Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 9 (24.2.1893)
- Date
- 1893-02-24
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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cn Gemeinden auftrribe« können, ist ein tüchtiger Lehrer zu haben, »««halb so viele polnische .Lch«' in Preußen breit mache», die mit den elementarste« «Grundregeln der schen Sprache auf de« KricgSfuß stehen nnd um ihre steaz lukrativer auszustattrn, ihre geldbriugeuden Reben- Mfte zur Hauptsache machen und chr Amt nur als ein« ansehen, die sie tüchtig mellen. So erb iht sich dir Zahl So« 600 Gemeinde«, welche auch über soll he Mittel nicht emmal verfügen, um die Zahl derer, die ein:«Lehrer und doch keinen Unterricht haben. 2. Diejenigen Schüler, welche höhere Schulen besuchen, find womöglich noch schlimmer daran. Zwar sind an vielen Gymnasien jüdische RetigioaSlehrer mit «ringt r Remuneratimi — 160 bü 200 Mk. s>. a. für wvchentluh 4 — 0 Stunden — aber mit solch erheblicher Zurücksetzung gegen sie Eompetrnzeu der anderen Lehrer, (ihre Einladung zu Eoiiferenze« hängt vom Belieben de« jeweiligen Direktor« ab, ihre Lensur fällt so wenig in die Wagescholr), daß die Heller Jungen bald Lunte riechen und ihr Verhalten danach eirnchteo. Wenn ׳der Lehrer es nicht versteht, seine Autorität ausgiebig zu .Mohren, spielt er eine sehr traurige Rolle als Spielball bet Jugend, welche seinem Eifer und ehrlichen Willen bald den Todesstoß versetzt. Nun kommt noch hinzu, daß die Schüler sehr wohl wissen, daß die jüdische Religion auch bei« Abiturirntenexameo da« Aschenbrödel dc.׳rstellt, und der Erfolg ist, daß wir die« mit Herrn o. W. bitter beklagen. U»d wenn Herr v. W. nicht erst in letzter.Zeit angefangea tf, die ,Jsr. Wochenschrift' zu lesen, würlx er diese!klage als eine stehend« Rubrik vorgefunden und keine Ursache >bt haben, diesen Mangel als eine Bevorzugung zu Noch mehrere solche .Bevorzugungen- und wir »W»d verloren! Müssen wir es denn immer wieder betonen, dasjenige, was von unseren Gegnern als eine Bevor- -'rechtung unserer Religion angesehen wird, von uns gleicher« tdeesi als ein tieszudeklagender Mangel entpfunden wird? Gebt uns Gleichheit und wariet ab, ob wir un« nach den :ägyptischen Fleischtwfrn der Au«uahmestellt1ng zurücksehnen Mtrden — aber völlige Gleichheit muß eS sein, nicht hier «tue» Brocken uud da einen Brocken, sodaß wir un« mit aller Gewalt den Magen verderben müffen. Edler Wein 1 wird durch Authat von spanischem Pftffer nicht gewürzt und ^Menn solcher schwachen Naturen kredenzt wird, die dann ohne Befriedigung ihre« Durste« bald davon tnrauscht werden, ,Gau» schreit nicht über Unmäßigkeil des TcinkrS, sondern Modelt di« Ungastlichkeit und Frivolität des Wirthes. Eure Gleichheit, eine Gleichberechtigung mit Lücken, hört auf diesen Namen zu führen, ist ein« Larve, nur zu dem Zwecke vor- ^«steckt, um über da« wahre Gesicht zu täuschen, ist eine schung des sortschrei enden Zeitgeist««. Kommt nun Herr v, W. zu dem Schlüsse, der bei ihm de« Pudel« Kern war. daß man die Juden deshalb antoritativea Aemteru frrnhalteu solh jo liegt die« — in Nr. 8 d<. Blatte« nachgewiesen — cn semem unzu» den Berständniß von der Materie, sowie an dem Fundament seiner Prämissen, das keüien soliden Ausertragen konnte. — Etwa« ander« liegt die Sache beim Abg. Dasbach, welcher einer Lotterie angehört, welche Interesse ihre« Amte« der Wahrheit tiefer auf den Grund M sollte, von jeher aber nicht« Andere« gethan hat, al« Geißel zu schwingen, welche blutige Striemen auf «astrm len abzeuhnete — Herr kkoplan DaSbwh, der zur Zeit RocksahN die fromme» Pilger vor Einkäufen bei Inten Eoan gklischeu warnte, dieser Herr war der Erste, der Radau-Antiftmiten an« der Berkegenh-it half, welche die Erklärung der Nabln neu bereuet hätte, indem er » Nichts durchbohrenden Gefühle die Wahrheit orrbestreite, sich erkühnte, «m nur sei,r« Talmud-Nu«- denn er selber hat nmhl ' * vielleicht einstmals auch die Wahrheit zur Geltung. Schreiber dieser Zellen hat stet« gegen alle Erklärungen al« ndtzlo« gewarnt, aber daß ein .Vertreter der Liebe und Wahrheit', diese Gelegenheit wahruehmea würde, um zu zeigen, daß er tief tief unter unviflenden tatilinarischen Antisemiten, stehe, denen ihreUnwissinheitdocheiniger maßen »ochalSEntschuldignng dienen kann, zu zeigen, daß sie dce Radaubrüder alä Gesinnung«- geaoflen ansehen. welche die schmutzige Arbeit für sie verrichten — nein, er gesteht eS mit Beschämung über fern« Naivetät, diesen Erfolg hat er nicht vorauSgetehen. Und wenn man dies« Herren rrdvn hört, sollte man nicht meinen, sie hätten für ihre .Judenfreundlichkeit * soviel zu erdulden gehabt?! Man könnte die Herren beneiden um ihre Un—- versrorrnheit, mit welcher sie ohne zu errötlxn, ihre Uayeheuerlichteiten und Widersprache in die A«lt sitzen, mit frommen Augen-Aufschlagen und gefalteten ^»änden, wenn eS nicht so widerlich wäre. Daß »Akumeinr Abbreviatur von »Anbetern der Stern« und Planeten' (hebr.) und demgemäß mir AdkitrzungSstriche» versehen sei, wüßte Herr Dr. Ecke r wiffen, wenn er nur eine blaffe Ahaung vom Talmud hätte, eS sei denn, eS paßte ihm, bewußt die Unwahrheit zu behaupten — ein Drittegiebt «S nicht. Herr Dr. E. mag selbst wählen, ob eS »hm mehr paßt, cin Ignorant auf talmudischem Gebiete, oder ein Benbreiter von Fälschungen i 1» oder besser nach Rohling genannt zu werden. Erster«« ist keine schände, Letzt« »eS kein« Ehrh. Aber ich weiß, die Herren in ihrer Aalglitte sind nicht zu fassen: wenn die Herren alle Lügen und Zxheußlichkeitea, welch« ihre Vorgänger seil Jahrhunderten a. «. d. g. oerbrochen, rechtsirtrgen müßten, würden sie in keine geringere Berlegenhrit gerathea, als wenn sie ihre eigene Aussagen über den Talmud belegen sollten. Immer tagsir behaupten — semper »liquid hwrit! Doch fei eine Frage an Herrn Laplan Dasbach gestattet, der vielleicht persönlich nicht so schlimm ist und wie manch andere mir bekannte Lapläne nur eiu todeSmuthiger, blinder Bertheidiger eine« Systems ist: Was würde er und sein Leibblatt wohl behaupten, wenp ein Rabbiner ein aus einer Mischehe geborenes Kind noch dem Ausland« entführte, um e« den Geistlich« n seiner Seft• gion, der Staatsbehörde und siinem Heimathlandr zu entfremden? Irreligiosität, Frechheit, BaterlandSlosgkdtt —wävrn doch wohl die geringsten Kosenamen, die sie un» an den Kopf würfen — und wenn der Fall sich gc r vor Ostern ereignete, könnten wir sicher sei», des KindviraubeS zweck« rituellen Morde« bezichtigt zu werden! Ist da« richtige Waage, richtiges Maaß und Gcwicht? Ader wenn rin «n» wissender schlechter Jude sich gegen side Religio » und Menschlichkeit vergeht, sind gleich alle Juden schuldig, da ZchrBlatt unter Strafkammer»«. Berichten stet« die Worte: ,Der I«- raelit' dem Namen »okausiyt, während ich die relig. Genwisschaft bei christliche« Spitzbuben weder in Ihre« noch,in anderen ultram. Blättern simal« erwähnt sar d?? Herr Kaplan! Sie »erden bösi Leidenschaft m und schlechte Angewohnheiten bei Menschen jeglicher Religion siet« vorfinden, nicht aber weil, soadeni trotzdem sie dieser oiser!euer Religion angehürea, welche immer bei ungesetzlich« und unmenschlichen Handlungen beleidigt wird, und w«n Ssi die« nicht anerwan« können oder «olle», so beruht die« auf de« Lesfing'sche« Satz: »Der Aberssiaube, in du» wir aufwachsin, verliert, anch wenn wir ihn eckenne», da»» doch sein« Macht nicht über uuS'll Ä Berichte m»d E»rrefp»»de»ze«. '־׳$• ׳&* De»tschl«n». _ 20. Februar. (Wie der Herr DaSbach nnd der Proßq«r Dr. Ecker atixtit) Rede om 14. MchuMM sich dn« Leniu« Mngde»nrg, »bach nnd der