Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 18 (28.4.1893)
- Date
- 1893-04-28
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/6492344-5935087-5962211--1545-5375640- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
*alloffurg der ״Allg. Zig.' de» Iudenihnm« würde ihn in «»«reichendff*m WofK eTbrlnjtr.״ Hiernach kommt die ״Germania" auf den Artikel der ״JSr. Wochenichrift" iu vor. Rr. zu sprechen, sic druckt denselben vollständig ab und bemerkt zum Schluß: ,Lm Urbrigen erkennen wir di« Zurückweisung jener pidel» taste« Äu-laffungen (im ״Verl. Tagebl.") durch di« ״Jraelitisch« W-chensch ist" ricktzsltO-S ««: sie macht jedenfalls einen andern Eindruck, als die überhebend prirentiise Sprache der ״Allgem. Zeit, .״es Zudenthums". Auch die ,^kölnische Bolkszeitung". das vornehmste Organ der Katholiken, widmet den Artikeln Ihres gesch. Bl. in der Tonnerslag-Rr. (v. 20. d. Mts) und in der Sonnrags-Nr. ,v. 23.) einen großen Raum. . Sie schließt m׳t den Worten: ״Mögen die anständigen jüdische» Blätter solchen Frechheiten in rrsorwjüdischen Blättern (so «erden fälschlich da- ״Kl. Hourn." und da- ״Verl. Lagebl." bezeichnet. R.) energisch zu Leib« gehen, wie di« ״J-raelilische Wochenschrift" ethu«. Ich habe nach den Angriffen, welch« Ihr gesch. Blatt vor Kurzem nicht nur in den sogen, resormjüdischen Blättern, sondern auch in den jüd.-orthodoxen erdulden mußte (wegen den Artikel über das Berhalten der jüdischen Wähler im Falle einer Reichstagsauflösung, die meiner Meinung nach die einzig richtige und corrcrte Directive enthielten), es sür meine Pflicht gehalten, Ihne» zur Genugthuung obige Urtheile der großen Tagesblätter über die Haltung der ״JSr. U ochenschrist" mitzutheilen. Möge sie nur unbiirrt für die nationol-deutschen, undrcligiöS-jüdischenInteressen muthig weiter kämpfen; die Anerkennung wird nicht ausbleiben. Magdeburg. Kurz vor Abschluß dieser Nr. geht uns die Montags-Nr. der ״Köln Polkszeitung" durch die Expedition derselben zu und wird unsere Aufmerksamkeit auf einen blau angestrichenen Artikel derselben gelenkt, worin es u. A. heißt: Vas ״Berliner Tageblitt" ist, wie schon erwähnt, a»läßlich seiner Beschimpfung de, Pfarrers «neipp von der ״Israel. Wochenschrift" des Rabbiner» Rahm er richtig gekennzeichnet worden, vi« Absage der Jsr. Wochenschrift an das ״Berliner Tageblatt" verdient ja all« Anerkennung. Aber man muß doch fragen: wo war denn die Jsr. Wochenschrift früher? warum hat sie es Jahrzehnte lang ruhig mit angesehen, daß das ״Tagebl.", der BSrsen-Lourr-, das Riem« Journal « tutti quanti mit rasgnirter Bosheit alles in den Roth zogen, was den Lhristen lieb und theuer war? Wir haben darauf zu erwidern, daß die.Jsr. Wochenschrist" schon wiederholt ihre Stimme gegen derartige Beschimpft! ngen, soweit sie zu unserer Kenntnis kamen, erhoben Hot. Es ist allerdings nicht zu verlangen, daß die Red. d. Köln. Bolkszeitung unsere ״Wochenschrift" liest, aber darum sollte sie doch voffichliger mir ihrem Vorwurf gegen dieselbe sein, und auch von uns nicht das Unmögliche verlangen, daß wir alle jene Blätter lesen. Wir wollen hier in Kürze nur auf unsere Nr. 26 Jahrg. 23 Hinweisen, worin wir (unter ״Neiße") uns ebenfalls im obigen Sinne gegen einige sog. ״Judendlätter" ausließen und hervorhoben, daß auch das jüdis ch-rcligiöse Bewußtsein gar oft durch das ״Berl. Tageblatt" verletzt würde. Wir wollen den Artikel hier nicht wiederholen, senden vielmehr die betr. Nr. an die Red. der Köln. Bolksztg. zur grfi. Kenntnißnahme. M«gd«r»rr, imApril. (Schulprogrämme — Schluß.) Langjährige Erfahrungen bestätigen es evident, daß dies« Gattung von Schulen, volxoReligionsschulen, nur als Rothbehelf angesehen werden können, dadurch bedingt, daß wir uns io der Zwangslage besinden, den Religionsunterricht in den GesammtorganismuS anderer Lehranstalten nicht einreihen zu können, wohin er unabweiSlich gehört. So ist jede Religionsschule aus lauter Uebelständen zusammengesetzt. Wir nehmen den von dem Herrn Dirigenten Dr. Samuelsahn «statteten Jahresbericht der Religionsunterrichtb-Anstalt zu «reslau zur Hand «od stehe. Klagen, nichts als Klagen l I» de« von Herrn Rabb. Tr. Roseuthal geschriebenen Borwort zu« Beruht, der die Bedeutung de« Religionsunterrichts trefflich kennzeichnet, wird am Schluß di« alte Klage wiederhott, daß viele Eltern ihre Kinder erst i» vorgerückte« Alter; »»führen und sie nicht völlig die oberen Klaffen absoloiren lassen. Dasselbe betont der Herr Dirigent in seinem Bericht. - ל In den nenn Klaffen der Anstalt wurden 295 Schüler und Schülerinnen von dem Dirigenten und außerdem 3 Lehrern unterrichtet. Di« vom Her»« Rabbiner Dr. Horovitz in Frank» f u rt o. M. geleitete Israelitische Religionsschutt verzeichnet in dem jüngsten Bericht über da» verflossene Shuljahr das erfreuliche Ergrbniß, daß es behördlich.rseitS gestattet worden ist. in dem Kaiser-Friedrichs ׳Gymnasium Reliiiou und Hebräisch unterrichten zu dürfen, was den Schütten und Schülerinnen, die im Osten der Stadt wohnen, als besondere Annehmlichkeit dient; ebenso ist es gelu» >cn. sür das Weitende der Stadt ein passendes Lokal zu demselben Zwecke herzuitellen. Jnsgesammt nahmen im veiflossenen J'hrc am Religionsunterricht 33» ZSglinge (gesell 291 im Barjahr«) tbeil. An der Schule wirken 6 Lehrer und 1 Lehrerin — Eine Ausnahme anderen ReligionSschulen gegenüber nimmt die sogenannte ..Hebräische Schutt" (Lemtt-Moses'sch«! Klausstiftung) in Mannheim, deren Dirigent H.׳rc Stadtrabbincr Dr. Appel ist, ein, insofern nämlich, als in der Anstalt nur Hebräisch unterrichtet wird, denn Rcligionsunterricht genießen die Schüler in den betreffenden Schulen, die sie besuche». Die Hälfte der israelitischen Schuljugend entbehrt jedoch, wie der Bericht hervorhebt, des Unterrichts im Hebräischen, was auf den JndifferentiSmus der jüdischen Eltern zurückzusührea ist. Die Schutt zerfällt in 7 Knaben- und 6 Mädchen klaffen, die außer vom Dirigenten und Herrn Rabbiner Dr. Kürst von 4 Lehrern unterrichttt werden. Die Zahl der Schüler betrug 266 (lös Kn. und 130 M.) Die Religionsschule in Kiel unter Leitung der Herr» Dr. Stern wurde von 56 Kindern besucht, die in 3 Klaffen vom Rabbiner, Cantor und einer Hilfslehrerin unterrichtet wurden. Zu den Unterhaltungskosten der Schule giebt die Stadt eine Subvention von 600 Mk. jährlich. Die dem Jahresbericht beigegebene wissenschaftliche Arbeit des Herrn Dirigenten bringt 8 werthvolle Papsturkunden, die an anderer 1 Stelle gewürdigt werden sollen.; Zum Schluß verzeichnen wir die uns freundlichst übersandten Berichte über drei höhere Lehranstalten 1) Samsonschule zu Wol fenbüttel, Direktor Dr. Ludwig Tachau; diese sich wohlbegründeten Rufes erfreuende Anstalt, der im vergangenen Jahre die Berechtigung zur Ausstellung von Zeugnissen über die Befähigung sür den einjährig-freiwilligen Dienst verliehen wurde, war im vcrjangenen Schuljahr von 106 jüdischen und 7 christlichen Zöglingen besucht. Demnächst erhält die Schutt auf einem außerhalb der Stadt in freier und gesunder Lage befindlichen Platze ein neues Gebäude. 2. Realschule der israelitischen Gemeinde zu Franksurt a. M. Diese unter dem Namen ,Pyilanthropin" in den weitesten Kreisen bekannte Schutt, steht unter der trefflichen Leitung des Herrn Dr Baerwald; sie wurde nach dem Bericht ״ pro 1892 93 von 257 jüdischen und 8 christlichen Schülern besucht, die von 21 Lehrern unterrichtet worden sind. Mit der Realschule ist eine höhere Mädchenschntt und «ine Borbereitungsanstalt verbunden. (Die den Schulnachrichteu vor- )’ angehende Abhandlung von Oberlehrer Guitav Werlheim ׳ über »Die Arithmetik der Elia MlSrachi" wird im Litkeraturblatt besprochen werden.) 3. Da« Dr. Ioöl 'jche Lehr- und A Erziehungsinslitut, geleitet von Dr. D. Barnaß. Die /! 6!lässige Anstalt zählt außer dem Direktor 5 Lehrer und 4 Hülsslehrrr; die Schülerzahl beträgt 12S. Daß diese An- '4 statt, in der außer den Elementarlehnächern auch Französische j Englisch und Italienisch getrieben wird, daS Hebräische nicht J vernachlässigt, ersieht man darauf daß bereit« 1« der 4. ElaHr ’ Pentateuch mit Raschi-Eomentar und Stücke aus der MischWÄ» durchgenommen »erde».