß. nachdem von der armen deutschen Israeliten hier alle Vorstellungen und Beschwerden in Amsterdam über den hiesigen holländischen Lertreter absolm fruchtlos waren und in Folge der falschen Berichte de» Letzteren mehrere Familien feinen Svendenantheil erhielten, sich die hiesige deutsche ,sraelitische Gemeinde gezwungen sah, 2 ihrer Mitglieder nach Deutschland zu senden, um Klage über diesen lügenhaften Vertreter Amsterdam» — mit ' Beweisen in der Hand — in Deutschland zu führen. Da» - Amsterdamer Comitee wählte s. Z. als deutsches Comitee für . Wülästina, die Herren Rabbiner Aamberger in Würzbura, Dr. B r e u e r in Frankfurt a. M., Dr. Marr in Darmftadt und igrdnete für die vorliegende Angelegenheit eine gemeinschaftliche Sitzung in Franffurt a. M. an. zu welcher Tbeilnahme da» Coatilee in Deutschland, obige 3 Herren, die 2 Sendboten au» Jerusalem, 2 Comitee-Mitglieder au» Amsterdam und ihr Vertreter von hier sich eingefunden hatten. Das Resultat war. daß der dett. Vertreter der Lügenhaftigkeit seiner Berichte überführt wurde — e« kamen bei dieser Gelegenheit auch viele Unregelmäßigkeiten in Sachen einer Hospitalanaelegenheit an den Tag —, furz, er wurde seiner Funktional» Amsterdamer Bertteter bei den deutschen Israeliten hier enthoben. Trotzallerdem verblieb er für die Amsterdamer der geheime Agent und Berichterstatter, denn er paßte am besten in igten Kram hinein. (Diese langjährigen Beziehungen dattren יי einer Zeit lmd Veranloffnng, die mit seiner Flucht nach erifa in Verbindung Hebt.) Noch mehr gilt derselbe für Herrn . Hildesheimer al» ein Ehrenmann, trotzdem hinlänglich über dessen rohes, willkürliche» Verfahren im Pilger hau» und bettest» her Armenwohnungen berichtet wurde. Nun ein andere« Beisviel von der fortgesetzten Amster- - 'damer Bevormundung und Verfolgung zur Schmach und Schande für die gebildeten, der Heuchelei abgeneigten deutschen Juden. "•ר־ vor 14 Jahren ist eine Familie aus Franffurt a. M. nach Jerusalem ubergesiedelt und hat ihrer Armuth wegen ein schriftliche-; Versprechen des damaligen deutschen Comiteeerhalten, dost sie von der deutsch-bolli nvischen Svendefasse, gleich allen anderen deutschen armen Israeliten hier, den Sprndranthril erhalten werde. Bor jetzt 1'/, Jahren reiste der Mann nach Deutschland, Haupt- ׳ sächlich seiner Gesundheit Halver, wa» das Hospital in Franffurt ä. M.. wo er lange Zeit zugebracht hat, bezeugen kann: er de-!sitzt ein langjährige» Leiden und kann auch da« hiesige Klima so . wie die Lebensweise sehr schlecht vertragen. Seiner Familie, einer «Frau mit zwei Mädchen, welche in Franksurt a. M. ge- »koren find, wurde nach seiner Abreise von Amsterdam die ihnen!-'gebührende Unterstützung von dem deutschen Svensegelde ganz , . entzogen und zwar unter Hinweis darauf, daß ev den deutschen "?raeltten in Jerusalem verdaten sei, Jerusalem zu verlassen. Undings must da» Comitee in Amsterdam Ursackn: haben, daß in Laut von der Willkürdrrrschast an da» Ohr der deutschen cfrenber bringen soll undD wohl dieses tyrannische Verbot eigenthümlich — ohne Wiste» und Willen der edlen Spender -gefaßt worden! Also weil der Monn von Jerusalem agerelst ist, i Hwst feine Frau mit zwei Kindern dem Hunaertode prelsgegeden ^Werden!! Alle Vorstellungen dieser armen Frau, daß sie doch mcht im Stande sei, ihren ttanfen gebrechlichen Mann zu zwingen hi« in Jerusalem zu lein, und ob sie deswegen mit ihren Kindern verhungern sollte, wurden von dem Comitee in Amsterdam nicht ' »eochttt; ja sogar ein Schreiben de» als uneigennützig bekannten;berühmten hiesigen Gelehrten des Rabbiner» Herrn Di Sk in (aeannt .Brisker Raw") nach Amsterdam gerichtet, daß bei dieser 1 und Kindern bei Borenthaltung de» Svend«-nantheils die Erdung von Menschenleben (Piktucb Nefeseb! vorliegt, ist «antwortet geblieben. Nächftdem wandte sich die Frau von »u» und der Mann von Deutschland aus an da» deutsche ee, die oben erwähnten Rabbiner, ihnen ihre erlarmeuswrrthe elende Lag e schildernd, wie sie tief in Schulden für Lebensmittel nette, jetzt fast nicht» mehr geborgt bekäme, sie müßte mit ihren Rindern durch die gewaltsame ungerechte Tvrannisirung ru Grunde gehen: in ähnlichem Sinne liest wieder .Herr Rabbiner DiSfiu in seinem Namen nach Würzbura Meiden, aber Alle» ver- *•*•י *״ fein Ohr und fein Sinn für wahre Armuth. Da» Comitee ilanb zeigt sich ohnmächtig gegen die Amsterdamer, wo -aechtiäkelt vor Gewalt gehen zu lasten und wenn auch?enschemeben durch ihr Bmchulden zu Grunde gehen! ran. die Willkür must siegen! — Und zu solcher shenden unsere lieben deutschen S'oubeuSdrüder! von Mark in die unconttollirbaren Salvcudi'schen für Palästina! Wie lange soll da» o fortgeher:?' Ne«eftr ««* vermischte Nmhrichte«. gtzeeA«. Die Linwauderuug der Jude« »ah Rußland ist gesetzlich -durch Reichsuka« verboten, und der russische Gtueenl-Consnl dtrr. »er. weigert jede« Jude». trt er iu« Amerrtaner. gugläuder. Franzose, k. ist. den Eiuttttt n«ch Ruhlssd. indem er deu Pchj »I«V »ifirt. Die au«, n-ärtigen Juden, «elche nach Rufflend gehen walle«, «llff«, nun stet« ׳ erst ihren Pah bei demjenigen Tons»! «Eren lasse«, zu besten Land sie gehörig find, »a« ja ahn« «chwiertgkette» oar sich geht, «ach diese« «et gehen fie erst zu dem hiesigen rusftfchen General^loniu(, welcher, wie eben gesagt, »tu Juden diese Bistmog verweigen «un alauttm die betreffenden Juden eiue» besonderen Coup au-fllhre» zu fsnnen, wen» sie bei Befragung nach ihrer Religion »ulsagte», daß fie überhaupt keine Religion hätten. Jufolgedesien werden fie jetzt einfach gefragt: Sind sie von jüdische» Elter,-, geboren? Dann erfolgt die Antwort,La", ^folglich habe» Sie jüdische« BIM in sich und wa» jüdische» Blut in sich hat, darf die russische Grenze nicht überschreiten." ,Die.Staattbürgerzeituna" sehnt auch für Deutschland solche russische Zustände herbei, ste verdient wirtlich, daß zunächst die russisch« xnute bei ihr praktisch eiugeführt werde.) Gtrelih. — Anläßlich der goldenen Hochzeit de« Grohherzog» von Mtttendurg-Ltrelitz ist unser Landetrabbiww Dr. Hamburger, der Real-Encyklopädie für Bibel und Dalmud, zum Obettaude-rabbiner ernannt worden. (Eine Gehaltserhdhuna ist leider damit nicht ver» Kunden, wa» soll ei« Tsttl ohne Mittel?) gMe»stei«» (vstpr). Am 26. Juni verschied hier der Prediger und Relegionslehrer Isaak Tonn, der nach -0,ähri,er Auu-thütigkeit erst vor einem Jahre in den wohlverdienten Ruhestand getreten war. (lieber da« Leichendegängnih folgt Bericht in nächster Nummer) SUli. Di« Polizeibehörde von Sadowa-Wiönia hatte sich an 6. Juai auch mit etaem sogenannten.Rttualmort»"zu beschäftigen. <tt hatte sich aämllch in dem Städtchen da» Gerücht verbreitet, »ah im nachbarliche« Torf« di« Leiche eine« Mädchen« von einem Hunde au«- gegraben worden sei, welche« die Juden zu ״rituellen Zwecken" getödttt habe«. Der Polizedehörde ist e« nun ade׳ gelungen, der Sach« auf deu Grund zu kommen. Da« Mädchen ist nicht von den Juden, sondern vom eigenen christliche» Vater ermordet worden! J««witz, 2«. Jrni.' Die hiesige Gemeinde hat Herrn Dr. R. I Weinstein zum Rabdiaer a« wählt. Er HM seiue rabbimsche Nu»> bildung in Berlin, Pari« und Wie« «rbatten. Aws Mähr«,. Jüngst besuchte Fürstbischof Dr. Theodor Sohn die Sradt Eivanowitz. Sine Deputation der i«raol. Tvllutgemein de bestehend au« dem Rabbiner Eitler u. dem Lultu«»orstande begrüßte den FÜrsiblsibos. Auf die Ansprache de« Rabbiner« «rwiderte der Fürstbischos: .E« gehört mit zu dem Gtundsatz« unserer Religion, alle unsere - Mitmenschen' gleich zu lieben und diesem Grundsätze werde ich neu bleiben und find Sie. ineine Herren, meiner Gewogenheit versichert." — Der Fürstbischof ließ sich auch über die jüngsten sog. Ritualmord. Prozeffe Bericht erstatten und sprach kein l-bhafteste« Bedauern darüber au«, daß seine Diözese »am Schauplatz« derai liger. .»0« sündhafte« Fanatismus eingrgebener Berleuwdnigen" geworden sei. Er drückte die Envaitung au», daß >n der Zukunft seine Dibzese vor .so hüß, lichen und gefährltche» Strömungen dewadtt und der konfessionelle Friede erhalten bleiben werde." Er sorderte die ihm unterstehend« Geistlichkeit ans, in diesem Sinne zu wirten und wahre Nächstenliebe zu belhätlgen. Paris. In einer Besprechung der Wahle» iu Deuts 1 Uab begrüßt der Pariser .Petit Lorporal" die Erfolge de« Anlisemttiömu» sehr freudig und verlangt, daß da« hieimit gegebene .gute" Beispiel auch in Frankreich, wo «an de» Arttsemitt»««» zu schlapp betreibe, eisrigc Nachahmung sind«. Der Verbrecher de« Artikel« schließt mit de« Woiten: .Ich betrochie e« für eine Schmach für Frankreich, daß e« noch nicht einmal einen Ahlwardt hat erstehen sehen. Nehmen wir ein Beispiel an Deutschland und wir werden «n» Wohlbefinden.״ Kaiser Friedrich hat bekanntlich etwas änderet! für eine Schmach er- 11««. lieber den hier kundgegebenen Geschmack wollen wtt «lt diese« Kauz nicht rechten, er ist jedeusvll« sehr sonderbar. Da» geht auch daran» hervor, daß er den ״Rektor aller Deutschen" auf gleiche Linie «tt Garibaldi und Parnell stellt. Da« ist der ärgste Schimpf, der diesen Münuer» äuget den werden konnte. MckUckw». Sv. Juni. Ein Versuch, den deutschen Antisemiti«. mu« in Italien etnzoführo«, ist gebührend abgefrrtigt worden. In eine« große» Restaurant amüfirten sich deutsche Autlsemften zur Entrüstuua der itMienischen Gäste fest einiger Zeit damit, alle scheinbaren Jöraeltten zu verhöhnen, zu beleidigen und zu provoztren. Gestern erihellten nun mehrere amvrseade hochgestellte ttalienisch« Herren den Autisemtte« eiue ttäftige Leitton. Ein Professor, der die Antisemiten erst zur Ordnung aewiescn, «ud »o» ihnen eine impertinente «utwort erhMten hatte, ohrfeigte «nter allgemeinen Beifall den Ausührer »er deutsche» Antisemiten, worauf letztere elligft verduftete«. Gt. SwwiO. Ein hiesiger christlicher Piedtger sagte tu einer »o, den Zeitungen »erdffenilichten Predig« «. ». .Der Christ ist ein Jude seiner Religion «ach, und die «eisten Jude» stad viel bessere ־*׳*“" al» Millionen, die diesen Name» trage». Inden n»d; glaube» und fä^ten gleich tu zeUgilfc*;dinge», M» auf einige ülgige Lerschitdenheittm. «G der AnttsetmtÜmu» ist daher me "יי*״‘ * יי “ ■;»s J^tt^Mett»״.;. י״י - 1״י ׳•"" **יא sie, »erdam«r>Swertep» Bsoegnug

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