Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 28 (7.7.1893)
- Date
- 1893-07-07
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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- Lübeck 1× ep/1048008
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der mh Königsberg oder Memel au» nach Stettin und »bürg oder Lübeck fahrenden Dampfer verwehr worden wer, ten sie «nf Kauffahrteischiffen, welche nur in gaaz beschräntter ahl Baffagierr befbrderu können, von den grnannten ost- '.Preußischen Hafenstädten an» die überseeischen Länder zu «rireichen. Diese» ist ihnen mm auch unmöglich gemacht worden. Die Rückehr näch Ihren früheren Wohnfitzrn wird ihnen von der :russischen Regierung nicht gestattet: so können sie nicht ein und -nicht au», nachdem sie sich bi» zur Grenze geschlevvt haben. Dir Flüchtlinge sehen einer ttostlosen Zukunft entgegen. — Hier bleibt kein anderer Rath al» der biblische: Bleibe im anhe und nähre dich redlich: ׳ Del», in Schlesien 27. Juni. Während der jetzt abge» schloffenen Wahlbewegung batte auch der hiesige deutsch-soziale (antisemitische) Verein eine rege Thättgkeit entfaltet und durch .große Plakate an den Anschlagsäulen, sowie durch Annoncen ln unserem Lokalblatt »Lokomotive au der Oder" gegen die Juden gehetzt. Besonder» ein Rittergntsdefftzer hatte durch seine widervärttgen Ausfälle im Annoncentheil und im Svrechsaal der »Lokomotive an der Oder" den Unwillen aller anständig denkenden Bürger erregt. Auch nach der Wahl haben die Antisemiten diese» Treiben in der Presse fortgesetzt und einige weitere Hetz- «rtikel in da« genannte Blatt einzuschmuggeln verstanden. Tie Redaktion hat in Folge dessen gestern eine bündige Absage an die Lnttsemiten veröffentlicht und erklärt, daß sie diesen Bestre- Hungen, die sich nicht nur gegen die Ueberzeuguagrn, sondern gegen die Ehre eine« Theile» unsere Mitbürger richten, die Spalten de» Blatte» fürder nicht mehr öffnen werde, weder im rrdakttonellen Theile noch im Spnechsaal, noch unter »er Rubrik ,Etnersondt'.׳ Damit ist dem Verein auch nach außen hjn die geringe Bedeutung wieder genommen, welch« er ffch durch feine Wahlagitation künstlich zu geben verstanden hatte, und er wi!:d nun sein verborgene» Stillebeu, wie vor den Wahlen, weiterleben. (viele liberal schimmernde Blätter könnten sich an dem corrcctim :Verhalten de» Oelser Lokalblattes ein Beispiel nehmen: aber -glaubte ״odjectiv" zu sein, wenn man die jüd scheu Bürger beschimpfen ließ und diesen dann di« Spalten utt Selbstcidigung öffnete! Richttger und verständiger ist e». Be-!schimpfungen überhaupt nicht aufzunehmrn.) Su» Fri««e,»Vors («reib Grevenbroich), wo der Antistmitirmu» bereit» ttaurige Früchte gezeitigt hat, wird fcl- Agende ruchlose That gemeldet. Der SV jährige israel. Handel»- «an» Emauuel Schönfeld, welcher sich eil!ft recht wohl ■ befand, ging Sonntag d. 4. Juni in der Näh« de« Dorfe» spa- .-»iren. Plötzlich erhält er von einem Manne, der hinter einer ^Scheune hervorspringt, einen Sttch in'« Herz, worauf er schon «ach wenigen Minuten den Seist aufgab. Der Thäter. 68 Jahre welcher von einem in der Näh« befindlichen Kinde erkannt :worden war. wurde sofort verhaftet, und nach Düffeldorf ttan»-! -ortirt.- Gr soll leine That bereit» gestanden haben. Mau glaubt, 'daß er zu derselben gedungen worden sei. Da» .Berl. Tagebl." bemerkt zu dieser ttaurigen Nachrich! - ,Die Motive der Thot sind nicht dekonnl. Doch dürste «um Am« sehlgehen,' wenn «an dieselbe» tn der in hiesiger «egend in .MGlosester Weise betri«de»en aMisensttisch«, «gtiotion sucht, durch »»Ich« »onieutltch Leut« niedere« vild»»,4gr^«» >» der »»gloublies- » Sette gegen ihre Mitbürger jüdischer «o»seffio» verhetzt Word,» d. Woh« soll ei» solch«» oer«bsche11,«,»»ürt>iar» «ebahreu der stich«« Press« »och führ«»?, (i t» »ihrlich Zett, daß dem »«« 1sr»er Sette «tt «llen gesetzlichen VÜ1«I» «itgegengetrete» wird. Hierons «taegnete der Moutteur de« tlunse»iti«»ll4, di« StaM«. -bürg«z«i>llug. Aolzrud«»: Wird ei» Jude von ei»«» ..verko»»«»,« , Datzekl' lotgeschiage», so ist diese» verkom»«»« Subiect «utisemii! Wird den» di« Regier«, »sch. nicht duld ttn »e»schliche« »ahn« / empfinde,,, und et« Detret eri»Se», »o»«ch Mörder, Spitzbuben, Se- : träger, Sann« «i»s«ch de« A»tis«»i1e» zuzurcchnen fiud r־ Jo aber verfährt denn diese» Anttsemitenblott nicht sahrar» rein nach demselbenR«ee»1, indem e» jede» verkomm,-n« jüd. Sudjeden sittlich verkommene» Wncherer u. s. w. de» Zudenthnu »et, u. jeden Schumtzgrtikel irgend-eine» egnseffioarlosin al» Srzenguiß der ^udrnpresse' hinftrllt! WMfewPOMl» 2L Juni. Heute'fand hier di« Einweihung :WiwndMagoge statt. Der emsige Fleiß «jsmr Bauhanluwerkrr hat den im vorigen Jahr« begonnenen Bau io schnell gefördert, daß er nun vollendet al» eine Zierde unserer Stadt dasteht. Zur Thettnahuie an der Feier hatte« sich außer der vollzähligen hiesigen Semrinde auch die Sertteter de» Stadtverordneten, die Dtrettoren de» Herzog!. Lchrerseminar» und der städtischen Realschule, auswärtige Kuratoren der Samsonschule, viele geladene Bürger au» unserer Stadt und die am Bau betheiligt gewesenen Handwerker vor dem stattlichen Gotteshause versammelt. Der Frstatt begann mst einer Ansprache de» Herr« KrtiSmaurrrmrister» Dauer, welcher de» vergoldeten Schlüssel der Tempelthür dem Borsteher de» Synagogenvorstande», Herrn Bernhard Cohn, überreichte, der 'hn wiederum auf einem seidenen Kissen seiner Tochter (Frl. Silli Cohn) einhändigtr. die ihn unter enttvrechenden Versen dem Herrn Landesrabbiner Dr. R ü 14 au« Brauuschwrig übergab, welcher dir Tempelpforte öffnete. Der Chorgeiong Ma toim, von den Samsonschülern unter Begleitung von Instrumentalmusik der Lindrnberg*scheu Kapelle gesungen, bildete den Beginn de» Festgottesdienste». Nach weitere'n Gesänge de« Borbeter» folgte die Einholung der Thora-Rollen, welche vom Radbinrr, dem Borbetrr und den Gemrinde-Aettestrn unter Chorgesang durch da» Gotteshaus gewogen und sodann in die heilige Lade eingehoben wurden. Hierauf folgte die W e i h er r d r dr» Rabbiners. Dieselbe zeichnete sich durch Gedankenreichthum und religiöse Empfindung au» und behandelte das Wesen und den Segen de» wahren Gottesdienste», der nicht allein in der Andacht im T e m v e 1 bestehe, sondern sich auch durch die T b a t e n de» Menschen im L e b e n, in der Nächstenliebe kundgeben müffe. — An die Weiderede schloß sich der Gesang der Beethoven'schrn Hymne: »Die Himmel rühmen de« Ewigen Ehre", worauf das vom Rabbiner gesprochene Gebet für Kaiser und Reich folgte. Mil einem Halleluja-Gesange wurde die erhebende Feier beendet. Ueber de» Bau selbst werden uo» folgend« Mittheiluoae,, Quadern ausgefUhrl. roc Zeichnungen dazu stuv von vrrrn Geh. Hofrath Prof. Constanttn Uhdr in Braunschweig äugefertigt und die Arbeiten unter der Leitung de« Herrn Herzoglichen KreiS-Bauinspettor Müller hier auSacführt. Die ganzen Bauarbetten einschließlich der inneren Einrichtung wurden Herrn Krei»mauermeister LonradL euer hier überirageu und bat derselbe die sämmtlichen Arbeiten von WolfentüttelerHandwrrkSmeiftern auSführen!offen. Da» Innere de» Gebände» ist dem Aenßern entsprechend ausgeführt und macht die reiche Malerei, wofür Herrn H. Heinemann besondere Anerkranung gebührt, einen erhebenden Eindruck. Im Tempel find 200 Sitzplätze für männliche Personen und auf dem Emporen 84 Sitzplätze für Frauen. Am Haupteingange der Synagoge brfindet sich eine große Halle, von dieser führen Treppen zu den robenräume. ueoer ver großen volle ist ein «onferenzzimmer, über der kleinen Borhalle ein Raum für eine Orgel. Heirnng und Bentilation ist vorhanden. vesterreich»U»««r». in Wie«, 2b. Juni. Bon dem früheren bulgarischen jetzt Wien «eilenden Rabbiner Herrn Dr. S. Dankowitz er- Hallen wir folgende Rechtfertigung zur Beröffentlichung: ,Gestatten Sie mir, sehr geehrter Herr Redakteur» in Ihrem geschätzten Blatte ein wmzig Plätzchen für einige Worte zu der Bemerkung über den in der letzten Rümmer (36) der .Wochen fdjrift‘‘ enthaltenen Bericht na» Sofia. Die großen (?) literarischen und archäologischen Schätze in Sofia find mir Uinttoagß entgangen, nur hatte ich während meiner Np jährigen Wirksamkeit inBnlgarien mich mtt vielen ändern, wichnaeren Dingen nutz Aufgaben zu befassen al» in den Botho Midraschim «ach angr-ltchen Manuskripte« herunMistöbern und Srabinsitziften zu opierro. Ich hatte mir vielmehr jnr Alttgab« gestellt, daß Chm», in welchem sich die jüdische» Se- »eniden Bulgarien« befanden, zu lichten, dev in denselben i« Laufe der Zeiten , naehausten Schutt und Moder w«az»rä«»u>. unser« dortigen spawolischen SlaubenSgenoff«» an» de« fahrhundertlaugni getstiae« Schlag in welchen st« a4tea6 kr Xittab "S Ord. nnvg ^i^^enwlni^erväurffllK». zu. luwffvl