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Israelitische Wochenschrift · 1893-01-14 · 3 (14.1.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
3 (14.1.1893)
Date
1893-01-14
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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aut fSt bie Berttzeidigung flrfiftr [amwcU, irarÜmf Xefenftoc sich beschränken will, die bei einem selche» Binderfliegt die einzig berechtigte ist. Wir wolle« den Gegner «müde«, sein« Angriffe zurückschlagen, ihn durch AnStrocknung sein« seichten wissenschaftlichen Quellen zur Waffen- »iederlegung zwingen. Den Gegn« bekämpfe«, daß würde nur seinen Muth stählen und da in ein« hitzigen Schlacht Ungerechtigkeiten nicht zu vermeiden sind — ivtsr arm» ail«nt ltg•« — würden wir einen sehr großen Theil der Sympathien unser« Freunde verlieren und zu unserem bittern Nachtheil dem Angreif« den Beweis liefern, wie wenig da« Line Häuflein der Juden zu fürchten sei. He« Justizrath Makower mag ab« bei seinem Rücktritte sich auch durch staatsrechtliche Bedenken haben leiten taffen: Im Namen d« deutschen Juden an den deutschen Kais« zu petitionirrn, dageht nicht an. weil die konfessionellen Angelegenbeiten — also auch diejenigen, welche die Juden als solche berühren — nicht Sache de« Reiches sind. Die deutschen Juden aber in eine Petition an den König von Preußen zu verwickeln ist ungehörig; eS müßten dann, wenn eine solche Petition allgemein geplant wäre, die Juden der einzelnen Landestheile an ihre resp. Lande She«en sich wenden und um Abhilfe bitten, wenn es sich nicht um Lücken in bet Berfaffung handelt, die nur durch di« Parlamente zu «ledigeu sind. Wir wollen keine Gnade, wir wollen nur unser Recht, den Sieg des Rechts, wir »ollen nur durch Lehre und Beweise bekunden, daß nicht wir esind, welche den Rechtsdruch begangen, sondern .Die Schlang«, M« da» Her! vergifte«, Di« g»ierracht »ad Verderb«« stifte«, Da» «st der a»td«rsp»ust'ge weist. Der «ege» j)u4t sich frech empöre«, Der Ordnung heilig Baad zerreisit: Den» er ist'», der die Weit zerstöret!" ־. »T1»-■* --־ IM NM «tmrPV* flh״ feian» 1 Berichte und Correspondenzen. Deutschland. Magdeburg, 9. Januar. Von der hiesigen Königl. Kommandatur haben wir dieser Tage folgende Zuschrift erhalten: ,Magdeburg, den 5. Januar «893. An den Rabbiner Herrn vr. Moritz Rahmer ksochwiirden liier, Für di« Bearbeitung einer neuen Garnison-Vienft-Vorschrift für Magdeburg, ist e» der Aommandantur erwünscht, «in verzeichniß derjenigen Feiertage zu besitzen, an denen auf eine mög» lichste Befteiung der äoldaten jüdischer Religio» vom Dienst hinzuwirken sein wird. Surr lsochwürden ersucht daher die Aommandantur ergebenst, um ein« gefällig« MNtheilung dieser Feiertag« unter Angabe der betreffenden Daten. von Iaque». Es dürste im Interesse einer gleichmäßigen veantwortung sein, zu erfahren, ob auch in andeien Garnisonstädkcn an die HH. Kollegen ähnliche Anstagen ergangen sind. Wir bitten um gef. baldige Mittheilung. Da die deutschen Daten der jüdischen Festlage jährlich wechseln, so dürste eS sich empsehlen, die genaueAngabe derselben alljährlich der Kommandantur zur Anzeige zu bringen. Marti», 6. Januar. (Or.-Eor.) Sie haben mit vollem Recht sich gegen die Adreffe erklärt, die der Berliner Vorstand an den Kaiser absenden wollte. Besonders di« »glückselige Phrase von Schirm und Schutz, an der Herr Junizrath Meyer sein« besondere Freud« hatte, ist dem ganzen Plane verhängnißvoll geworden; daran wird die jüngste wieder sehr ungeschickte Erklärung de- Vorstandes in den TageSzestunge« nicht« ändern. ES giebt Leute, die gern überall dabei s«u wollen, die Alle« mitmachen möchten; zu diesen gehört der ttfte Vorsteher der Berliner Gemeind«; er hat den Gedanke« g«r Adreffe nicht gehabt, aber al« Andere ihn hervorbrachten. Neigungen und Talente« sein« «n»«ge» N bestimmt; e« war schon eine unerhörte ueberenung, einen derartigen Antrag in der Repräfentanten-versammlunG - durch Majorität entscheiden zu lassen. Hier ist Ei »stim«! migkeit nothwendig: zudem muß man die StimweE wägen und nicht zä hlen; die Minorität bestand au« Männeny: ■*׳■׳ die durch hohe Intelligenz sich auSzeichnen und mitten im - öffentlichen Leben stehen Dagegen haben die ersten Anreger H der Adreffe, zu denen Herr Juslizrath Meyer nicht gehört, wie man allgemein erzählt, sich die Sache ander« gedacht, als sie der :j Herr Justizrath ausaeführt hat; diest dachten sich, di- Er- 1 klärung würde nicht kriecherisch, sondern männlich und würdig, r* lauten und Männer, die genaue Beziehungen zu hohen KreiseU 5 haben, hatten die zuversichtlich« Hoffnung erweckt, daß dieAnt., wort @c. Majestät gerecht, wohlwollend und steundlich sei» k werde. Darüber besteht kein Zweifel, daß die ganze AffaiE $ uns sehr geschadet hat. Bisher sagten unsere Feinde, wir sind schlecht, jetzt sagen unsere Freunde, wir seien dumm. Vielfach wird hur die Niederlage des Herrn Justizrath Meyer bei der Wahl des stellvertretenden Stadtverordnete» Vorstehers in Zusammenhang mit seinem mißglückten Pv« H titionSeutwurs gebrachh von dem der Autor schließlich selbst $ sich lossagen mußte. Auch darüber ist man sich hier in allen jüdischen Kreisen klar: Stände Herr Justizrath Meyer jetzt zur Wahl als Vorsteher der jüdischen Gemeinde, bk׳ compromittirte Gemeinde wüßte, wen sie n i ch t wählen würde. " Merkky 7. Januar. Die heutige .Volks» Zeitung" schreibt: Zu einer Loyalitätskundgebung hat es der Borstaud der hiesigen jüdischen Gemeinde nun doch noch gebracht. Allerdings hat er dieselve nur in lapidarischer Kürze uud ' nur induekt, und zwar durch Vermittelung der offiziös« ,Nordd. Allg. Ztg.", zur Kenntniß de» Monarchen zu brtugen unternommen, indem er an das RegierungS-Orgau fol-'' gendes Schreiben gerichttt hat: .Vieifache an un» in nachbezeichneter «naelegenhetb , Anfragen veranlassen un« zu folgender Erklärung: Di« de« unierzeiaineien Verstand«׳, mit einer Adresse sich a» S«. jestiir zu wenden, ist durch «in« Fnbiskretiou in bi« OeffenUichteit gedrungen. Obgleich »er Wortlaut der Adreffe «ndgilltg nach »tcht <-׳ sengrstellt war. (der Adresse uSmlich, di« au» zwei vorhaubonm J Höne ausgewählt »erden müssen. Red. b. .Volke.Z.g.") ist der 1 vermuihet« Inhali derselben säst von der gesammien berliner lagespress« besprochen worden. I« Sesühle brr Ehrfurcht Var ־*H der allerhöchsten Person haben wir unler dielen Umstände» de» ' ■7. schlossen, von der Einreichung einer Adresse Abiian» zu nehme» und über den Inhalt de« Entwurf« keinerlei Millheilungen z» H veröffenllichen." Ä Man achte auf das Wunderliche der Logik, die in H diesem Schreiben nach Ausdruck ringt: .um den Monarchen der besonderen Loyalität der Staatsbürger jüdischen Glaube«» zu versichern, wollten vor vierzehn Tagen die Herren eine ־'׳ Adresse an ihn lichten; und im Gesühleder Ehrfurcht vor dem Monarchen wollen sie heute keine Adreffe an ihn richte»." Lettin, S. Januar. (Or.-Corr.) Die Rede de« Dr. Weiße, _ durch die er sich die hiesig« fünfte Rabbinerstelle gewomrea,'! hatte einen hohen philosophischen Flug, war jedoch uicht st« von historischen Jitthümern; so hat er z. B. ausgeführt, die Verbrechen der franzvsischeu Revolution habe» eiafN. weisen Mann zu dem Ausspruch veranlaßt, wenn es «och 'Ti keinen Gott giebt, so müßte man ihn erfinde». Dies« tf Spruch rührt jedoch von Voltaire her, der lauge vor:% der Revolution gestorben ist. Der Erfolg Weiße'S wird " wesentlich auf die Einflüsse der Logen zurüHesthrt;*V selbstverständlich glaubten die Logen durch dies« Wahl der Gemeinde am besten zu diene». Die Regierung, d« jetzt streng da» Prinzip sesthätt, keine Wahl eine» La»»- länders zu« Rabbiner oder Kantor zu bestätigen, wird viel« *) Die Li»«tschung der B'nai vriss-Logen in bi« iLemeiube» «ngelegeuheite», du» geheime lliiquenwesen. du» tu benkelbe» gaM»g»-t wirb, ist em Hau» gruu» de« immer mehr zunehmruden V«rf»L«» mesist" vor 10 Jahre« so hosfuuagodoll begrtißreu jüdischen Ordens.

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