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Israelitische Wochenschrift · 1893-02-10 · 7 (10.2.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
7 (10.2.1893)
Date
1893-02-10
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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cnaue Daten über die Entdeckungsreift und wa» beseader- AmerkntSwerch ist, daß ii demselb» wahkheitsgrtr» Tolumb«- als der Entdecker genannt wird. während in sonstigen aus dieser Zeit stammenden Berichten noch Dunkel über den Aufsinder Amerika'- herrscht. In dem zweiten Berichte von dem Historiker Joseph Hakohen wird als Entdecker deneuen Welt» theils Amerigo Vespucci genannt. deS Lolumbus geschieht keine Erwähnung. Bei dem Umstande aber, daß Joseph Halohen sonst ganz zuverlässig in ׳'einen geschichtlichen Angaben ist. ist dos umsomehr auffallend, da er in Genua, der Vaterstadi Eolumbus, gelebt hat. Heir Tr. Grün erklärte diese a^ffa׳liae Nnkenntniß des jüdischen Geschichtsschreibers aus teniia Lurch eine riugcbende Beleuchtung de: diesbezüglichen glr-chzcitlgin Gcschichtsquellen. und wies auf Grund des dritten Berichtes vom Jahre 1592 von dem Chronisten und Mathematiker Tavid Gans, der in Prag gelebt hatte, »ach, daß im ersten Jahrhundert nach der Entdeckung Amerikas »Ah ganz unklare Borstellungen über die Entdeckung der neuen Welt geh.irscht halten. Zum Schluffe seines Vortrages jührte Dr. Grün noch die Ansicht zweier berühmter Gelehrten, eines jüdischen und eines christlichen aus dem 16. Jahrhundert an, daß der westliche Welttheil bereits zur Zeit des König- Salomo bekannt gewesen sei, indem das Land Ophir, aus -״elchem die Tharschisch-Schiffe Solomos Gold u. s. w. holten, kein anderes als das Goldland Peru war. Der Vortragende behandelte sein Thema in geistreicher und anziehender Weise und bot eine sehr gründliche historische Studie. Die den großen Saal bis aus den letzten Platz füllenden Zuhörer, unter denen viele hervorragende Persönlichkeiten waren, folgten >7r Ausführung des Vortragenden mtt gespaunter Aufmerksam- und belohnten den Redner zum Schluß durch laute Beifallkundgebungen. .N. Andapest,?. Februar. (Lr.-Cor.) Das Ableben des Tr. David Cassel erregt auch im ungarischen Judenthum schmerzliche Theilnahme. Nicht nur ist der Name des vielfertigen und fruchtbaren Schriftgelehrtrn, aus dessen in Schule ׳ »d Familie ringeführten Lehrbüchern rühmlich bekannt, sondern ist auch die Persönlichkeit des Verklärten in angenehmster Erinnerung nicht nur bei den Schülern der Berliner Lehranstalt, welche in hervorragenden geistlichen Aemtrrn unseres Landes sich befinden, sondern auch im Pester Rabbiner- Seminar, bei deffen feierlicher Eröffnung derselbe als Deputirter der Berliner Hochschule für Wissenschaft des Judenthum» anwesend war. Die Erinnerung «n ihn sei gesegnet! Aus der genannten Hochschule ist der Prediger der Gemeinde in Mariahilf (Wien) Dr. Leopold Ungar, ein gedorener Ungar, hervorgegangen, welcher einem Nerven- und Gemüths - Leiden in der Blüthe des ManueSalterS leider erlegen war. Die General-Versammlung de- Mariahilfer Tempelvereins har dem Verstorbenen einen ehrenden Nachruf gewidmet. Der Verblichene war ein Verwandter des Herrn Rabl. Dr. Ungerleider in Berlin. In dem Fünfkollegium deS dortigen Gemeinde- Rabbinats*) rürftr wohl jetzt die Eintheilung gettoffrn werden, Laß einem Mitglied« der Vorsitz, Zweien da- Amt aleichgeradneter Beisitzer und Zweien die Stellvertretung der Letzteren übertragen werden könitte; da das Rabbioat religiös-gesetzlichem tertommen gemäß stets ein Dreikollegium bildet, 8in ierkollegium ist gesetzlich nichts zulässig (tynhedrion 2 b). Ein Fünfkollegium aber ist nur bei einem Chalizc^Akte erforderlich, wobei zwei Affeffore» auch aus angesehenen Gemeinde- Gliedern gewählt werden können, die nicht zum geistlich« Staude «hören (Bergl. Eben haeter 169). Daßwrchselseitige lieberemstimmung in Bezug auf religiös« Richtung im Rabbiuate walten muß, ist wohl, im Hinblick auf die religiöse» Vorsanften und den Frieden der Gemeind«, selbstverständlich *) Man kSnni« füglich sagen: Für einen Geiger ei» Rabbiner» »utniett. Ler «erliner Bolttwihatte ehe»»« sich dahia gesichert: Wir habe» ein LuaneN von Rabbinern, aber «in »Geiger-' ist nicht ■ orirrtr. (S). E.) kvrrgl. Jebemoth 14«). Da säinmtliche' Mitglieder^ Rnbbinat» in Berlin aus Ungarn stammen, erregt diel staltung der Berhäitniffe in der dortige« Gemeinde hier Land« ein großes Jntrrefle.! — Die Pester ReligionSgemeinde hatmit Einstimmig Herrn Siegmund Kohner zum Vorsitzende« gewählt, wel j sriaerWählerschaft verheißen hatte, treu der Religion,! Gemeinde und dem Baterlande »u sein.! Daungarische Jndenthum geht durch die Reception^ j der Glaubensgemeinschaft einer guten Zukunft rntgege».. Sowohl die Gleichberechtigung der isr. Religionsgemeinschaft^ als auch die Civilstantes-Lmtsregelung wird von der Staats- 1 regierung als von Sr. Majestät approbirter Gesetzen«! ־' ■ dem ReichSrathc in den nächsten Tagen schon zugehen. 9Mafwi4. ^aris. Ans der patriolischrn Ansprache, welche der׳ : Großrabbiner von Frankreich .Herr Zadoc Kahn an dreien! Rabbinats-Candidaten bei Gelegenhett ihres Abgangs znrs^ Armee hielt, rst folgende Stelle von allgemeiner Bedeut« .<& sind jetzt hundert Jahre, meine Brüder, daß «es j israelitische Jugend durch die Revolution zu der Ehre S. ־״”־ ' " 1 ״ " ' " “ Andenken an jene große Zeit bewahrt haben, erfahren wir,H״ welche Ausregung, welches Ausbrausen damals in unsere^ Familien herrschte. Man war stolz darauf, sich dem Dienste! des Vaterlandes in dieser ausgesprochensten und «delsww Weis« widmen zu können; inan fühlte sich dadurch zu ciitftl antiken Hingabe erhoben. Aber gleichzeitig beschäftigt« We] Geister eine furchtbare Frage. Wie konnte man die so an»" schließlichen, so gebieterischen Forderungen des militärische! Dienstes mit den vielfachen religiösen Vorschriften veveinigen? Wie konnte man die Pflichten de- Soldaten füllen, ohne diese frommen Vorschriften zu vernachlässigen, H an welche man durch die mächtigsten Bande gebunden wot,* welche in der Vergangenheit so viele Opfer gekostet Hastäh i > um das Recht auf Ehrfurcht zu erlangen. Ein schmerzlich»^ Confiict, meine Brüder, zwischen diesen gleich theureu unk' heiligen Pflichten, ein tragischer Kampf, welcher wohl eignet war, die Gewissen zu trüben und die Seelen zu folteEeH Dem großen Sanhedrin, welchefast rm Morgearothe j unserer modernen Geschichte erschien, schulden wir eine ewige ׳ Dankbarkeit dafür, das eS die GewifsenSzweiftl schweige«;! gemacht und diese Widersprüche entschieden hat. Mtt «inet! bewunderungswürdigen Geistesstärke und einem großen Berständnifür die neuen Anforderungen erklärte es unter anderen doktrinären Bestimmungen, welche die Hauptregel« für unsere Lebensführung geworden sind, daß alles deMA ftanzösischen Israeliten die Anhänglichkeit und Treue an Vaterland vorschreibt, daß alleihn verpflichtet, w ' Interesse von den öffentlichen Interessen, noch sein oder das seiner Familie von dem Schicksale der großen I deS Staates abzusondern; daß er über ihr Ungemach s trübe«, über ihre Triumphe sich freuen und mit all« . Fähigkeiten zu dem Glücke seiner Mitbürger beitrag» »Als un mittelbare Folge dieses Prinzipes erklärte das Geh« daß seder zum militärischen Dienste berufene! elit während der Dauer dieses Dienstedurch da-i von allen religiösen Vorschriften dirpensirt welche sich nicht mit demselben vereinigen las Diese Sprache war so klar bestimmt als mügläh. an konnten wft di« erste der bürgerlichen Pflicht» Borwürft und Gewiffensstrupel erfüllen.-' «Lanöan, 2V. Jan. Daöffentliche Interesse sich ueuerdin^ wieder Marokko zu, denn alle« > nach stehen wir am Vorabende wichtiger Verändern»«^' in diesem Land« vor sich gehen werden. Die Misston;1 Sir West Ridgway wird, worauf wir rechnen dürfen Dingen ans den Grund gehen und die zwei Reformen, fottf Jsr« Bo«

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