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Israelitische Wochenschrift · 1893-03-03 · 10 (3.3.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
10 (3.3.1893)
Date
1893-03-03
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Der Obercantor Abraham exrrulirße in der nit der Orgel den 16. Psalm, sodann, nach den Reden'den Lchlußqefang. — ohne Orgelbegkeüiwg — auf Wunsch des Berstorbrnen. damit auch die Orgelgegnrr Gelegenheit hätten, uh an der Feier zu betheiligm: so bethätigt« der Berstorbenr cine friedfertig:, versöhnliche Gesinnung bis üter da» Grab -maus. Er ruhe in Frieden sein Andenken wird gesegnet leiden! An« de« Soargetiet, 27. Februar. (Or.׳Eor.) Eine Feier, wie sie die Bevölkerung von Wallerfangen (bei Saaroui») vielleicht noch nie gesehen, war die Einweihung ihrer ikuerbauten Synagoge am Freitag, den 24. und Samstag, den 2b. d. MrS. Zunächst sei hrrvorgehoben, daß das bis- -eng« Gotteshaus von der bedeutenden Fabrik Billeroy & Loch zu baulichen Zwecken gebraucht wird, und daß deshalb genannte Firma der jüd. Gemeinde eine neue Synagoge erlaute. An der Feier betheiligten sich sämmtliche Einwohner K» Ortes ohne Unterschied der Confession, dann aber auch ntie Fremde, die herbeigestrümt waren, um rin solches immer-!)in seltene» Fest mitzufeiern. Den Glanzpunkt de» Festes bildete aber der Synagogenchor ausMerzig,der aus eigene Kosten rollzählig erschienen war, um die Weihe zum würdigen Ausdruck zu bringen; daß ihm dies in vollem Maße gelungen, -avon zeugte die Anerkennung die chm von allen Seiten jutheil ward. Um s Uhr mittag» schon erschien er am reichdeflagglen und dekränzte» Fepplatze an der Spitze seine« Dirigenten Herru Hir-ch und de« erst kurze Zelt in Meij'g wirkenden Lehirr« und Lantor» L Naßbau«. Man begab sich »»rollenSynagoge, woselbst da« Mincha- Setzet verrichtet wurde. Herr Oberrabbi ner Lagfreund au« Trier hielt Nsdaun unter Zugrundelegung de« Brests (SS». L 31, 3;: .Fern, bei« Ewige«, sei «S von mir daß ich hergeoe da« Erbe meiner 821«,' -ine kurze, aber eindrn<k«volle Ansprache, in welcher er betonte, daß e« der Gemeinde schwer fall», jetzt ihr alte« «ottr-hau», da« Erb« der 82ter zu verlaffen, und daß st« nur an« Pietät gegen den WohlthSter und Nrnschensreun» v. Noch sich entschließea konnte, dt« bi-herige Synagoge anszo-eor». Dann setzte ficht«! gutgeordaeteFestzngumerBSlierschussea «id Mufikbegleitnog in Bewegung. Bor der neuen Synagoge sang der Merxjger Chor: , Preis uudAubetung" mit Mufikbegleitugn. Daun öffnete der Alrger«elfter, der mit de»Ott«vorfta»d »nd de» Beigeordnete» im Zuge ge» ,'«kgr war. di« Synagoge, «achde« der Syuagogenvorsleher ein Hoch auf Sr. VioiestSt autgebracht hatte. Rasch füllten sich nun die Riume de« Helllgthum« mit Festtheilnehmern. Nach den üblichen Gesängen und Lhoranmzug hielt Dr. 8. die Festrede, ln welcher der Beruf Israel« al» Bertrrter derjenigen Religion Mt Gerechtigkeit gegen alleMeuschen gebiete, in den Bordergruud gestellt wurde. Beim Abendgottesdienst war di« Synagoge cbeusalls überfüllt. Herr Nußbaum fungirt« in Bcaleitoug seiue» vorzüglich geschulten SynagogeochoreS als Lantor, ebenso bei« Morgengottrsdienst am Sabbath!זכור B), bei welchem Herr Dr. B. über .Amalek damals und heute" sprach. Ec empfahl den Zuhörern strenge Rechtschaffenheit iw Handel »wo Wandel, damit Israel dem Feinde keine ,Schwächen" and dadurch keine Angriff-Punkte biete. Mil einem vom sel. Schaerb kompmiirten Schlußkaddisch endete der allseitig befriedigende Gottesdienst. _ Alle Aufmerksamkeiten der Gemeind« gegen ihre Gäste hier aufzuLählen, würde zu weit führen; r» sei nur noch erwähnt, daß di« christliclie Bevölkerung am Freitag-Abend einen Fackelzug mit bengalischer Beleuchtung veraustaüete und auch sonst sehr theilnehmend und taktvoll sich erwies. Ein Festball o« Samstag Abend hielt die Gäste noch bis zum Morgengrauen belsammeu. Mägen die erhebenden Eindrücke dieser festlichen Tage noch lange haften bleiben and da» harmonische Einvernehmen zwischen den Lonsrssioaen auch in der Zukunft fortbcstrhea! Ans der Lnnßtz. Bon Wählern de» Reichstag»- abgeordneten Hemprl »ft an letzteren eine Aufforderung aerichtet worden im Reichstage eine Interpellation betreffs Maßnahmen gegen die Einwanderung russischer Juden in» Deutsche Reich zu stellen. Dieser, eia obertausitzer Fabrikbefitzer, hat seinen Landsleuten auf da- Ansuchen sagende, Aniwort erttzeilt: ־ - . i;r I getaugt ist. erlaube sch mir wt Ihrer »kuuüW $t. . . «etuer Kruction, bee Deu'schTanstrvativen, M« von Jhuen «», ' Frage bereit« seit längerer Zeit und wiederholt behandelt woci j und »aß Me schweb«»den Bermhunge» »orantsichttich dal» »nrch Maft>-! »ahme» Im Plenum Ausdruck find«» werde». Da« von Ihne» i» Aussicht genommene Bargehen mittels einer Juterpellatio» wir» bibet! zwetsrllo« au» praktische« Gründen durch ein andere», wirksamere«-, ersetzt werden, well einmal M« Rrgiernugen nicht V«>pflich1et stad, aus' «in« Interpellation zu an wort«, »nd ferner M« einfach« Veantwottuua. i kür M« angestrebt«» Ziel« nicht förderlich geniG sein dürsw. IG ' tan» «Ich auch für heute darauf beschränk», Ihnen diese Sie sicherlich! zusriede«stellenden Mitthellungen zu übermitteln, »nd zeichne ,! Hochachinngovoll Georg Hempel.!- . — Die .Bautzener Nachrichten", welche diese Antwortabdruckten, bemerken dazu: ,Die Angelegenheit hat alle» ' Anspruch daraus, al» dringlich behandelt zu werden." (Was mögen da» wieder fär ,augestrebte Ziele" fein?) Oe sterre<ch-U AAS Angurn. 20. Februar. (Or.-Cor) Hiosichtlijch»' der von deutsiän Rabbinern erlassenen ,Erklärung" kaniü' nur dankbare Anerkennung auch au» unserem, dem deutsck so sehr befreundeten Lande ,eäutzert worden. Zu bemerken sei jedoch gestattet, daß dieser Erklärung sich׳ auch gern ׳ deutsch« Rabbiner angcschlossen hätten, welche im Ausland« -? leben. — Mit Bedauern hat man die Namen der Prediger <u&. der Berliner Rrfoi m-Gemeind« unter den Unterschriften vermißt, da die Ge,:׳eiude in Sachen der Gleichstellung Glaubensgemeinschaft sich große Verdienste erworben hat,; Sachlich möchte ich zum Schluß heroorheben, daß dex. Wetz danke der Hingabe an König und Baterland, Aaifec rSW׳- Reich nicht genug als spezifische jüdisch-religiöse Ly hervorgehoben worden ist. Sätze wie der Salomonische i sp»uch: ״Fürchte Gott «nd den König'" und die talmut Sentenz ״das Königthum auf Erden ist ein Abglanz himmlischen KünigthumS" sollten io keiner die Lehre Judenthums als staatSrrhaltend dalstellenden Lffentlichung fehlen. A»G»kr-tch. L/Muri». (DieRabbinerbesetzungen.) Fast _ . drittel aller RabbinatSsitze sind einem Wechsel untfmaiftX■: Jahre haben sieben von den zehn Oberrabbinateu ihre ' lare gewechselt und zwar das Oberrabbinat von Frankrit . das von Paris, Bordeaux, Bayvnne (2 mal), SCfti Naney und Be foul. Da» sind 8 Sendern««», von welchen fünf durch den Tod veranlaßt worden. Bon tat. 3 Oberrabbinateu in Algier sind zivei (Algier und Drajjf ’ neu besetzt worden. Mit Ausnahme der fünf Rabbiq», i welcheSdjimkte inPari» sind, hat Frankreich 20 Rabbiil von diesen haben 9 ihren Inhaber gewechselt und z» Versailles, Verdun, Saint-Etienne (2 uial), Avignon, H Reim», Sedan und Balencieune»; >echnet man da» vacnNtr^ Toul dazu, so ergeben sich 10 Beräaderungen wovon 2 dnnHH Sterbefall. Die drei Rabbinatr in Algerien: Medeah, r* ' und Tlemencen, haben alle drei ihre Inhaber gewechselt. Zahl aller Beränderuime« beträgt 28 und zwar ba 9 Oberrabbinateu dreivwrtel und 12 bei den 24 Rabbir also die Hälfte. 28 Beränderungen auf SS Stellen giß Prozenten — 60'/.. Die Veränderungen, die sowohl Bortheil der Gemeinde al» auch der Rabbinen sich zogen, haben viel« verdient« Theologen an» kleineo 6 in größer« vorrücken lassen. Wir finden r» hier greiflich, daß in Deutschland verdiente Männer kleinen Stellen zu bleiben gcwuagcn sind, während jungel länder diesen verdienten Männern vorgezogen werden, wir fragen: ist da» dirLchrr und ihrLoh»? Dal jetzt in Preuße» Ausländer nicht mehr »«gelassen so kann in der nächste» Zeit für viele Radbiuer dch befierrZeit aaßrechen.hoffentluh folgt da» übrigeDeut '

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