Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift · 1893-03-24 · 13 (24.3.1893) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
13 (24.3.1893)
Date
1893-03-24
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/6492344-5935087-5962203--1505-5375604
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

^".-זיזיי׳», Mid zwnr (fotgn 21 Sa»«, und ■ertcu diese cmc« ■;r.mnME Familienaam« hierdurch nicht nur bestätigt. sonder» wird ״ »len Behörden an besohlen, bei öffentlichen Anssrrtiaanoen daraus " rsicht zu nehme». Zugleich wird »erboten, sich bei Nntfertianagen rr verhandlrugen de» Zusätze«: Jude oder jüdisch, z. V. jüdischer J». :ifKaitn, zu bedienen, indem es de« Geist, de« Zeitalter« durchau« widerspricht, Jemand von Seiten der Seiigion charatterifiren zu wollen. Köthen, de, KO Juni 1811. Ministerin» de« Heizogth»»» Anhalt-Köthen. Dabelo». So vor 82 Jahren und heute! Da scheinen es gerade 7>e ״Prediger der christlichen Liebe" für dem »Geiste des talterS* entsprechend zu halten. Jeden nur von Seiten ■־־־ Religion zu charakterisiren. C(fm(id)>llK||«tK Bücs-Kspskyit, 19. März. Sonntag, den S. d. Mts.!ukv in Berlin 77 Jahre alt Mvritz Gottschalk Lewy, ein kann, der über rin halbes Jahrhundert die Interessen des ,udenthums eifrig gefördert hat. Er war ein fester, edler, makelloser Lharacter; eia mild- «l-i iger, hochherziger Menschenfreund, ein freigebiger Förderer r Wiffenschrft und Litteratur im Allgemeinen und der >■ ischen im Besonder», und ein aufrichtiger Verehrer der " lehrten. Mit den meisten großen Männern, welche im -len halben Jahrhundert auf das Judenthum heilsam ein- »rft hatten, stand er in mehr oder weniger näheren ' ■ undschaftlichenBeziehungen. Der fei. Oberrabb. Dr. Zacharias nkel war ihm das Ideal eines wahren, frommen Juden, welchem Lultur, Wissenschaft und treue Anhänglichkeit datraditionelle Judeuthum sich harmonisch vereinigten. . r selige Prof. DrGraetz gehörte auch zu seinen intimen «nden Mit letzterem besuchte er im Jahre 1872 Palästina.*) Resultat dieser Reise war die Gründung »des Verein» * Errichtung israelitischer Waisenhäuser >n Palästina* die Errichtung »des Waisenhauses in Jerusalem*. Das »lauer Rabbiner-Seminar erfreute sich stets seiner frei» -igen Unterstützung; ober auch die Berliner Hochschule* und Berliner ״Rabbiner-Seminar* erfreuten sich später seiner inerschaft. Arme Gelehrte, welche in persönlicher Noihlage r um Förderung ihrer wissenschaftlichen oder litterarischen :rebungen sich an ihn wandten, waren nie leer ausgegangeu. den ftützereu Jahre», als sein ohnedies schwaches Auge '׳ nicht durch das Alter geschwächt war, konnte man zahler; hebräische, deu tsche und französische israelitische tter auf srineui Lesetische finden. Die hebräische Sprache habte er messterlich; noch als 75 jähriger Greis hielt er herrlich« hedrärsch« Anrede zum Jubiläum des Dr. Israel Hildesheimer. An der Gründung der ״Israelitischen Wochenschrift" betheiltgte er sich mit regstem Interesse, rr fb 7crtr sie durch zahlreiche Bcsträge. Fast sämmtliche Ber>,.;1e au- ^Berlin" in den ersten Jahrgängen dieses Bl. rni'tammten feiner Feder oder waren durch ihn vermittelt »orden. Er bekämpfte darin bivor kurzem die autokratisch« Vo:standsherrschast und das pietätlose Reformiren. Dem T I. G. B. gehörte er oft als Delegirter an, er trat un- D- ^cissch stets für die Interessen des Judenthums und die 80 »smie der Gemeind« ein. Sein Andenken sei gesegnet! ftafrl(«• , Briefe ans Argentinie». Eolonie Mauricia, 18. Februar. Wenn ich Ihnen erst heut wieder über den jetzmen Stand unserer Niederlassung;», über unser Befinden, Set, sie« und Wirten buchten kann, jo geschiehtlediglich autz vem Grunde, weil ÜM jetzt mit der Ernte, die Gottloh i c 1 יי reichlich ouafui, täglich., von Morgens bis spät NbroSstark in Anspruch. g«ommeo sind. Der Weizen ist ganz vorzüglich, aus unfern Wünsch wird die Administration thd Getreide dann verkaufen, Md dp» Ertrag unter uns »ertheUen. Binnen kurzem 'beginnt bei uns die Feldarbeit 1 r׳i I ■:» für das nächste Jahr. Höchst »oQfoataRr Maschine», sowohl mit Ochst«- als auch mit Dampfbetrieb , nebst der erforderlichen spanischen Bedienung stehen zu u»- serer Verfügung, damit wir bei dem überreichen Erntesegen uns nicht zu sehr auzustrengen und aufzureiben brauchen. Ja diesen Tagen trifft auch bei unda- Eomitä eia. welche-, von Paris hierher gesandt wurde, um die bisherige« Ber» Walter zu entlassen und solche aus unserer Mitte zu. erwählen und anzustellen. So edel die Absichten des Eomitä's auch sind so würde' dieser Bersuch, fürchte ich. doch sehlschlagen 1. weil diese f Leute von der Ackerbaukunde nicht» oder sehr wenig ver» stehen und wir nur durchaus tüchtige, gut ausgebildete und sachkundige Landwirthe an unsere Spitze haben möchten, und 2. weil wir solcher Männer bedürfen, die mit fester Hand die Zügel leiten und sich in Respeft zu setzen wissen, waS jedoch einem Eolonisten niemals gelingen wird — da seine Brüder ihm nicht gehorchen würden. So oft Eollonel Goldsmidt zu uns kommt, läßt er es nicht an väterlichen Mahnworten fehlen, die schlechten Eigenschäften, die Bielen von uns leider noch anhastcn. abzulegen, hauptsächlich wendet er sich gegen die ״böftn Zungen* durch die schon so unsäglich viel Unheil gestiftet und ihnen selbst geschadet haben. Auch in den an die Eolonirn gerichteten Zuschriften kommt rr >tets daraus zurück, un« von den un» dankbaren Faulenzern und gewissenlosen Berleumdern fern zu halten. Ich bin in der Lage, Ihnen ein derartiges eigenhändiges Schreiben desselben hier wörtlich mitzutheilen. Es lautet: »An dt« Loloniften von Mnurtcin. Ls »acht »Ir viel« Sorge. , Eure Aufmerksamkeit darans lenken zu «üssea. daß e« unter Euch LenteM^ mit sehr d»!en Zungen airbt, »eiche vor «tue» falschen Zeugntß nicht ,ך; zurückschrecken. — Lin« derartige Anfführnng ist »ach unserer Thor« :V verholen, weil sie rin Unglück für unsrr Volk und gegen «nsere Seit» *׳ gion ist. IM ist unmöglich für eln« Gemeind« in Friede» z« lebe» «nd aufzubiüh'n, wen« sich Mitglieder in derselben befind«, welche dies« Laster an sich habe»! Suchet diese schlechten, verl«»«» derische» Mensch« von d» go>ll»s«, von ihn« betreten« Segen ab» zulenten, ehe es zu spät für sie und Lnch ist! Luch «Ile grüßend Luer Michael Goldsmidt.» Jüngst erst verbreitete ein gewisser Wermondt und ferne Bande die falsche Nachricht: Die Eolonisten könnten i» Argentinien nicht nach jüdischen Satzungen leben und ihre religiösen Gebräuche halten, da sie nicht einmal Koscher- Fleisch zu essen bekämen u. dergl. Gegenüber diesen Lügen und Verleumdungen erkläre ich hiermit der Wahrheit gemäß, daß ein Jeder von un« schon jetzt «in Sack unt Mehl zu Pessach erhalten hat, welchestreng »ach jüd. Ritus bereitet wurde, da wir.feibft zwei gottessürchtige, zuverlässige Mitglieder aus uaftrer Mitte erwählten, di« sich gern der Mühe unterzogen, die betreff. Mühle nach Borschrift zu reinige», das Mahlen des Weizens zu beaufsichtigen und jeden mit " Mehl gefüllten Sack zu versiegeln. Abraham Rosruseld.*) * i Vermischte nnd neueste -rachrichten« •) Lr schrieb von unterwegs und aus Jerusalem RetsebriHr tür Unser Bl. (Sed) MnOdepurG. (Israelit. Tlchtrrp«sto»at der Krl. Vach« »nd Salz in Berlin.) Sicht seit« ward« »lr von Lite« ersucht, ihn« jüdische P«sto»ate sür ihre Töchter zu empsrhl«. Sir »anat« thn» dann nur wenige Letze» und Fortbildnngsanstaltr», weil wir sb« nur «enige kennen, die uni«« Ansichten über Lrztehnng und Ansblldwug jüdischer Mädchen emsprechen. Zn diesen P«fiouat« 1» Berlin dürft» ms nunmehr mit gute« Gewisse» dal Institut der Kri. Sachs and Salz zahl«, das wir immer »ehr kenn« zu lern« Anlaß Han«. Die Vorsteherin»» sind vorzüglich tüchtig, di« Lehrkräfte, dt« fi« zur Mitarbeit gewönne», hervvrrogev», die körperlich« Wieg« »er Mädchen ein« durchaus sorgfältig«, der wissenschaftliche UnürrUH«. nawenUtch auch die sittlich-religiös« Uuterweisunß — dt« kein Ge als unser sehr begabter und otelbeliedtrr Kalleg«Dr. VH- Kr»»tr theUt — »i« weitgehendsten Ansprüche befriedigend. Ws» wir besond«! ■S * *) An» de» Hebräisch« übersetzt v«: V..

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.