Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 18 (28.4.1893)
- Date
- 1893-04-28
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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N. A«s 16. April. (grig.-Lrr.) Einig« hochherzig« WohithäffgkeitArie seien hier registnrt: Der Budapefter Reich-- ta^kabpeordneie und Lameinde-Borfitzrnde Moritz?!ahrmann s. S. lat ItO.OOO Gulden für Wohithätigkeil-zwerke in Gemeinde, Sladt und Slaol zurückgelasien . Der Ligenthümcvde- ,-lei». PrsterJournal," Herr Brody. hat zur Erinnerung an seine tahlngcschledene Gemahlin ein Adele- Broty-Kinder-Lpiiai mid 250,000 Gulden begründet und die Berwaituug der Pester Religion- Gefnrinde übergeben. Der R<nlie: Herr R. L. Fischer m Basa hat die I-r. Ge» melnd«, den I-r. Frauenverein unbsämm!ich« Iktrchengemeinven der Stadt mit einer Schenkung von iOOOOO Gulden bedacht. Frankreich. ׳ "Zkaris. Zur Bekämpfung des Antisemitismus in Frankreich und gegen Drumond's ,l-ibrs Parole“ erscheint un'er dem pompösen Titel ״I-aVraie Parole“ eine Zeitung, deren Redakteur Isidor Singer ist. Diezwci u»S vorlicgcnden Nuiiixiern sind wenig geeignet, das Borurtheil gegen unsere Glanlxiisgenosscii verschwinden zu >1!acl>en, denn sie entbalteu gerade das, was unsere Feinde uns als unsere grotze.i Fehler vorwcrfcn: Dreistigkeit und Ncclame. D e Briefe hervorragender Christen an Singer, welche dieser ihnen vor vielen Jahren aogerungen, werden nun hier troptcnwcisc nochmals mitgethcilt Auch wild diese Zeitung zur Propaganda für die »ocli im Embryo sich beftiidciide uni» mit Geburtswehe» ringende EncyclopLdie der Geschichte und Wissenschaft des Judenth׳»ns benutzt. Di.se Reklame umfaßt säst die ganze vierte Seite dcü tolio-BlatteS. — Der Chcfrcdactcur des ״Oaivers i^r.", Herr Grandrabbin L. Wogue, fiiidet Vieles. am Styl, am Titel und a» der ganzen Kampfesmethodc auSzusetzcn, man cnvarlcte, schreibt der gelehrte Herr, rin Organ, das die tägliche» anlisemiiischcn Schmähungen. Verdrehungen, Berlcumdungeii sofort schlagend widerlegt, statt dessen wird eine Chrcstvinathie von Citaten aus andere» längst bekannte» Werten geboten. — Möge Herr Singer diese wohlgemeinten Winke beherzige.!. Vermischte und neueste Nachrichten. Bka-debupD, 2s. April. Zu gestern halte der antlscmiiische Verein ein »patriotische« Volk-fest", gewürzt mir einer Rex von dem jüngst zu 6 Wochen verurthrilien Rcdatteur Dr. Ermin Bauer in Leipzig angekündigt. Wie die .Reue deutsch« Zeitung'׳ berich et, wurde die Red« de- Dr. Bauer von der hiesigen Polizei in letzter Stund« untersagt- Berti«. Zur Fortsetzung der Ausgrabu.gen orientalischer Altenhümer in Syrien (SaildschirlI) hat der Kiffer 25,00לי Mk. gespendet. Berti«. Herr S. Born hat anläßlich de- Beschält-jublläumS der jüdischen Gemeind« 16000 Mk. überwiesen. Berlin» 26. April. Die von M. Halle gestisleie »Gesellschaft jüdischer Handwerker und Künstler zur Unterstützung in Krankheit«- fällen" hielt gestern ihre -8. Generalversammlung ob. Hierbei konnte eonstatiri werden, daß die Erfolge auch sur W verflosteue Jahr rühmen-werih gewesen sind, da nicht nur die Anzchl der Mitglieder in steter Zunahme begriffen ist, sondern auch die versaiedeneu Stiftungen zu Gunsten der Mitglieder sich einer Reih« von namhltsien Zuwendungen zu erfreue» halte». — Ter Vermögen-bestand der Krankenkasse beläuft sich aus 36,310 Mk., ber Witlwenkast« aus 72,760 MI.. de-Jubelsondaus 28/200 Mk. Die am Lchlusie vorgenommene» Lahlen rrgakcn: Wiederwahl de« Poistande«, disicn?!orsitzende die Hencti .rxrrmann Land-berger und Moritz Mannheimer sind. Hamd«rg. Wilhelm Marr, der schrif,stelle: ische Pater de- Aulisemiii-mu-, der kürzlich der Anli^cmilenpartei Valet gejagt bat, wird jetzt fclb|t al- »judenblürig gemischt" verschrieen. — Run hae Herr Marc den Lohn! (Da» ist wirklich ״warr" (כר• bittre für ihn!) Al«» Bromverg!heilt die Eiscnbohitdirctliv» mit, dast der hamburgijche Staat rutsiiaeAnswandeter in Hamburg nicht mehr ausnehme uno dc-hatb von den preustische» Slaalsbahnreitvallungen gahrkarten a» solch« Au-wanLcic, ferner nicht rrihetlt iverden. Tie ni» den Eisenbahnen in den Grenzstädten einlnffende 1 rnjsisbe» Au«- Wanderer kie über Homburg nach Ainerika zu reifen beabsichtigen, iverden de«hald nicht weiter dejördetk. Aü»«per«, 21. April. Di« Slraskammer enlsch ed, der Presse stehe der i 193 de- Strosgesetzbuche- (Wahrnehmung derechiigter Interessen) bei Zurüelweisuua anlijemiiitcher Hetzeieie» schützend zur Seite. De-««, 23. April. (Orig.-llor.) Hier in Heir Dr. Max Freudenthal au- Bre«Iau einstimmig zum Rabbiner gewähle worden. (Hr. Dr. striudenthol ha» seine theriogtjä e Aurdiltung am Bretlauer Raboiner-Leminar erhalten und sein« pztlosophischen sowie historischen Senutnifl« bereit« durch schriftstellerische Liiftuagen bekunde». so daß man dl« Dessauer Gemiind« zu diese« Nachfolger Weist«'- degküekwünschen kann.! Alt»»«, 21. April. Da- Schwurgericht verurthellte heute die Antisemltensührer August und Emil Andersen von hier wegen i-e» trügerischen Bankrott« und Wechselsälsbung zu 2'/, bezw. I1/« Jahren Zuchthau-. Leipzig, 23. April. Der Redakteur der Dr. Baurr'schen »Reuen Deutschen Zeriung" wurde wegen «ineverleumderischen Artikelgezen einen jüd. Arz» (Dr. Salomon in Äering-walde) zu vier Monaten Gesängn st verurthellt. Frankfurt «. 9t. Der J-raelikische Männerkrankenverein »Zur Wodlthätigkeit" erhielt 1892 an Geschenken Mk. 3!74, wocunter sich Mk. :1000 v׳n der Baronin M. E. von Rothsbild befinden Die Mitgliederbeiträae deliesea sich auf Mk. 2406, Eintritt-gelder und neue Beilläge Mk. 368, die Zinsen Mt. 72S. Für Krankengelder, Atzneien, Badrknrea unu dergl. ivurden Mk. 3666 verau-gaol. Da- Verein-- Vermögen hat sich aus Mk. 39.130.66 erhöht. Dürkheim a. H. (Rhein-falzt. 20 April. Zn den letzten Tagen haben sich audem Schönste der hiesigen iiraelitischen Cultu-gemelnd« thaibereite Männer zusammengesui.den, welche den Bau eine« jüdischen Asyl-, einer Zuftuchtestätle für alleinstehend« gebrechlich ■ oder betagte J-raeliten erstreben. Aniehnliche Beträge wurden bereit« von edelmülhige» Spendern behuf- Verwirklichung diesehuinnnen Projektegezeichnet. Ein Ausruf au alle J-caellteu nah und fern, dem hiesigen Eomitce bei der Lösung dieser Ausgabe behülflich tu sei», wird dieser Tage ergehen. Möge dann jeder (Nanben-genoffe, jeder Menschensreuud mit Von und Thal für unsere berechtigte Bestrebung ciinrt'ei׳, damit, ehe das Jahrhundert zur Neige r.eht, der 'Bau einejüdische» Asyl« sür die Pfalz in Angriff gcnommru werden kann Zur Beantwh.tung etivaigei Anfragen wird der Vorstand der hicsizcn St!nag0ge11-Ge»!etnde, Herr Nathan?9 0! s, stetgerne erdöiig sein. Beiitäg« zum Bonsoud aber, ivelive wir anmit erbitten, wolle man an Herrn Stadtrath Salomon Tillmann dahier senden, wstchcr den Gebern sofort Qnittung erthellen wird. Stuttgart, 20. April. (Orig.-Eor.) Am verstoisenen Sonntag feierte Herr Bankier G. Sonthcimer fein 25jährige- Jubiläum al« Mitglied de« hiesige» i-rael. .ikirchenvorstehcramt«. Ten,selben ivurden audiesem Anlast v«richl«de>1e Lvationeii dargebrachi. Da» Kirchenvorsteheramt, an dessen Spitze Herr Radb. Dr. Slöstel, überreichte eine Adresse in Prachleinbaiid. Ter Synagogcngesangoerein, der iriankenunterftiitzung-verei», der Familicnverein gratuiitt-'» unter Hrrooe- Hebung der vielen Verdienste des Jubilar- >im die ttzemeind« und ihre Anstalien. Im Hotel Degginger fand ein Bankett zu Ehren de« <£■• feierten statt. Wien. Baron Naihauiel von Rothschild hat sein Besitzlhum in Reichenau (im Wcrihe von 2 Millionen Gn.de») dem Verein zur Er» hattuug einer Heilstätte für Brustleidcndc geschenkt. Prag, 20. klpril Der Abgeordnete Richter interpellirt« in der heutigen «iyiniz de- Landtag-; wegen der Vorgänge in Kolin, welch« mit lange vorbereiteten H.tzcreien zuiamntenhingen u»L sragie an, ob die Regierong geneigt sei, diesen H«tzereiei> entgegenzutreien und den Mitbürgein jüdi'cher llonsession ihre Sicherheit wiedrrzugeüen. «doli», 26. April. In hiesiger Umgebung sind in den letzten Tagen wieder Exzesse gegen die Jude» vorgekominen: ebenso hält die Boyeottirung jüdischer Geschäsl-tenle noch immer an. In vielen Dörseni wurden die Juden in gesährlicher Wele bedroht und verfolg« und sämmtllche Fenster der von Juden bewohn!«« Häuser eingeschlageo. Pest. Die Vorlage der Eivllmattikel und die Aiierlennung oer 'jüdischen Religion ging heute dem Abgeordnelenkause zu. Part«. Tie Nachfolge Renan'- in rer sranzösischen Akademie erhielt Challrmei-Laeom. Die Nachfolge Lemoinne wurde von unserem Glaubeii-genoss«» dem Dichter Eugen Manuel in Anspruch genommen. Ta bei seiner W>hl Siimmengieichheil war, jo ivurde dieselbe auf spälcr vertagt. Rom. . Da- ״Echo" spricht sich in der anerkennendsten Weise über den chcmnligenFinantminister Luzaili a.14. E« ,agt: ,üujaltl hat mehr alirgc») rin Jialleiier geiyan, um die Armen vor Wucher z» schützen u»S sie ourch ihre eigene Kraft zu Wohlstand zu führen. Er da! mehr als irgend eia Italiener gethrn, >1m Italien von dem schiveren Drnii der Armuth, der jo la.ig.- aus ihm lastete, zu besrelen. Er gründete die ertte Lparkaffe uns zioar >866 in Matla»; Da» Jnslilol bej>t ä>1g- 1-tzt lvOBcamie. Die Moüändet Spartaffe ist eineuen den Wunden! Italien-. Sei! ihrer Gründung sind Hunderte von Lpaitasjen in Julie 1 »ach ihr«», Muster entstanden." London. Tie au» den Aeilrennen von den Jahren 189l und ld92 erziel en Gewinn« de« Baronvon Hirsch im!Betrage von 40,0,0 Pfund Sterling, wurde den hiesigen Hospilälwu zugewent-kt. Ter hunderlstr Theil mir 400 Pf;, entfällt einer jüdischen Anstalt. «feit«. Der »Eap« ArauS" bemerkt über da- Gerücht, dust weitere Adtheilungen von russischen Jude» t» Süd-Afrika elnireffi!» dürste», »dast schau eine b.uachitiche Anzahl von russischen Juden sich don niedergelassen Hab». In dem Oudl-Hoom-Dtslriet haben dieselben sich namialisiren lassen und die besten Geschäfte und Land erworben. H!-r haben km die Tho'.sachi, dar Me :schrt!, die un» von der Armulh erzählen, in welcher sie in Rusttan» lebten, im Wohlstand befinditä« Eolonlsten geworben find."