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Israelitische Wochenschrift · 1893-03-10 · 11 (10.3.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
11 (10.3.1893)
Date
1893-03-10
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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i lscher Lehen auch tel «hrlftllchra Alnker« et» guter «»d »lls»n Lehrer sei» tan», »o« «einem «lgrnm >ukm»h«e» »eit Mm jmk sthle mich daher vnanlaht, M Mer zur »iDemrtnm tutß »u bringe». t ׳ Zu diesem selb«» Punkt« äußert sich >>er Fürst zu ar wie folgt: , )um Ehetstenvorausgesetzt tmftm Glaub» — jjmbni km Qi&nnM zöttUchn Einsetz nng; fi« if t Mt Umerl»,», -»f der herrliche mm beb Ehrlftenthumö gegrimdet »mrk«. — Mche ferner karvuf aufmerksam, keß bas alb! Testament mit M ekrreürdiae» Büche» und Gesängen auch bei mM alb heilig« äst |U1, t» oer wir unk erbau» und au• welcher unser« Jugend «ach. heut« Me erste Belehrung schlwst S» kommt wir nicht in ben «in», bah iüdtschr Lehrer auch Diäelpttnen »artrag» solle», welch« mit Io» christlichen Unterrichte t« Husamaienhang« stehe», wenn auch aus Ja» entfernteste: allein ich glaube, wir würben zu «eit gehen, wenn .»fc im allgemeinen de» Grundsatz auösprächm, baß ei» Jude nicht Wrhrer sei» kbnae, ba M viele Wissenschaften aiebt, in «eich» er stiwlich will» kenn, ohne dem christlichen Lehrbegrlff irgendwie z» »ah« zu trett». — •4' ״■ Wir können unsere Blütenlrse nicht besser schließen als mit den Schlußworten der Red« de» Herrn von Beckerath: 8• ist ei» wahrer Spruch: »Li« Weltgeschichte ist da• Welt- Dem forschend» Blicke entgeht nicht der tief« Zusamm»- zwiskden den Handlung» und den Schicksalen de׳ Völkerwahr ist der andere Sprnch dM Dichter•: ,Unk jede Schul» ch aus Erken." Di« Schuld kann, bevor bi« rächend« Nemesi• urscheint, gesühnt, da• Bös« kan» durch da• Gut« »nfgehob» werden. Hnütfreich ha» «inst die Hugenotten arausa« verfolgt, England die Rathaliken schmählich bedrückt, aber beide Ander hä>» dies« Schuld kaktirch gesühnt, daß fi« eine »eligtoasfrrtheit begründe««»,-bi« wir et» frischer Hauch da• Leb» dieser Bölker durchweh«. Auch in Dmtschtank hat sich der besser« Geist Bah» gebrochen: aber «ine Schuld ist »och in sühn», und sie wird gesühnt werbe», den» Sa• Voiköbemusttftt» Hat sie «l• ein« heilig» Schuld erkannt. M will sie zahl»! Ich will nicht vor ihre» Äug» da• schauderhaste Bild der Qual» und Bekrückungrn »tfalt», dm» di« Jude» in Deu schland »«•gefegt waren, ich will diese schmerzliche Seit« nuserer nationalen Erinnerungen »acht kerühren. die Wund« t» de» Augenblicke nützt aufreih«», in welchem fl«, Gott gebe M.anf immer g«heilt »erd» wird. »3a. leg» Siebt« heilend« Hand darauf, geb» Sie der Stimm« der Menschlichkeit Gehör, di« in jeder Brust sich regt» sprechen Sie da• Wort au», aus da• M« Natt» lausch«, da• Wort der Gerechtigkeit, da• Wort der . Versöhnung, »ad wen» wir «inst nicht »ehr find, dann wird noch I di« späte Nachwelt um diese• einen WortM will» Ihr Andenken segnen." j\ Hier arhmet alle• Gerechtigkeit, Wahrheitsliebe, Glaubens- : huldvng; die edelsten Güter der Menschheit bilden die Kamps»! pdjektr der Besten der deutschen Nation und heute wird der Volbögeist vergiftet von elenden Männern, die Verfolgung!׳und Glaubenshaß auf ihre Fahne geschrirb n haben, und '»vir? Wir hoffen mit dem Dichter: .Es muß doch Frühling ׳Werdenl" M. Spanier. Kpinoz« «rd -er Arslifemtttrmrrs. ,Opfert mit mir ehrerbietig eine Locke den Manen des -eiligen verstoßenen Ssnnoza! Ihn d«rchd:mng der hohe liSeltzeist, da« Unendliche »ar sein Anfang und sein Ende,!Las Universum seine einzige und ewige Liebe. In heiliger . Unschuld und tiefer Demuth spiegelte er sich in der ewigen Welt und sah zu, wie auch er ihr liebenswürdigster Spiegel war. Böller Rrligiou war er und voll t^ilwen Geistes, «ad darum steht er auch da allein und uneireicht, Meister seiuer Jhinft, aber erhaben über die profc ne Zunft, ohne und ohne Bürgerrecht." .... So «rtheist Schleiermacher über Spinoza, den delenburg «eben die beiden grüßten Meister der Philo- «, Aristoteles und Kant, stellt. Herr Ahlwardt ist r Meinung über diesen Philosophen, er hat da« erste »sein mit seinen Getreuen daju benutzt, um ihnen daß Spinoza nur Plagiator des Cartrstus war durch tot Reklame seiner Stammesgeuoffeu sei. Erst vor wenige» Wochen hatte im Landtage Stöcker den Philosophen von Amsterdam in umgekehrter Weise benutzt, um denselben als ein Opfer de« Judeathums in aittisemitischem Sinne zu verwerthen und glauben zu machen, daß noch heute ,jüdische Intoleranz" in die Fit»- topfen mittelalterlichen Fanatismus trete und das Andenken des unerschrockene,! Denkers ächte. In Wahrheit steht es umgekehrt. Jüdische Schriftsteller und Gelehrte-vie Berthvld Auerbach und neuerdings Stern sorgten durch liebersrtzunaen (des Theol. polit. Traktats und der Ethik) für eine Popularisirung der Werke Spinoza'«, der von der ganzen Meute der Dunkelmänner noch heute verfolgt wird. So loeit wie Herr Ahlwardt in seiner jüngsten Rede ist indeß noch Niemand gegangen, er läßt den tobten Gelehrten, dessen Leben die wolkenlose Klarheit und erhabene Ruhe deS voll- ' endeten Weisen wiederspieaelte, noch heute (Spinoza , strab b. 21. Februar 1677) seine »Rare" entgelten Har ja I Spinma auch das Verbrechen begangen, da« Fundament seiner Bildung der :oibc( und dem — Talmud zu verdanken. Wie steht es nun mit dem angeblichen Plagiat an Cartefius. Die .Geschichte der Philosophie" von Schwegler leitet ihre Betrachtung über Spinoza init folgenden Worten er«: .Spinoza geht aus vom cartesianischen Begriff der Substanz: Substanz ist dasjenige, was zu seiner Existenz keines ander« bedarf. Eine Mehrhei t von Substanzen, wie eine solche noch Eartesiu« angenommen hat. ist daher nothwendigerweise ein Widerspruch. Außer der einen Substanz aller Dinge kann eS gar nichts geben, was ein substanzielleS Sein hätte. Diese eme Substanz nennt Spinoza Gott. Spinoza erklärt ausdrücklich, biß er von Gott eine ganz andere Borstrllung habe, als die Ehristen. Die Sätzen daß nur ein Gott ist und daß die Substanz aller Dinge nur eine ist. sind ihm identisch« Sätze" Soweit die be> kanntest« »Geschichte der Philosophie", aus deren Anführung wohl soviel hervorgeht, daß Herr Stöcker sowohl wie Herr Ahlwardt gut daran thun würden, ihr« Hand von Spinoza zu lassen, von diesem bewundernSwerch reinen Charakter» der die Lehren seiner Philosophie und Ethik auch im Lebe« treu befolgt hat. F• Berichte und Correfpondenzen. Dewtfchlwwd. Wagdeöurg, 6. März. (Schrattenholz' .Antisemiten- Hammer".) Selten hat wohl ein« neuzeitliche Schutzschrist für Juden so viele günstige Beurtheilungen in chri,tlicheu und jüdischen Kreisen erfahren, wie der ,Annsemiten-Hammer" von Josef Schrattenyolz. Und in der That ist da Werk de- Lobe» würdig, wie sein Berfaffer der Achtung aller Menschen von höherer Gesittung werth ist. Di« uns vorgrlegten Probebogen stellen es außer Zweifel, daß wir hier ein Werk zu erwarten haben, welches unter den die Antisemiterei bekämpstnden Schriften den ersten Platz verdient. Die beffrrn unter diesen Schriften sind und bleiben trotz mancher grgentheiligen Ansichten mehr als in eimm Betracht beorursom. Und der ,Antisemiteu-Hammer" ist, wie gesagt, keineDutzendwaarr. Ein solches Werk kann aber auch nur ein Mann von der geistigen und sittlichen Ouali» fication, wie sie Schr attenholz besitzt, schaffen. Wir wisse«, welche materiellen Einbußen und welche schnödeu Beschimpfungen er schon nach dem Erscheinen seiner Schrift ,Bor dem Scheiterhaufen" zu erleiden hatte, und wie er dennoch vor der Her ausgabe des .Antisemiten-Hammer" nicht zurückschreckt«. Diefts Werk, das die Subskribenten für den verhältnißmäßig sehr geringen Preis von b Mark erhalten, wird, auch abgesehen von semem hohen apologetische» Werth, «in herrlicler liUerarischer Hausschatz, eine Zierde selbst jeder guten Bibliothek werden.

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