Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 13 (24.3.1893)
- Date
- 1893-03-24
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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. . (Mtt, f*Än» bis hinauf in die höchsten Kreise McOqkrnn^ der . des Hochs. Kaiser« Wilhelm i. mftiiycn. Ja. den Ätiven sind nun dieAuoen auf- »nd zugleich über- . JHt ft«nufb Mft; sie ernte. Alle, »as sie ^ausgesLet: mtt Anrecht anafset» »ird Ztnßeik ernte»! . sagt die heil. Schnft — so ist'», so kommt'« jetzt. Merk», 22. März. Al« der Kardinal lkopp au«Rom nach Breslau zurückkehrte, wurde er, so «ird der .Bolksztg - von dort geschrieben, auf dem Eeutralbahnhis auch von den im Ornat erschienenen beiden Rabbinern, Dr. Rosenthal «nd Dr. Guttmann, begrüßt. Wir jetzt schlesischen Blattern von Ohrenzeugen erzählt wird, trat der Lstrdiual au die -. Rabbiner mit den Worten heran: ,Ich freue mich, daß auch Sie erschienen sind. Seien Sie versichert, in meinem Bezirk ' Wird der konfessionelle Friede gewahrt bleibea, ganz so wie er t* bisher gewesen ist." — Wenn da« ter Herr Kardinal wirklich gesagt hat, so beweist e«zwar seinen guten Willen x««d seine anständige Besinnung, aber zugleich zeigt diese Mrnßerung, daß der Kardinal über di« politischen Berhält-! niste in seiner Diözese nicht gut unterrichtet ist. Bekaiintlich in diese Diözese auch Berlin mit seinen SO IHM) Ratholiken einschließl'ch der Redakteure der antisemitisch- «llramontanen.Germania". In Breslau lresteht unter de« Kardinal« Augen schon seit Jahren eine fröhliche Judenhatz, au der sich auch von seinen geliebten Diözesnnen recht viele ^«heiligen. Die klerikale .Schlesische Bo k-zeitung" giebt für die gläubige» Katholiken in dieser Beziehung den Ton au. Ist also Kardinal Aopp persönlich ein Freund des konfessionellen Frieden«, und nehmen trotzten» auch ultramontane Katholiken eifrig an der Juden hast Theil, so wäre ««r zu bedauern, daß in diesem Punkte der breSlauer Fürst- - bischof keinen größeren Einfluß auf seine engeren Glauben«- -e»offen hat. (Gegen diese Logik der ,Brlvztg." läßt sich v nht« sagen.) 8 Zsre»de», 20. März. (Or^Lor.) In kaum einer andern deutschen Stadt von der Größe unsere« schönen D««den« kann leider der antisemitische s)etzspektakel solche Dimensionen angenommen haben und solchrn Boden in tzkwifsen Schichten der Bevölkerung finden als hier bei uns. t Da figurirt unter den Inseraten der Tigrsblätter erstlich «m Aufruf de« Deutschen Rrfvrmverrin» < n da« Publikum, sich bei Einkäufen nach dem neuen Adießbuch christsicher Firmen zu richten, ferner ein sntcher^ der Zeichnungsstelleu rur Sammlung von Unterschriften für eine Petition sammelt: Di« Einwanderung russischer Juden (wohlgemerkt speciell nur Inden) angeblich wegen der drohenden Lholeragrfahr (wie menschenfreundlich!) zu verbieten. — Da haben wir hier die famose Druckerei Glöß au« der die, -. Th. al» Broschüren, z. Th. al« Bilderbogen schn utzigster und gemeinster Pamphlet, gegen die israelitischen Bewohner unsere« deutschen Laterlandes. verquickt mit parl ei-politischen Auslasfnngeu, herausgeheu. Run hat auch Ahlwardt «st der Märtyrerkrone der Gefangenschaft und der Rnhmeskrone eine« Reichstag««,»- aliedes wieder hier gesprochen. Dabei war der Andrang Sonnabend Abend trotz der Lag« zuvor schon vergriffen«» Kurten so groß, daß der Zukuustsresor,>ator, der Freund und Schützling ElVckr«, sich entschließen mußte, Sonntag 1i Bormittag« nochmal« zu sprechen. Der »nnsemstische Spck- ' tatet ist zu« voUständige» Sport gewordeil. Der .Dresdener Anzeiger", das städtische Amtsblatt, bringt «inen ausführlichen, ' mit Behagen in« Breite gehenden Bericht. Der große Tivolijaal war Kopf an Kopf -wrängt voll. — lver ,großeMau»" Wurde natürlich «st betäubendem Beifallsläi m und einem mächchgemLo r beerkranz »st grauweißer Schlei!« empfangen, wofür ' der gerührte Schulmann den treuen Sachsen für ihren Rischusr riser eine vorzügliche Oster-Lensur rrthe ltr. Trotzdem der «Vortrag die allgemeine politische Lage behendest» sollte, konnte WMckich der WanderHetzreoner mcht cmder«, al« so all- «Mich zu '׳->nbt LH-«U seine« Rkstvwt MMMha. Gr stellte in bekannter Weise dieTugenden de« GermanrLthnm« den Prinzipien de« Jndenthum« (!?) gegenüber, der Teutscüe sei in den Händen de« Juden chum« verloren, wenn nicht bald eine Linderung der Gesetze käme, so u. A. die noth» wendige Aushebung der Juden-Emancipativa, der Monopole jüdischer Bankhäuser. Gestern Abend beglückte der nrucflc Agitator die alte Bergstadt.Freiber g. — Und das geschieht nun Alle« unbeanstandet von Regierung«- und städtischen kichörden in der Hauptstadt des Lande», in dem -in Prinz, nachmal« König Johann der Weise, der Wahrhafte, der wärniste und eifrigste Borkimpfer war für die völlige Gleichstellung seiner israelitischen Unterthanrn. Wie herrlich weit sind wir doch im Jahre de« Heil« 1&93 gekommen! sthemuitz, 14. März. Vor dem hiesigen Landgericht wurde gestern ein Fall verhandelt, der werth ist, in weitere« Kreisen bekannt zu werden. In: Sommer vorigen Jahres, al« die Ahlwardt'schr Agitation durch deu ,Juveaflinten"« Spektakel ihren Hökepunkt erreicht hatte, gab der Redakteur und Schriftsteller Emil Rosenow ein« Broschüre heraus, unter dem Titel: .Kapital und Judenfrage." In diesex Broschüre unterzog der Verfasser die Thätigkeit der Antisrmsten einer scharfen Krittk, schilderte die.schriftstellerischen" Leistungen Ahlwardt'« und beleuchtete die Agitatoren der Antisemiten in kräftiger Schilderung. Es wurde jedoch stet« von Agitatoren in ihner Gesammthest, nicht von besonder« genannten Personen gesprochen. Auf Grund der Broschüre bezeichne« nun der antisemitische Agitator Paul Foerster in einer hiesigen Versammlung den Redakteur Rosenow — der in jener Versammlung übrigens nicht zugegen war — als ,nichtswürdigen Verleumder". Rosenow strengte Privatklage an, Foerster erhob Widerklage auf Grund der Broschüre. Er stützte sich darauf, daß er in der Broschüre zwar nicht direkt genannt sei. da der Verfasser jedoch von den antisemitischen Agstotorra in ihrer Allgemeinheit in beleidigender Weise spreche, sei auch er. Foeriter, beleidigt, denn cr sei antisemitischer Agitator. Bor dem Schöffengericht wurde» beide Klagen zusammen verhandelt und Dr. Foerster wegen ׳ Beleidigung zu 2ü Mark vrrurtheilt. Rosenow wurde aber auch und zu gleicher Strafe vrrurtheilt. Beide Berurtheilte legten Berufung ein, und gestern urtheilte da« Landgericht i» demselben Sinne wie das Schöffengericht. ES erhöhte ,,zar die Geldstrafe für Jeden. Kläger und Widertläger, aus t 00 Mark oder zehn Tage Gesänguiß. — Der Korrespandeut der,Franks.Ztg." bemerkt herzu: Die Berurt HeilungFoerster'«- ist nichts bemerkentwerthe«, da ja in dem Ausdruck,nichtswürdiger Berleumder" eine konkrete Beleidigung rwrtag. Wohl aber ist die Brrurtheilung de« Redaeteur« Rosenow für weitere Kreise interessant, da ja nuumetzr jeder einpMe antisemitische Agitator, wenn in Zukunft ei« Redacteur nicht in den aüerresprclvollstea Aeußerungrn von dem antisemitkschm Agitatorearhum spricht, di« «richtliche Berfvlgung versalassen kann. Konsequenter Weise müßte »«׳» auch, wenn die Antisemiten da« Judeathum in seiner Gesammthest alle Schlechtigkeiten anoichien, jeder einzeln« Jude dicBerechtigung habe» den antiseu׳ st. Verleumder gerichtlich zu *-׳INAU Aeffan. Die Lntzaltinischen Herzöge waren stet« »am Geiste der Humanstär erfüllt un» nahmen die jüdischen Bewohner des Laude« gegen Uainlden oder verletzende Aenßerung in Schutz. Hier ein kleine« Beispiel: Dir ,AnhalbÄLthrnschc Ltaatszrg." vom SS. Juni l&ll' enthielt folgende Bekanntmachung: .Sir »nguft Shrtpiaa strkbstch, »«»*ottw l«»u stnmrainee Herzag gm Aatzalr x. im •na«|u«g, »aß. PmbU0«a4am. £• «« 9k mtM Ordnaag ersarbrtt, »aß die Jaden, mstchr durch »k etut Laastttation 9S*ig gleich« Rrchk mir dr» Lhriftre rrtzstxa habe», «ach gktch de» Letz»«» AamiNrnuawra «ihr»», st hav«. kk va» «stk» M «miskstam» - «schehrik Snstfärb«»»« »k t» ht^«>Wm^Mgtz>tz>sk»g»w^stich« «ach sefE-