Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 10 (3.3.1893)
- Date
- 1893-03-03
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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׳ Hand. 9«d«ß c* ist nicht so stille ßchtst MW <4 zu wehre«. I» llebrigen Hot der Verfasser wohl daran , bau, sei«« eigenen Prinzip untren zu «erden die Baronin von Suttner zu Hufe zu rufen, die de» 'Men vucl e rin noch schönere« Borwort gewidmet hat. '׳siche Judengenoffen sind un« sehr willkommen. Daß die Juden ihre eigene Sache nicht immer geschickt uisten, beweist der mit drei Kreuzen, der Unterschrift eine« nalphabeten, sich zeichnend« Berfaffer von .Volks» oder -al snjuden thum". Schon der Titel ist entsetzlich 3k halten den Trödel an sich für ein so ehrliche« Bewerbe!je jede« andere und verstehen auch, daß da« Geschäft ha« ein wenig Anreißerei nicht zu machen ist. Aber man >11 dir Gewohnheiten de« Trvdrlhandel« nicht in di« Litte- ׳״,tur tragen und nicht durch fpektakelhast« Titel die Leute ockrn. Den Verfasser selber geht da« Judenthum gar nicht« ס" denn er steht ,auf dem spinozistischen Boden." Wenn 4־ nur nicht auch eine Prahlerei ist: der Inhalt der Br», schüre spricht nicht dafür, daß der Berfaffer an der Lektüre - Ethik, der cogiut» m«taphynic* u. s. w. sein Denken lchult hat. Er poleonsirt gegen die Schrift: ,Schutzjuden b:r Staatsbürger". Aber auch seine Freunde kommen nicht ד fort, er spncht von dem ,geistvollen Dr. Karpele«", 1' ■m Redakteur der ,Zeitung de« Judenthum»") und sagt -!z darauf: Die .jüdische Presse" ist thatsächlich daein» z« jüdische Organ, welche« oie Abwehr energisch betrieb. <! hat nun Dr. Karpeles sein Fett weg. Aber auch Hilde»- :i mer soll nicht zu früh jubeln, denn einige Zeilen darauf ןי$ e«: .E« ist wahr, Alle-, wa« bisher zur Abwehr de« »tisemitismus seitens unserer Stammesgenoffen geschehen war wenig wirksam." Unser Autor sagt einmal sehr ' se: ,Die Vertheidigung muß in würdigen, berufenen Luden liegen." Wir behaupten bis auf Weiteres, daß das l den Herrn fff nicht zutrifft. Mit einer Unverschämtsonder Gleichen nimmt der Herr alle Wohlthättgkeit, n Adel des Herzen« für un« Juden in Anspruch preist naßloS da« jüdische Herz, deffen Tugenden wir nicht jnen, und vergißt, wie viel Triumphe in christlichen :unken Häusern der Geist der Nächstenliebe und Aufopferung ert. Der Verfasser ist ein Nationaljude mit jenem en Lhauvinismus, der leider so viele Verheerungen an- ■ ׳stet hat und der bei ihm und seines Gleichen einfach erlich wird. E« ist unerhört wenn ein Jude, als sei der Deutsche;1 Tugenden bar, zu schreiben wagt: ״ich möchte die« zarte, llge Familienleben, die Keuschheit, die Genügsamkeit, die rA,arsamkit, die Aufopferung für die Kinder, ich möchte sie »׳<׳'?. auf germanische Sitten eintauschen." Finde« sich denn K diese Tugenden nicht auch unter Deutschen, und sind sie MLich so ohne Weitere« da« Erbe ganz Israel». Was ^.NPndr von Krakau, Lemberg und vielen russischen Städten . Hirn, läßt die dortige jüdische Keuschheit in einem sehr;m Lichte erscheinen. Prahlen wir weniger, sonderii streben 1, immer besser, immer gewissenhafter zu werden. Der ttlffer hat die Pflicht, seinen Namen zu nennen, damit rlle Welt erfährt, daß er nur für sich all' die« wahn» :£ Zeug redet. Die Konservativen haben mit diesem - nne nichts zu schaffen. — Ein schöne« Zrugniß christ- )׳r Nächster, lieb« ist di« Schrift Löhneiseu«. Sehr gut wo« wir in dieser Schrift über den Wucher lestu; jeder, dem Wucherer in die Hände füllt, ist ein Beweis, wie 'st; '. *mch di« Nächstenliebe ist; denn nur weil der Nothstidende 'יי femem soliden Staatsbürger keine Hllst erhielh nahm .? .■■mm Wucherer seine Zuflucht, der ihn vollend« verdarb. ׳ '־ fft e< am Platze einen Vorschlag zur Wehr gegen den! ׳<׳m,ti«»u« zu «mpsthlen. Wie wäre es, wenn sich jü- 3 »»'Kapitalisten zusamriensänden und Kaffen bildeten, um müßigen Zinsfuß nothleidenden Landwirthen aufzuthu» briugeu. Freiherr v. Löhueist» schreibt »arm und 1** verdient viele Leser. liger beftiedigt hat un« die Broschüre Strack'«. Wir erkennen dankbar de« guten Willen de« ausgezeichnete,. Orientalisten an. aber wir stehen auf de« Standpunkt, de, dst ,Kölnische Zeitung", dst ,vre«la«er Leitung" in dieser Angelegenheit einnehme». Die Breslauer Zeitung hat auch Herrn Sttack widerlegt, wst denn überhaupt Junden, daß dst Beweisführung Strack'« mehr seinem 1 Herzen al« seinem verstand« zur Ehre gereicht. Der Ruf nach dem Polizeistock, lestk wir in der.Kölnischen Zeitung", würde erbitternd wirke« und der antisemitischen Bewegung lediglich zu Tust kommen. Wir laffen un« vor den Antistmistn nicht bange machen, und stnnen allerdings kein Mittel den Antisemiten vor un« bang« zu machen.״ Dst Bewegung ist hervorgerufen worden durch dst StaatSkunsh und von oben berab könnte sie auch wstder eingedämnch ja geradezu ersnckt werden. Da« antisemitisch« Borurtheil ist auch besonder« stark in den preußischen Logen. Dagegen Rist kein: Wehrt euch. Dst Berfaffung steht gerade für ««» Jude» noch vielfach nur auf dem Papier. Den Autisemist« widerlegen heißt, dem Spitzbuben «inen Borstag über dst Heiligkstt de« Eigenthum« halst«. B. B. ני >.־■: '״jj| ai ■j 1 ■n P- Das Unternehmen brauchst «och kine großen Opfer Berichte mrd <korrespo»r-enze». DewtscblemA.?.Merlin, 24. Febr. (Ahlwardt im vor Es haben sich die hohen Pforst« de« Strafgestngnifst« zu S3 Plötzenst« erschlaffen, um auden uncmstlichen Räume« Deutschland« grüßten Sohn, Arminiu» Ahlwardt, widerwillig zu entlassen: ein Jnbelschrei der Begeisterung erscholl durch Germanien« Sauen, da fern Geuiu« ihm wirdergegeben A ward. Wie nach dem glorreichen Kriege der Jahre 1870/71 Ä die deutschen Truppen lorbeerbekränzt durch da« Branden» | burger Thar über dst Linden, die vi» uinmpdnli» der 24. Februar 1893 Hermann Ahlwardt seinen Einzug rn Dat^a jubelnde Berlin. ER saß in einer Droschke erster Klaffe;Wd denn ER ist Rentter. .3;י ״ DaS der Befreiung nahe Deutschland hat ein« nationale . Ehrengabe ihm dargebracht, di« er — seinen Deutschen kan«' er nichts abschlagen mit seinem treuen brave« Herze», M teutonischer Ahnen schöne« Erbe — huldvoll annahm. Er, der Rentier der Teutonen also saß in der ersten Droschst; neben ihm Hertwig, der Planet «eben der Sonne, von der er da« Llcht empfängt. Und hinter ihnen in 47 Wage« — alle« Drchchken erster Klaffe — dst Unter Häuptlinge, strahlend, glänzend. So hielstn in feierlicher Re,h« die deutschesstn der Deutschen ihren Einzug vurch da« Brandenburger Thor, dst stolze Sttaße Unter den Linden nach de ' ,Germania-Festsälen". Dort sprach ER z» seinem Volk! da« anbestnd ihn verehrst. Dort kündest er ihnen dst neue Offenbarung; sie lautest: Juden rau«! ... ES war ein schöne«, ein erhabene« Fest, da« dst scheu ihm darbrachstn, Ihm Ahlwardt Udorator, vstllei! falb imperatorl Und getreu der Ahnen Sitte so! trank« sie immer noch ein«; immer «och ein« in de! Treue. Dach ach! alle« hat seine Grenzen, alle« sein daß dem so ist, vstlleicht sind die Juden daran schuld ist wahrscheinlich, daß sie e« find — allein t» »st ־ Und daher gingen, al« Die Nackt ihr« Schleier i unglücklich«, unter da« Judenjoch sich beugende Berlin die Söhn« de- Teut heimwärt«. Biele Erinnerung an M große« WWt EndW doch WnchtzW^