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Israelitische Wochenschrift · 1893-01-07 · 2 (7.1.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
2 (7.1.1893)
Date
1893-01-07
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Zeit anf verlangen der Behörde eingereich!er Lehrbericht wurde der Beratung zu Grunde gelegt, und soll dieser Plan über daö Mob und die Stoffoertheilung demnächst zur endgültigen Feststellung an die betreffenden Lehrer zur Bertheilung gelangen. — (Bon dem Verfolg dies«! Gegenstände« werden wir seiner Zeit Mittheilung machen.) Stettin, 2. Januar. (Or. - Torr.) Im Sitzungssaal« der hiesigen Synagogen-Gemeinde wurde gestern daS Jukilöum der Herren I. Samuel, Bernh.Lohn und M. Hohen» stein srn. gestiert, welche theil« als Borsteher, theils als Repräsentanten den Gemeindebehörden 25 Jahre angehören Um die Feier würdig zu begehen, waren Borland und. Re- Präsentanten (nebst den Stellvertretern), ferner die Mitglieder der einzelnen Kommissionen rc. geladen und auch vollzählig erschienen. Nachdem sich alle versammelt hrtten, wurden die Jubilare durch eine Deputation eingeführt. Im Namen de« Borstande« begrüßte dieselben Herr Dr. Freund, im Namen deS Repräsentanten-Eollegium« .Herr Rechtsanwalt Dr. Mann Es würde zu weit führen, diese Reden hier wieder zu geben, wir müßten dann die Geschichte der Gemeinde und der öffenttichen Wirksamkeit der Jubilare schreiben. Beide Herren Redner drückten das aus, was olle beseelte: den Dank für datreue Wirken in de» verflossenen 25 Jahien Nach ihnen ergriff da- Wort Herr Dr. Vogelstein, er gratulierte in seinem Name» als Rabbiner, im Namen der Beamten hiesiger Gemeinde und im Aufträge des D. I. G.-B., von welchem auch noch eine Depesche eingetroffen war. Nach ihm ergriff das Wort Herr E. Aren, ein früherer Borsteher und wohl unser ältestes Gemeindemeinde-Mitglied. Er gab eigentlich in seiner Rede eine Geschichte unserer Gemeinde, ihr Werden und Entstehen von den ersten Anfängen an und fügte schließlich auch seine Gratulation an. Im Namen der Jubilare erwiederte nun Herr Samuel, seinen und feiner Kollegen Dank sagend, und mit kürzercn Worten dann noch die Herren Lohn und Hohenstein. Hierauf wurde jedem der Jubilare eine Adresse überreicht, die Herr Braun verlas: damit hatte di« Feier ein Ende. ffm, 27. Decbr. Seit einiger Zeit haben die Zeitungen wiederholt verschiedene Nachrichten gebracht, welche sich auf den Xantener «nabenmord beziehen. Wir haben nun an maßgebender Stelle Erkundigungen eingezogen und ■ sind in der Lage, als authentisch Folgendes mittheilen zu können. E« bestätigt sich, daß Wesendrup sich sowohl in Ealrar, wie auch anderswo al« Thäter de« an dem Knaben Hegmann verübten Mordes bezichtigt und außerdem durch Wettere Redensarten den Verdacht der Thäterschaft im Pub- - likum auf sich gelenkt hat. Wir wollen r« dahingestellt ^seiu kaffen, ob dre Zeitungs-Angaben, Wesendrup sei eia ^Schwätzer, der häufig nicht wisse, was er sage, W. befinde *sich im Zustande de« Deliriums, oder W. habe seine Aeuße- . tang in der Trunkenheit gethau, zutteffend sind. W. stand Heit eiurger Zeit in Osnabrück in Arbeit. Daselbst ist er, ,nicht auf Antrag der hiesigen Staatsbehörde, sondern auf Trlutrag de« Amtsgerichts zu Xanten und zwar au« dcm /Grunde, weil er seine Familie, mehrere unmündige Kinder, hülflo« verlassen hat, verhaftet worden. Wir können nun .»och Folgende« als der Wahrheit entsprechend verbürgen. Garm und gar unabhängig von vorstehenden Mittheilungen, welche cursiren, hak die Staat-anwaltschap: de« hiesigen Landgerichte« di« Untersuchung nicht allein gegen Wesendrup, sondern auch noch gegen eilte zweite Person wegen verdachtes, den Knabenmord begangen zu haben, eingeleitrt. ׳Die Zeugenvernehmungen, welche neuerdmgs in erheblicher Zahl stattgefunden haben, stehen hiermit in ׳Sezirhung. Ob Hw Nachricht der ״C«n. Zeit.', wonach es b, ißt, W. sei bei!Ottuer Verhaftung äußerst erschrocken gewesen, seine sonst Ahr blühend« Gestcht-strde (ei einer Leichen»l-ffe gewichen ך« eine ausfallende Aengstluhtrit habe Platz gegriffen, zu- צול,־ ish müssen wir de« Berichterstatter anheim gehen, »fall» erschetttt t» »agiaubwürdi^ daß tt »rhrstlcheme« Verhör unterzogen worden istunddager sich in Widersprüche verwickelt Hab«, die auf w:rthvolle Enthüll»»!.,n i.n Bezug auf den Knabenmord schließen lassen. Denn ein Auftrag hierzu lag weder von dem Amtsgericht in Xanten, noch seitens der hiesigen Staatsanwaltschaft vor. Wohl ein Zeder, der diese Zeilen liest, ist mit uns von dem Wunsche beseelt, daß r» der Untersuchungsbehörde gelingen möge. Licht in da» noch immer bestehende Dunkel zu bringen und den oder die Thäter zur Rechenschaft ziehen zu können. Wir schreiben aber im Sinne der Untersuchungsbehörde, wenn wir die Zeitungen ersuchen, mit der iiströffentlichung rveitercr unverbürgter.Rach» richten vorsichtig zu sein, zumal die Untersuchung durch Berbrcitung unwahrer Mittheilungen nur erschwert wird. (Tlev. Kreisdlatt.) Kaunoner» 3. Januar. (Or.-Corr) Die Leser diese« Blattes werden es sicherlich mit großem Jnb:rrffe vernehmen, daß beim Saal- und Schweftlbade Limmcrbrunnen unweit der Stadt Hannover eine .Erziehungsanstalt für jüdische Knaben' erbaut wird. w:lch: dazu bestimmt ist, neben dem Unrerricht einer Volksschule. Iren nothvendigen Kenntnissen der heiligen Sprache und einer Erziehung in Sinne des traditionellen Judenrhums, sowie Ausbildung im Turnen. Schwimmen und sonstigen Ausübungen, die Knaben schon während ihrer Schulzeit je nach Neigung und Veranlagung im Gartenbau und verschiedenen Handwerken zu unterweisen und ihren Kräften angemeffen zu beschäftigen. Ohne auf die Kinder einen Zwang ausüben zu wollen, sämmtlich Handwerker oder Gärtner zu ivrrden, beabsichtigt man demnach, die ärmere Klasse vom Hausir« und Kleinhandel möglichst fernen halten. Der Erbaue: dieser Anstalt, Herr Alexader Moritz Simon, hat sich seit Jahren bewährt nicht nur al« ein Mann, der rin warmes Herz und ein reiche« Jntrreffe für gemeinnützige Jntereffen hat, sondern al« ein durchaus peakttscher Mann, der namentlich in den verjchieder « Zweigen des Gartenbaues erfahren ist und bereit« in seiner eigenen, sthr ausgedehnten Gärtnerei gute Erfolge erzielt hat, so daß einige seiner Produkte, unter Anderen Maiblumen, als di« besten ihrer Art weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt sind. Das von Herrn Simon behufs Errichtung dieser ErziehungSanstalt erworbene Terrain von ca. 70 Morgen ist gesund und schön belegen und hat einen für die verschiedenen Zweige der Gartenkultur vorzüglich geeigneten Boden. Die Anstalt ist mittel« der Pferdebahn vom Eentralbahnhof Hannover an« in einer halben Stunde zu erreichen. Trotzdem die Gebäude erst im September in Angriff genommen wurden, ist das Hauptgebäude von außen verputzt und mit Dach und Fenster versehen, s<? daß au t, selbst bei ungünsttgerWitterung das Innere vollendet werden kann. Im Frühzahr wird da« Haus fertig und trocken sein und die Erüffnung wiro gleich nach Ostern stattfinden können. Der Garten, von dem vorläufig erst 30 Morgen zur Anpflanzung von Obstbäumen, Beerenodst, Maiblumen, Rosen und verjchiedenen anderen Pflanzen he cg,dichtet sind, wird in der ersten Zeit große Aufwendungen erfordern, in wenige« -Jahren aber nach dem Urtheile von Saihverständigen gute Erträge und Ueberschüffe liefern. Den Ankauf de« sehr werthvollen Terrain«, den Ban der Gebäude, sowie die nicht unerheblichen Kosten der Instandsttzung de« Gartens, Ankaufs der Pflanzen rc., bestreitet Herr Simon au« eigenen Mitteln; bei Anschaffung de« Inventar« ist anderen Menschenfreunden Gelegenheit gegeben, sich an . diesem Werke zu betheiligen. Al« Vergütung für sämmtliche Unterhaltungskosten der Zöglinge, incl. Schule, Bekleidung rc, wird anfänglich 400 Mtpro Jahr bervhnet, obgleich in den ersten Jahren, wo dyc Garten noch keine Erträge liefert, di« Koste« sich höher stellen werde». Dir Mehrkosten «Kd Herr Si«o» eine» Mitteln bestreite«. Ja später«« Jahre», w»

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