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Israelitische Wochenschrift · 1893-01-07 · 2 (7.1.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
2 (7.1.1893)
Date
1893-01-07
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Todestag« der Clara Stroh — am t. November — I»ei der Unterstüyaug bedülftige und würdm« Mädchen I« 1000 Gulden al» Mitgift erhalten sollten. Dir Stiftung führt den Namen: .Tlara Sttoh-Stiftung für arme Bräute." ftttnfrcid). Mario. Der ״Univar■ inraeüte“ brudt einen Brief ab, welchen der Straßburger Oberrabbiner und da» Tonflstorium an die Redaktion jene» Blattes jendeten, welcher un» Ausschluß über die Entstehungsgeschichte der dortigen Separakgemeinde gibt. Dr. Klein, in Pari», der Sohn de» früheren Eolmarer Oberrabbiners, der stet» eint Lanze für die strengste Orthodoxie bricht, war nach dem Schreiben der Straßburger Behörde der Mitveranlasser resp. Mitschuldige "der Trennung der dortigen Gemeinde. Klein hat in einem früheren Berichte da» Andenken des seligen Oberrabbiner» Aron dadurch beeinträchtigt, daß er behauptete, Aron HLite die orthodoxe Gemeinde verfolgt. Die Jntrigue» de» ftommen Herrn werden nun in dem Bnefe nach Gebühr gewürdigt und Herr Klein in seinem wahren Lichte gezeigt. Sogar bi» in . da» Ministerium von Elsaß-Lothringen reichte dessen Agitation. A. Z. In M«rsH«» erscheinende Zeitungen berichten, daß vom Beginn de» nächste» UuterrichtS-SeinkstkrS we>rnt- ■, liche und tieseiuschneidrnde Aeiideruugen in Betreff der Besoldung der Israelitischen Religion»lrhrer an Gymnasien .und Progymnasien für Jünglinge und Jnngftauen im!ganzen Warschauer Lehrl-ezirk ei »treten werdcn. Denn anstatt, daß diese Lehrer bi-her ihr Gehalt au» der Staat»- ,lasse erhielten, sollen sie fortan ihr Honorar ausschließlich ■wm den (nicht unbemittelten) hebräischen Schüler» und . Schülerinnen selbst empfangen und wer nicht bezahlen kann, fügt der liebevoll« Ukas kategorisch hinzu — darf eben keinen Religions-Unterricht geniegen! HAarscha«. Nach so vielen traurigen, tiesbetrübenden Nachrichten au» dem Reiche der geistigen Finsterniß ist e« recht erfreulich und herzerhebend, zu erfahren, daß gegen- »ärtig nicht weniger al» 200 jüd. Zöglinge da» großartige ,-Institut zur Ausbildung von Handwerkern der hiesigen '»rael. Gemeinde" besuchen, wo sie u. A. die Tischlerei, Schlosserei und viele Kunstgewerbe sehr gründlich erlernen. Der praktische und theoretisch« Unterricht wird in allen Fächern gratis ertheilt. Die Lehrzeit dauert drei Jahre. Den armen und verwaisten Knaben wird sogar koste».!»» Mittugdrod verabreicht. Vermischte mrd «e«este Rachrichte«. ««•Htar*. Bvr kurze« wurde In dies. Bl.gemeldet,das, unier der BatSlkarung aus ««tat durch rin kolportlrteS Pamphlet Über dt« bekaunie Wnttekchnkdigung gegru di« Jude» «in« bedrohliche Bewegung «ntsianden :Pf- Wie utmmehr drrichiel.wirb, ist aus Anregsnc de« Erzbischof« 'MM Wrst»i«st<r der Berlrieb de» Pamphlet» durch t«u Minister der M»t«»i«»'varb»t«» werden. ' 0MU<h Der betanut« Dr. jnr. Morris (feit seiner lauft UßriüSptz) M 3*ngt vrrSstenUicht im sozialdemotratistxn ,BorwänS" -B» ihm v«u der -Siaaisanwaltschast in Hannover zugegonaeae« Ochrtftstück, in welchem er «usgesordert wird, am 3. Januar »883 bei Pr Direktion der Proviuziat»^rrenanstalt in ASNin<>«n behus» Nus- .nähme in diese Anstalt zur Beobachtung seine» Geisteszustand«« aus «e Dauer von sechs Wachen sich grstellen zu wollen. Der dieser Nussvederung zu Grunde liegend« Gerichtsbeschluß bafir» aus eine« »ul« achten de» TaniiliSralh Dr. Jaftrowitz in Berlin und de« Bert hei- »serS d«S Nngeschuldigirn de Jongr, de« Rechtsanwalt« Dr. Nascher in!Hannover, de Jona« theili nun in einem langen Aitikel mit, das, er :»ach der Schweiz zeflüchtel sei. Der »Vorwäri«" ertlän. der gusen-!Stang Stau« gegeben zu haben, weil der B»rs»ff«r. ron seinen dis- 'aea politich-religiösen ,freunde» zurückgewiesen, in »ec bürgerlichen js« telne Möglichkeit sind«, >ei« Lach« zu!ähren. — Wir de- Werken hierzu, daß bisher die ,tzeeuzzig." die Ehre d»u«. al« da« tsivrß»» diese« nervenkranken Menschen zu gelten, »er nunmehr «in- Msrheu heben wird, »aß alle ,t,»fluchen Macht« glrichermahe» ithiiste« wie unter Jute», unter Ariern wie ur.ler Semiten zu fl-»'׳ ׳ Berti«. Am Sst. Dezember fand di« Genrral-BrrsamuUtutg de» , "ferrinS für jüd. Geschichte und Literatur" statt. Jede» Mitglied erhielt di« erste Puvlikaiimt de» Vereins, ein« nrur NuSaabe de» ״Diva» von Jehuda Halevi" «Ingehändigt. Bon den «. SOS Mitgliedern waren etwa 80 ,«««send. Dstfs«t»«rs, 2. Januar. (Or^Lorr.) Hier ist gestern Herr Dr. David au» Hannover zum Rabbiner gewiblt worden. GfOgOtr» 31. Dezember. Bor einiger Zeit stand der bekannt« Antisemit RtttergulSbtittzer Dr. Willibald Bernhard Hentschel w«e» Beleidigung de» Öberivachtmeister« vor dem Amtsgericht Freyftadt. Bar Eintritt in die Verhandlung lehnte H. den einen der Schössen, Fabrik« b«siS«r Sandberg, ab, well er al» Antisemit sich nicht von «memJude» aburtheilen lasten wolle. Da» Bericht verwarf jedoch den Ablehnung»- antrag und verurtheilte H. zu b0 Mark Geldbuße Gegen diese» Er» kennlniß legte dieser Berufung ein. In der gestrige» Verhandlung vor der hiestg.u Strafkammer, in «reicher der Lngeilagt« dir Beleidigung durchaus zugab siagie der Borsitzend«, warum Hentschel denn überhaupt Berufung eingelegt Hobe. Er entaegnei« daraus, daß er die» Haupt» sächlich deshalb gethan habe, um sich von chriftl.ichr« Richter« »bürtbellen zu lassen, da Fabritbesttzer Sandberg, der ihm alä Jude sch« unsympaihlsch sei, außerdem noch bl« Aeußerung gethan haben solle, er würde den Angeklagten unschädlich machen. Nebenbei ba׳ Hentschel »« Strafmilderung. Der iürrtchtshos verurtheilte Ihn zu 23 Mark Gelh» büße und PublikationSbesugniß de« Unheil«. Pfarztzeim. Die Wethe der hier neuerbauten Synagoge nahm einen würdigen und neben den liturgischen Handlungen durch Gesangs» vortrüge L«S hiefigrn MännergesangveeeinS und eine» gemischten ilhor» einen schönen verlaus. Dl! Feierlichkeit, welche BezirtSrabbtner Dr. Gchivarz von EurlSruhe leitete, wohnten als Berireier de» groß- Herzog! EultuSmlntsterlum« Geh. Reg.-Ralh Becherer, die Spieen der hiesigrn Behörden und sonstige Eingeladene an. Hr. Rabbiner «chwarz hlett nach den verschiedenen aus die Festlichkeit bezüglichen Handlungen die erbebende stestrede. A«S LSÜrttembee«. ״Tie Hetmalh de» Menschengeschlecht«" wae da« Thema, worüber der al« tüchtiger Orlentc lift beka,in!« Pfarrer PrHel in Cannstatt einen Bortrag hielt. Der Redner gabeln geschichtlich«» Bild von dem im Westen durch den Euphrat vor Syrien un» Arabien, im Oft«» durch den Tigris von Assyrien, im Norde« durch den Tauru» von Armenien und im Süd:n durch die medtsche Mauer von Babylon degrenzr« Wesopoianien und zei.i« an der Ha»d einer »arte, daß dar % a radt« S, über da» di« Geschichtsschreiber so im Unklare» sind, nur hier in Mtsopoiamien zu suchen sei. Da» Paradies oder der Garten Eden (I. Mos. 2 f—14) M kein« Phantasie, sondern Mesopoiamien mit seinem Stromgebiet Euphrat, Tigri», Eurem und kkercha, da« bet der üppigen Vegetation «ine« Garten gleicht. Die b Lendschasie», dt« ,« «inschlleßi, müsse, al« da» Land der Ströme bezeichnet «erde». Dir klimatischen Verhältniste find durch die erfrischenden See- und Gebtrg«1vinde, sowie die durch dt« Ströme stet« bewegte Lust sehr günstig,. Wie«. (Or.-Corr.s In der hiesigen .!Neuzeit" wird au» Berit» die Mitiheilung von der Wahl de, Herrn Dr. Welste, Ravbluer« in Dessau, zum Rabbiner in Berlin mit dem Zusatz gemacht, ,,obwohl seine Wieg« nicht >m Gtoßherzogthum« Posen stand, sondern in Lcstc, reich, ist er doch ein gu.er Deutscher". PeterSPwr». Unter den 1b l Schülerinnen, «elch« die htestgen häheten Töchterschulen besuchen, befinden sich gegenwärtig leider nur noch fech« Hebräerinnen. BSarschck». Bor einigen Tage« wurde hier »in« etnographische Ausstellung «ros,net, in weicher u. A. auch zahlreich« Bilder zu sehen sind, di« russitch-polNische Juden in den verschiedrnsira Trachten und goneSdienftlichen Gewändern darstelleu. Wie erstaunten wir aber, alä wir au der Erone eine« derartigen Gemälde«, auf welchom voiiUünftlrr- Hand metftrrhast «ntwvrsrn einige potnlsche Juden, eingehüllt in de« TaliS und gekrvnt mit üdermüßtg großen Tstllin, in tiefster Andacht versunken, gemalt sind, folgend« Inschrift erdlitk!««: »Betend« Inden — am Saodath." «Ns Betze«t wird unterm 4. d. M teleg.aphisch gemeldet.. daß der Lberradblaer von Jerusalem, Herr P a u i g «l, gestorben set.?"Lf New-Yark» Ende Dezember. Die Rodes - Lchalom - Gemeinde leiert« an de» ersten Tagen de« ChanukasesteS da» bOiühria« Judilän» ihre» Bestehens. — Die vuai Jeichuru» - Grweind« hat ihre» langjüytigrn Rabbiner Henry L. Jacob« in den verdiente» Ruhestand versetzt, un» ist di« Steve zur Neubesetzung ,usgrschrtebea. ES Hai sich hler ein« neu« »nhodoze Wemetud« grdtlde«, dir den Namen .Adereih Israel" sühn; ihr Rabbiner ist Loat« Aiezander. — vorig« Noch« starb hl« Herr Albe« Elsässer i« hohen kvrriseaaltrr von 77 Jahren. Er war c n LIlbbeuischer, kämpst« in den Reihen fc}■ Freiheiiskämps«: im Jahre l8»8 u»v muß « seia Hei', damal« in der Flucht nach Amerika suit cu. Er war in drutsch-palitijchen und auch tn Loa«», und Bereinsiretstu ein« «ohlg« aunt« Bersönlichteit und fand die feierlich« Breroigang vom deutschen Maurenrmpel au« fta». «txtnnnti. Herr Rabbiner Dr. I. «ist hat in Alnrrtk« seit llM — wie er selbst detichtet — nhon Bö Kytutgogen-Ei»- weihnagen vollzogen. Da« kannte auch nur tu der «eurn «veit Pasfirr». r.lSI' p■ < - 1,..' f:■, :

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