Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 27 (1.7.1893)
- Date
- 1893-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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drei Allsprachn» Echalre». Alle Redner hoben außer snuer AmtStreue, srinnc tiefen Gelehrsamkeit, seiner Fr-mmigkeit besonder» yervm:. daß der Verstorbene stet» »ach dem Grundsatze gelebt und sielehrt habe: ,Haltet Frieden mit jedermann." Wtttttch, UV. Juni. (Bericht über die 12. Jahre»versa»«- luüg de» Verein« »i«rl. LehrerSüdwest-Deutschland».") Dieser Lcrei» Hb nt seine dietziährige Versautmlung am 23. uud 2t. Rai in Eobleuz ob. Nachdem der Vorsttzemde Loll. Ep v-!tr in-Hovvstädter die Sitzung eröffnet und dir zahlreich Berammeurn begrüßt hatte, verbreitete er sich in läugäer Red« über die Notwendigkeit der Zusammenkünfte der i»rl. Lehrer. Zum ehrende» Andenkm an den verstorbenen Loli. Schnerb» Merztg erhob man fich von den Sitzen. Nach Berlesuna und Genehmigung de» Protokoll» der vorjähr. Bersammlnng, Erstattung de« Kaffe«- bericht», Decharaeert Heilung, und Wiederwahl de» lettigcu Vorstand, erfolgten Begrüßungen selten» de» Bortzeher» Herrn Günther, Herrn Robb. Dr. Singer uud Loll. Friedberg. sSnuntlich au» Loblenz. Herr Bankier Goldichmidt au» Bonn begrüßte al» Drlegirtrr de» T. I. G. B. die Bersammlung und beioute, daß der von ihm verttetenr Kund ein besondere» Interesse an dem Punkte der Tagesordnung, der über den Zosam »euschlaß der i«rl. Lehrervereine Deutschland« handnehme. Mau beschloß de«- bald, über diesen Gegenstand zunächst zu beraten und nach lanaer Debatte, an oer sich besonder« die Hrrrn Bankier Goldschuudt. Rabb.D. Dr. Lohn -Bonn. Singe r-Loblenz uudW r i n gar te n- Em«. Coll. Nutzbau m-Trier und St am m-Dierdorf lebhaft detheiligten. gelangte man auf Vorschlag de« Coli. Ransenbera- Neuwied zu dem Ergebnis, daß der Lercins-Borstand zu braustragen sei. den Zusammenschluß mit gleicharttgen Vereinen zu bewirken. E« folgte run ein Lorttag über »Schul- und Gemeindebibliotbeken/ vom Coll. Ba um-Sötern. der zu folgenden Leitsätzen kann 1. Die Schülerbibliotheken find inG stände. Unterricht und Erziehung zu fördern, und e« ist deshalb vom jüd. Lehrer dahin zu wirken, bah eine jede Schule eine Schulbibliothek erhalte. 2. Um daß Jntcresse zum Judentum zu heben, ist da« Betreden der Jetztzeit, Gemeindebibliotheken zu errichten, vom Lehrerande zu untustützen. 3. Es ist der halb zu wünschm, daß die Gemeinden alljährlich eine gewisse Sunme zv diesem Zwecke in ihren Etat auSwersr. Hiermit schloß die geistige Arbeit de« I^Tagr«, und man fteute fich auf da« gemeinschaftliche Essen, da« aber nur in seinem Presse die Erwartungen üderttaf. Desto vergnügter stimmt« die ausgezeichnete Bowl:, die Herr Vorsteher Günther deu Konferruzteilnehmeru zum besten gab. I jAm solgendm Lage ward beschlossen: 1> daß die nächstjährige Brriammlung am 13. und >4. Mai n.Z. in Bingen staltfinde und daß die Ausarbeitung eine« Lehrvlane« für die einklajsiae i«rl. Volksschule in Angriff genommen werde und zwar zunächst derjenige für deit Religionsunterricht. Referent der Unterzeich- «sie. 2. Ter^Lehrer alSGPrediger. Res. Alexander-Bendorf. 3. Die Vorbildung de« Lehrer« al« Cantor. Res. Nußbaum- Trier und Nuhbaum-Bingen. Nun erhielt Loll. Ransenberg-Reuwied das Wort zu seinem Vornoge: Stoff und Methode des nachbiblischen GeschichtSunterricht« in der jüdischen Volksschule. Die vortrefflichen Ausführungen des Vortragenden gipfelten in folgenden Leitsätzen, welche die Zustimmung der Versammlung fanden: 1. Ter Unter, icht in der nachbiblischen Geschichte ist zur religiösen »Erziehung notwendig. 2. Wahrend Einzelbilder bereit« auf der Mittelstufe behaudett werden, ist der eigentliche Unterricht für die Oberstufe berechnet. 3. Er brfchäfngt sich mit der Geschichte der Juden Kanaan«, Babylons, Arabiens, Europa'« und specrell Deutschlands. 4. Ter Lehrstoff wird nur in Einzel- oder Gruppenbildern gegeben und konzcntnsch ans 3 Schuljahre verteilt. 5. Viele Abschnitte werden dem Pensum der Weltgeschichte eingeschlossen. ff. Es ist wünschenswert, daß den Schülern ein Lernbuch in die Hand gegeben werde. Inzwischen war die Zeit so weit vorgeschritten. daß der Borttag »über Lhewroth" als erster auf die Tagesordnung der nächstjährigen Versammlung zurückgestellt werden mußte. Es solare hierauf eine Besprechung, der eingesanden Schul-. bücher und Blätter. Nachdem der Vorptzeude den Vertretern der Gemeinde Lodlen» und Neuwied Kr chr warme« Interesse an unseren Bestrebungen, sowie allen Versammelten für ihre wackere Mitarbeit an deu Verhandlungen grdaaft hatte, wurde die Bersammlung nach 12 Uhr geschloisen. Der Schriftführer. R- Nußbaum. -r«»krtzich. P«ri4. Im Bevem der Gesellschaft der Ra! nomic wurde eine Diskussion über den Antisemitismus g« an welcher sich die Ngtionolökonomen Limonfin Alfons Lo» Eriiesi Brelich, sowie.. Professor Emil Worin« best Alle Redner sprachen in objektiver Weise über diese Frankreich ju Tage tretende Erscheinung und spendete» «»», JSraeliten m Bezug auf ihre BaterlanhUiebe, ihre «1' kraft, ihre Jnletftgenj und Spaxjawkeft volle»-Lob dem Jndenthum noch viele solche vorurtheilssreie Beu,^.. entstehen. Auch Anatol« Leroy - Beaulie«. der durch se unparteiischen Artikel in der Revue de deax mondes Autor, wohnte der Bersammlung bei und sprach sehr sd Worte. Der frühere Minister und jetzige Eonstau» sagte hier in seiner Progammrrdc in B^zug au׳ TageSftagen folgende»: .',Wir wolle« Niemande» angreifen. Jeder Bürger soll nach seiner religiösen zeugung leben, ist er Katholik, mag er zut Messe gehen, Protestant zu seiner Predigt und der Israelit in seine Syna zöge. Da»' geht den Staat nicht« an, der gleiche» Wohl» wäle«allenEonfessionen entgegenbringt und der durch Besoldung der EuliuSdiener religiöse Streirigkeften zu vereiteftzi such», welche just täglich unter der Flagge de« Rasten! auitreien " — Allgemeiner Beifall begleitete diese Rede, ttmerif*. Re«-N«rk» L Juni. Dem Berichte au» der ,Brr. St. Commission" entnehmen wir Folgende«: * »Dr. Senner, der Eiuwanderungr-Lommissär de» Ne Borker Hafens, wurde einem Verhör unterworfen. Er gab, daß in seinem Bureau nur tüchtige Leute angeftellt würde»' uv daß die Polttik dabei nicht mitsprech«. In Bezug auf italienische Einwanderer meinte er, etwa 95 Prozent derselben mit der Absicht hierher käme«,! verhältnißmäßig kurzer Zeit wieder noch Italien zurückzub Die Einwanderung sei nicht so stark als in früheren Iah indessen eine qualitativ bessere- Italiener und polnische Jü bildeten die am wenigsten wünschro»werthea. Einwanderung« mente, während Deutsche und Oesterreicher zu den befttn Etuwondereni gehörten." Hierzu bemerft die ,Deborah": »Dabei ist zu beme daß Doktor Semier selbst Jude ist oder bislang war, der - Polen oder nahebei hierher gekommen und in der deutl Presse Antisemitismus verzapft hat. Ferner, daß der Herr Sev nicht weiß, daß eS im Gesetze des Lande« ,Personen", nicht aber Jud Ehristen, Türken oder Heiden giebt uud unsere« Wisse«» Erste ist. der officiell von »Polnischen Juden" gesprochen« Beamter der Brr. Staaten hat je einen solchen Bock gesck Wir wollen un« da« merken." Neueste und vermischte Nachrichte» Magdeburg 28. Juni. Da« brfte Geschäft bei drn Ne wählen hat der GeschäftSantis.mitismu« gemacht: er hat fich « drcifacht, statt ihrer 6 ziehen nun 18 dieser Sorte von »Volk" vertterern in den neuen Reichstag ein. ES find folgende: > . warbt (Arnswaldri, A h l» a r d t (Neustettins, v. Lange» Jakobskötter, Werner, Liebermann v. Sonn«( bergLeuß, BöckeftWerner, Gräfe, Klemm, Zt, mermann. Hänichen, Lieber, Latze, Köhler, 31" mermann, (Lauterbach) Hirschel. Einer.jedoch fehlt unter ihnen, der Hauvtbegründer Nährvater de« Antisemitismus, der Lberantisemft und gewes« das ist die Signatur dieser Wahlen; die ertrrmen " von link« und rechts sind angewachsen.׳ Ob irgend einer se finnungsgenoffen durch Verzichte dem Stöcker zu rineukim Reichstag« verhelfen wird, oder ob ihm nachträglich betl durch die Doppelwahleu oothwendig gewordenen Mandat zafäll^ ändert an der Sache nichts