Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 18 (28.4.1893)
- Date
- 1893-04-28
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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137 Merkt», 21. *iif brr flffrr;yw ,־.♦!*יה* ««ch»»A b t Wuchen>oxlle im Reichstage ist die Absrrtigung, oft brr |fib. Abg. Etabthagrn dem Dr. Bückel, ber r«n jü bische״ Wucher sprach, z» Theil werben liest, zu registriren. Er rief ihm-zu:. Wle Imm Ei« brnn toju, tintn Unlerf6i«b ja ״inäien »Wtschenjüdischem, und christtläiem Huch«? Was XfteXn Eie Xnn nberhaupl nuier einem Jude»? Linen Mann, der einen jüdischen Namen irägl, wie Lirbermana oder wie Sonnender^ oder z< r beide josammen? (Helieiteti.) Wenn Eie mit einer solchen Behaupnina ausiiete», s» kau» man verlangen, »ab Sie auch »«der tr*18rcn, 1ua« Sie dar»n>« verstehen. Mögen die Leute sich Aniisemlien ne »en oder N'chiantllemiien. Wucher dürfen sie alle nicht »reiben, und ich »ürd« e« ledhasl drdauer». wenn sich Jemand in di«s:m Hanse sände, der den Wucher nicht in jeder Form oekSmpf». Ihr-Art und Weise dient nnr zar Beklmpsüng des Wucher», soweit er von Jude» ge- :rieben wird. > nd zur Begünstigung de« Wucher«, der von Nichtjuden und Ihren anlüemiiischen Glandentgenoffen getrieben wir». Ich di» nicht gegen den Wucher von Inden, nicht g-gen den Wucher von-Lhristea. sondern gegen jeden Wucher. (B-isa!l.) Leipzig. Gegenüber ber Angriffen brr Antisemiten aus bie Alhauc* 1*nt41ite universell« glauben wir einen interrffontrn ihaisächlichrn Borgang in bie Erinnerung zurückrusen zu sollen, ber sich hier abspielte u»b b.i dem die genannte Gesellschaft, die in u»lerer Stabt zahlreiche Mitglieder zühlt. betheiligt war. Im Herbst XS Jahr.S l 870 fanb in ber hiesigen Synagoge ein israelitischer GenrinXtag statt, aus bem später der allgemeine israelitische GemciiiXbuav hervorging. ES war da« kurze Zeit, nachdem in Frankreich das Napoleonische Regiment ein Ende mit Schrecken genommen hatte, und an dessen Stelle die republikanische Regierung unter Thier« getreten war Den! damalige״ sranzüsischen Eobinet gehörte ber durch seine Vertheibigerre xn und durch dir scharfe Kritik, die er als Volksvertreter in der Drputirtenlammer am Kaiserreich auSgeübt hatte, in den weitesten ׳Kreisen bekannt gewordene Pariser Advocat Eremieux. Derselbe bekleidet« auch bie Stelle eines BorstandSmitglirbeS brr Alliance israilite universelle und hatte in dieser Eigenschuft unter ausdrücklicher Berufung aus die Gesellschaft, an bie brutschen Judengemeinden, desgleichen an!xn in Leipzig »ersammrlten israelitischen Grmeinbctag rin Rundschreiben gerichtet, damit sie im Sinne ber Wiederherstellung des .Frieden» zwischen Deutschland und Frankreich wirken und ihren Einfluß nach dieser Richtung hin geltend machen möchten. Der französische Justizminister Eremieux betonte in seinem Schreiben, nicht das französische Volk und die republikaniscke Regierung hätten den Krieg vcrschalXt, sonXrn Kaiser Napoleon und dessen Günstlinge. ES war bas dieselbe schiefe Auffassung der damaligen Sachlage, die frauzösischerfeilS allgemein zur Herbeiführung eines für Frankreich g Lästigen FriedenSschluffcS geltend zu machen xrsucht wurde. Als ber Vorsitzende XS Leipziger jüdischen ttzrmeinXtageS, Profeffor Lazaru«, das Schreiben verlesen hatte, erhob sich sofort ein anderer AuwesenXr, ber seitdem xrstorbene Kaufmann Jacob Nachod, langjähriger Borsteher der hiesigen, jüdischen Gemeind«, um lebhaft gegen das gestellte Ansinnen zu protestiren und bie Bcrsammlung aufzufordern, dasselbe cinuiüthig zurückzuweisen. Herr Nachod, Xsscn Andenken in Leipzig in Folge sliner vielseitigen gemein ״ützigeu Thütigkeit heute noch ein sehr regrS und ehrend?» ist, betonte ganz richtig, Frankreich habe den Krieg vom Zaun gebrochen, Deutschland sei der angegriffene Theil, die brutschen JuXn könnten Sympathien nur für daS deutsche Batelland empfinden »nd man habe eS selbstxrständlich lediglich den deutsche» Negierungen und ber deutschen Heeresleitung zu überlassen den Zeitpunkt zu bestimmen, wann Frieden geschioffen werxn solle. Einstimmig wurde darauf beschlossen, da« Ersuchen -dr« Minister» Eremieux ablehnend zu beantworten. PtCftb«», 21. April. Dem uns zugegangenen »BerroaltnngSbericht ber hiesigen Gemeind« pro 1892' entnehmen wir zunächst bie erfteulich« Thatsache, daß eS ber SV. Berjchch den der Gemeiudcralh alljährlich vervffriitlicht, um die Mememde in fortdauerubeUMeontaiß der wichügsten Gemeindevsrftäude zu erhalten mid it)r den nöchige i Einblick in bie TMmkbit des AeiueinXraths zu gewähre» und lsirrdurch den GtMtinsinn wirksam zu föcXrn. SeitXin haben auch anXre größere RcligionS.acmeinXn derartige Berichte veröffentlicht. Die Gemeinde Berlin Xt eS bisher nur alle 3 Jihre ge-!Han, doch ist jetzt auch bie Alljährlichkcit in AuSsiht ge- :lommcii. — Das WachSthnm Xr GemeinX in Xn letzten 10 Jahren ergiebt sich a.1S solqrnXn Z ihlrn: 1381 zählte die Gemeinde «17 stimmberechtigte MilglicXr. gegenwärtig 505. Die letzte Volkszählung ergab >ür Dresden 2505 Juden, in X» übrigen tächsischen Städten 642 , in Dörfern 351, in Snmma 9368. Die Besteuern»tScon,Mission hatte für 1892: 2.'258 Mk. auszubringen; für die Besten rang war »ngesähr '/, •/, XS EinkominensteuclsatzeS als R.'gel zu Grunde gelegt — 3)aö Budget pro 1893 wurde auf 41,000 Mk. AurgaXn und 18,500 Mk. Einnahmen festgestellt, so daß 22,00 1 Mk. durch die Cnltussteucr anszubrliige» sind. Die RcligionSschule wurX von 110 Knaben und 129 Mäbchc» besucht, die in 12 Klassen (> für KnaXn und 6 für Mädchen) vom Rabbiner, Canlor. Xn Lchrei» Auerbach t!»d GvlX, sowie einer Lehrerin unterrichlet wiilben. Uebcr die lciXr xrgeblichen Schritte zur Aushebung Xr Verordnung über das Betäuben XS Schlachtviehs ersahrrn wir Folgendes: .Zn einer qemeiuschastlichen Vorstellung an St. Lxcellenz den Herrn Minister X» Znnern, wiesen im Mai rsgr die Vorstände Xr Religion^eineindrn Dresden und keizig aus di« große BeMrzung bin. welche da» drohend« verXt Xr seit Jahrtausenden geübten schächtrnethoX in ihren Gemeinden Hervorrufe, auf die Gutachten hervorragenXr saoverstänbiger, welch« da» Schächten aus gesundheitlichen Gründen vorziehen und in Bezug auf Humanitär anderen Methoden rninXstenr gleichstellen, wogegen MißstänX Xim Vorverfahren, nicht von Xn Schäch ern, sonXrn von den Fleischergesellen verschuldet worXn und nichts mit Xm Ritus zu thon haben. Oie vorftelluiig schloß mit einem Audienzgesuch für die Herren Rabbiner Dr. lvinter-Dresden und vr. Porges-Leipzig. Diese Audienz fand am 20. Mai »ft92 statt Es wird sodann — im Zuli — in einer JmmediateingaX an se. Majestät Xn König von den Vorständen der israelitischen Reliqionsgemeinden Dresden, Leipzig nnd Lhemn'tz Audienz für di« drei Rabbiner dieser Gemeinden, zur Darlegung ihrer Bitten um minXftens einjährigen! Aufschub X» schächtoerbvt, gerichtet. Das Audlenzgesuch ward nach befohlenem Vortrag seitens X»Min1st«»1m» X» Innern abgelehnt. «Line nochmalige Vorstellung Xr d׳ei Genieinden an dar ASnigl. Ulinisterioni Xr Innern vom Augnft wie» ans die inzwischen hergestellte Vorrichtung zur raschen urd schmerzlosen Niederwerfung der LhiereS hin und erbat nach deren Erprobung siftirung des Schicht utrXts. Letzteres trat indeß mit der veränderten Verordnung am i.Dctober in Kraft. Ls fand indeß infolge jener Vorstellung ain zg.Drtober unter Zuziehung Xr GemeinXraih» eine schlchtproX mit dem neuerfundenen Apparat vor dem Herrn Mmisterial.Referenten nnd Xr Kinigl. «Lommisston für da» Veterinärwesen statt, worauf Lude Dctober «ne noätmalige Vorstellung Xr drei Ae>ne>nden an da» KL igl. Ministerium des Innern n»t der Bitte abging, di« Angelegenheit Xm König!. Lultusministerium vorzulegen. — D ese» Gesuch ward unt« Xm!2. DeremXr vom Königs. Ministerium X» Znnern abfällig deschieden.- Sonach steht in dieser Beziehung XS Kö ngreich Sachsen hinter Rußland zurück, wo eine Lachverständigeu-Kominissiou nach ciiigchendster Prüfung und vocgcnom neuen S MachtpioXn xr jnd.׳rituellen Schla chtmethode den Vorzu! vor allen andern crl.,eilte. (Sehe nxlter nute!. ״Mecklenburg'. X Jus Mrkfake», 17. April. (Oc.-Eorr.). Zn Oeynhausen wurx eine Antijemitrn-Becsanmlung ab» e.ehalten, und Xr Antisemitenheld Hans Leuß war zum .Herrn Xs Worts" crtesen. Als Gegenrebner vom Bercin z. Abw. d. Aiitis. war Herr Weigt empfohlen und er» schienen. NachXm HansLenß nach xn Xkannten M»׳tera bi« antisemitischen Lügenvhrasea abgedroschen hatte, ergriff der PrebigcrHerrJ-Liep m annss shn-MinXn dasWorhiweil bie RaXumacher ihm .F igxlt" zugebrüllt halten, bie,Feigheit" wollte er nun einmal »itzt auf sich sitzen kaffen — unb so hielt er nach XS Antiseailtea Ichmutzpauke als Erster bie Schutz-.eX. - Einleitend erklärte er es als Pfii ht eiaes jeXn, für seine Glanbenrgeaoffen in bie schranken trete» z» müffeu, »ab hieraus ergex sich auch feine Berechtigung zu»