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Israelitische Wochenschrift · 1893-06-02 · 23 (2.6.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
23 (2.6.1893)
Date
1893-06-02
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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— m — w größerer Muslnß gelaßen bleibt unb mögliche Uebergriffe iügt werden könne». (Dieser Kastis wird in der Quartalschrist »an dem Prälaten Dr. Joses Symersky zu Oimütz mitgeteilt.) Ans Arei««,rerkreisru. *) «l»ße» jm» «rlilel S. üelmnr’A: ,«och etimol »»« Prüyip des Stzrt-e«-»»»/« B»n Br. Dr. »tager in K»ble»z. Ich erachte es nicht als meine Aufgabe, in der Contra» verse zwischen Br. Kelman, welcher sich auch einen Vertreter jj,- de« Mlnianitätsprmzips in der Freimaurerei nennt, und dem Br. Gericke, pro oder contra das Wort zu ergreifen, trotzdem kann ich nicht umhin, ersteren auf einen kleinen Jrrthun, Htnzuweisen, welcher ihm im benannten Artikel mit untersttufen ist. Br. Kelman wirft dem Br. Gericke auf Teile 31 des BundesblatteS" vom 15. Februar 1893 Verletzung der alten Pflichten" vor, deren vierte ausdrücklich Streitigkeiten!..über Religion untersagt. Hingegen spricht Bruder Kelman den Vertretern des ״christlichen Prinzips33 .£) ״) nicht das Recht ab, ihre lieber,eugung in der Freimaurerei zu vertreten. Liegt hierin weniger Streitigkeit über Religion als ״ in dem Gegensätze? Meiner Meinung dürften jene ״alten; Pflichten" vom Freimaurer, der doch seinen imlern Menschen ... auch in die Bauhütte »litbrinat, nicht verlangen, daß er nur Silber seinen eigenen Schatten springe. Rach ihnen soll jede ^rtügiüse Ansicht berechtigt sein und der Austausch von Met- ״ mmgen nur nicht zu Zank und Streit führen; unmöglich aber kann in einer Gesellschaft, der die Erreichung des höchsten und edelsten in» Menschenthunie am Herzen liegt, ein Gespräch über Wesen und Fortschritt, über Berechtigung oder Zurücky setzung der einen oder anderen Religion vermieden werden,!<- wobei eine Streifung ihres inner» Kerns natürlich nicht um»; gangen werden kann.? Doch dies nur sieben her; ich überlasse es den gebildeten und erleuchteten christlichen Mitbürgern und besonders '?Brüdern gern, diesen die itzemüther bewegenden Streit zum? Lustrag zu bringen, und beschränke mich darauf, wenn ich ' nicht direkte Angriff« abzuwehren habe, falschen Austastungen über Wesen und Lehren meiner Religion entgegenzutreten, in den! guten Glauben, damit nur nieiner maurerischen Pflicht genügt zu haben! Dies veranlasst mich, de» Br. Kelman auf da« Irr- V thümliche seiner Behauptungen hinzuweisrn, welche darin ^gipfeln, daß der mosaischen Vorschrift der Nächstenliebe der s «riversale Lharakni fehlt, weil sie nur gleichsam eu pas«Ant austritt und angeblich keine ihrem Charakter entsprechende ',Stellung einmnimt. *) Amu. d. Red. d. «Bauhütte". Da» ״Bundesblatt" vom IS. Januar IS03 euchieU «tue» Artikel de« Br. UelmL», wariu sich derk s«tb« mit Vr. Gericke auteiaaudersetzt. Da tu demselben die jüdissche s. Ethik «,gegriffen »ar. so erwiderte Br. Ginger am 20. Februar ganz . Zachtich und bat um Sufuahm» dieser ikntaeguung oder um unfrankirte ' Uiisleuduno de» Manuskrivte«. Da der Artikel weder am l. noch am k IS. .Mir, Berücksichtiuung fand, auch nicht zurückgekaudt würde, schrieb Br. Singer a» 10■ Mrz unter Betsttguug eine» Briefumschlage» mit ALtzMffe und Marte. Daraus antwortete der Red. de» Bdtl. unter jipa, 90. Miirz, er Hab« den Artikel dem vr. tkelma» »ur »enntuth- " »ahme, bez». Beantwottuug, üdersaudt, deuselbe» jedoch trotz »teder- " vütru noch nicht zurückerhaUeu. Lr werde di« Bitte wieder- und lall» di« BerSffeuUichun.g der Arbeit «u» irgend einem beanstandet werde» dlrseld« zuriickschicke». Am 24. März erdi« Nticksendung. Mir haben geglaubt, diesen htstorischeu Bor- , " zufiige» ju müssen, um «nsern Leser» zu erklär«», warum dir ׳ A| de» vr. Ginger tu unsere« Blatte ihren Platz grsundru bat. ׳ wir den uu« von undekaunt« Beite zugesandte» Artikel i« ' rip" abdrucke», bedarf wohl keiner besonderen Moti- ׳ ״Es ist »icht jeder frei, der seiner »eiten »ouumuch»»Freimaurer. — «ed.d.A»r.«och«»schr.> I Es soll hier unberührt bleiben, ob nu» »ns die Borschrist eines Gesetzes, oder vielmchr auf seine Bethättgung Gwotcht zu legen ist, und ob eine Religion, welche ihren Homptgrund- I fall Jahrhuvderte laug auf den Lippen führte, mit Len und! Thal oder mcht dokumeittirte, nicht um so strafborer ist, sodoß! es den treuen und gläubigen Anhängern dieser Religion end-! lich anstände, die Devise zu wählen: ^ver Worte sind genug gewechselt rc. . .7' Diese Auseimmdersetzuug würde mich Über das Ziel hinausführen, das ich mir gesteckt habe. Jedoch kann ich nicht stillschweigend zuschen, daß immer wieder auf Kosten!«einer Religion gesündigt wird; steh! beim das Ehristenthum nicht hoch genug da, um der Verunglimpfung der Mutterreligion rntrathen zu können? Wenn die Fr«, maurerei nicht das Band ist, welches sich um die ganze gefittete Welt — zu der doch auch die Juden gehören — schlingt, kann sie jemals dahin gelangen, allen Menschen chre Segnungen zutheil werden zu lassen, wir sie doch will? Schmiegen sich Zirkel und Winkelmaß nur auf das neue und nicht auf daalte Testament und liegt der Salomonisch« Tempelbau so weit ad von dein Verständnisse eine« Beketmers der mosaischen Religion? Gesetzt den Fall, wir hätten nicht die Liebe, de.en der christliche Bruder sich rühmt; wäre es da nicht eher am Platze, uns heranzuziehen und sie uns zu lehren als uns zuzurujen: Wir können dich nicht belehren, recht zu lieben, wir können dir dies höchste Gut nicht gömteu, ehe du die Lehren deiner Jugendzeit, die Ueberzeugnngen deiner Manneskraft, deine Traditionen, die auch uns heilig sind, deine dreitausendjährige Geschichte, ehe du deine heiligsten Güter vorher verleugnest und abschwörst? Das kann ebenso wcnig wahre Maarerei sein, als ihre Voraussetzungen überhaupt rührig sind, was ich an der Hand der Aussührungeu deS Br. Kelman Nachweisen will: ״Das Gel׳ot der wahren uneingeschränkten Nächstenliebe, welche keinen Unterschied zwischen Glaubens- und Nichtglaubensgenvssen kennt, ist keine ureigene Erfindung des ChristentyumS, welche« ohne die Absicht ein neue« Prinzip auszustellen, es nur hervorgehoben hat. Das konnte es umso leichter, als e« die anderen Verordnungen de« mosaischen Gesetze«, ״daS ja nicht aufgehoben werden sollre", bei den Juden und Christen als bekannt voraussetzen durste. Aber selbst diese Hervorhebung war nicht neu, denn fie geschah schon von dem Patriarchen Hillel, welcher lange vor Jesus lebte. Dieser Hillel antwortete bekanntlich einem Heiden, welcher von ihm die Belehrung üver das inoiäische Gesetz während de« kurzen Zeiträume« verlangte, ivährend besten er auf einem Fuße stehen könne: ״Liebe deinen Nebennienschen, wie dich skldst, das ist der Huuptgrundsatz, alle« übrige ist nur die Erklärung dazu!" Auch viele andere Lehrer des Judenthunls haben in gleichem Sinne gelehrt. Daeselbe lehrte später R. Astba, der durch und durch national gesinnt, begeistert für die Selbständigkeit seines Volkes, ein Helfer und Berater tut Unabhängigkeitskriege gegen Rom war, und doch ist die reine Gottesidee in ihm mächtiger gewesen, als das Stainuicsbeivußtsein, und dennoch verkündeten seine national begeisterten Lippen die Lehre der edelsten Humanität. Wo sind die nationalen Helder! unserer Rasten, di« mitten im FteiheitSkampse aus ihre Fahne di« semitischen Worte dieses Rabbi hinschreiben? Ein anderer — Ben Asai — sprach folgende goldene Worte: Auf dem ersten Blatte der heiligen Schrift lesen wir dasRamensregisterdes Menschengeschlechtes (6lsu. V, I)- Dies enthält bereiteine nachdrückliche Aufforderung an die Rationen, sich als Brüder zu behandeln, als Zweige eines Familienbaumes zu bettachten! Woher schöpften lüese Männer solche Lehren? Woher ander« als aus der mosaischen Gesetzgebung, welche noch viele andere Stellen zur Erweckung der Menschenliebe benützt, alder von Br. Kklman perhores- »irte Ver« Levit. XIX» 13, der sich mtgebllch pur aus die Sramiuesgenosten bezieht. Es set^eftattrt. «ms der großen -

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