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Israelitische Wochenschrift · 1893-02-10 · 7 (10.2.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
7 (10.2.1893)
Date
1893-02-10
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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fl wahrscheinlich werden »erlangt werde», lestrheri in einer kitertr» Erleichterung des Fremdenverkehrs zu Handelslen und der Earantleleistuna für eine bessere Brrwaltung tlkeiches im Allgemeinen. D«se lehtere Reform nteressirt for>d«rs die dortigen Juden, weil dies« iminer zu allererst der zügellosen Raubgier der Pascha'» und dem Fanatis- > des Sultan» und einiger seiner Untergebenen;11 leiden ht. Die Nothwendiakeit einer Reform in dieser Richtung sehr dringlich sein, da selbstHerrEunninghameGraham, "btt 1י« europäisch« Eivilisation in demselben Matze haßt, als " uni den Völkern des Orient» s^mpothisirt, diese Dringjft:t anerkannt. Auf einen Punkt müssen jedoch diejenigen öffentlichen Eorporationen, welche, wir die ,Alliance Jsraelite" und die »Ar^lo Jewish Association* sich da« Interesse unserer ver- Kn Brüder angelegen sein lassen, ihre Aufmerksamkest en. Das Streben der osficiellnr Kreise geht a igenblick- Ach.dahin, wenn nicht-eine gänzliche Beseitigung, so doch Modifikation de« konsularischen ProtertionsiysremS an- Wbahnen. Diesem können jüdische Gemeinschaften nicht zu- Dimmen, wenn nicht ein wirksamer Ersatz für das ve :ultheiltr Sysd;m vorgesehen ist. Worin dieser Ersatz zu brstet»en hätte, hrauchrn wir heute nicht zu erwägen. Es gilt augenblicklich " ur, mit besonderer Wachsamkeit dem Laufe der Ereignisse si»lgrn und dürfen wir wohl erwartrii, datz dir ״Anglo “if$ Association* sich ihnr Verantwortlichkeit n dieser elegenheit bewußt bleiben wird. Aaiertt«. Gixsituali. ,Id» oser iünoäu i-, eine Studie über Nraeliten in Rußland" ist der Titel eines von Herold jsrederic bei G. P. Putnam'S Sons erschienenen, 300 ' «n umfassenden Buches, welches die Geschichte der schreckr> Judenverfolgung enthält, die heute in Rußland vor geht. Dieses Buch rührt nicht von der Zeder eines »Masten, sondern hat zum Brrsasser einen gewiegten Berichterstattrr, der sich durch seine Unpaiteilichkeit, Geschicklichkeit «uv Glaubwürdigkeit einen Weltruf erworben hat. Das Buch Pihrt un» umständlich und ohne irgend einen Versuch der Anklage und Mrlheidigung zu machen, die nackten Details rl«r Anschaulichkeiten vor, welche im verflossenen Jahre in Nutzlond verübt wurden und noch täglich wiederholt werde». Heer Frederic hat für die russischen Juden Alles gethan. Zw» ern Mann thn» kann und wir hoffen, daß d e Juden Amerika'» und England dafür sorgen -werde», daß 1aS Buch Ja die Hände eine« Jeden gelange, der in Stadt rnd Dorf Egend welchen Einstun auf die öffentlich» Meinung hat, um Zimt, dasselbe die Sympathie für die unglücklich Be, triebene» Zwchzurusr». ’־' Vermischte unb neueste Nachricht:»!. jNprtit|. Im »Umvers iiralite; schreib! ein Pastor. ßg»t Margot an« der Schweiz daß er sich über den Lieg der Ve- »Hfreihmt in Bezug auf da» rriuelle Schlachten freue, . )ch halte,"!11 er, .da» rituelle Schlachten für human und wrrde iibrrall für >n de» Schlachten rintreten. Die Petition gegen da» rituelle dtzten» habe mit dem Thterschu» nicht« zu thun, sonben stamme j dem «mifrmitischen Lager." Veelt«, k. Februar. ,Or.-Corr.) Der hiesig« beliebte Prediger PKtzch»tdina«ut. Herr Dr. 3. Apolant, seien am I». d. Mrs 11 70. GedunOog. Geboren in Deutsch-Krone und von seinem stater i« die tatmudilche Studien eingesühn, besuchte er di« Brr- 1 üuiuelsilLt. Zu« P edtgrr in Pot«da« eiwählt, verlieb er , r drese Stellung and siedelte nach Berlin über, wo er seit 1858 Jkft Mädchenschule der Jüdischen Gemeind« al« Relixionslehrer Z, ist. Nuchao derRtligionslchule wirbe er ein« Reiye von Jahren ßtzhrer, bis er bei Gründung der zweiten Neligiontschnl« von dem »■»« der jüdischen Gemeinde zum Dirigeuten derselbe« ernannt te rruülhaen wir, daß er in de« inttnmistischin Tempel er Gr. Hawdurgrrftraße da» »Mt eil«» Prediger» au,übt« und- SO Jahre» Prediger und Religiontlegrer in den Varuch- >>iche» Vaisendsus-rn war it?. tzebruar. Der i» B-rl'n wahn haste »:stier Moritz ״ mÄntmx Poftoer.schenft» »00000 Marl Bau und L ff—■ jüdische» Kranke, tzmtse« t» «userrr Siadi. Au» wird der .Kreis Zeit." da» Original eine» Atftprogramm» de» S. Bataillon« de» ü. Hanseatischen Infanterie- Regiment» Pr. 7» zur Feier von Kaiser» Geburtstag 'zugesaudt. I» diele« ist u. A. ein Singspiel und eine Eharaktervudie -u» der Gegenwart aagekündiat unier der Ueberschrist .Jüdische Rekrüten". Zn diese« Stück ruft der Sergeant Kuchng den drei jüdischen .Rekruten" zu: .Ihr Juden seid der Abs«G»u« des Militär»!" Rach der Bersichern»! de» Gew»hr»manl,«» der .Kreis. Zeit." soll dieser Kestvicftellung der General Gras Walderse« beigewohnt haben.—(Dergleichen darf nicht so tragisch genommen werden) Drespe», Januar. Der bekannte antisemitische Verleger Waldemar <■11 ft hatte sich gestern wegen Beleidigung de» sozialdemolratischen Landtag«! bgeordaelen Gold stein vor dem Dresdener Schöffengericht zu verantworien. Unter Anklage gestellt war der Indalt der vielbesprochenen Broschüre .Der rothe Michel", die in dem Berlage vonAlöß erschleneu ist. In dieser Broschüre wird behauptet, Goldstetn habe sich der Unterschlaguno einer Summe von 400 Mk. schu.dig gemacht und auch sonst die Partrlkaffe geschiidigt. Dies« Behauptungen «rwiesen sich jedoch vor Gericht al» unamhr und der Angeklagte wurde deshalb zu IVO Mk. Geldstrafe verunheit«. Rief». Ein antijemitlscher Hauplagliaror, der erste Assistent im hies. städtischen Bauamt, Baumeister 3 ch u st e r, ist wegen grober Unregelmäftigketten, dl« er sich hat zu Schulden kommen lasten. Knall und Kall entfern, worden. Ueber deren Natur sind bisher nurGerüchi« in' die Oestentlichleit gedrungen!Schuster ivar einer der eifrigsten Schüler der Iudenhetz« in Riesa. Begründer und zweiter Vorsitzender de» dortigen .Deutschen Resormverein»" ) Stwltgaet» >- Febr. Beim Festbankett zur Feier de» Kaisergeburlitag« toaslirle u. A. auch Herr Rabbiner Grün, er wünschte dem Kaiser eine lange, glorreich«, glückliche und gesegnere Regierung; zu einer gesunden Entwickelung de« Volke» sei r» nolhwendig, daß der Lehr-, Nähr- und Wehrstand, Kirche, Konimune und Krone einmüthig znsammengehcn. KaNsrutze» 7. Febr. (Or.-Lor) Im großen Nathhau»saal«, wo der hies. Verein für jüd. Geschichte und Litteratur seine Ler» I sammlungen hat, hielt gestrrn Abend Herr Rabbiner Dr. Treitel! einen Borirag über .Hein«, Börne und da» Judenthum". TKr I Vortragende hat «4 verstanden, nicht allein die dem gebildeten Publikum ' b-'anuten Momente an» dem Leben und Wirken der genannten beiden i Männer und da» au» den allcrneuesten Publikationen Geschöpfte derart 1 zu gruppiren, daß dem Hörer zwei abgerundete Lebensbilder vor die Seele »aten, sondern auch dies« Lebensbilder in «ine Beleuchtung zu rücken, bei welcher jeder klar und de-itllch erkennen mutzt«, datz Hein« und Börne trog ihrer mangelhaften jüdischen Erziehung, und trotz ihre» Abfall» vom angestammte» Glauben doch dem Judenthum angehöre», nicht weil sie im Jubenthum geboren wurden, sondern lvett ihnen viel Jüdische» angebaren war, dem siihren hohen Werth und ihr« unvergänglich« Bedeutung verdanken. Der l' .slüudig« Borirag fand, bei dem zahlreichen Auoitorium ungelheilten Betsall. Budapest. Am Sv. Jun.ar, Vormittags 11 Uhr, fand in der festlich delculvteien Synagoge der LandeSrabbtnerschulr die feierlich« . Entlastung der Rabbinen Dr. Julius Diamant, Dr. Leopold Goldjchmidl unsDr. Amon Rudoiser statt. Außer den Prosefforen der Anstalt, dem Präsidenten der Pester Aemeind« Sgd. Kohner, dem Lrencsinrr Oberradbiuer Dr. M. Diamant, loaren noch zahlreich« Gäste un» Zu- Hörer erschienen Rach einem einleitenden Gesang hielt der Borsitzende der Prüsung«-Eon1mijfion, Dr. Alexander R ose nberg, Oberrubdiner von Arad, «in« Rede, In welcher derselbe die Pflichten eine» jüdischen Seelsorger» im Allgemeinen und eines Rabbiner» im sreien und sreiheilsiirbeuden Ungarn im Besonderen auieinaadrrsedt«. Hieraufrichttle im Ram-n diözu E.ttlisteus.'n H.-rr Dr. G»ldschmi»t, Won« de« Danke» und der Anerkennung an den Prosefforenkörper für den genostenen Unterricht, worans der Seminardirector Rabbiner Mas«» Bloch an di« jungen Rabbinen eine hebr. Ansprache hielt und den Promovierten den Segen enhetli« Au« Küufkiechru wird uns berichtet: Am üv. Januar srarb hier der älteste Mann Künfktrcheu», Salomo« Lach», i« 101. Lebensjahre. Der nunmehr Berbiicheue gehörte zu deu wohlhabendsten und wohlthäiigsten Bürgern unserer Stad». Er war schon fett 8 Jahren an da» Beit gefesselt, ohne darum sei« geistige Rüstigkeit «ingebüßl zu haben. Bor 11 Tagen starb sei« Gattin im Aller von 80 Jahren; der .alte SachSl", wie der Verblichene hier genannt wurde, folgt« nun sriuer treuen LebensgesLhrltn bald in den Tod. Parts. Drummont ist au» der Strafhaft entlasten worden, eine Lvatiou bei seiner Freilassung fand nicht statt, er hat beu Höhepunkt sei««» traurige« Ruhme» bereit» überschritte». sein Piozeh mit dem Oberin btsiner Schuht in Besoul wird «Bst feinen Kortgaag nehmen. N■«. Bei dem Brand« »er Synagoge ist ei« große Meng« kostbarer Jahrhunderte alter Bücher uud Handschriften der Tempelbibliothek vernichtet wor»e». Rmi, 4 Kebrnar. Heute (Sonnabend) früh kam a» im R»mlschen Judengaarttrr zu Tumulte». Die aderglllubUch« jüdisch« Meng« zwaug sämmtlrche reichere■ ««■deusgeuaffer, ihr« Geschäfte zu schließen, t» de« Walme. Gott htttt i« gar« da»Kr«r tu di« Synagoge geschickt, well die In»» am Sabbat» ihre Geschäfte offen ließe». Gendarmerie und «ilitrir stellt« die Ordnung wieder hm. (B. Tgdl >

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