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Israelitische Wochenschrift · 1893-01-27 · 5 (27.1.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
5 (27.1.1893)
Date
1893-01-27
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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E» handelt sich nicht darum, schlecht« Element«!, di« «» ln unserer, »le i« jeder Gemeinschaft gtebt, - in irgend ei»1 Weise ן u schlitzen, sondern e» gilt allein und ganz ausschließlich, di« Recht»- gleichheit mit allen gesetzlichen Mitteln zu vertheidigen Wir sind überzeugt, daß unsere Giaubenlgenossen zu ernsten Opfern für diesen ernsten Kampf bereit sind; wir führen diesen Kampf nicht »ur für un», sondern auch für unsere Kinder. In «nserer gefährdeten Lage haben wir da» beruhigend« Bewusltsetu, daß unser eigene» Ju.e-esse mir dem unsere» deutschen Vaterland«« auf da» Engst« verknüpft ist. Di« anrisernitisch« Verlrnmdung, die «n» bedroht, macht auch vor Lhriften nicht Halt und züngelt bereit» durch da» ganz« Staatdgebäud«. Indem wir un» vertheidigen, treten wir somit Elementen entgeg!!n, di« di« Festigkeit unserer öffentlichen Jnstirurionen aus die Dauer untergraben müssen. Di« zufließenden Beiträge werden nach den hier angedeuteten Desichtdpunkren zur Verwendung gelangen. (Es folgen die Unterschriften von etnxr 1*0 hiesigen jüd. Männern der verschiedensten Beruftklassen. Der Ausruf ^koramt zwar sehr spät aber hoffentlich nicht zu spät. Jetzt ־ itzt es Schulter an Schulter zusammenstehen und gemeinsam die un» Allen drohenden Gefahren abwehren — hierzu hört vor Allem: Geld, Geld. Geld! — Jeder thue seine!chuldigksit.) Merkt». Dem antisemitischen.Reichsboten' graut vor >^be»1 antisemitischen Ausschreitungen eines antisemitischen leiptztgcr Konkurrenz-Unternehmens. Dieses erbauliche Faktotum Indigt sich durch folgende Notiz des frommen .Reichs- .boirn' an: .Zu welchen emjetzlichen Verirrungen der radikale antisemitische ׳Uaiftnhaß sühn, zeigen folgende Sätze au» einem Aufsatz von Theodor Feilsch in den antisemitischen .Deutsch-sozialen Blättern": .Mit Geimddai, d. i. Seth u. Satan — schloß Abraham seiner! Bund, d. h. ar verschwur sich dem Grundsatz«. mit List und Trug sich durch die It zu schlag«»: er verschrieb sich und seine Rachtommen dem «ft«.' .Lasse «nau endlich da» rhärichte Beschwätz von .Juda, dem Ir Gat»«»' E» ist eine Himmels, stinkend« Lüg«! Wer sie da» all ««» Teufel»' nenn«, der trifft haargenau da» Richtige. Und wallt sie taufen? — Werdet ihr nicht auch den Teufel taufe» Ir», wenn er mit gleißender Miene zu euch kommt?' Go der ,Reichsbote'. ES ist in der Tijat äußerst paß ha ft, bemerkt die .BolkS-Ztg,' sehr richtig, sich da« - Blatt darüber wundern zu sehen, daß die auch von ihm unermüdlich auSaesireute Saat in solcher Weife aufgeht l Werks«, 20. Januar. (Or.-Corr.) Der segensreich wirkende Verein BE»r*h-B**«rahK hat die Krisis deö letzt- .verslvflencn Jahres bereits so weit überstanden, daß zur histtviirendrn Generalversammlung am 14. Febr. geschritten titcn kann. Was anderen, ähnlich strebender Vereinen, sbft den Lua-L'ritft-Logen, bisher nicht gelungen, di« »Etliche Genehmigung ihrer Sterbebezw. Relictentasft Mr möglichst billigen Beiträgen zu erlangen, ist, Dank der un» . ausgefttztrn Bemühung unsere« wackeren Schriftführer«, Herrn ד at hau in sicher« Aussicht gestellt, llnsere Ster belaste istfür viele Minderte der ärmsten und schlechtest-gestellten Kultusbeamtrn eine nicht nur sehr nothwendig^ sondern unentbehrliche In- ^stitution, weil andere Versicherungsarten weit höhere Beirüge erfordern, die aufzubringen sie nicht im Stande sind. ihr konzentrirt sich daher das allgemeinste Interesse der rmrren Beamten und Gemeinden. >Eine Sterbegeld-Versicherung auf durchschnittlich 1000 für jede durch den Tod ihres Ernähre.:- beraubte »familir ist unser höchste-, erreichbares StrebenSziel, tröstliche Hoffnung unserer nvthleiden!>en Kultus« rzu an die mildthätige Mithilft unserer vrrrhrlicheo en, Bereit» und hochherzige Wohlthäto: zu appel- ' «ine unvermeidlich« Nochwendigkeit. Wie bisher manch« seaensrriche Anstalt, H. V. io letzteren ,das D.-J. Kinderheim », «. (selbst bei die den ärmsten Beamtenfamilien so nothwendige nnv eminent nützliche .Srerbekaffe', allerorten ein liebevolles Verständniß und thätige Mithilft zu finden. (S. Jnseratenseite.) Slaraard 1. Pomm, 20. Januar. In Rücksicht auf die in der letzten Nummer Ihres geschätzten Blattes von Ihnen geschehene Anfrage' betreffend die eBefreiung der jüdischen Soldaten vom Dienste an den jüdischen Festtagen, theile ich Ihnen mit. daß ich bereits vor Jahren eine dahin zielende Bitte an da« Commando des hier garnisonirenden Regimentgerichtet. Dasselbe erfüllte bereitwillig meine Bitte mit der Aufforderung. jedeSinal vor dem Hrrannahen der Feiertage eine genaue Angabe über den Beginn und Schluß-der Hauptftsttage zu machen; es würde sodann den jüdischen Mannschaften Dienstsreiheit gewährt werden. Dieser Regiments» befthl ist seit der Zeit stet« inne gehalten worden, selbst wenn ein Wechsel im Kommando eingrtreten. Diesen ModuS halte ich jetzt noch fest; die jüdischen Mannschaften, die häufig in ziemlicher Anzahl im Regimente sich befinden, werden dann stetvon einem Gefreiten oder Unteroffizier an den Festtagen zur Synagoge geführt. Ebenso geschieht die» auf meine Bitte stetan dem Sabboth nach״dem Ersten des jedesmaligen Monats de« bürgerlichen Jahres. Rabbiner Dr. WolsSsohn. Mroouschweio, 17. Januar. Unter dem Titel ,Antisemitismus und Ehristenthum' befindet sich hier augcnblicklich eine Flugschrift unter der Preffe, welch« vom früheren General-Hofintrndanten des Prinzen Albrecht von Preuße»», Freiherr v. Lühneysen, verfaßt ist und welche sich die Aufgäbe gestellt hat, das Unmoralische der antisemitischen Agitation vom Standpunkte der christlichen Ethik zu beleuchte». Da« Erscheinen dieser Schrift ist um so beachtenswerther, als deren Verfasser «in Mann von unzweifelhaft konservativer Parteirichtung ist, der eS unternimmt, einer gerade unter feinen Parteigenossen gepflegten Richtung entgegenzutrettn und der damir rin anerkennenswertheS Beispiel von Charakterstärk und Unabhängigkeit der Denkweise giebt. Meuttze» 18. Januar. Das ist wohl eine f' ~ ' " " ' ' *יי ־־־־' "־־־ ' ־*־ '־ wie gestern unser Stadtverordnetrnvorsteher Dr. Manheimer. Reiche Anerkennung und herzliche Glückwünsche sprachen dem Jubilar der Stadtverordnete Kohlsdorser und der Oberbürger, meister Dr. Brüning in der gestrigen Stadtverordnetensitzuog aus. Der Jubilar selbst erinnerte, nachdem er tiefbewegt ge> dankt, daran, welche Veränderungen seither in unserer Staat vor sich gegangen. Von den 27 Stadtprrordneten, die im Jahre 1809 Dr. Manheimer zu ihrem Vorsteher erwählten, sind 18 gestorben, die Uebcigen oerzog.n oder sind in den Magistrat gewählt. Unter drei ersten Bürgermeistern und 5 zweiten Bürgermeistern hat der Jubilar gewirkt. Dr. Manheimer wurde am 12. December 1831 hier geboren. Da damals noch kein Gymnasium hier war, besuchte er dareformirte Gymnasium zu Breslau, studirte vom Jahre 1851 ab in Breslau, Würzburg und Berlin und promooirte 1855. Vom nächsten Jahre ab wirkte er als praktischer Arzt in BrrSlau zwei Jahre, dann in Kattowitz und siedelte 1860 nach Beuthen über, wo er als Bezitks-KnappschaftSarzt thätig war. 1886 wurde er in die Stadtverordnetenversammlung gewählt und nach zwei Jahren zu deren Vorsteher ernannt. Welch große Veränderung Beuthen unterdeß erlitten, erhellt schon daraus» daß Dr. Manheimer die Stadt noch kannte, als sie 4060 Einwohner hatte (jetzt hat sich dieZahl fast verzehnfacht). Dr. Manheimer war KreistagSmitglied und wurde auch zum Provmzial»Landtagsabgevrdneten erwählt, welches Mandat heute noch läuft. Der Jubilar ist auch Vorsteher der dies. Synagogengemeinde, ÄuffichtSrathSmitglicd der Gasanstalt und der Breslauer Wechslerbank. Im Jahre 1871 erhielt erd* stellvertr. Stabsarzt beim hiesig«,׳. Bezirkskommando orten 4. Klaffe und hft LrftAstienkmünze für Nicht- «. Dir CtaBMrtP JA*R var zwei Jahren beim

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