Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 14/15 (1.4.1893)
- Date
- 1893-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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j vi» rin! mich bur au» nicht, in Sache» der fchilitärvorlage nicht ans Seiten meiner politischen Partei, fordern ans der -der Sachverständigen zu stehen.' r; Ich glaube fest, da» freisinnige Iudenchiim muH und «wird r» Ihrem gesch. Lrtikelschreider Dank n!isien. daß er pen Mu »h halte, bei «bahrender Auerkennuitg, die er den ' Stimmfübrern de» Freisinn» zollt, jenem Gebe nken Ausdruck zu geben; die wahre» Freund« der Juden in d.-r Fortschritt»- Partei werden bei einigem Nachdenken ihn. auch — sei e» auch vorerst nur im Stillen — gewiß Nicht geben. — ,Daß die freisinnige Partei deshalb den Aaitpf für unsere Gleichberechtigung gegen di« Angriffe der Attisemitrn und Konservativen nicht fortfahren würde, ist n ich rzu befürchten; darin stimme ich mit den Schlußworten eine» Artikel» in der .Berliner Zeit.*, der sich ebmsall» mit der ״J»r. Wochenschrist" befaßt, vollkommen überein: ״Sollten di« Juden sich im nächsten Vahlkamvf in arMerer Aahl «m di« Fabnr d«r Regirrnng schaaren, so »nrd die e«istm«g« Part«, stltzstverstänvlich ibr« ksaltnng in d«r Ivdenfra»« nicht ludern; sie wir» . «Wr dann »inen schlag enden B«w«t» dafür besitzen. >«j di«f» Haltung ' nicht von eigensüchtigen Motiven diktirt ist, und insofern kann t» ihr «telleicht ganz lieb fein, wenn der weis« Rath der ״J»r. Wochenschrift" nicht «,befolgt bleibt." Wem». Der dem Reichstage vorliegend« klntrag Friesen- Hammerstrin-Mchtiert gegen di« Einwanderung von Israeliten entspricht der bekannten bereit» im Jahre 1880 an den damaligen ^Reichskanzler und Minister-Präsidenten Bismark -gerichteten tition, die der Abg. Hänel im Abgeordnetenhanse zu« genstand einer Interpellation machte. D>« Petition erhob die Anforderungen: .1) daß die Linwanderun; ausländischer Inden, wenn nicht güuzlich verhindert, so doch eingeschränkt I-werde: 2) daß die Juden von allen obcigteitl'ihen Stellungen s.'nuSaeschlosien werden uud daß ihre Verwendung im Justizdienst«, namentlich al» Einzelrichter, eine angemessene Br- Kränkung fände; 8) daß der christliche Eharacrer der Volksule, auch wenn sic von jüdischen Schülein besucht wird, eng gewahrt bleibe, und in derselben nur hristliche Lehrer '»ugrlassen werden; 4) daß die Wiederaufnahme der amtlichen Schtistik über die jüdische Bevölkerung anseocdnet werde." In der Sitzung de« Adgrordnetrnhause» vom 21. November 1880 richtete der Abg. Hänel an dir StaotSrrgicrung die Anfrage: ״Welche Stellung nimmt die Regiert ng diesen Auforderungeugegenüoevein, dieaufBeseitigungverm-üenverfaffiing«- «Lßigen Gleichberechtigung der jüdischen Staa!»bürger zielen?" .Diese Anfrage beantwortete der damalige Vizepräsident de« latSministerium», Gras^zu Gto l berg. da-in, daß di« bestehende Gesetzgebung di« Gleichberechtigung ker religiösen Be» »rnntnisse m staatSbürgrrlicher Beziehung aut spricht, und daß , da» Staatsministerium nicht beabsichtigt, eine Arndernng diese» RechtSzustande» rintreten zu lasten." Im* der Wrovinz Kannover, 27. Därz. (OrEor.) Der L'tartikel in der vor. Nr. dies. Bk. vrn Ihrem gesch Mitarbeiter B. R. dürfte kaum ungethe ltr Zustimmung finden. So tadello» auch Stil und Drciion de» Artikel» sind, so fehlerhaft schein« mir die logische Sei», die Eonsequenz der Schlußfolgerung uud da» Eudergebniß. E» wird von jüdischer Seit« doch Viels ach Verwahrung dagegen eingelegt, daß «an die Jude» al» Eollertioum behandle. Der nrtikel verwahrt sich ebenfal« dagegen. Er jagt mit Recht: .Die Frage, wem wir bei einer Reichstag«- £,־ »ahl unser« Stimme geben, ist keine religiöse, wenigstens -läßt sich eine Entscheidung hierüber «ed«r au» der Bibel .»och nu» dem Talmud dedueiren". — Run wäre di« logische!Eonsequenz hiervon ganz einfach: I» ׳•in« Frage, die «Äigiö» indifferent ist, kann auch die Jude« schaft") nicht al» tivum in Anspruch genommen werde». — Man würde ssen ungeachtet eine Au»nahme zulaffen, wenn r» sich um m. *) La» vort »Jutexhett" tst t» christlich« Hietfe» »aaekümhttch: Sapertnteabent: *Ux sa,p »ahl »tzrtftenyett. tagt« «tmaal ela Sxtzer > Mt Jxdex-rit. so»ber» Jabealchasl. Artikel ganz «nd gar keine Rede. L» wird!»rauf hinge- '' wiesen, daß uns ein« Entziehung der EtaalSbüngerrechle droh«, sobald wir der Regierung Opposition «achte». . Zunächst ist da» doch ein rern weltlicher Gesichtspunkt, . denn man wird nicht behaupten können, daß zur Zeih als di« Juden nicht gleichberech iat waren, ihre Neligion und Religion-pflege darniederlag.**) Dann setzt diese Ansicht sehr wenig Vertrauen in die Festigkeit unserer Berfaffung und de» StaatSleoen» überhaupt^ indem sie im Grunde diese Verfassung. die erst die Möglichkeit «in« Opposition geschaffen, zwar theoretisch anerkennt, gleichwohl aber die pcactisch« Licenz de« Ovpouirrn» al» gef-chr drohend bezeichnet. ES könnte aber den Etudirten unter l«n Juden die Anstelligkeit abgesprocheu werden k Nun gut, da« geschieht schon jetzt, folglich müffen wir mit dem berrschendeu Factor de» Staattlrben» halten, damit dieser!in» gegen de» Villen der übelwollenden deunoch anstelle? Soviel steht fest, daß da» Judenthum elunso wie der Katholicismu» den schwedmdon TaarSfragen ,^grnüber eine verschiedene Strllung-uahme zuläßt. Tue politische Uebuczeugung kann verschieden sei«, ohne daß man t«»wegen gegen da» Judenchum verstößt. Ich hätte nicht» dagegen wenn jüdische Blätter existirten, die politische Fragen behandeln und dabei den anSgesprocheue» Zweckverlolgen, j ü dis cheJnrereffenzu vertreten ES wären da« jüdisch-politisch« Zeitungen etwa in der A:h wie die be» stehenden katholische« Zeitungen. Diese Zeitungen müßten offen Farbe bekennen — damit wäre dem zweit«utigen Wesen der TaaeSpreffe, die versteckter Weise denJutnm diene» will, abgeholfen. Rur müßte alle do at doa-Politik vermieden werden, denn die politische lleberzeugung d trf für diese oder jene Begünstigung und Berücksichtigung nicht keil sein. Atzt», 28. März. (Or.-Tor.) Heute moch:e der Rabbiner der hiesigen Synagogrn-Grmeinde. Herr Dr. F r a n k bei Sr. Eminen: dem Eardiaal Kremenz seine Aufwartung uud überbrachte demselben Glückwünsche zur Berufung in de» höchsten Rath der külholischen Kirche. Frank wie» in ftmer Ansprache darauf hin. daß seine Gl lubenSgeuoffrnschaff innig theil nehme an den Sr. Eminenz gewordenen hohen kirchlichen Ehren in dankbarer Erinnerung au die Empathie, die der Lardi nal s. A. anläß.ich der großen russischen Judenverfolgungen mündlich und schriftlich ihm bekündet hatte. Er hoffe, daß, wie bisher, Sr. Eminenz darüber wachen werde, daß der Frieden und die Eintracht in der ־־ .״״־״ ־* ־־־׳"־־־־־־ ׳ '־*״ "! da» ehrwürdige Haupt de» Eardinal» herab und endete mit dem hebr. Satze:! TTTO01 יאי־יד יסד TU Der Larvinal dankte in der freundliü;sten Weise «ad sagte «. A. wörtlich »er werde nach wie vor rin Schirmer dr» Frieden» zwischen den Eonfessionen sein; mögen wir in unserer religiösen Urberzeugnag auSetaaadergehea, da« mag jeder Mensch mit seine« Gott abmachea, aber die Menschen sollen inWerken der Menschenliebe und Tugend »!ttriferu und übrigen» in Ruh« und Frieden trotz verschiedener religiöser Anschauungen sich auSsprrchrn." Nachdem Sr. Eminenz sich noch eichend nach tem Schicksal der russischen Juden erkundigt hatte und mit aroßem Interesse di« leider nicht günstigen Nachrichten, die au» Rußland kommen, angehört hatte, reichte er dem Rabbiner di« Hand und vaabschiedete sich in der frenndlichstrn Weise. Mrenkan. Zu den edelsten Bethätignng,:« der Menschenliebe gehört e». arm« Krnde dem Elend uitb der Verwahrlofung zu entreißen. Diese» hochherzige fliri hat sich der hiesig« ״Verband zur Erzi-Hung htlfSdedürsilger i»r. Kinder" zur Aufgabe gestellt, der auf «ne 3 jährige Lhätigkeü zurück- «U bn »lüchrirrchttgxxg hlwgt M■ mifm» M* paiMtfch» 0e«uMHag ־ «O st »ujmma»», (Ntb.) 4' )(tVj