Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 24 (9.7.1893)
- Date
- 1893-07-09
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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t&nbet« r■ _< Stiftung, de» »rankenhause» ha« Vsri de» Propheten »lrachi eiMle. Sjn GÄet he» tzrrrn Dr. Bloch für de» Lau- . Herrn fotoie für da» Gedeihen de« vane« schloß die wahrhaft erhebende Arier. Vefterreich»U>O«r«. St«». 28. Lai. Die untre dr« Protettorete der Ratsrri« ste> hend« Iöraelttisch« Kintttbemahr-Anstalt seierte hente Vormittag» »a« Audit»«« ihre« funfzsgjühttae» Bestand«». I« dr« «ich »erartar« Festsaal« M Anstal,»grbö^r« halt« sich dt« Mttglieber de« Vorstand»« mit der Prtsideuii» »«ronin Sophie Lodtieo an btt Echt«, ferner HerrrnhanSmtlgited 3 gnaz ». P l e n e r, Siadirath Dr. Vogler 1« Vertretung b«4 Vurgermeifteeö, Laube«-Lchuliuspettor Rqg e r, Pfarrer v «l t» »i ch, Superintendent Dr. H » ase. .der Vier-Präsiden« der iöroelttischrn Euttutgemeinbr, Gemetnderoth Lima«. Ober-Rahbiner Ir. «ü bemann. Daran Koni,«- » a r t e r und G«»ahllu, Directar Ritter ». Dauer eiogesuoben. Ltadtraih Ritter 0. G olbf chmib t hirtt die Festrede., str schilderte bi« langjährige Dhäligkett der Anstalt und sagte: Allerbing« flöh« bi« farlwähienb« Steigerung brr »rmuth in der Großstadt Bedenken ein, ad in Hintunst b« wachsenbe» »ntorberungeu »i!b Genüg« geleistet »erben können. Allein e» wirb die» occfucbt »erben und hoffentlich auch grli.iaen trotz jener verwersiichen Strömung, «eiche bedauerlicher- »eis« in Vien plastgegriffen hat. Nah »armen Dank»»»,«« für da» «uiopsernb« vtrkeu der Lereiuöleiiung, für dir Unterstützung der Stabt Vien, de: Schulbehöiben, der iöraelittschea Lnltuögemeinbe jc. schlag brr Redner mtt einem begeistert ausgenommen«» Hoch auf bi» Kaiserin al« Pratectorin de» Verein». In «arme» «orten sprach Stadtraih Dr. Vogler de« Verein«, in befieu Schule sei« seinem Vestand« Lausende von Kindern Aufnahme gefunden haben, de» Lank der Gemeind« «a», während Lande«-Schuliuspector Roger da» rastlosr Kottlchmitrn de« Vereine« im Jnttteff« der v^llobilönng «ürstigte. Der lempellbor bracht« unter Leitung de« vder-lkantar« . O, l d st e i« den Psalm 111 »oa kulzer zum Bartrage. Nach einer »,spräche de« Oder-Raddiner« Dr. Gubeman» und «ineni vom Direktor *ldert k. Fischer dorgetrageaen Abriß der Geschichte de« Vereine« schloß die Feier mtt ber Adsiagang der Volköhhmne. M. 8. BAknrsft, 1. Juni. Wie dir »ntzweisungtzbriehlr . «egen die Jaden in den Dörfern, namentlich in der oberen Moldau tnidgeftlhn werden, läßt sich au» folgenden Beispielen, welche wir de« .«um- Lloyd" entnehmen, deutlich erkennen. Einem Juden au» Boroac wurde die ganze Habe auf einen Karren geladen und tt» m Moldaubrücke transportiert: da jedoch die Brücke in Folge der ileberschwemmungen gebrochen und daher die Ueberschrenung de« Flusse« unmbalich war, wurden di« Sachen aus'» Fell ge- - «arsrn, woselbst sie durch drei Tage dem heftigsten Regen au»- יי stt blieben. Einer Krau welch« kein Geld besäst, um den mnann zu bezahlen, rissen die Unhold« den itpeijädriael Säugau» der Wiege, und wurde diese als Entlohnung den Fuhrm übergeben. — Eine andere Frau schonte man nicht einmal während der GeburtSwehen: die Leute drangen in» Hau» und warfen alle» -um-Fenster hinaus. Mehrere in der Kommune Draguscheni ansässige Juden, denen der Eemeinderath den Aufenthalt im Dorfe gestartrt hart«, wurden de» Nacht» vertrieben, ohne ........ -,ff, Nemeste tutb vermischte N«chrichte« 14. d. M. kam der dortige Primär Thiriac, in Begleitung seine« Adjunkten mit 2b Soldaten in» Dorf und forderte die jüdischen Einwohner »um sofortigen Berlassen derselben auf. Die Juden vroteftierten dagegen mu der Behauptuna, daß kein diesbezügliche« Gesetz «rtftiere. Daraus befahl der Primär den Bauern, die Karren »u bringen, die Habe der Juden darauf zu laden und dtrie selbst gewaltsam zu vertreiben: dem «iderfehte« sich aber sribst die Bauern. Donne^ag, am I»pa»-F«iertage, zeigte der Primär die Ankunft de» Suopräfekten an, worauf die Juden ihre Läden schloffen. In der darauffolgenden Nacht wurden sämmtkiche Lädenohne Jemande« Wissen, ohne vorherige Jnventaraufnahme, versiegelt. Der Jude Strul Haber, denen Frau und Kind wurden vom ehrenverthen Ehiriac arg mißhandelt. <Ist Rußland nicht da» reine Paradies solchen Zuständen gegenüb«?) Magbepeerg. Jüngst Hai in einer agrarischen Versammlung «in katholischer Bauer «in« «ntisemstische Rede gehalten, die unbeachtet blieb. Einige Lage daraus sagte «in hervorraarnber kathoiischer Geistttcher, er habe br» Mann nnterrtchttt, «brr btese« toll« Zeug habe der Nana nicht bet sh« gelernt. Lies« »eußernng würbe prrbrrtt« und Aal dem »ntisemiten mehr geschadet, «l» «ine »och so geistreich« »b- »wrtauBfl «k»1 9ttbtts«rf. ■*311 Magpobwra waren nach der lestte, Volkszählung am 1. 'er I8VV: »OS» Inden (unter A)2.2Ä0)Ei»w«hn«ru, al« 1,02°*, ta dm Provinz Sachsen, 1,3 ln Königreich Preuße» und variltt». Profeffor R. o. »net st hat sich in «inen, in ber Wiener .Dsch. Ng.' «baebracktrn Schreiben über ben » , t I s««it i» » n » »ie folgt,«kttchert: .tzll« alter Parlamentartrr Hab« ich «ich jederzeit za unserem oersoffunaSmäßigen »rnabsast betaunt: .Di« Freiheit de« religiöse» Bekenuturffeö, ber Vereinigung z« Religionögejellschaften und brr gemeinlamen Religionöitbung wird gewährleistet. Der Genuß der bürarritchen and staotSbürgerllche» Recht« ist unabhängig oon dem religiösen Bekenntnisse.' Zu diese» Grundsatz der heutigen zivilifirten Nationen bekenn« ich mich noch »nb hatte »ich verpfllchdt, dafür «inzMrrteu, »o er verletzt »Irb. Seit einem Halden Jahrhundert in richterlichem Beruf thätig, hall« ich «S für mein» Pfliüt, für da» verletzte Rech« de« schwächeren Lbetleö «inzntreten. sobald ich dazu r׳—'-stl bin, inödefoader» auch in der Preff« und im politisilen Le ^ahrheit und de« Rech« zur Geltung zu verhelse» g-gen >,. ,« Entstell«»« und Verleumdung. >1« alter Politiker!fade Ich die iärfahrung gewacht, d»ö der Appell an den gemeinen Sinn ber Menge -um Zweck« de« Stimmensang« nur kurzlebig« Erfolg« erzirU, weiche io keine« Veihittnch stehen zu ben nachhaltigen Berlusten ber Parket, bi« sich zu solch«» Verbrüderungen bereiten läßt Die« sind die ntchstliegrnlen Gründe, an« denen ich dem veriin« zur Abwehr de« Anttsemitiömu« beigetreten bin und darin mitwirkr, soweit e« mein« Kräfte «elanbe».' Variin, Gewiss«!üdisch« Agitatoren treiben «i» so wilde« Spiel mtt ihre« Wahl-Empfehlungen, ihren Lircularen u bgl., baß e« sich schon «erlohni», einen ״Vernn zur Abwehr gegen diese« Treiben" zu gründen; sie haben in manchen Bezirken, wo man die jüdisch« Empfehlung unangenehm empfand, de» freisinnigen kanbibalen nur geschadet. 1. Juni Wilhelm Küpper«, der Huupizeug« im Buschhoss-Prozeß, in besten Scheune der klein« Hegemon» tobt cusgefunden worben wa>, wurde gestern deerdiat. Rchpmberg, ». Juni. Die Strifkammer ve urtheili« ben hiesige» Antisemit««, öhrer und Verfasser einer Riinalmorbbroschür« Retterspitz wegen falscher Anschulbigutig ein:« christlichen Am:«- richter« zu 3>,, Monaten Gesäng»iß und dreijähriger Aberkennung brr Ehrenrechte. (Welche Strafe müßt« ihn erst treffen, wenn di« Anklag« wegen der durch seine Ritualmordbroschün begangene» falschen Antchuldtgung und Verieumbung der jüb. Religi»» «rbobeu würbe'/s Dregben. Neuerding» hat hier wieder ein religiöser Streit die Gemüter erregt. Der Rabbiner Dr. Winter «wlltr «inen jüdischen Knaben, ber unbeschniiten geblieben war, nicht e»segnen. In Berlin geschieht die« vielfach, der Rabbiner weiß gar r ich», ob dte Kinder, di« er einsegnen soll, in de« Bund Abraham* ausgenommen find. Die Angelegenheit kam in Drerden vor den Vorstand. Dr Winter wurde b»,t bedrängt, hielt «der allen Angriffen tapfer Stand. Schließlich stellte sich die Mebrhett de« Gemrinderai« auf sittiie de« Rabbiner«. Bester roch, al« solche Konstitte zum Auftrag zu bringen wäre «*, wenn dir detr. Eltern aus da» Bentficium der Einsegnung verzichlelen. Ein aebtt.teter Mensch kann doch von einem Rad riner nicht ben Segen der Reliait׳« erzwingen wollen, deren Grundgesetz er ofteniattv berachtet. Sfav 7. Juni. Gegen ben verhasleien % aulu« Meyer und den Pfarrer Deitert strengen Sie hier eingeiioffene Tochter jene« verstorbene» Rabbiner«, ben die Genannten de« siitual,norde» deschuldigt haben, nebst «rhrerr» noch aiu Leben besindlichea Beschuldtgte» durch den Abgeordneten Kopp eine Ehrer beleibiguagsklage an. Der Prozeß bürste rinru großen Umsang anneh»»»n. stk»M, ttt. Mai. Am 0. d. M. wurde > nser Gla1>ben«gen»jt« Herr A. Lonsoto von Ihrer Majestät ber Ktnigin Marghertta in Privataudieoz empfangen, umhöchslderselden ein Exemplar seine» Werke« .Dt« Gesänge J«rael«' zu äbrrreichen. Ihre Nlajesiät bekundet« für di« eifrig«» und geistvollen Studien de« Bersaffee« da« wäimst« Intereffr, welche» darin seme« Au-druck sand, baß sie um den Bottrag einiger Gesänge bat und den Wunsch äußert«, d:n Scholar zu hären. Se. Majestät der König Humbett gewährte an demselben Lage Herrn Rabbiner Angelo Fornan eine Audienz, um ein« prachwoll auögrstattete, auf Pergament auögrfübn« Abschttst jener Hymne entgegenzunehmrn, welch« am SS. April d. I. zur Feier der filbttne» Hochzett unsereö Königöpaareö im hiesige» Tempel zum Vortrag gelangt war. Der König sprach sttnen innigen Dank fär da« Ge chrnk ans und zeigte durch huldvolle Wotte, wie sehr er skr di« zu Ehren seiner Ettder- Hochzeit setten» der Inden erwiesenen Ausmtttjamkriten empsLnglich gewesen sei. KonKawriwochek. Bor ungesLhr acht Tagen wurde der Kaimakam de» Ehacha« Baschs, Sttllpeikreier de« Ober-Rad imer«, in das Po lass de» Großorzier drschieben und dori wurde ihm eröffntt, baß bi« Reatrrung brschloffrn habe, dir ibraelttischen Uuierthanea der Türkei »NM Nüttärdtenste he«u>zn->rh«n. Der Snttan glaube hiedurch ben Inden einen ganz desonder« vrweiö seine« Vohlwolleoö zu geben; an» pa» lttische» Rücksicht«» seien diötzer nur dt« Mahomedaner in da» Heer ausgeuommr» worden, und selbst l» den Zeit,-, der Roth Hab« Mt Rmternng e» nicht anaezriat gefunden, dr» arme« sche» und griechisch««^ Bürgern Waffen in Sie Hand zu geben. Zu den Inden Hab« »er Snttan volle» Brttreur». Der Suva» lvünjchr rinne» tzsrzeha Logen eine ,«,chUich« »eußernng d«S Raddiunt« über di« etnzusühröitz« k Nrnerung. Roch rinGer llebettegnng kam daöseib,: zn dem ein stimm" «efthluffe, baß berVmkchkag drrR^trrmm mtt?>«kzu acreptirm »nr rin« Bürgschaft für di« Nngststbch» _ . . —;1 ietlrn« der