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Israelitische Wochenschrift · 1893-05-26 · 22 (26.5.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
22 (26.5.1893)
Date
1893-05-26
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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zrtt. Bon dieser Berechtigung «urße» vtejeaigr» änSgrfchlosten, »eiche »war ftaaüich ganftft sind, aber nicht «m einer »GentÜchen Schule wirkten. A»s«g» wnrde,seitrn» d«Ansl>eb«»g»behörßen den an nicht öffentlichen Gemeindeschnlen wirkenden jüdischen Lehrer« dieBergünstigungder kürzeren Dienstzeit eingeräumt. Bald wurde jedoch von dieser Praxis mehrfach Abstand genommenindem man die Betreffenden hier und da zu einer dreijährigen Dienstzeit heranzog. Alsdann erliest daSKriegSmiuisterium infolge einer Petition eine Beifügung, wonach solche Lehrer, welche zur Anstelluug an einer Sffentlichen Schule berechtigt sind, aber odu« eigenes Verschulden eine öffentlich« Schnlstelle noch nicht gefunden, auch, gleich den öffentlichen Lehrern, berechtigt sein sollen, auf die Vergünstigung der wrzeren Dienstzeit Anspruch zu erheben. Dagegen wurde, wie verlautet, in neuerer Zeit den «eitergeheuden Petitionen um allgemeine Bewilligung der kürzere« MilitSrzeit für Mische LolkSfchullehrer» welche an einer jüdtschenRe ligionSschult wirken, kein «Folge gegeben, es wurde vielmehr in jedem einzelnen Falle geprüft, ob desondere Umstände obwalten, welche eine Ermäßigung der Militärdienstzeit des betreffenden Lehrers rechtfertigen lassen. Berti». Auf den ersten Wahlartikel von B. R. in Nr. 18 d. Bl. batten - auch die ״Mttherlungen zur Abwehr", angrstiftet von Hirsch Hildesheimer, Ihren Mitarbeiter verketzert, ^,n der Erwiederung behauptete B. L, dost der Ne ich »tagsadgeorduete Jordan, der Schatzmeister ». Leiter des AbwehrocreiuS, nicht auf dem Richter'schen Standpunkte stehe. Diese Ansicht schien sich mcht zu bestätigen, denn Lordan blieb bei Sichter, als Sickert, Bamberger, Hinze, sich trennten. Letzi aber hört man aus dem früheren Wahlkreise Jordans» dast auch dieser Herr seinen bisherigen Meister Eu«n Richter verleugnet und in einem allerdings etwas verwickelten Schreiben seine Nacheb ateit gegen die Regierung bekundet. Da behält auch in diesem unkte Ihr Mitarbeiter Recht. Bern», 23. Mai. (Orig.-Eorr.) lieber die diesjährige siebente Großlogen-Bersammluag de» Buai-BeritlxOrdens hat Ihr Blatt bis letzt noch mcht berichtet, und doch durfte Manches aus dem Lenchte sowohl wie aus den Verhandlungen von allgemeinem Jntcreffe sein. Es waren 39 Delegtrte erschienen, darunter 10 aus Berlin. Aus dem Bericht des Präs. Dr. Maretz ki ist zu entnehmen, dast es trotz der angestrengtesten Propaganda (»n Metz, Aachen, Creftld, München, Nürnberg und Fürth) nicht ge^ lungen ist. in den letzten zwei Jahren eine neue Loge irgendwo in Deutschland einzurichten. Das JMereffe für den Orden ist erkältet wtd keine persönliche Agitation oder Propagandaschrift ist im Stande, es wieder anzufachen. Me Gründe liegen unseres Erachtens tiefer, als der Herr Präsident vernmthct. Zn erster Linie ist die Zeit geheimen Verbindungen nicht mehr günstig». auf jüdischem Boden gar vollständig aheneigt, weil jede Absouderrug, selbst zu woblthätigen Zwecken, geradezu schädlich ist. Tiefe Absonderung, die oft zu einer Einschränkung der Wohl- IZLtigkeit auf die Logenkreise u. eine Bevorzugung derselben führt, entspricht dem wahren Wesen der jüdischen Wohllhätiakeit nicht. Hin zu kommt, dag das Logenthum das Sliquenwrsen in der Gemeinde fördert, wie sich das in vielen Orten bei Wahlen von Gemeindevertretern, Rabbinern, Lehrern n. s. w. schon unliebsam herauSgestellt hat; Nichts schädigt aber das Gemnndeleben mehr, als solche» Kttauenwesen und dre damit zusammenhängende ge- Heime Agitation einer Partei, die eine Gemeinde in der Gemeinde dildtt; Rabbiner und Lehrer kommen dabei ganz besonders in eine schiefe Stellung, da sie über den Parteien stehen sollen und »ich: besonders bevorzugte ״Brüder" innerhalb derselben haben dürfen. Ein anderer Grund der Abnahme des JntereffeS für den Orden liegt darin, dast kein Bedürft« iß für dieselben in Deutschland mehr vorhanden ist. Für Krankenvstege, Wittwen- und Waisen-Unterstützuna ist in allen jüd. Gemeinden mit nur einigermaßen geordneten Berhältniffen gesorgt, das BeerdiaungSwesen ist geordnet; zur Bekleidung armer, zur Stärkung schwachluder Kinder (durch Ferienkolonien) bedarf es doch wahrlich keiner Logen erst, bei derartigen Sammlungen betbeiligt sich jeder gern, nicht blo» Logenbrüder: und was die Wissenschaftttchen Vorträge anlangt, so ist durch die Bildung der ״Vereine für jüd. Geschichte und Literatur" in den letzten Jahren so viel tr. größeren und mittleren Gemeinden bereits geschehen, daß die Logen sich ganz unnöthig in Kosten stürzen, um aus diesem Ge- Hirte zu konkurriren. Hierzu kommt, daß die genannten Vereine wirklich für Verbreitung jüdischer Wissenschaft wirken, währer!d ,d>e Logen meistens ängstlich es vermeiden, ״jüd. Themata" von ihren Rednern behandeln zu lasten. DaS Hauptmotiv. welche» zur Gründung besonderer Mischen Logen in Deutschland vor zehn Iahten geführt hat, war der Aus'Muß dex Juden von den Freimaurerlogen. Auch in dieser .... .... Viele» Sondert. Durch die W ift herbetgeführte Refvr» «od dte-h»rch ti und staatlich anerkannte Mntterloae. di« bereit« «t_ logen aufznweisen hat, ist für Juden, die für Lsoenwrsen ntten. di« Pfoftr zu den Hallen de» Freimaurerthiunl ge» und wir glaube», daß Loge«, in denen Ehrikeu und Ins« Das scheinen an» die tiefer liegenden Hauptgründe für Rückgang des Bnot-BeriS-OrdenS in Deutschiand. Ihre älicderzahl belief M müde» Zugang i. 1.1888 auf 28» u. Abgang von 131 Mitglisdüm verblieben Ende 1892 in alle» Logen 2754, von denen auf Berlin 4 Logen mit 70b Br. kommen^ die größere Halste der übrigen Logen haben eine Mitgliederzah von 28. 31. 34. 30 bis 59, ü h e r 100 außer drei Berliner Log« nur noch sechs; bei 15 Logen ist seit 1891 eine Verminderung 1 Mitglieder etngetreten. (Schluß folgt.) Berttn, 23. Mai. Die «BolkSzeitung" vom 20. d. M1S. m öffentlicht einen Brief des Dr. Hildesheimer, der eigeistlick! geheim bleiben sollte, der aber wohl durch eine Indiskretion ' > sozialdemokratischen .BorwärtS' das Licht der Welt erblickt > ' Derselbe ttägt an seiner Spitze die Firma der »Redaktion ' Jüd. Presse' und lautet wie folgt: ״Berlin, de» 18. OUi 18»3. Hochgeehtter Herr! Nach Rücksprache «it Maßgebende» i Per sdulichkeite a nehme ich mir di« Freiheit, »»chstehenb« Bitte - Ihrer Erwägung zu unterbreiten. D.t« Reichstagswahlr» stehe»bevor." I Wir al« Jude» habe», abgesehe» vo» aller Patteisteüunä. wie mir j scheint, all« Beraulaffuug, z» wünschen und zu erstrebe», haß >0lrt>« WSaatt gewählt werde», welch« unser« staatsbürgerlich«» Recht« unv«»^ , dingt unter alle» Umstände» erhalte» «alle» »ut e» gleichzeitig vee»,-j! meiden, daß ei« gefährlicher Militärkoaslikt ausdttcht Um« Patrio« j tiSmu« muß nn« diklirr», dahin zu ivirkrn, daß Deutschland in volle« Maße «Hrfähigsleidt; ad« «» besteht auch «ine große Gefahr, daß, ' in Falle eine« Nilitilttonsttst« di« Rqzirruua sich ausschließlich > die Nonservatide» stützt und letztere dann auch in der Lage find, autisemitischru Pläne durchznjrtze«. In diesem Sinne bitte ich falls Sie meinen Standpunkt theile«, Ihre» eigenen Einfluß und _ auf. »nsere Gla»b«»Sg«n»ffen auszuüdeu Und diese» Staudpuust Ihn . Abgeordneten gegenüber und besonders in Bersammluugen und > dt« Preffrzu demütig«». Di« Wichtigkeit der Angelegenheit wird für dies« mein« i ausreichend« Entschuldigung bitten. Dr. Hirsch-Hildesheimer^" Hinzu brmertt die Redaktion der Bolkszettung: »Der Appell der neuen Bundesgenossen dn Sezesfionisten, des Herrn Hildes» ׳ beim«, an die von ihm vorausgesetzte Angst und Feigheit, seiner Glaubensgenossen, die » so hiostellt. al» zitterten st« vor de« AhlwardtiSmu», wird hoffentlich bei den Juden, die sich. nicht als Juden, sondern als Staatsbürger fühlen, d« gebühre»»«». Verachtung beacmien.' — Da hat nunH. Hildesheimer sein fMt j weg, er, der sonst sehr fteigebig mit ״stiller Verachtung" umflch' wirst, wird nun der-öffentlichen Verachtung" preisgegebe« Doch da» ist noch nicht genug. In da Nr. von tagsdorauf wird da ,Bolkszeit." von ״angesehen« Sette" Folgende» geschrieben: ״Geehrte Redaktion! Gestatte» Sie einem langjährigen Leser ihre» Blatte», «ine», Inden, da sich nie und nimmer als Jude, sonder» immer als Staat»-' bürg« suhlt und zwar trotz Stöcker, Ahlwaedt, und HI rsch Hildesheimer, «inigeBemerkungen zu dem auch vonJhnr» mit«»- »heilten Brief des Letztgenannten. Es sind «st einig« Wochen ins Land gmangea, als Herr Dr. Rahm er, der Redakteur der,Lsraett-: tische« Wochenschrift', vom jüdisch-patriotische« Standpunkt bi« Jude» aufforderte, angesichts der Milstärvorlaae u. s. ». solchen Kandidat«» ■' di« Stimm« *n geben, die sür dieselbe find n. s. in. Damals macht« Herr Hirsch Hildeshrimn gegen diesen «inseitig jüdische» LrandpanA, des Herr» Dr. Rahm« entschiede» Front; die Inden hätten lediglich nach ihr« Ueberzengung für ober gegen die Mtlitärvorlage Steins, zu nehme«. Und nn»? Hat Herr «rsch Hildesheimer plötzlich sei»; Misches Herz «Mdeckt, ob« was so»m ist geschehen? Ich glaube, c» hat sich .'was ereignet". Hirsch hat inzwischen ״mir maßgedendrn PersöaUchkette»" Rucksprach« «uommen uud diese habe» ihm üb«- zeugend «useinandergesetzt, daß ״wir als Juden" allen Grund habe»,, einen Militärtoafllkt" zu verhindern. Wer dirse ״mnßgedrndeo Persön» lichlettru" sind, ist uuschwrr zu «rnthen, man braucht nur den Augsts Artikel des Herrn Batth in der hyrtigea ״Ration" zu lesen. Die) Rcgirrnng wird tu Zukunft wiffeu, was st« zu thuu hat, um itzvg'i PILue durchzufahren. Sie droh« nur mit dem stouflitt, und d« ganz«-! >»ch-Lib«at1«mns vo» Batth bi» Hildesheim« weicht muthlg eiue» - Schritt zurück.' Das Schreiben schließt mit nicht wiederzngebendcn Beorerkungen darüb«, daß Herr M. Hirsch Hildesheimer es herausnimmt, im Nomen aller Juden zu d« BersichermiG daß sein Treib«

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