Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 9 (24.2.1893)
- Date
- 1893-02-24
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Ichulchcn!<ruch mit siegenden Worin!: ז ־ “ ־ fthrftb h. veraltet und außer Ge» sag wird natürlich fortns aufhrben würde. »Der Rahmer i« Magdeburg schrieb 1879: »Der Echnlchar! arnch sei von den isr Gemeinden als maßgebende Richtschnur für die religiöse Praxi» angenommen worden." Diese» Eftat ist aber nur die erste Hälfte eine» Satze», welchem ein Rach» satz folgt, in welchem ich von der Revisionsbedürftigkeit des Schulchan aruch al» einer dringenden Forderung der Zeit rede, und ausdrücklich sage: daß .Manches darin (im Schulchvn rrnch) obsolet — d. brauch gekrmmrn fei'. Di! gelassen, weil er den geführten Der Hkofessor der Theologie Dr. Ecker in Trier, aus oefien Schrift Herr Dasbach seine ganze Weisheit geschöpft hat, macht« noch ant-ers, ich möchte sagen, schlauer: er citirt ebensnlls obige Stelle aus dem Pierer, aber nicht etwa in objeetiver ehrlicher Weift, wie es Männern der Wissenschuft geziemt, sondern nachdem er den Vordersatz de» obigen' Eftats in großer gesperrter Schrift angeführt, läßt er dann in ganz kleiner Schrift den Nachsatz als Anmerkung in solgender verklausulirter Form folgen: ,®kan es weiter heißt (in kea Artikel M Dr. Rahmer): 94 läßt sich jedoch nicht bestreilea daß eine sorasttltl e Revision diese» Religion»«od,!x vom Etandtmnkt der jetzigen Wiffenschafl eine dringend« Av-derua» der gelt ist, da Rkanche» darin obsolet geworden. — f» betoeisi da» nicht« weiter, al« daß Rabbi Dr. Rahmer «ir Reform- Jade ist, et» ortko»:;er Jade «ird den Schnlchan arnch bi» ans den letzte» Buchstaben festhalten." Wie unwahr diese Schlußfolgerung ist, hat die eben veröffentliäfte .Erklärung' der Rabbiner in Deutschland ge» zeigt, unter denen sich auch viele orthodox« befinden, die dem Schulchan aruch die volle Verbindlich eit abfprechen. Mit solchen aus dem Zusammenhang« gerissenen Eitaten, »ft Vordersätzen, bereu Nachsätze man unterdrückt oder eigenmächtig mit Zusätzen versieht, läßt sich allerdings alles Möglich« und Unmögliche beweisen. Wie schlecht muß es aber um di« Wal,rheft einer Sache bestellt sei«, wenn mau zu solchen Mitielchen greiftu muß, um sie zu stützeul Werft». Die neuesten Mittheilungra au« dem ,Verein ״n Abwehr des Antisemitismus' bringen an ihrer Spitze »ft »Erklärung der Rabbiner Deutschlands" und fügen am Schlüsse Hinz«: ״Dft ״Staatsbürger-Zeitung" triumphirt darüber, daß dft Rabbiurr.Erklärung zugegeben habe, der Talmud sei eine zweite RelkgioaSquelle". Damit glaubt sie eine Waffe in der Hand zu haben, die sich gegen das Judenthum erheben Unat. Allein so wie die katholische Kirche in den Kirchenvätern und ihren Schriften erne Art zweiter Religioasquelle" hat, welche Ton!mentarr, Erkärungen rc. einzelner Sätze des neuen Testament«« enthalten, ist auch der Talmud ein in Jahr- Hunderten entstandener, durch Jahrhunderte fortgesetzter Lehrcommeutar" Es hätte allerdiug» dft ״Erklärung" in einer leinen Zwnfel übrig lassenden Wendung es andeutkn müssen, daß der Ausdruck zweite ״Religionsquelle" nur in diesem hier erwähnten Sinne zu verstehen sei, etwa wie da« oorpu» zuris eine ״Rrchtsquelle" genannt «ird. So haben es wohl auch dft meist-n Rabbiner verstanden. Dft .kreuzzeirung" schnitt: ,Dft Erklärung liest sich schr schön und würde vor einigen Jahre« noch ihren Zweck nicht verfthlt haben, heute aber ist Jedermann mit dem ״an» tis«, irischen Gift' schon zu fthr durchtrünkt — deshalb liegt sie fest wie Blei.' (Das letzte BUd erinnert uns au das biblische brim Untergang der Egypter ,sie sanken wie Blei in die Tieft.") — 5Der Mainzer ״Israelit", das Organ der Hochorthodoxie, hat bis heute die ״Rabbiner-Erklärung" noch nicht uerüffentldht. ^(״Das läßt tief knicke« l") Werlft», 17. Februar (,Esrah vazarah.') Dft auf de« 14. ds. Mts. in Cassel'« Hütet hierftlbst eiuberufeu« Geveratversommlung eröffnete der Vorsitzende, Herr Eantor Leipziger.Thorn, um 11'/, Uhr »ft einer kurzen Begrüßuugsied« und hob dft große« Schwierigkeiten hervor. Dr7) mit w^lchm ber Bereis' hatte. Trotzdem Hab« derselbe ftinr und onerkennenswerthe Fortschritte gemacht. Dir Mitalft »ahl betrug beim Beginn der jetzigen verwaltungsperi« veamtenkreiftn 250, von den eingetragenen Ehrerimftg waren nur 2b treu geblftbea Leute »eist unser« Lis« eine nominelle Mitgliederzahl von 281 aktiven und Ehrenmitgliedern nach. Mit ca. 300 Mk. ging dft! kaffe im Jahre 1890 nach Berlin und mit einem Kasse»- bestand« von 349,88 Pf ging sie am 2«. April v. I. «ach Thorn zurück. Heute aber sind wir in der Lage. Ihnen m. H., die Verein» kaff« mit 1-97.38 Mk, vorzulegen. Um dftsr« günstige Resultat erreichen zu können, es nothwendig eine eifrige Propaganda zu eatfaltru. iglnt bewahrten Hand des Herrn Herrmann Abraham hierftlbst anvertraut, ftlbe hat aber nach kurzem Bemühen, vor den S' keilen zurückschreckend, fein Präsidium niedergelegt, und Thätigftit des Verein« eingestellt. ES erging hieraus Verfügung des Kgl. Herrn Polizeiprästdenftn v. 17. Feb 1892, in welcher dem Vorstande aufgegeben wurde, er dft staatliche Genehmigung der Statuten oder einen i der Äeneral-Bersammluug über die Auflösung des herdeizuführen. Diese General-Versammlung, welche 24. April v. I. in Posen togft, saßft jedoch den einstiv Beschluß, den Berein nicht aufzulöftn, sondern mit Kräften für seinen Fortbestand zu arbeiten. Damals aäß dft Versammlung den jetzigen Bereinsvorstand. um dieft! gab« zu lösen, die sich immer mehr al« eine höchst schw» _ erwies. Sein« Erkaltung und den jetzigen Bestand verdn« der Berein hauptsächlich den Bemühungen ftines führers. Herr» S Natban, der bemüht war, durch av strengte Thätigkett und mühevolle Reisenlnatürlich gege dem Bereme nicht nur die alten Mitglieder zu sondern auch neue zu werben und Gemeinden, Vereine, thäter für ihn zu gewinnen. Es wird hierauf folgender Rechnungsabschluß vo A. Einnahme«: 1 ltnsseabestand am 94 April 1809 .JL IT. 9i»gtg«agnc Bel trifte «User 'R itnlteder ..... 81» m. W»geK»»-cn« außerordentlftb« Beltäge »nch P«s. 1. , 191, IV. »t»getz«-tzen« außrrordentliq« Bel trifte »ach Pas. II. , «41z V. Aingetzangen« «ußerordentlich« Bel trifte «» Lesrktt« , 14 VI. EtnUt-angen« dlders« nachtrsgllche Bettrilge . . . - 111, Z»6ןמר1ז»״־ B. Ausgaben. I. An Bureaubedars, für V-rti, Lrncksachtn, Schreib- Matertalle« »,».». w. ») »ach Mos. I. . . . . . . . Jt J| b) nach Pas. II. II. Rrnmneratlaa de« Lchrlftflihrer« IIL SeßenMSrttger Laffrn-Bestand . _ I« Snaon« Dft Versammlung nahm von diese«Koffenbetichft- Befrftdigung Kenntuiß und ertheilft dem Vorstände Htl antragte Decharae. Zum Punkt II der Tagesordnung: ,Annahme nach behördlichem Normalstotut bearbeiteten Statuts bttf־ kaffe" nimmt das Wort Herr Rabbiner Dr. Rahmer-1 sto rb« ner Eultusoeamteu zu sorgen, sondern der Verein, Namen schon audeuft, daß hier nicht nur für dft R« Sterbesall« allein Hilf« gebracht werde, müsse sich üb« alsemNothhelsersürdft eraevtlichen.Entertteu derGeftl (s. Numeri 18^3) zeigen. Für dft Beerdigung des Berst, bedarf«« keiner ,Sterbekasse'. Dafür werde jede Gemein! sorgen. Wer ober schützt dft Lebenden vor Hunger «ud^ wenn sie alt und schwach oder nach Willkür enilosseu »ft es ja yach alltäglicher Erfahrung vft!« Gen