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Israelitische Wochenschrift · 1893-03-10 · 11 (10.3.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
11 (10.3.1893)
Date
1893-03-10
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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*•tan M« ••*<*|c (dmlb. Me knt JnDeaLatzWäGen » la»f jekea §m kern VitMiktpeefg •I« kn«Hendel imkeaaiber «*»toten (•He«. Der %»H{nMri»«1tt* bobe |tttifrfl08 da- VeeMeast. daß er drzu keigetragea habe. Me Klafferaesetze za verschärfen. WBften Me OnlifrntteK immer» hi» nee den jüdischen Geld schrank Vorgehen, die Sozialisten werde» *Mkaaa am so leichter ta der Loge sein, dem christiichenGeldschreml HU Leibe »u gehen. Kür jeden ü >01 sehenden sei e» kein Zweifel daß 1 Der Aa tsna>ti-«unar ein reatlioaärer Vorspann sei, der einmal 'Wpa den Liberalt-mutuik da» ankere Mal gegen da« revolu tonllre Mtotetorlat »«»gespielt «erde. Die Regierung bediene sich selbstver- Düaklich nur de« Ami'eniitidmuS so lange, als e« ihr für ihre Zwecke Kt scheine. Die Arbeiter «neiden sich niemal« ron de» Antisemiten tent lassen. Die Arbeiter bekänip'eo aber jede Aadbentung, gleichviel, ob sie von!üdischer ndr &t stl cher Seite betriebe» werde. ßtürmischer Beifall.) Schriltsteller Zenker!Antisemit) veitsslt» unter «igem Lärm die Anschauungen seiner Partei, und s>g> dabei: Benn »ttr erst die Juden au« unser« vaterlaade io« sind, bann können wir aa« »aterhalten, wie die Lage der Arbeiter Kiffer «erden kSnne. Delüchier.) — Schlosser Schwabethal: Durch Raff.uhaß werden wir »iemol« d e sozale Frage lösen. Wa» kan» dm Rrbeiier da« schöne Dearschl-rnd nutzen, wenn er in d-mselten keine EListenz Hai? Wir kennen keinen RassenunterschieS. der llhinese und der In e ist in unseren Argen ein cdenso guter Rensch. wie der Deutsche. »Beifall.) — Leut leer Böttcher: Ich bin der Meinung, die Arkerier haben wohl M» Interesse, den Antiiemiiiömu« zu bekämpfen, denn durch den Anti» bemilismu« wird eine« Lheil» dezwerk«, die Arbeiter von ihrem Klassen» N MMPse adzulenken und ondereiseit« w ll eine Anzahl christlicher Au»- vertter ihre jüdischen Konkurrenten lo« werden, damit sie olSdann die - ■ Arbeiter noch brutaler au-deuten können. (Lebhafter Beiiall.) Wenn ׳, die Antisemiten glauben, die Arbeiter uiür'ten sich jttnal« von ihnen bethören lassen, dann haben sie sich grünlich getiri. (Beifall.) — ^-Schlosser Rom: Ich srage Herrn Zenker- >r ßhalb lat die christliche ׳ Religion die schon fast VUOO Jahre die Wrliherischos har. da- Elend uad die Roth noch nicht au« der Weit gesäaff«? Plötzlich sollen an Allem die Juden schuld sein, obwohl der Begründer der christlichen Reli» - «ton dach selbst ein Jude war. Die konservativen i!t>oßarunddefitzer »rauchen den An«>semili-mu-, um ihre Arbeiter vor der Sozialkemokalte za schützen. Der Jude «vird de» ländlichen Arlaitern als Köder Hiagenwrsen, und wenn die Sozialdemokraten auf- Land kommen, um Mahre Rächslenliebe zu predigen und idre Brüder über idie wahre Klaffenlage austutlären, dann werden sie au« dem Dorfe hinaus» .«Kallppelt. . Du« ist die Freiheit der «niisemiten. (Beifall.) — aekleffer Siegerist: Wir müssen den An>tsrmitt«n1u» schon deshalb - ^WVAtmpsen. weil derselbe gegen den ersten lozialdemokrariiche« Eirund» satz: »Gleichheit alle« dessen, wa« Menschenanilitz trägt , verstöht. Daß :'9 Me Regie-ung dagegen nicht eingeschritren ist, ja das sie selbst gegen den Monn »ich! vo> gegangen ist. der Bormittagvon der Kanzel herab die Rächslenliebe predigte und Nachmittag« in Bolkoveisommlungen die schlimmsten «usrcizungen gegen anderoaläubige «rieb, giebt mir den Werver«, daß der AntisemitiemuS nur ein Werkzeug der Reaktion ist. De«ha>b muß der Anlisemiti«mu« von der Loziademolrane aus« -Mschiedenste bekämpft werden. Handeln denn die ihristlichen Groß» kapttalisten immer im christlichem Geige? Ich arbeite augenblicklich bei einem jüdischen Arbeitgeber, ich muß aber dek-nnen, daß ich noch . «rtemal« so nobel wie jetzt von einem «drislliche» Arbeitgeber behandelt ' »orten bin. Selbstverständlich trete ich der jüdrsihen Ausdeutung ebenso entgegen wie der christlichen. Der zu weit vorgerückten Zeit wegen wurde schließlich die Debatte t.S za einer demnächst wieder einzuberusenden Bersanmlung vertagt. M. 8. Ztresla«, 6. Mürz. (Or.-Cor.) Vor ca. anderthalb Jahren ist Ihnen miigetheilt wo« de», daß hier «in israelitische« Mädchenheim in'« Leben gerufen worden ist. ES gab zur Zeit Leute hier die nicht wußten wo das Material für ein solches Heim, Herkommen si'llie, aber für da« tiefer blickende-luge lagen die Ursache» zu eine, solchen Schöpfung sehr tief und l׳eßc» große Witkungen erwarten.; 08(5־ junge Institut entwickelt sich auch in der Thal zur ' Freude seiner Gründer ganz ihren Erwartungen entsprechend und verspricht segensreiche Erfolge. Es ist ohne jedes Grund- 'kapital entstanden, und wird nur von freiwiliigcn Beitrügen ' Rohlthätiger Menschen erhalten, doch haben im Lause der Ltrzen Zeit schon 21 Mädchen im Alter von IS—18 in demselben Aufnahme gefunden, von denen fick augenblicklich Doch 11 darin befinden und 7 neue Anmeldungen liegen vor. Wie Mädchen werden für da« ErzichuugSsach, für'« Geschäft «er für Handarbeit ausgebildet. Das Leber, im Heim ist zufnedeneS, ich möchte sagen, glückliches, und für den Besucher ein wohlthuendeS, den» das Gefühl der Sicherheit M in dies« jungen Herzen grpflan t, sie empfi iden, daß mit «ernliebe für sie gesorgt wird, sie leben n ie Schwestern jfcffem««, und haben daSBewußtjrin, daß ilmen da« Heim jeder Zeit offen steht, wenn sie stellenlos werden. Al» Beweis dafür Mächte ich Ihnen mittheilen: daß sämmtliche Mädchen vorigen Donnerstag Abend eine sogenannte Purim» Vorstellung -uv- Urberraschong ihrer Beschützer und Be» schützerinnen im Heim selbst veranstalteten, zu welcher die Vorsteherinnen und bereits abgeganqene Mädchen als Gäste erschienen waren. ES war nur ein kleines Lustspiel und einige lebende Bilder, alles mit »nr geringen Mitteln her» gestellt, aber der Hanck der Liebe dnrchtvekte das Ganze. Nach der Vorstellung traten die Darstellerinnen »nd die Zuschauer zusammen und freuten sich gegenseitig, wie wenn 5kinder ihren Eltern eine angenehmc Ueberraschnng bereiten. Bon diesen Aufführnngcn im Kleinen, komme ich unwillkürlich auf die im Großen in den hiesigen Theatern, die in den letzten Jahren selten besser besucht waren, wie gerade in diesem Jahre. Und daS Wunderbare dabei ist, biß dir hervorragendstrn SchauspirlerJuden sind, und drstaußerdem äugen» blicklich die Herren Reicher, Behrens imd Jettka Finkenstein, die ebenfalls Bekenner des Judenthums sin), hier gastiren. ES ist eine wahre Freude zu sehen, wie Jud' und Christ friedlich brisainmen sitzen, die großen Räume füllen und ihre Freude kund thnn iin gemeinschaftlichen Avplaudiren, ohne sich im geringsten stören zu lassen, daß der Wehrwolf draußen im schönen Schlesierlande haust, und alle« zerfleischen möchte was den Namen Jude trägt. Ob das zum Heil deS Lande« ist? ich glaube eS niht. Meint doch sogar der getaufte Professor Ehrlich, dem sein Freunv Taliban in der ״Gegen» wart" (11. 2. 93.) mit seine» Schimpfereien gegen dieJuden, aus dem Herzen gesprochen hat, daß durch diese schimpfliche Bewegung die Entwickelung des deutschen Staates aus Jahre hinaus zurückgcworsen wird, nun. das glaube ich auch, denn was ei» überzeugungstrcller Christ sagt, der als Jude ge« boren ist. das muß wahr sein. Ich glaube aber außerdem noch: Siche, eS schläft nicht und schlummert nicht der Hüter Israels. Araullfurt ». W., 5. März. (Or.-Cor) Der Vcr» ein Achawa ,zur Unterstützung hilfsbedürstigrr israelitischer Lehrer, Lehrerwittwen und Waisen" veröffentlicht seinen 28. Jahresbericht, der wieder rin Bild der ausgedehnten, höchst ersprießlichen Wirksamkeit dieses segensreichen Vereins entwirft. Trotz der von Jahr zu Jahr sich mehrenden UnterstützungSgeinche, war es das eifrige Bestreben der rührigen Verwaltung, den Betrag eines An» theilS nicht herabzumindern; es ist derselben vielmehr ge» lungen» die einzelne Quote auf derselben Höh« zu erhalten, wie in Len vorhergehenden Jahren, so daß bei 76 Gesuchen (gegen 68 im Jahre 1891) die Summe der Jahrcsuntrr» stützungen sich ans Mk. 13,7 90 belief. Dazu kommen noch die im Lause des verflossenen Jahres aus dem Rrservefond verabreichten Mk. 184 0, so daß am Ende de« Jahre« 1892 die Gesammtsumme der UntersiützungSgelder Mt. 15,6 3 0 beträgt. DasVcrciiiSvermögen beläuft sich bereits nach dem Ncnnivetthe auf Mk. 1 90,2 9 4. - Möge kein israelitischer Lehrer Deutschlands eS versäumen, diesem segensreich wirkenden Vereine beizutreten!") Staturen und Jahresberichte sind zu erhalten bei dem Vorsitzenden Herrn Adolf Tebläe in Frankfurt a. M. 8 Dresden, 6. März. (Or.-Cor.) Zugleich mit alö Feier de» Purim, indeß den Verhältnissen der Großstadt Rechnung tragend, auf den Sonntag verlegt, hielten sowohl die FraternilaS-Loge einen großen GesellschastSabend in den J Säle» de« königl. Beloedvre's, wie der Brüder-Berein sein 12. Stiftungsfest im Saiserhof ab. Beide Feste verliefen in glänzender und in allen Theilen wohlgelungener Weise. Ein schwungvoller, vom Bice-Präsidenten Ad. SwarzenSki *) Da aber nad! ken Statuten mit »Lehrer, die einen von der betr. Staatsbehörde ausgestellten Rachwei« über da« bestandene Lehrerexaatea eiaittebea uad nicht ubet 40 Jahre alt sind, die altiw Mitgliedschaft eemeiben («auen, so ist sehr vielen Lehrern und Eutta»kea«ten der Eintritt veitchtvffen; diese» Uevelstanse »Ul nun der neue Verein 'JEanhbä-Zaxaii‘‘ seit Gatte« Hisse adhelsta. (Reo.) - -2־^»a3 1;j

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