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Israelitische Wochenschrift · 1893-05-26 · 22 (26.5.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
22 (26.5.1893)
Date
1893-05-26
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nicht das Snbiaibuun' diese» Namen» mterrsfirt un» hi«. Wa» ist uo« der ,^kaufmann Paaföj aus China?" Ma« kümmert'« un», ׳ ob Jdiotdrmu«, ob «oral insanity, »der die oft beachtete Sucht inferiorer Individuen die schwer M«rt«gende Aufmerksamkeit der Oessentlichleit mit Gewaltwistel» auf sich zu lenken, für ihn der Ttachei gewrsrn ist, die Theorie »an dem Ji.dmthum al« peltdehe wschmdem Prin- Igipc der arischeu Mitwelt zu offenbaren? Individuum ««sch mag den pathologischen Anatomen wissmschaftlich inter- -esfiren oder den Eriminalpsychologm — nicht uu«. Aber der Paasch ist nicht nur ein ver lickte« oder »erdtecherische- — damag dahingestellt sein — Individuum, .der Paasch ist mehr. Der Paasch ist ein Thpu«, er ist ' iracteristische Jncarnatioa des christlich-deutschen Anti- Der Typu« Paasch bezeichnet nicht mehr die .Auslagen" des AutisemitiSmu«; er ist der Antisemiti-mu- Daläßt sich beweisen, haarscharf beweisen. Aledelste, reinste und unverfälschteste Vertreter deantisemitischen Gedanken- — «t venia verbot — must nan doch die er» fr■ wählten Führer de» antisemitischen Bolle» ansehm; ihre Moralisch« und intellektuelle Qualität gestalte! einen uuanfechtbaren Rückschluß auf di« Eigenschaften de: antisemitischen Maste; denn e» ist doch gewiß, daß diese nur solche Männer zu ihren Häuptern sich erkürt, bei denen irie von ihr al» groß und edel und nachahmen-werth erachte n! Eigenschaften in vollkommener oder doch annäheimd: vollkommener Form als -vorhandensich erweisen. Und'nun bel achte man diese Führer: Ahlwardt. Paasch, Bachler, Pickenbach, Schwennhagen, Dann eilt! Sie Alle sind Ffihrer de» antisemitischen.Broker und ragen über da»selbe hawor an , Geist und Wissen, an Moral und Intelligent und Alle, Alle wagen sie den Typu« Paasch an sich, deisen prononcirten Typu», besten Jnl»aber man schon am fünften Worte erkennt. Der Träger de« Typu« Paasch behauptet; er ist unermüdlich im Behaupten und kühn, kühn, wi! eben nur einer der Sühne de» arischen Stamme« r» sein kann. Erbeweist nie, wa» er behauptet; da« Beweisen ist tämltch römischjüdisch; der Deutsch« darf erwarten, daß man ihin auf» Wort glaubt. Und sie glauben chm auf« Wort: sie glauben dem - Ahlwardt, daß di,! Bankjuden da« deutsche Bilk um Millionen betrügen, dast alle Beamte de« Reiche« von der Alliance bestochen, dast der Reichstag ihn, den Juden zu Liebe, ver- Öl hat, ja. daß er. Ahlwardt. ein si hr ehrenwerther ei. Sie glauben dem Herrn Paasch, wtz im deutschen Reiche eine jüdische Rebenregierung etablitt sei. dast der jüdische Herr vor! Brandt dem Heirn Paasch sein blutige« Hemd gemaust und an einer Synagoge 'aufa.:bLt1at habe, daß der preußische Justzminister von den Juden bestochen sei. Sie glauben dein Herrn Schwennhagen, daß Eoprivi Agent der Alliance iwraelite und Miquel ein portugi tfisrher Jude sei, und daß da« jüngst verschwundene junge Mädchen Hedwig Weber von den reichen Juden der PotSdaner Straße zum Zwecke de- Rilmilworde« entführt sei . . . >Va« ich hier »iedergeschrieben, ist nicht satyrische Srsinduna; <« wird täglich in den großen Beisammlungen de« antisemitischen Bolle« ernsthast wiederholt ttnd die Hörer jubeln und schroören darauf und sind stolz, bist dein von de« Juden geknechteten deutschen Bolke doch immer noch Retter erstehen, welche die tückischen Machinationen der semitischen^ Raubrasse kug und muthig ׳ «nthüllen...! Da« ist der Typu« Paasch, der vollend«tste Ausdruck; de« modemen AutisemitiSmu-. nicht seiner ״AuSschreitungm",; meine sehr aesäzätztm Herren Konservativ,?!; der Typu«! Paasch - Ä«!Ännm auch Ahlwardt setzen oder Echwcnn- Hagen oder »er ihum sonst behagt von dm tettrnischen Sdlm, . dem» alle diest iörößm find unter einander gl-nch — er ist . Laüsmtüi«»»« und umgekehrt der «rtisemiti-mu» ־} must den Typu« Paasch bewahre»,-sonst gcht er — verzeihen Sie meine sehr Mm und sthr frommen Herren Konservativen dm Ausdruck: — mm Zeufrl Der wässerige konservatid-verstachte Antisemitismus, wie die hochedlm Herren von jeasrit« der Eibe ihn ersehnm, daist eip Wesen ohne LebonSkrast. Zneubelt und Entree bezahlt man mrr dm Trägem de» Typu» Paasch 0. p. Berichte nab Corresponbenzen Demtschlatrd 24. Mai. Eine eingehmde Besprechung in ihrer Pfingst Nr. dem Werke de- Magdetzme-, läßt die.^köln. Zeitg. berühmten franzöfischm Schr.ststeller« Leroy Beanlieu (״JsraÄl chez I«8 nationH“) in einem besonderm Leiwrbkel: ,Israel unter dm Bölkem" zmeil werdm, dessm Schluß unsehr bedmtsain erscheint, dast wir ihn zur Kennt« st unserer Äser bringm. Beanlieu betont sehr richtig, dast die Geschwindigkeit und erfolgreiche Gewandt-««, unter der nach der Emancstmtion die jüdische Intelligenz auf dm verschiedensten Gebietm fich gellend I machte, auf die christliche Bevölkerung im höchsten Maaste über»! raswmd wirkte. Se laßt fich der Gedanke jedoch noch weiter t auSfpinnm. Dem Judenthum kam zu ftattm. daß bald nach der! Zell der mdgülttgen Swancipation auf den verschiedensten Ge» oi«m de« Erwerbsleben«, des vstmtlichm Berkehr«, der Presse stch neue Entwicklungen, neue ThatigkeitStrlebe aufthatm, die den Gewöhnungen der christlichen Erwerbegesellschaft zunächst «och ftemd warm und derm adwartmdr, misttrcuikch »vgmid« Stellung dewirtten. - Die ftwi gewordme jüdischegnteuigenz hatte zahlreiche Gelegmheit. ihre Kmft sofort zu oerwerthen, ohne mit »er christ» ttchm Bevölkerung in einen allzu scharfen Wettbewerb zu treten. E« dauerte noch eine Weile, bis die modeme arostftädmche und industrielle Entwicklung auch die Maffr der christlichen Bmollerong au« shrm allm Gewöhnungen herau«rtst und zudem »ersckärstm DasetnSkanwf zwang. Da stellte sich nun heraus, daß die jüdische Intelligenz schon einen Borsvruna gewonnen und die brstm Stet» lungen eingenommen hatte, weil sie eben gleich zu Beginn die von andem unbenutzt gelassene Gelegmheit ausgenommen hatte. Diese Wahmehmung verstimmte, und ver Antisemitismus rechnete t« dem Judmthum übel an. daß sich die in Gebrauch genommene Freiheit al» tüchtig bewährt bette. (Ein Jrrtbum Beaulim'» ist e» aber, wenn er die Judrn-Emancivation in Preußen, durch eine Bestimmung in der Berfassung de« Norddeutschen Bunde« ver-r leitet, erst tin Jahre 1869 zum Abschluß gelangen läßt). Da« Werk schließt, an die Sehnsucht der orthodoxen Juden nach einem neuen Jemsalem anknüpfmd, mit einer großen Friedmsvhrase. Wir wollm dm Eindruck de» Buche», da« un» trotz der chauvinistischen Seitmsprünge al» objektive Untersuchung einer wichtigen Zettfrage willkommen ist, weniger phrasenhaft und praktisch nutzbarer sehen. Da« Buch beweist jedem klar und stttlich dmkmden Menschen, daß die Judmfrage, die augenblicklich einen bedmklichen geistigen SährungSzustand erzeugt hat, nur in dem Sinne gelöst werdm kann, daß mit den Nachllängm und Spuren vergangmer Jahrhunderte auf beiden Settm in stttlich» ernster Arbeit endgültig aufgeräumt wird- Der AntisemttiSmu» kann nur den Erfolg haben, daß da« Judmthum stch wieder' ängstlicher in seine alten Besonderhettm zurückzieht, wodurch aber nur ein unmöglicher, cutturwidriger Zustand der Vergangenheit erneuert, keine Besserung herdeigefuyrt wurde. Wir wundern un«. daß der Amerikaner dm emaneipirtm Farbigen nicht vollwertig nehmen will. Die Neger habm aber vor und nach der Eman» cipatton der Lultur nicht die arrinastm Dienste geleistet, ste find zum größten Thelle nur ein lästige«Proletariat. Tr« Antheil ,üdischer Intelligenz an der europäischen Eulturarveit kann aber nur die Unwissenbeit leugnen. Selbst wmn alle Juden alle dir Fehler hätten, dir ihnen vom Auttsemittsmu« zugeschrieben werdm, konntm wir nicht« andere» thu«, al» die schwere Schuld unserer BLter zu sühnen, die nicht rohr Wllde zu SKaven gemachtwohl aber ein hochbegabte« Lul» turvolk in seinem ganzen geistigen Wesen miß handelt und verkümmert habm. W r gestehm offm, daß die ״Köln. Zig." durch diese« frei- und reum üthigr BekmrUniß selbst manche« herbe Wort ^f&fjat hat, womit fie un« bei Besprechung der Judmfrage in den letztm Monarm unrecht und wehe gechan hat. M-Ovtdnr». 2S3L Mai. Bekamitüch crfütttm schon »or Jahre« t , die staatlich gevrüsten und an einer Lssrntljchen Bovrschule str»"> kendm Lehrer ihre Mi'itSrpsticht durch «ine sech»wöchlgr Dienst-

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