Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 10 (3.3.1893)
- Date
- 1893-03-03
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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BRpmi bcf ftd^ea Zogt» Nrentzett tlmtfttig. So sie dahin, je fünf oder sich« die Anne i> «einander »erbald nach rechts, bald nach link» fich »endend, und dort einen verruchte» Semiten neckisch vom ton zu stoßen. Bon Zeit zu Zeit lüste einrr von der tte sich lo», um einen LaternetWahl innig zu umklammern. ' , Haupt stnkt, von Gedanken beschwert, »orwärt» auf Brust und aus dem edlen Munde .briht" eine vrr« kirne Bolksversammlungsrede: Ahlwardt, axa, hoch! upa, ^udeu rau»! upa . . . Er aber, dem seines Jünger» Gedanken veinrhmungSvoll »gewendet sind, schlummert; verlocken de Träum« umspielen b und verklären da» durchgeistigte, hochge-älhetr Antlitz. IW» sieht da« judenrein« Vaterland, den de itschen Boden »GSeckt mit zerrissenen Wechseln. Eine nene Zeit ist über ZMrmanien hereingebrochen uud über da» befreiteLand herrscht It»n Neuem, von mit Judenfliote« bewaffneien Trabanten IDugeben, ER, Ahlwardt — imperator! giv Jkrfhi, 25. Febr. Ahlwardt ist heute — am 112t ,fi G^enkiatze Amalet« — in den Reichst( g eingrtreten. erschien mtt Herr« Picken buch «ad hat auch ganz anlsrn seinen Platz neben diesem gewählt, «kr wurde von lnen neugierig betrachtet und nur von Herr» Stäcker!ich begrüßt. Manche meinten, daß Stäcker den Ahlwardt ils feinen Schutzbefohlenen betrachte, weil St. einem Verein zur Besserung entlassener Strafgefangenen ingehörr. — Nächstens soll hier eine jüdische Notibelnversamming stattfindea. Merkst», 17. Februar. (.Esrah Bazaroh.-) (Schluß) «uif der Tagesordnung stehenden Auttäg: III und IV end Propaganda) werden nach kurzer Berachung en angenommen. Antr. V: Erhöhung der Sterbegeldversickerung—wird dem Ergebniß der bisherigen Berathungrn der Statuten- Emission überwiesen. 'Äkntr VI: »Anschluß an den D. I. G. Bwird mit Resolut angenommen,'daß der Bereit »Vorstand sich '!st um Erlangung einer Subvention fü>- die Verein», bemühen mltze. Antr. VIII: (Festsetzung einer Remuneiation für den riftführer) wird nach eingehender Debatte, wie die Gegenergiebh einstimmig angenommen. Di«Remuneration zunächst nur aus 6 Monate bewilligt und dürfen dazu statutenmäßigen Beiträge der ordentlich;» Mitglieder Verwendet werden. ~ Ankog IX. (Berein-lokal) wurde abgelrhnt. Antrag X.: ,Bewilligung von Unterstüzuugen." Die hierüber ergiebt, daß die eingegangenrn Beiträge aktiven BereinSmitglieder, welche nach IS und 18 jjtei alten Statut» dazu verwendbar sind, nur auf den ^ameu der Hinterbliebenen der beiden im sfebruar 1892 rbeoen gesammelt wurden und folglich nur für bestimmt waren. Der Vorstand «ei taher nicht beauch dies« General-Bersammlung nicht «mpeteut, gegen Bestimmung eine Bertheilung dieser Gelder aus Emilien zu beschließen. E» wird demgemäß beschlosien, betreffenden zwei Famllien mit je 400 Mk. zu unter- Dir später (nachdem die Wirksamkeit de« Berein» rbrkaffe durch polizeilich« Verfügung inhibitt war) ingenen UnterstützungSgesuche können »ui; durch rin« zu »lteude Sammlung freiwilliger Beiiräge bei den »itgliedrrn möglichste Berücksichtigung stndeu, di« der stand demnächst in» Werk zu setzen beabsichtigt, jtt VII (Borstaud»«ahlen): E» wurden gewählt sin Kantor L. Leipzigrr-Lhorn zum Vorsitze«׳ ran M. Lirstein-Berlin zu« Stellvertreter, ־ - Bali« £■4 ~ ^chÄstUar; ferner ßieHH. WÄt»er Dr. Rahmer-Magbeburg und Nmitor H. Katz-Berltn. Antrag (Wahl eine» BrreinSorgan»): Es wird von mehreren Setten der Vorschlag gemacht, die .Israelitische Wochenschriftdazu zu wählen, nachdem jedoch Rabbiner ■ Dr. Rahmer erklärte, baß e» im Jntereffe de» Verein» sei, ־ hin bestimmte» Bereinsorgon zu haben, sondnn alle jüdische« Blätter für die BeremSziele zu interrssirrn, wird ia diesem Sinne beschlosien. Die Generalversammlung wurde um 3 Uhr geschlosien. Die nächste Versammlung zur definitiven Annahme der neuen Statuten soll innerhalb nächsten 6 Monate stattfinden. S. Rathaus, Schriftführer. Da» wichtige Resultat dieser Generalversammlung ist sonach: Der Berein Earah bmrah mit dem bisherig«» beschränkten Zweck einer ,Sterbekasfe" existirt nicht mehr, an seine Sttlle tritt ein Berein mit demselben Namen, aber mit erweiterter Tendenz einer Hilfskaffe für die hilf»- bedürftigen jüdischen KultuSbeamten, deren Wittwen und . Waisen auf Grund neuer Statuten; bis diese ausgearbeitet und genehmigt sind, wird die Thätigkeit de» Berein» sich auf Gewinnung von außerordentl-chen Mitgliedern und freiwilligen Beiträgen und Samirlungen beschränken müffen. MaOveVnr». vrr Gouverneur von Marokko, über dessen unmenschlich« Lehanblantz der Juben wir wiederholt beriältet haben, hat sich euolich unmöglich gemacht. Nach den Vorstellungen de» ׳ Wtifd^n Geschäft» träger» und der Vertreter anderer europäischer Mächte beim Sultan hatten die Barbareien «in« Zeit lang aufgehört: nach de« jüngüen Berichten ater hat -er Goaoerneur sein« grausam« Handl»ng»weye wieder auf» Neu« begannen. L» wurden daher wiederholt Vorstellungen beim Sultan gemacht, wie telegraphisch gemeldet wird, nicht ohne Erfolg. Am Freitag, de« (7. Februar, ließ der Sohn de» Sultan», Muiei ' Mohammed, den Gouverneur oorladen, um demselben im Name» Sr. Majestät einen strengen verwri» wegen der Mißhandlung der Inden zu «rtheilen. Nach einer heftigen Aurrinandersetzong soll nun der Gouverneur einen Schaß aus Mulei Mohammed abgeseuert haben, den dieser aber glücklich parirt«. Um fich vor den Folgen dies«» Angriffe» auf da» Leben de» Sohne» feine» Monarchen z» schützen, soll er fich dann in einen vlempel geflüchtet haben. <vb er hier Schatz aefuuoen oder nicht, — genug, seine Macht ist gebrochen und dir Joden von Marokko können einstweilen wieder in «ah« aufathmen. Der Sultan aber hat hierdurch wiederholt gezeigt, daß er Angriffe auf seine jüdischen Unterthanen nicht angeahndet hingehen läßt. W. Arantfurt c. H., 22. Febr. (Ör.-Eor.) Der Name de» am 17. hier verftorvenen Rabbiners Dr. Loewenmeyer wurde in der großen jüdisch-litterarische» Welt zwar nicht oft genannt, desto größer war aber die Liebe und wahrhafte Hochachtung, die rhu, in seiner Gemeinde, in der er 30 Jahre segensreich gewirkt, und im ganzen Regierungsbezirk entgegengebracht wurde. Er war im vollen Wortstan ein Priester im Heiligthum des Herrn, bescheiden und anspruchslos im Privatleben, ein wahrer Jünger AhronS, ״der den Frieden liebt". Diese innige Verehrung für den verstorbenen Lehrer und Prediger kam bei seiner Beerdigung am Montag d. 29. zum Ausdruck. Die ganze Gemeinde, jung uud alt, Ber« tretrr der benachbarten Gemeinden, der Magistrat, Lehrer de» Gymnasiums' rc. waren in der zu einem Trauerhau»; umgrwaudelten Synagoge versammelt. Herr Rabbiner Dr. Rosenzweig au» Berlin, umgeben von 5 EultuSbeamten au« der Provinz, die im Talar erschienen waren, hieit «ine lies empfundene Gedenkrede, ' wann er unter Zugrundelegung de» Spruches ia den Pirke! Aboth über di« 3 Ikonen oa» ganz« Leben uud Wirten de» 1 Dahingrschiedenen schilderte. Nach chm hielt noch der seit ' einigen Monaten dem Verstorbenen beigegebene Adjunkt ■ Herr Dr. 5ka minka «ine ebenfalls ergreifende und gediegene Rede- Dann ging der Traurrzug durch die Spalier bildende Bevölkerung der Stadt. Sämmtliche jüdische Kaufleute hatte« während der Bestattung chre Geschäste gejchlosiea. Am Grabe sprach darauf der erste Vorsitzende der «SiemeindeHerr st. d olf Levin herzliche Abschied«- und Dauhsnvkte im Name» der Gemeinde ׳mfahfR irt/fltitfrrt; T, g