Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 24 (9.7.1893)
- Date
- 1893-07-09
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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reibe» brt Benin* »irt mit UtberGm« »« be» Kaffenbericht mtt der »ickeluug der Kaffe nach beste» SW anforbttunftn, welchmit jedem Jahre rtnnca. Der deutsche 2-rael. Gemeinde-Bund hat auch in diesem Jahre l*u BK. al» Reffeuaterstützung für die Konferenz-Theilnehmer überwiesen. Der Ebreupräse» unsere» Vereins, H«rr,Blumeua u, drückt sein Bedai da um dir en. erfüllt «erden schriftlich sl . _ »folge l<n nicht beiwohne» zu »raten «dauern au*, in nner Erkrankung den Berkirchener Nachdem »och über einige von der W. Jacobsohn in Breslau übersandte Beri . referiert worden, erhält Herr Ros eabusch-M. Gladba im»! Bortrtme: »Die Pflege der Ethik in Schule und Synagoge Da da» Referat demnächst (in diesem Blatte) erscheinen wird, halten wir un« eine» nähere» Eingehen» auf da»selbe, doch mffl wir kurz bemerken, daß die Arbeit von großem Fleiß« und ' Sathverständui* zeugte und von der Versammlung beifällig aufge novimen wurde. Nach halbstündiger Pause wurde die Bersammlung wieder eröfmet und verla» der Borsitz-nde ein inzwischen eingeganaene« Sch:etben de» Bürgermeister* »er Stadt Selsmkirchen, de* Herrn Baitmaan, worin dieser sein Bedauern aurdrückte, de>. Bersamnlunaen nicht beiwohnen zu können. Hierauf wurde al* Ort »er nächmähriaen Konferenz Köln bestimmt und sollen folgende Vorträge dir Taaetordnung bilden: 1. Die rechtlichc Stellung de« jüdischen Lehrer« innerhalb seiner Gemeind«. Referent: Brisch-Mühlbeim a. Rd. 2. ,Da« Gebetbuch al* Rcligionrbuch:" Referent Loeb-Köln. Gegen 6 Uhr wurden die Verhandlungen de» ersten Tage* geschloffen. in Fefteffen, da« durch die ttefflichen Vorträge de* Gelsen- Synagogenchorrk gewürzt wurde, vereinigte sämmtltche aonferenzbeiucher und die Mtglieder der Gemeinde, Herren und Damen. RühmeuSwerth« Erwähnung v-rdtenen die »u»fübrung de* schwierige» 4L Psalm* von Mendel-sohn und die Soli von Frl. Wolff. Die Berhaadlungen de* zweiten läge» begannen morgen* 9 Uhr. Herr G o ldfchmidt-Söln referierte über Handwerk und Ackerbau unter den Juden. Der interessante und beifällig aufgenommene Vortrag gipfelte in nachstehenden Thesen: 1. Die Juden, ursprünglich ein sich ausschließlich mit Ackerbau und Viehzucht beschäftigende« Volk, bildeten später, wie die übrigen Völker, bei sich die Handw erke au«. Der Arbeiter stand bei ihnen stet» in hoher Achtung. L Auch seit ihrer Vertreibung stellen sie iu den Ländern, m denen sie freie Berufswahl hatten und baden, einen mindesten« il.!er Seelenzahl entsprechenden Anteil zu den Arbeitern aller Art. 3. In Deutschland durften sie Jahrhunderte lang nur Handel treiben. Seitdem sie gesetzlich gleichberechtigt find, macht sich auch hier eine starke Bewegung zu Gunsten de« Handwerk» geltend. 4. E« ist Pflicht aller einsichtsvollen und einflußreichen Jtraelilen. besonder« auch der Lehrer, diese durch viele Vereine geförderte Bewegung thatkräftig zu unterstützen. 5. Ein geeignete« Mittel, bet der Jugend Liebe zur Arbeit zu »ecken und auch bei Erwachsenen da» Produkt der Arbeit zu größerem Anseben zu bringen, ist der Nnaben-Handarbeittz-Un-!«nicht. Nun wurde in die freien Besprechungen eingetreten, an denen man sich allseitig detheiligte und die viele interessante Anregungen zu Tag« förderten. Einen breiten Raum in diesen Berbandumgen, nahmen die Erörterungen über die Oeffentlichkeit»erkläruna der si'drschen Schulen ein. Die Bersammlung wählte eine Kommission, welch« zu diesem Zweck« erforderlichen vorbereitenden Schritte unternehmen soll. In diese Kommission wurden folgend« Herren drleaiert: Spier-Bocholt, Baum-Rheine, Dublon- Dülmen. Damit war die Tagesordnung erledigt. - I» seinem Schlußworte dankt der Vorsitzende der Gemeind« Gelsenkkchen.dief - --------- dem D. I. «. fl tagsduchbandlung ״״״ ». .... Aufmerksamkeit und schloß rast einem kräftigen dreimaligen Hoch auf Oai'er und Reich. Auf fröhliche» Wiedersehn zu Pfingsten nächsten Jahre« in Köln! Dublon-Dülmen. Stein» eg-D«tmund. Schriftführer. 6. Vasen» 4. Juni. Ein für die hiesige jüdisch« Gemeind« Kberaw» denkwürdiger Akt «st am 3l. v. M. vom Vorstand« derselben k Gegenwart der Gemeind«-Vertreter und etwa 80 laden» BÜtgliedern der Gemeind« vollzogen worden, und di« Feier der Grundsteinlegung zu« Bau de* von dem gleichfalls anwesend» Herr» Moritz Rohr au* Berlin vermittelst einer Dotation von 000,000 Mark begründeten jüdischen Krankenunbs- Siechenhause* Abraham und Henriette Rohr'sch« Stiftung. In schöner parkartiger Umgebüng, in unmittelbarer Nähe der., Stadt, vor dem Königsthor, soll ein stattlicher Gebäude-Koraplzg al« Kranken- und Siechenhau« sich erheben und zum Oktober 1894 fertiggestellt sein, inst allen Einrichtungen, welche die moderne Technik und die Fortschritte der Hygiene sowohl, al« auch die strenge Rücksichtnahme auf die religion»gefetzlichen Bestimmungen fordern. Die Feier wurde mit der Weiherede de« Gemeinde-Rabbiner» ...! führte in vor- ׳ Menschenliebe ___ _ __rung nur erlange durch Gottesfurcht, .׳» Indem die Eltern die Henen der Kinder mtt Gottesfurcht erfülle«. ,. rufen sie in ihnen jene Eamfindunaen »ach, welche zu den Wegen - Guten und Idealen führen. Gottesfurcht bilde den Grund» ,ו . ka» Im Wa« (tnili/itHwa kaitv«ttattaM f4 twafA« «MM* י de« begriffenen Anstalt, welche von icklich im Andenken an seine VS- Idealen fü>. stein zu der in der Errichtung dem hochherzigen Sttfter au«drückl . ewigten Eltern Abraham und Henriette Rohr begründtt worden ist. Hierauf hielt der Vorsitzende de» Vorstände« der Synagogen« Gemeinde, Herr Samuel Schvnlank, ein« Ansprache, iu welcher derselbe dem edlen Sttfter Herrn Moritz Rohr den tiefgefühlten - Dank der Gemeind« für die Sttstung und deren reiche Dottrung darbrachte und hienntt einen Bericht über di« finanzielle Lage der ׳ Sttftratg sowie einen Rückblick auf di« Geschichte derselben bi« zum heuttgen Tage verband. Auch feierte Herr Schönlank die im Andenken an Verstorbene geübte Pietät, welche so häufig den Anlaß zur ErrtchttM milder Stiftungen bietet, als den AuSgangspunn ’-i auch dieser Stiftung und zollte Worte größter Anerkennung dem zur Errichtung de« Kranken- und Siechenhause» eingesetzten Komitee, besten Vorsitzender Herr Rechtsanwalt Salz ist, sowie der. bauleitenden Kommission, deren Vorsitzender der Fabrikbesitzer und Stadtverordnete Herr Moritz Victor ist.— Demnächst na hm-Herr 1 “ ‘ '־ ־ --sentanw^ mögttuf die Berufung hinwie«, welche eine Krankenanstalt für di« jüdische Bevölkerung der Sstl. Provinzen Hab«. — Alsdann folgte eint Ansprache de» in Verttetung de» Herrn Baurat׳ Schmieder mit der Leitung de« Baue« betrauten Herrn RegieruttgSbaumeifterSL ander hier, welcher für sich sowie für den mit der Bauau»fübrung deaulttagte» Maurer- und Zimmermeister Herrn Moegelin hier die Bersicheruu« abgab, ihrerseits in technischer Beziehung da* Möglichste zu leisten, damit der Bau tadellos hergeftellt werde. aufgeführten Urkui e« Hern» «»ritz Rehr «neymi-nngen, Urkunden: Messt technischer Beziehi tadellos hergeftellt wer! Hierauf wurden die nachstehend l. «i»e Asschrist ser Schenkungsurknnde se* de» kuu gehör io-u lan de« Herrüchen Genei, , , , 1 Verzeichnt« ser Mitglieder der Venoaliunggsehviben und der Fnchkommissionen, 3. Abrechnung öder den Vermögengstans de» jüd. Krankenn. Liechen» Hause« und Verzeichnis der Zusatz-Sriftungen, 4. Statut der Tyaagozengemei1.de, Geschäftsordnung der Reprisen» tanten-Versammliuig und Statuten einzelner hiesiger jüd. Vereine. 5. Asschlt-g der Verträge mtt den Herren MSgetin und Lauser, - *. die s,'.! sie Vauaussührnng festg «stellen allgemeine» uns lose« Vesingungen, die Kostenanschläge und ü Glatt Bauzeichnungen, - 7. di« sür die bauleitende Kommission sestoeftetzte Jnstrnttioa, *. der Etat der Synogogengemeinb« für di« Venoa'tungsjabre >8S3/S«, Plan der ktadt Posen und da» Adreßbuch der Stadt Posen, 'i «IN 12 13. der Verwallungshericht der Ztadtgemrind« Pose» für ISSIW2, je l Eremvler der hier erscheinenden 3 seulschen Zeitungen und einer polnischen Zeitung, je ein ExeMplar der in Preußen erscheinenden jüdischen Zeit-- schttstra und endlich je ein Stück sämmtlicher gbngbaren Manzen de* deustchea Reiche«, zusammen 14 Stück in den zur Einfügung in den Grundstein bestimmten kupferne«. Behälter gelegt «ad der letztere verlötbet, worauf die hierzu be» rufenen Herren Moritz Rohr, Dr. Fttlchenfelb, Dr. Blo ch, Justizrat Oraler, Stadtverordneten-Borsteher. Sam. Schönlank, Dr. Ludw. Friedländer, Rechttzauwalt Salz. Lauber, Mögelin und Architeft Kindler unter Berlautbarung sinnvoller Sprüche die. üblichen Hammerschläge abggben. — Die Schlußweidsred« hielte der Rabbmer der i«rael. Brüdergemeinde Herr Dr. Bloch. Der--, selb« hob die denkwürdige Thattache hervor, daß genau vor _30Q2 Jahren — im Jatz« 1098 — gloichfall» der Gnmdsteiu! eine« jüdische» Hotpttal» gelep wurde» welche», im adbrarast«, und ratzt« ferner m vorttefflicher Weife au«, von Herrn Moritz R«hr im Andenken an sein« verewigte ruh 1/u» ׳.זז»י ein zum Bw; Jahre 1808.