Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 9 (24.2.1893)
- Date
- 1893-02-24
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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abn diese Sinn nach ihre« Nmdtt nur gerer anfnehmen, wodurch viele Kategorien von!ltu«beamteu von ihrer. Unterstützung auSgffchloffen sind, sei daher nothwendig, einen Verein,u schafftu, der hier ndeingreift und durch Hinweglassung a ler Aufnahmenkungen ein wahr».Hilf«verein für die MTultu»- «tenaller Gattun<)en werden solle. Redner schließt «it dem, au« der Mitte der Versammlung lebhaft untertzten Autrage: ,Lu dem biSheiüaen Zw ecke de« ESra-lSazara-itftrein« soll noch die Unterstützung hilfsbedürftiger BerrinSmstglftder hinzutreten und diesem erweiterten Zwecke entsprechend, da« Statut umgearbeitrt werden.- Zur Au«führung diese» Anttage« solle eine Commission hlt werden, welche die bezüglichen Starttbestimmungen de« Borbilde de« Achan«h-Statut» umzuarbeiten habe. "Dieser Antrag wird durch einstimmigen Beschluß angenommen r«nt> hierauf eine Lommission gewählt, bestehend an« den Herren. Rabbiner Dr. R a h m e r - Magleburg, Eantor Leipziger׳ Thorn und Kaufmann Mor. Sr. st ein-Berlin, MelchedrftReuorganisation de« Vereint herbeizuführen ^en Auftrag erhalten hat. (kxhluß folgt.) Attft» (Sachsen), 19. Februar. Hier hat dieser Tage -eine Protest-Versawmlung gegen den Antisemitismus stattgesunden. Nachdem am 11. d. Mts. luv antisemitische "DestillateurHänichen-Lockwitz dort gesprochen, batte der deutschfreisinnige «rein für Zittau und Umgegend eine Protest- ^Versammlung einberufen, welche von 1200 'Personen besucht 'Mar, und in der di« Heiden Reich»abg.Buddel>er g, Redakteur ^Hanpt und Rechtsanwalt Gey er die Berh«tzung»politik der ״'antisemitischen Reformer gebührend beleuchtmeu. Die versummlung nah« schließlich gegen ein« einzge Stimme eine Resolution an, in der e« heißt: -Auch wir mißdistige« jede» unfeSde Sefchäft!>qedabeen und jede wfiHW Seflanu, ater mir veruetheite« fk nicht allein tei Iuteu, seiidee« auch tei Lheisten. ttterall »a mir ß» guten, vte rmk8»«är> ' auttsenMischi Se»»zung ater, dir nur ^eignet rrschrtnt, dir Aufmrrksomklii admtenkrn von writ Wichtigeren Lageafraai n, vredonimen mir im Juwrchp der Aufeechterhaltuug te» Mieten» tt, unserer Stadt auf tei Uteren^chi ebenste »ich dagegen »ollen »te Front mache« «it allen ^gesetzlichen Mitteln." $t*ttg*rt, 19. Februar. (Or--Eor.) Sr. Maj. König ׳Wilhelm von Württemberg Hut dem Finanzmtuister Dr. >-Gllstättrr von Baden den Orden der württembergischen Krone tzwerliehen.—In Mergentheim wurde unervartei schnell der eRgdbinerGunzenhauser in ern bessere«Jenseits ab» en. Derselbe nahm an der Bealeüunz eine«,dort vernen Beamten zrm Bahnhof theil und wurde im Wartewährend der sftd« de« Stadchfarrer« von eine« Herzzu Tode getroffen. Derselbe ist en Sohn de« sel nen von Bntteuwiestn, trat später in den wütet. Kirchen- F: dienst und war früher Rabbiner in Buttenhause« und sett 1874 Rabbiner in Mergentheim. Gr hat eine Sammlung ״>uso» Predigten »Kurz und gut* heran«gegeben. Sein An- /Henken fti gesegnet! veUe»R«1cheU»g«r». r Mten, 181 Fidrnar. Die heute erschienene Nummer he« Organ« zur Atnoehr de« Anttsemitisw u« ״Freie« Blatt" enthält einen utteressanten Artikel, in welchem Emerich Ranzoni einen Briefwechsel mit Berthold Auerbach mittheilt. Der ^Mrieswechset fällt in die Zeit, da der AntisrmittSmu« HW zu regen begann, und zeigt, wie sehr die im deutschen ,H«lk arassirende zeistige Seuche den Dichter verstimmte. ^Wa« bin ich denn." ftagt er in einem Shrriben, ״wenn ich Deutscher bin, wo dabei« «it 8 nn und Denken?"?Mnd in «ne« anderen vneft Nagt er: ״Ich habe leben«- zlich all mein Sinnen und Trachter, Tug und Nacht . voller Hingebung für die Kunst und da« Vaterland, für " Erkenntnis eingesetzt ... Und nun muß ich, den die Barbarei erleben." Später begann net über di« Suche zu denken; am 18. zr ach mir die Juden- Hetze etwa« ruhigen zn betrachten; t*!rint sich ja, daß die Juden nur da« erste und bequeme Angriff-object gegen den Liberalismus waren." Ganz verwunden hat aber Auerbach die ״Seelenzerttümmerung", wie er seine durch den AnttsemitiSmu« hervorgerusene Gemüth-stimmnng oft bezeichnet«, doch niemal«. — Von dem übrigen Inhalte de« Blatte« sei «in Bericht über ein« Unterredung mit dem Superintendenten der evangelischen Gemeinden H. L., Herrn Pfarrer Ott» S ch a ck in Wien, erwähnt» der die antisemitischen Ausschreitungen umsomehr veruttheilch al« sich diese Excesse gegen alle Juden ohne Ausnahme, gegen die Juden im Allgemeinen, richten. Ueber die Leiter der antisemitischen Bewegung möchte Superintendent Schack folgende zutreffende Bemerkung: ,{1 iß eine ganz tefontere Lr'cheinuute» Antisemiitem»», daß von alle« diesen Leuten Niemand wirklich mit den Waffe» de» Geiste» j» Mmpfen im Staute ist. daß im Segenchetle die Rohheit der Massen und die irneeliche Rohheit der ganze« Bewegoug auch auf die wenige« gebildete« Führer, wie dem Prinzen teifpieteweise ansteckend gewirkt. Aach von Stöcker war e» et«' grober Fehler «ach Wien z« kommen und sich hier im 7>ienste dieser Leute m die Politik eine» ander« Staate» zu mengen. Bei solche« ,freundnachbarlichen- Einfällen ist e» am besten, den Einfallenden tei Zeiten »te Lhiir z» weisen - Sttnnpfen, 1k Februar. (Or.-Eor.) Unsere alterwürdige Gemeinde, deren Annalen weit zurück bi» in dir Zeit der theologischen Kämpft unter dem Rabbi Jonathan Eibschütz (s. .Luchoth Eduth") reichen, hat einen großen und schweren Verlust erlitten. Unser allbekannter und allgemein verehtter Rabbiner, Herr Lasar Winter ist am 7 d«. nach fünfzigjähriger, segensreicher Thätigkeit au« dem Leben geschieden Rabbiner Winter gehörte zu den Koryphäen der talwudischen Gelehrsamkeit und war au« der alten Schule hervorgegangen. Geboren zu Holitzsch in Ungarn, wo sein Vater, Rabbi Josef Moft Winter, ein berühmter Talnurdift" war, zeigte er schon al» zehnjähriger Knabe einen Hellen, aufgeweckten Verstand, eine außerordentliche Lftbe für da« Studium und kannte die Bibel mit ihren Eomnientaren, sowie einen großrn Theil der Mischnah fast auswendig. Mit IS Jahren bejog er die damal« noch in ihrer böchsten Blüthe stehenden RabbinatSschul e zu Preßburg, wo er durch zehn Iah« so eifrig dem Studium de« Talmud« und der vier Ritual-Codice« ergeben war, daß er der Lieblingrschüftr seine» Meister«, de« berühmten Lhatham Sofer, geworden. Dieser war e« auch, der den jungen, mit schönen körperlichen Vorzügen reich auSgestattelen Gelehrten an den damaligen berühmten Rabbiner, Eleasar Straßer in Steustadtl au der Waag empfoPen hatte, deffrn Schwiegersohn er auch gewqrden. Kurze Zeit nach seiner Verheiratung wurde cs Rabbiner in Raftcz, wo er ungefähr zehn Jahre wirkte. Bon da wurde er im Jahre 1Sü2 nach Stampftn beruftn, wo er bi» zu seinem Lebensende geblieben. W. gehörte zu jenen wenigen Radbinen Ungarn», dft e» verstanden haben, dft Forderunge» der Heit mit denen de« J->denthum« zu vertunden. Obgleich auf dem Boden der Orthodoxie stehend mar er doch von jener Hyper orthodox te, in welch.1 allein vftl« seiner AmtSge- «offen da« Hell erblickten, sowie von ftner sinnlosen Neuerung»- sucht der vielen'Andern gleichweit entfernt. Er war und blieb ein Friedensfürst bi» an« Ende. Sein Hauptaugenmerk legte er auf di« Gemeinde. Diese erzog er sich au» der Schul« und nachher durch ftin Wort in der Synagoge und durch sein Beispiel im Leben. Er war von hinreißendender Be» rrdsamkeit, die jeden erbauen mußte. In seinen Predigten hatte er sich, wa« dft Form und den Borttag betrifft, Mannheimer zum Muster genommen. In Tendenz war ihm Jellinek der unter allen Predigern de« Juventhum« unserer Zeit als der höchstgestellte brwunderu»we1th. W. erreichte em Alter von 8L Jahren und hinterläßt ein« große Meng» homiletischer Arbeiten, dft mtt der Zeft vei.öffentlicht werten;- dürften. Da« Leichenbegängnis felb|t gestaltete sich zu einenO Mr »«galanten. und hielten Rabbiner Dr. PiSt o nnd.F^ fünf ante« Adlcaftrt« drr benachbarten nab entf^