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Israelitische Wochenschrift · 1893-01-07 · 2 (7.1.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
2 (7.1.1893)
Date
1893-01-07
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Erträge de- Garten-, die infolge der zweckmäßige« An» . vorau-sichtlich bedeutend sein werden, dem Unternehmen Gate kommen, verringern sich die Unterhaltungskosten 1׳ Anstalt wesentlich. Es wird beabsichtigt, alsdann nicht ^-nr den Pensionspreis zu ermäßigen, sondern auch eine zahl Zöglinge frei auszunehmen. Diejenigen Gemeinden und Korporationen, welche von nfang an da- Unternehmen unterstützen, werden al-dana ,tvrgemäß bevorzugt. Nebrigens ist der Pension-Preis von 400 Mk. für alles, was den Zöglingen geboten wird, namentlich im Bergleich den Losten anderer jüdischen Erziehungsanstalten so niedrig ' mrfftn, daß die Aufnahme als ein« Begünstigung angesehen rden kann. Wir möchten daher allen denftmgrn Gemeinden -..d Korporationen, welche nächste Ostern gesunde und mo-!Usch unverdorbene Knaben unterzubringen haben, rathen, ich frühzeitig an Herrn A. M. Simon, Hannover, »>׳ ««»de»׳. 3. Januar. Vor der Strastammer des 7zen Landgerichts sollte heute eine Berhandlung stattfinden, :s deren Ausgang man in weiteren Kreisen gespannt ist. ׳os ganz im antisemitischen Fahrwasser segelnde Fachblatt Der Bienenzüchter" hatte eine Reihe angeblicher Ueber« nngen aus dem Talmud veröffentlicht, in Folge deren dir :taatscnwoltschaft gegen den verantwortlichen Redakteur h«»ß Anklage wegen Beschimpfung der jüdischen Religion?ob. Ein ausführliches Gutachten von Professor Dr. Strack Berlin weist in den Ucbersetzungen zahlreiche Unrichtig- ׳!reu und Entstellungen nach, spricht sich aber dahin aus, -aß der Herausgeber ohne eigene Kenntniß orr Sache und i ״ guten Glauben an die Zuverlässigkeit von Gcwährs- ».unnern (Professor Rohling u. A.) gehandelt habe. Theiß, rr wegen anderer Angriffe auf seine jüdischen Mitbürger :^on besttast ist, har die Hauptversaiidlung in der vorliegen׳ -- Sache wiederholt zu verzögern gewußt Auch diesmal -chtr er in letzter Stund« ein ärztliches Zeugniß bei, wo- .ch er wegen hochgradiger Nervosität nicht vor Gericht er-;einen könne, deshalb mußte die Berhandlung abermals ׳nagt werden. (Sein Brnheidiger, Rechtsanwalt M etz lli, : übrigens U- .Franks. Zt." zufolge die Bertheidigung ^dergelegt) Ktsttgarl, 1. Januar. (Lr.-Corr.) Die vielen Bor- .sien-Äesechtr im Kampfe um die Erlangung der erledigten lrchenrothsstelle sind nahezu zwecklos, da sie mehr zur nwirrung, als zur Klärung der Sachlage beitragen. — : « BesrtzungSsragr wird nicht durch die Presse, sondern am rünea Tisch« entschieden und da sind vielfach Momente -ad Faktoren entscheidend, die hinttr den Eoulisseu chre - yütlgkeit entfalten. Wie jede Wahl sich ost zur Qual gealtet. so dürfte es auch hier der Fall sein, allein die aushloggrbend« Lompetenz :st nächst der Kgl. Oberkirchen-?e^rdr die Borstehung der hiesigen Gemeinde, die doch wohl da» Recht hat, deurtheilen zu können, ob der Mann, :r länger als 1t» Jahre in derselben thätig ist, sich in die!.ardrSverhülrnisse so cingrlebt und in die amtliche» Agenden io weit eingcardeitet hat, daß man ihn׳ folglich nicht mehr l» Ausländer benachlcr: kann. Urdrigen« gilt auch hier tos alte Wort des Psalmistrn: .Bon Zion heißt es — iivermann ist daselbst als Eingeborener zu betrachtea." Der erste Rabbiner des Landes sollte zunächst und zu- »,eist als Talmudist und Kanzetrevner rin« Koryphäe sei», eamit er als Kirchenrath der Behörde und Gemeinde genügend imponirrn und seine Stellung ganz aussüllrn könne. Du» tzrrwaltungSsach bezüglich Sttuerwrscns, Stiftungen und dergl. wird jeder Vernünftige sehr bald tos haben. Alle« persönliche Moment, und Prottrtionswesen hat hier in den Hintergrund zu irrte» und nur die persönliche Tüchtigkeit und Würdigtest ,ollle von Rechtsweg ״? de» Ausschlag geben. Jede »«, anderen SKsäscn geleitete Ansicht ist hrnsällrg und würde Verbitterung u׳ den Gvnüthern zurücklofien. Der Kampf -wischen Orthodoxie nud Reform hat vollends zu schweigen bei der jetzt grasstrenden, gehässigen »ad anssässigen Stimmung. Die Ehre des JndrnthumS gebietet EinmüthigkritI Ptrstzsnrg t A» 1. Januar (Or.-Tor.) Bei der Zählung am 1. November 189? hatttu die öffentliche» höheren Schule« Elsaß-Lothringens 6885 Schüler, von denen 2612 der kathol» ischen, 3275 der protestantischen Konfession und 748 der israelitischen Religion angehörea. Bei dieser Zählung wiesen die nichtöffentliche» höheren Schulen (protestantisch^ Gymnasium in Straßburg. die bischöflichen Gymnasien in Sttaßbnrg, die Montmny, da» bischöfliche Gymnasium in Zillisheim, das Institut St. Augustin in Bitsch und die Domschule St. Aruulf in Metz) einen Bestand von 2033 Schülern auf, nämlich 1316 Katho» litrn, 614 Protestanten, 103 JSraelittn. Die Äesammtzahl aller Schüler der höher» Schulen de» Landes beträgt somit am 1. November 89?: 8668, von denen 3928 katholisch, 3889 protestantisch und 851 i** raelitisch waren. Gegen das Borjahr hat die Gesammtzahl um 95 abgenommcn und zwar sind an diesem Mindrrbetrag die öffentlichen höheren Schulen mit 87, die nichtöffentlichen mit 8, die Katholiken mit 49, die Protestanten mit 28. die Israeliten mit 18.! Slratzsnrg, Elsaß, 28. Dezember. (I uge n dpreise.) 1 Da« israelitisch« Konsistorium zu Straßburg hat an die Herren Rabbiner und Synagogenverwalter nachstehende Be»^ kanntmachung erlaffen: .I« Ansfühnmein« verinLchtniffe» der bei Lebzeiten in Siaß-'s borg wohohast gewesenen Lheleote Michel onbFaa»« Weil wirs! hiermit den Israeliten Elsaß- Lothringen« zur allgemeinen blenntnitzZb gebracht, daß am ,7. Januar »Sstl ein Preis und am r. Aognä 18-S ein anderer Preis, jeder van soo Mart, z« vergeben sind, und■ an salchen Personen oder jaintlien, welch« in den vier verstoß Jahren durch Beweis« großer rügend, gnter Führnng, «efiihl» oon w «Sroßmuth nnd Menschenliebe diesen Preis verdienen. ־*.j Di» Bewerber am den nächsten Preis haben ihr« Sesoche sofort» in den ersten Lagen de» künftigen Monat» (Januar) »nd blejeniaeN-J des zweiten Preises vom 1. Juni bi» zum (3. Juli (893, dem Aon-'ts ststorium in straßborg zu übermitteln. Da» Israelitisch« Lonfistoriom de» Unter-Lllaß-" Wie». Ter Präsident der :Sraclilischen Lult»sgemeinde< Herr Wilhelm v. Guttma n», hat sein Ehrenamt alsPräflH dent der Wiener israelitischen Eulturgemeinde nieder^!«! Differenzen über innere EtiltuSangrlcgeiiheittn sollen die ' sache d«I RückttittcS gewesen sein. Selbstverständlich er dieser Entschluß de» Herrn Ritter v. Äutmann, vom Präs! dium der israelilischen EultuSgemeiade zurückzutteten, allst meines Bedauern. Das Bertreter-Eolleaium vrrsuchtt dur eine Deputation, ihn von seinem Entschluss« abzubrin- Leider vergeben«. Wie es heißt, dürft« die Wahl des neu Statuten Borstaadswahlen überhaupt nicht statrfinde» köust und eine Erledigung des Statutes vor d!m Herbste kau«I Aussicht steht, so muß man sich auf ein langes JnterregD gefaßt machen, während dessen der Bicrprästoent, Gemeind rath Gustav Simon, die Agenden des Präsidiums versis An» Gskizien. Die Baron Hirsch'fche Stiftung Galizien und die Bukowina hat i« lausenden Jahre zehs Volksschulen errichtet, so daß sie gegenwärtig bereüs 19 hält. Die Anzahl der Schüler betrug im Vorjahre 183 und beträgt gegenwärtig 3335. Außerdem erhält die Stisv elf Lbendjchulen mit 689 Schülern. Die Anzahl der übü von der Stiftung subventionirten Zöglinge beträgt 400. genießen demnach bereits 442 t Zöglinge d,e Wohlthaten Baron Hirsch'schen Stiftung. — Einer neuen Stiftung, die jüngst die zahlreiche» Lemberger Semems« um «in« »ermehrt hat. fct hier geda Herr Jacob Stroh übergab derselben «in Lapital von 40 j Gulden , mit der Bestimmung, daß von den Zinsen

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