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Israelitische Wochenschrift · 1893-07-01 · 27 (1.7.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
27 (1.7.1893)
Date
1893-07-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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!egien-Befnch—Gq,am,kalkrn«niffeall«diagS nicht «fntarttfe }t Titel — allerdings einerlei, wie erworben: einstige Hülfs» »thätigkeft an d« HildeSheimersche« Religionsschule: Processtrrn -it Lehrern, infolge dsssen pädagogisch« Wunderdinge in die Er- «nung treten: u. a. m. Was noch außerdem, namentlich an harakterbildung verlangt wird, ist geradezu exorbitant Vielleicht kommt nun noch gar die BehSrd« und fordert auf .:und de« JudengesekeS von 1847 oder auf Grund gewisser An- 7 zungen noch Etwa«! Entsetzlich, was heute alle« von einem bischen RrligionSschuldirigenten verlangt wird. Ich trug mich schon mit dem Gedanken, nach bekanntem Muster an einflußreicher Stelle wöchentlich mehrmals zu anti» chambrtren, und die allerunterthänigste Bitte vorzuttagen» jene -rtriebeoen Anforderungen zu mäßigen! aber so oft ich den :danken ausführen wollte, dröhnten mir immer die Worte in ד־ Obren: Schweigen Sie, Kleinstädter, davon verstehen Sie ..icht«: schweigen Sie, oder ich stelle die Cabinetsftage! Wa« die« heibt, wiffen und fühlen sogar ,unsere Revräs-ntanten", wie sollte ich, der Kleinstädter, davor nicht die Segel streichen und mich biegni und beugen und bücken! Auch jetzt dröhnen jene Drohungen in meinen Ohren, Furcht bemeistert sich meiner, und ich bin außer Stande, heitrr weiter zu schreiben, da ich mir die Möglichkeit einer solchen KabinetSfrage vorsrelle. Entschuldigen Sie daher, hochgeehrter Herr Redakteur, wenn ich für heute schließe. Demnächst mehr von Ihrem _ Kleinstädter.. Bericht? und Correspondenze«. LeuHchltmd. M««-eht»r». I1 dem soeben im Buchhandel erschienenen ^erke ,Deutschlands göbereS Schulwesen im IS. Jahrhundert", - :lchr« au« Anlaß der Chicago« Ausstellung im Aufträge de« .ultusmillisteriums bearbeit« ist, stnden sich al« Anhang ״Amt- 1'Nachweisungen über den Besuch der höheren Lehranstalten Deutschen Reiches" aus denen Hervoraeht, wie stark drr jüdische Bevölkerung im Verbältniß zu christlichen am Besuch der :ren Schulen bethruigt ist. Die Angaben beziehe» sich auf Jahr 1890. In Preußen liegen die Verhältmffe folgend«- .. 7)en: während 1 evangelischer Schüler auf 196 evangelische Einw, hner und t katholisch« Schäl« ans 366 katholische Einnwohn«, alfo 1 christlich« Schul« auf 282 christliche Einwobn« kommt, k-7mmt nn jüdisch« Schüler b«eitS auf 30 jüdische Sinwohn«. " kommt ferner ...Bayern 1 christl icher Schüler auf 183 christliche Einwohner 1 jüdischer - - 27 jüdische -!- Sachse!: 1 christlich« - - 3t4 christliche - 1 jüdischer - - 28 jüdische - ln Württemberg 1 christlich« - - 147 christliche - 1 jüdischer - - 17 jüdische - l.. Baden 1 christlich« - - 178 christliche - 1 jüdischer - - 24,udifche -!״ den übrigen Staaten liegen die Verhältnisse ganz ähnlich, »crvorgehoben sei noch Herzogthum Braunschweig, wo ein christ- -U7.« Schul« auf 274 christlich«! Einwohn« und 1.jüdischer Schüler! 6 jüdische Einwohner entfällt.) Berlin, 22. Juni. (Or.-Con.) Ncber die Thätigkeit de« tschen Leuttal-Com tee'»' für die russischen Juden in letzt« £-it bin ich in d« Lage. Folgendes mitzutheilen: Im verflossenen Somm« batten bei einttetend« Ehol«a di« * .ltee'S bekanntlich erklärt. daß sie ihre Thättgkett einstrnru. Diese Erklärung hätte den Zweck, den Zuzug zu hemmen, ln Wirklichkeit ab« haben die Komttee« wett« gearbeitet. ES haben befördert vom l. Juni 1892 bi« 3l- Mai 1888: Bremen 64 Personen Hamburg 1154 , Stettin . 978 , Königsberg 2829 , MySlowitz 983 , Ruhlebeau.Berlin 771 » zusammen 7154 Personen, d«en Reis«- l. u ganz öd« theilweis« vom Leutral-Eomtte«!«ragen wurden. :*T ^eden passierten tu der Lieft 16955 Personen. DSe ~ “ gung ist mit dem 1- Dezemb« 1892 eingestellt worden. ES läßt sich dabei nicht übersehen, wieviel Personen auß«d«m noch hi« durchgekommen find. In Rußland werden die Lerfolgungeu fortgesetzt, ja v«- schärft. Im Januar erfolgte die AuSweisungSordre gegen alle ׳» diejenigen, welche auß«halb de« AafiedelungSrayon« wobve«. » Die hi« in Frage kommenden ca. 500000 Personen müssen bis \ ,um 1. November d. I. ihren bisherigen Wohnort »«laffell haben. Dazu kommt, daß seit ungefähr zwei Monaten in Polen -י die Juden au« den Dörfern in die Städte verwiesen und zu diesem Zwecke eine Anzahl kleiner Städte für Dörftr «klärt ", würden, lieber die Consequenzen dieser Maßnahme lassen sich ,7 noch gar nicht übersehen. Inzwischen wftd die preußische Grenze immn strenger gesperrt /■ diese Sp«re ist aber fast zwecklos, denn die Auswanderer kommen ■ auf unzähligen Schleichwegen üb« die Grmze. Sind sie in Preußen angelangt, so bleibt es zweifelhaft, wohin sie am zweck- . mäßigsten weiteneisen. Der Hamburger Senat bat offi- ,ן ziell «klärt, daß er keine Zwischendeckpaffagiere mehr zulasst und 7, infolge dessen geben die preußischen Eisenbahn-Berwaltungen Auswanderern, die nach Hamburg wollen, keine Reisebillet». Bremen und Rotterdam machen allerhand Schwierigkeilen und zum Ueberfluß weigert sich A n t w r r v e n, selbstlden aus eigenen Mitteln dorthin Gelangten zu helfen, ja droht mit i Rücksendung derselben nach Deutschland.! So ist e» denn gekommen, daß B«lio sich gegenwärtig in der kritischsten Situattoo befind«. Bon Ostvreusten wanden Alle« «ach Berlin, das hiesige Central-Comitee hat sogar — im Ein- . י verständniß mit d« Behörde — vor 4 Wochen die vollständig« Räumung d« Grenzen durch!Versendung all« daselbst wartenden AuSwaud«« über B«lin bewirkt. Von Galizien au« werde« unauSgesrtzt Versuche gemacht. größ«e Trupps von AuSwanderer« mit Gewalt über unsere Grenze und uoch Berlin zu defördern. Alle« was in den Haftnstädtrn nicht durchgelaffen wird, od« vom Auslande zurückkehN, kommt nach Berlin. ES wird sich nun fragen, ob und welche Maßregeln hi«» gegen möglich sind. Zur Zeit wird von Berlin aus Alle«, wa« nur geschehen kann, gethan, um die geeigneten Auswandn« nach Amerika weit« zu befördern, und andererseits jede Ansammlung an irgend einem Orte Preußens zu »«hindern, damit nicht ei» etwaige« Auftauchen d« Cholera unseren Schutzbefohlenen zur Last gelegt w«den kann. Im Allgemeinen waren die AuSwand««, welche im '.e Kar Jahre hi« durchpassierten, best« sitiuirt als die früh««!. Nicht» destoweniger haben die einzelnen Komitee« im verflossenen Jahr« Mk. 356 252 — aufwenden müssen, so daß dn Haupt-Kaffenbestand imm« mehr und mehr zusammenschmilzt. Am 1. Juni d. I. belief er sich auf Mk- 131942. Bi» zum Herbst gedentt da» Centtal-Comtter in d« bi«- herigen Weise weit« zu arbeiten, inzwischen ab« «wägen, ob e» nothweudig wird, alsdann da« Deutsch« Leuttal-Comit« einzuberufen und demselben die Frage vorzulrgen, ob e« and« Zeit sei, di« ganze Organisatton schon aufzulösemi .1! Bertt«, 57. Juni. Der schon mehrfach vertäfle Proccß ge^cn Ahlwardt fand endlich heute vor d« »weiten Sftaskomm« hiesigen Landgerichts statt. Den Vorsitz führte Landgaicht»» dtrenor Brausewett«, die Staatsanwaltschaft »«trat StoatSamo. Flickes, die vrrtheidigung führte Hrrtwia. Der Angeklagte wftd veschuÜngt, in einer am W. Ottober Anttsemitenversammlung in einem _ den aesammteu preußischen Beamten!! preußischen Juftizbeamten beleidigt. lab haben on Minisftrvräsident im Namen de« preußischen Der Angeklagte bemertt auf Befrage» de» PrSfideutru. daß «rX « mobl in thullch« Weis« gesprochen h««. »t« ttz« z»r Laß ,Aza» »erd«, e» sei ih« «der nicht »inges allen. M BeaMenthn» t» WU gtar!ixM «, hat» tnnntr sptcieL« Agg» nsfttrt mb b«1an

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