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Israelitische Wochenschrift · 1893-05-05 · 19 (5.5.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
19 (5.5.1893)
Date
1893-05-05
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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billigeres und koschere« Fleisch brkomtne. Diese Beschwerde, die fast in allen Versammlungen gehört wird, scheint in der That eine gkwiffe Berechtigung zu haben, denn der anwesende größte Fleischwaarenhändler, Hr. Bre-lauer, mutzte gestehen, daß das Koscherfleisch 4—5 Pfennig theurer seit Fiele die Sxtrasteuer, welche die Fleischer an die Gemeindekaffe zahlen müßten, so würden auch die zahlreichen jüdischen und nichtjüdischrn Händler mit gesiegeltem Fleisch, woran oft außer dem Siegellack nichts koscher ist, verschwinden. Kleinere Ermrindrn seien aus eine Fleischsteuer angewiesen, ater eine G1 oßgcmcinde, dir soviel auf Luxus ausgiebt, sollt: doch zunächst die nothwrudigrn Bedürfnisse auf den Etat übernehmen und diese indirecte Steuer, die ja die Fleischer auf d.e Consumcnten abwälzten, abschaffen. Herr SpiewkowS ki wünscht eine öftere Wiederholung der Versammlungen, damit die Mitglieder mehr Gelegenheit haben sich über Gemeindeangelegenheiten ouszusprechrn. Herr Weinberg berührt u. A. auch die Idee einer von dem Verein herauszugrbendrn periodischen Zeitschrift, aber der Crntral-Vorstand scheint noch nicht über den Plan hinauSgrkommen zu sein. Herr Max Karfunkel schlägt vor, von Zeit zu Zeit Borträge über das Judenthum und seine Aufgaben in den Versammlungen abhalten zu lasten. Diese würden rin lebendiges Interesse stets wach erhalten. — Ein anderer Herr beklagt daß trotz der fünf angrstrllten Rabbiner mit» unter nicht einmal an den Eabbathen der Reumondsweihe Predigten in den Hauptsynagogen gehalten würden. In einer Gemeinde wie Berlin, sollte es keinen Gottesdienst geben, in welchem das erhebende uud lebendige Wort von der Kanzel fehlt, denn die eingrsttrutrn deutschen Gebete wirken durch ihre Monotonie nicht sehr belebend. In vorgerückter Stunde wird darauf beschlossen noch vor den Sommerserien eine große Versammlung anzuberaumen. Stettin, den 24. April. (Or.-Cor.) Der jüngst er» schienene Jahresbericht des hiesigen ״Israelitischen Waisen- Hauses" kann erfreulicher Weise eonstatiren, daß sich das Vermögen der Anstalt im letzten Berwaltungsjahr wieder — Tank deu verschiedenen ansehnlichen Schenkungen — um ca. 4000 Mk. vermehrt hat. Es bettägt jetzt Mk. 188,668,5- und ist in Wcrthpapierrn und Hypothekenforderungen zins» tragend angelegt. In der Anstalt befanden sich am Schlüsse des Jahres 10 Knaben, wovon jetzt einer die Anstalt ver» ließ, um sich dem Lehrerstande zu widmen; außerdem wurden für 2 Kinder Erziehun^beiträge gezahlt. Die Einnahmen deS Jahres beliefen sich auf Mk. SbS5,76; die Ausgaben dagegen auf Mk. 9643,01, sodaß Mk. 47,25 dem Reservefand entnommen werden mußten; eS kostet mithin eia Kind pro Jahr nach Abzug der Ausgaben für Handfertigkeits- Unterricht und der Erziehungsgelder 900 Mark. Von den laufenden Beittägev kamen ein in Stettin Mk. 2240,75; auS Berlin Mk. 555; aus Stargard i. Pom. Mk. 144 und aus verschiedenen anderen Orten Mk. 126 von zusammen 314 Wohlthütern. Neu gewonnen wurden 7, während 6 starben, die Sterbetage derselben werden alljährlich durch Kaddich-Jahrzrits-Lichte im Waisrnhause feierlich begangen werden. — Möge die segensreiche Anstalt auch fernerhin recht viele Freunde und Gönner unter den Begüterten in Israel finden! ZKauußei», im April. (Or.-Eor.) Eine der besten Waffen zur Bekämpfung des Antisemitismus dürfte wohl der Hinweis auf die Anerkennung sein, welche von nichtjüdischer Seite dem humanen Wirken unserer Glaubensge» nossrn gezollt wird. In diesem Sinne wollen wir auf eine Notiz aufmerksam machen, welche sich in Nr. 13 der »Blätter des Badischen Frauen«rcins" findet: »Unser Frauenvercin hat Anfangs dieses Monats (März) durch den Rücktritt des Herrn David Aberle sen. von leinen verschiedenen Funrtionrn Len Verlust eines seiner bewährtesten Mitarbeiter zu bellogcn. Genannter Herr sah sich in Folge körperlicher Leiden gezwungen, seine Armier als Beirath und Rechner der Abtheilungea III. und IV. —L Privatpflegestalion und- Armenunterstützuug — »iederzulegen uud als Mitglied de4 GesammtvorstandeS auszuscheiden. Mit tiefem Bedauern wurde allseitig der nothgedrungen« Entschlutz dieses warmen nomweneS Amt versehen und selbstlos und nimmer ermüdendden beiden sehr viel Mühe verursachenden Abthellungen vorgestanden hat. Ein liebenswürdiger Eharaktrr machte den Mitarbeiter uns noch werthcr und nur die Hoffnung, daß er, fern von den Geschäften, die Gesundheit wiederrrlangen werde, erleichtert uns den Gedanken, den treuen Mann nicht mehr mit uns im Dienste der Humanität vereint zu wisten. Die Abtheilungen III und IV haben Herrn Aberle ihre- Dankbarkit durch ehrende Zuschriften kundgegeben, ver Gesammtvorstand ernannte chn in einer ähnlichen Adresse zuseinem Ehrenmitglied, um auch ferner mit demselben durch ein äußerliches Zeichen der Zusammengehörigkeit ver» Kunden zu bleiben." Seitens Ihrer Künigl. Hoheit der Frau Grobherzogin,, der hohen Protectorin des Bad. Frauenverein», erhielt Herr Oberrath Aberle ein sehr anerkeanungsvollrS Schreiben, worin sich folgender PastuS findet: »Ich kann diesen Anlaß nicht vorübergehen lasten, ohne Ihnen meinen herzlichen Dank für alle die ersprießliche und^unermüdliche Thätigkell, welche Sie im Dienste der Wohlthättgkeit lauge Jahre bewährt haben» von Neuem auszusprechen." Möge es dem um die Berwaltung der isr. Gemeinde dahier und zahlreicher WohlthätigkeitSvereine unserer Stadt hochverdienten Manne vergönnt sein, noch eine lange Reihe von Jahren sich des erhebenden Bewußtsein» zu erfreuen» daß sein edles, uneigennützige» Wirken chm die Anerkennung, und Dankbarkeit von Hoch und Niedrig erworben hat. A. Ans Nayern, 29. April. (Rabbiuer-Konferenr.) Auf mehrfach gegebene Anregung zum Zusammenschluß der bayerischen Rabbiner, fand am 23. und 24. d MtS. die erste bayerische Rabbiner-Konferenz in der altberühmten Kehillah Fürth statt Es giebt in Bayern 24 Rabbiner und einen RabbinatS» substituten. Bon diesen waren erschienen: Adler- Kchingen, Bamberger -Kijsingen, C o h n -Jchenhausen, E o h n -Burg» kundstadt, Eckstein-Bamberg, Kusnitzkh-Bayreuth, Meyer-Regensburg, Neubürger-Fürth. Perle»- München, WittelShüfer-Floß Z i e m l i ch - Nürnberg. Ferner waren durch Vollmacht vertteten: Groß-Augsburg, Grünbaum-Ansbach, Löwenmeyer-SulzbuiA Mayer- Zweibrücken, Salvendi-Dürkheim, Werner-Burgebrach, so daß im Ganzen 17 Rabbiner vertreten waren. Di« Uebrigen fast alle mit der Tendenz der Versammlung eiaverstanden, waren wegen Amtshandlungen oder anderwellig verhindert und entschuldigt Als Ehrengäste waren anwesend: Der Borstaud d. i<r. Cultusgemeinde Fürth, nämlich die Herren Büchenmacher» Justizrath Gunzcnhäuser, Hermann, I. Holzinger, Löffler und der Vorsteher der isr. CultuSgemeinde Nüruberg, Herr Justizrath Josephthal, am 2. Tage der Versammlung auch Dr. Königshöser-Fürth. Als Vertreter des isr. Lehrervereins für Bayern, deffen Jnteresten von einigen Puntten der Tagesordnung berührt wurden, war der Vorstand deffelben, Herr Lehrer G o l d st e i n aus Maßbach, zugezogen worden. Ter Alterspräsident WittelShöfer eröffnet die Ver» sammlung mit einer Huldigupg für S. Kgl. Hoheit den Prinz-R-genten, wobei sich die ganze Versammlung von ihren Sitzen erhebt und mit Begeisterung in das dreifache Hoch einstimmt (DieseHuldigung wurde tagsdarauf durch das nachstehende Telegramm aus dem kgl. Kadinrt beantwortet: ,£«. kgl. Hoheit, der Prinz-Regent, haben mich zn beauftrage» geruht, den an der gestrige» Kons«re1.z betheUigte» Herren für die in

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