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Israelitische Wochenschrift · 1893-02-03 · 6 (3.2.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
6 (3.2.1893)
Date
1893-02-03
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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ich nicht darein finden, ei» Etat»« von Mendelssstzn, die er ul» Geschenk erhalten hatte, ruhig stehe« ui lassen, sondern (ine» Tage» rüstete er sich gegen de»?Leisen mit eine» kräftige» Hammer und schlug ihm «inen Teil der Nase ab. Nun steht der arme Mendelsfo^i im Hanse de» Rabbi mit einem Plua von hinten und einem ItiuuH von vorn. Da» ist hart. Bei de» Berlinern aber hat es, wie allgemein be» kanut, de« Dr. Weiße nicht» geschadet. E» ist anzunehmen, daß Dr. Weiße in Berlin al» Bilderstürmer, wen» aüch nicht durch die Straßen, so doch durch die jüdischen Billen ziehen wird; wie viel Nase« berühmter Tobten mögen jetzt aus den Sockeln zittern. Es siebt kein köstlichere» Gut al» wahre, uugeheuchelte Frömmigkeit. JUfd, 24. Januar. Der Vorstand der konservativen Partei für Hessen und Waldeck hielt gestern Abend ein« öffentliche Versammlung unter dem Vorsitz de» Regierung», rathe» Besser ab. derenVerlauf Zeugaiß dovonablrgte, daß der »Antisemitismus׳ immer noch liebe» Kind bei den Herren Konservativen ist, wenugleich er sich zu ihrem Entsetzen bei den Reichstagswahlen in Heften wiederholt al» entiuat torribl« gezeigt hat. Wobl hauptsächlich, um die» in Zukunft zr verhüten, wurde bekanntlich vom jüngste« konservativen Parteitag die .Judenfrage', bestimmt sormulirt, in da» Parteiprogramm ausgenommen. lieber da» neue Programm, dem auch von der in Rede stehenden Versammlung zugestimmt wurde, berichtete Dr. Grotefend. Nach den Au», sührungen des Redner« will di« konservative Partei »offen und klar' dem internationalen Judenthum gegenüber Stellung nehmen, ohne sich an dem demagogischen Hepp-Hepp-Geschrri und der oft beliebten Bespöttelung de» alten Testaments irgendwie zu betheiligen. — Hier ereignete sich vorige Woche solgender curiose Fall, der da zeigt, wie vom AnttsemitiSmu» bi» zu Lächerlichkeft oft nur ein Schritt ist: Dr. H., ein sehr bekannter hiesigerThierarzt,vermiethete jüngst rin möblirtes Zimmer an einen jungen Referendar. Roch einigen Tagen erhält Dr. H. von seinem Miether einen B'i^s, worin ihm der junge',Herr eröffnet, daß er bei einem Juden nicht wohnen könne, und bittet, mau möge ihn doch auf der Stelle ausziehen lassen, er wolle den Bettag der L.iethe für den lauftnden Monat vergüten. Dr. H. erwiderte »tätlich: ,Im Besitze Ihrer Zeilen aesiaNe ich Ihnen sofort autzzuziehen; sie brauchen mir nichi« zu vergüten. Ich will jedoch nicht verfehle«, Z!n>e» zn bemerken, d-ßmiretn derartige» Benehmen in meiner ^raxt» noch nicht vorgekommen. Ergebenst Dr. H., Tierarzt." Hannover, 1. Februar. In Rr. 2 unserer Zeitung hstien wir einen Bericht über die neüe von Herrn A. M. S>׳mon bei Bad Limmer (unweit Hannover) gegründeten tr. Erziehungsanstalt gebracht. Wir erjahren nun» sichr über den weiteren Fortgang dieses Unternehmens, das «in großer Segen zu werden verspricht. Folgendes: Da» während der letzten Wochen herrschende starke Frost- :.-ctter wurde dazu benutzt, um daS für Herstellung guter Wege nüthige Material heranzuschaffen und über daS hartoeftorenr vand an Ort und Lttlle zu fahren. Für das Austtocknen drS Hauptgebäudes, welches gegen Eindringen des Schnee» genügend geschützt war, ist der Frost auch zuträglich gewesen. Beim Eintritt milderer Lmerung wird der innere Ausbau, sowie der Bau der twrnächshäuser vollendet, sodaß die Anstalt im Frühjahr eröffnet werden kann. Auße>: schulpflichtigen Knaben im Alter von 8—14 Jahren können auch «ine Anzahl Jünglinge im Alter sZn!4—16 Jahren, welche geneigt sind, sich zu Gärtnern!?, ^«bilden, Ausnahme finden. Ein fthr tüchtiger Obergärtner, welcher in der König!. E -rtenbauschule zu Geiftnheim und in verschiedenen der dexa^adsten Gärtnereien Deutschland» seine cheoretische und praktisch« Ausbildung erhalten hat, wird die Lehrlinge praktiMausbilden, während der als guter Pädagoge, der wohltzWmute Leiter der Anstalt^ Herr Bacharach, «w pädagogische Führung übernehme» wird; fo Jünglinge wahrend ihrer dreijährige» Lehre nach jeder Rich^' tuog hin aut versorgt sind. Der Pensionspreis für dies« Lehrlinge bettüM proJahr^ 1Ü0 —2 00 Mark. Daß sie während dieser Zeit, we! auch einfache, doch gesunde und kräftige Nahrung «ad die sonst nüthige Körperpflege erhalten, dafür bürgt aeb«» dem Herrn Bacharach dessen al» tüchtige Hausfvau bewährte ‘ Gattin. Für dir übrigen in der Anstaft betriebenen Hand» werke, wie Tischlerei, Schlosserei x. werde» int ersten Jahtt noch keine Lehrlinge angenommen. Wir können alle Freunde der durch die Anstaft ae» ־: förderten Bestrebungen — »nd welcher vernünftige Menfitz ~ sollt« die» heute nicht ftin —, nur dringend bitten, in de« eigenen und Nachbargemeindea Umschau zu halte«, ob geeignet« Knaben oder Jünglinge dort vorhanden sind, um deren baldige Anmeldung zu veranlassen. Au» Sflffekdorf wird wir folgt berichtet: Da» Komitee zur Errichtung eine» Heine-Denkmal» hat an die Stadt Düffel» - darf ein Schreiben gerichtet, in dem unttr Bezugnahme auf^> den Beschluß vom Jahtt 1888, wo dem Komitee von der-'' Stadtvrrordneien'Bersammlung für da» Heine-Drnkm.it drei '. Plätze zur Verfügung gesttllt worden waren, der Platz i« /I Havarien zunächst der goldenen Brücke am Ananasderge de^ "יי ansprucht uud weiterhin mitgetheilt wurde, daß da» Denkmal' * bi« zum Jahtt 18Sö durch Prof. Herttl in Berlin in Granit uud Bronze vollendet sei werde. In der Stadtverordneten» Versammlung am 24. d. M. ttferirtt nun der Brigeordnett '׳ Becker» im Aufträge der städtischen Verwaltung, daß dieft prinzipiell noch aus demselben Standpunkte wir im Jahre 1888 stehe, daß aber seit damals die Sftuation sich um Vieles^ geändert habe. Dir Hrrgabe de« Platzeerscheine heut« schon"" wegen der inzwischen in nächster Näh« erfolgten Aufstellung de» Krieger-Dentmals unthunlich und weittrhin wäre e» nicht angezeigt, durch die Anregung dieser Frage die kaum über die Angelegenheit zur Ruhe gekommenen Gegensätze innerhalb der Bürgerschaft wieder aufleben za lassen. Die Verwaltung beantrage daher die Hergabe des Platzes abzulehnen u« weiter zu beschließen, daß überhaupt von der Aufstellung eines Heinc-Denkmols in Düsseldorf Abstand genommen werden solle. Dieser Auttag wurde einsttmmig zum Beschluß erhoben." Dieser einstimmige Beschluß der Düsseldorfer zeigt wieder einmal — bemerkt die,VolkSzeitung", — daß das Nest nicht» ä mit der Nachtigall gemeinsam hat, die in ihm geboren wurde. Aus Heine ist die ganze deutsche Ration stolz nud wenn diese ihn durch ein Denkmal ehren will, so schmücke sie " Berlin damit, die Hauptstadt des Deutschen Reich«. Vom Rhein, 27. Januar, wird hierüber geschrieben: ,Der »einstimmige' Beschluß der Düffeldorser Aedilen, duntz" welchen dem Hemedentmal die Opportunität und der vor" fünf Jahtt» bewilligte Grund und Boden aderkannt wird, kann nur diejenigen überraschen, welchen di« Geschichte der Freiligrath Gedenktafel unbekannt aeblieben ist. B»r ettmp 6 bis 7 Jahren petitionirte ein Düffeldorfer Komitee um' die hohe obngkeitlichr Erlaubniß, an dem Hause, in welche« Ferdinand Freiligrath i« Jahtt 1848 in Düffeldorf gewohnt, eine entsprechend« Gedenktafel anbringen zu dürsm. Die städtische Behörde gab diesem Ersuchen Folge, jedoch unter der au«drücklichen Bedingung, daß ...... die Jahreszahl. »1848' wegdleibel . . . Weit entfernt davon, dem Leser de« Genuß dieser hervottagend historische« Leistung durch irgend-" welchen Kommentar verkümmern zu wolle», erinnern nur an die nackte Lhatsche und sprechen die Hoffnung daß späte« Geschlecht» auch die neueste Großthat der meindeväter von Düffeldorf durch Anbriaguna erner fl*־' tasel am Rathhau» (unter Weglaffung de» Datum») möchten mtt der. lakonisch vielsagenden Worten: »Heer weigerte der Stadttach vou Düsseldorf de« Sänger Buche» der Luder' de« Platz für ei» Denkmall'

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